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"... dass viele Menschen diese Partnerschaft mit Leben füllen!"

Pressemitteilung des Freundschaftsvereins Kırşehir - Remscheid

 

Gestern wurden in Kırşehir / Türkei zwei Partnerschaftsurkunden unterzeichnet: In Türkisch und in Deutsch ist nun besiegelt und von den beiden Stadtoberhäuptern unterzeichnet, dass Freundschaft und Partnerschaft die Städte Remscheid und Kırşehir verbindet. Gerade in einer Zeit, in der politisch, kulturell und religiös alles auseinanderläuft, ist das ein wichtiges Zeichen. Nur durch gemeinsames Reden und Teilhabe am Leben und Ergehen des anderen wird Verständigung über die Unterschiede hinweg möglich sein. Damit erreicht auch die fünfjährige Arbeit des Freundschaftsvereins Kırşehir-Remscheid eine erfolgreiche Zwischenstation: Unter dem Vorsitz von Superintendent Hartmut Demski hat dieser Verein Kontakte geknüpft, einen Schüleraustausch ins Leben gerufen und für Verständnis geworben. Nun gibt es auf türkischer Seite ein Pendant: Der Freundschaftsverein Remscheid-Kırşehir ist ebendort aus der Taufe gehoben worden. Somit bedeutet dieses Ereignis keinen Abschluss, sondern im Gegenteil: Viele Türen sind nun weit geöffnet. "Es bleibt zu hoffen, dass viele Menschen diese Partnerschaft mit Leben füllen", wünscht sich Superintendent Hartmut Demski für die frisch geschlossene Städtepartnerschaft.

von Stefanie Bluth

9. Februar 2015, 23.30 Uhr. Nach einer sehr langen Reise von Düsseldorf über Istanbul sind wir gegen 21 Uhr sicher, müde und hungrig in Ankara angekommen. Am Flughafen wurden wir freudestrahlend vom Referenten für internationale Angelegenheiten der Stadt Kırşehir, Ahmet Cebecioglu, erwartet. Wir waren sehr dankbar, als wir nach einem kurzen Zwischenstopp in dem gefühlt leckersten Restaurant der Gegend und nach zweieinhalbstündiger Busfahrt in unserem Hotel in die Betten fielen.

Als relativ neues Ratsmitglied hatte ich während dieser langen Reisezeit die Gelegenheit, von meinen erfahreneren Reisegefährten mehr über die Geschichte zu erfahren, die zu unserem Türkeibesuch führte. Superintendent Hartmut Demski erzählte von der Zeit, als es in Remscheid noch einen Runden Tisch zum Thema Migration gab - und wie in dieser Runde allmählich der Wunsch entstand, eine Städtepartnerschaft mit einer türkischen Stadt aufzubauen. Weiterhin erzählte er von den Überlegungen, welche türkische Stadt wohl die richtige sei. Auf Kırşehir kam man, weil die Stadt einerseits in Bezug auf die Einwohnergröße mit Remscheid vergleichbar ist und zum anderen eine beträchtliche Anzahl türkischstämmiger Remscheider Familien von dort oder aus der Umgeubng stammt.

Im Oktober 2009 hatte eine kleine Gruppe, bestehend aus der damaligen Oberbürgermeisterin Beate Wilding, Burkhard Mast-Weisz, Ramazan Dalgali sowie Demski selbst, in Kırşehir erste Kontakte geknüpft, die in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Verwaltung schnell intensiver wurden. Im selben Jahr gründete sich auch der Freundschaftsverein Kırşehir-Remscheid, der seitdem stetig an einem Fortkommen der partnerschaftlichen Beziehungen gearbeitet hat und seit Frühjahr 2011 im jährlichen Wechsel Schüleraustausche organisiert. Formal beschlossen wurde die Städtepartnerschaft im Stadtrat in der letzten Sitzung der vergangenen Wahlperiode.

Gruppenfoto anlässlich der Unterzeichnung der Städtepartnerschaftsurkunden in Kirsehir. Foto: Ev. Kirchenkreis Lennep.10. Februar 2015. Heute um 11 Uhr war es soweit. In einem historischen Moment wurde die Remscheider Delegation vom Oberbürgermeister der Stadt Kırşehir, Yasar Bahceci, empfangen, um die Urkunden für eine gemeinsame Städtepartnerschaft zu unterschreiben. Der türkische OB wurde seinerseits von einer großen Delegation von Stadträten der drei Fraktionen (AKP, CHP und MHP) sowie Vertretern der lokalen Wirtschaft, Presse und allgemeinen Bevölkerung begleitet. Das Treffen fand in einem stilecht renovierten historischen Herrenhaus statt, dem Agalar Konagi in Kırşehir, wo zunächst in einem politischen Austausch die wirtschaftliche, kulturelle und bildungspolitische Bedeutung der neuen Verbindung hervorgehoben wurde. Nach der feierlichen Unterzeichnung der Urkunden luden die türkischen Gastgeber, wie es in ihrer Gastfreundschaft üblich ist, zum gemeinsamen Kaffee und Mittagessen ein.

Am Nachmittag waren wir zu Gast bei dem Provinzgouverneur Vali, der sehr an demografischen Fragen bezüglich der türkischstämmigen Bevölkerung interessiert war und uns seine vollste Unterstützung in Bezug auf städtepartnerschaftliche Aktivitäten zusicherte. Er (und auch unsere drei folgenden Gastgeber) luden uns zum Ahi-Fest ein, das Ende Mai in Kırşehir stattfinden wird. Ach, ja: Ahi Evran - der Name begegnet einem hier ständig. Ahi Evran war ein muslimischer Heiliger und Humanist, der sich besonders für die Belange von Handwerkern und die Entstehung von Zünften eingesetzt haben soll. Nach ihm ist auch die lokale Universität, die Ahi Evran Üniversitesi, benannt.

Als nächster Punkt stand „Gemeindevorstände und Vereine“ auf dem Programm – und, ehrlich gesagt, konnte ich mir zunächst nicht richtig vorstellen, was mit Gemeindevorstände gemeint sein sollte. Wir stellten fest, dass es sich um eine Art Interessenverband handelt, der sich vornehmlich und ehrenamtlich für die Verschönerung der Stadt und den Erhalt der Kultur einsetzt. Hier ist auch das türkische Pendant zu unserem Partnerschaftsverein angesiedelt. Bei der örtlichen IHK lernten wir Vertreter der lokalen Industrie kennen und erfuhren, dass der Bausektor ein sehr großes Gewerbe in unserer Partnerstadt darstellt (und dass fast jeder der Anwesenden einen oder eine Verwandte in Deutschland hat). Wir lernten dort ebenfalls die Vorsitzende des Arbeitskreises für Unternehmensgründerinnen kennen, die einige Jahre in Wien gelebt hat, und mit der wir uns über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterhielten. Wir wurden informiert, dass eine gute Betreuungsinfrastruktur für Kinder ab zwei Jahren sowohl in Form von städtischen Kitas als auch von Betriebskitas existiert. Darüber hinaus leben viele Menschen im Großfamilienverband, was eine Betreuung sowohl von Kindern als auch von älteren Angehörigen vereinfacht. Unser anschließender Besuch bei der Einzelhandels- und Handwerkskammer beinhaltete u. a. Gespräche über Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Ausbildungssystem von Handwerksberufen.

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