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"Lagerung von Exponaten unter sehr kritischen Bedingungen"

Die Stadt allein wird ‚Haus Cleff‘ nicht retten können“, stellte der Waterbölles am 10. Februar fest nach einer Pressekonferenz vom Vortag, auf der zwei Gutachter den schlechten baulichen Zustand des einstigen Heimatmuseums erläutert hatten. Inzwischen hat die Stadtverwaltung den Fraktionen und Gruppen im Rat der Stadt das 38 Seiten umfassende Gutachten zukommen lassen. Es soll am 17. Februar im Kulturausschuss, am 24. Februar in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid und anschließend im Ausschuss für Bauen, Gebäudemanagement, Liegenschaften und Denkmalpflege sowie im Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschuss erörtert werden. Die sehr detaillierte Schadenskartierung des historischen Gebäudes zeigt, dass über Jahrzehnte hinweg an dem bergischen Patrizierhaus lediglich Kosmetik betrieben, wenn nicht gar erkannte Schäden durch falsche Renovierung (z.B. wasserdurchlässige Holzanstriche) noch vergrößert wurden.

Zusammenfassend stellen die Gutachter fest:

  • Feuchteschäden im Erdgeschoss, Wände und Böden
  • Massive Verformungen /Setzungen im Tragwerk des Gebäudes aus unbekannten Gründen
  • herabgesetzte/unklare Tragfähigkeit der Böden
  • den historischen Kontext stark störende Einbauten mit teils unbekannten Eingriffen ins Tragwerk
  • verwitterte Beschichtung und teilweise Holzsubstanz der Fassaden
  •  teils undichte Verschieferung
  • stark veraltete Haustechnik

Die Schadensbilder im Einzelnen.

Tragwerk:

  • Böden im Erdgeschoss mindestens in der Nordhälfte komplett zerstört
  • Ständerwerk der Außenwände im Erdgeschoss beide Haushälften teils zerstört
  • Starke Absenkung der Hausmitte, tendenziell Richtung Osten
  • erhabene Verformung des Bodens im Dachgeschoss, Mitte Ost
  • Ausstülpung der Westfassade über dem südlichen Hauseingang
  • einzelne Balken in verschiedenen Zimmern scheinbar gebrochen/abgesenkt
  • Balkenauflager unklar, ggf. unterdimensioniert.

Dachstuhl:

  • Verformungen und teilweise geöffnete konstruktive Verbindungen
  • Überlastung einzelner Balken.

Fassaden:

  • Holz-Außenverschalung teils zerstört, starke Wasserschäden
  • gesamte westlich Holzfassade schlechter Zustand der Holzsubstanz und Beschichtung
  • Beschichtung und Kittungen an den Fenstern der Westfassade abgängig
  • Dacheindeckung weist eine relativ schlechte Schieferqualität mit vielen kleinen, durch korrodierten Pyriteinschlüssen auf.

Außenanlage:

  • westliche Treppenanlagen sind abgängig, hohe Verformungsgeschwindigkeit
  • östliche Treppenabsätze mit leichten Setzungen
  • Plattenbelag insgesamt zu hoch eingebaut und bei Feuchte sehr rutschig.

Als Archiv wird unter anderem auch ein Teil des Dachgeschosses genutzt (siehe Foto). Dort lagern nicht nur zahlreiche Messingkannen und Krüge, sondern auch alte Fotografien und Gemälde. Bei der Ortsbesichtigung am vergangenen Montag blieb unklar, ob das all tatsächlich auch katalogisiert wurde. Es wirkte jedenfalls teilweise wie achtlos abgelegt. Und das in einem Mansardenraum, zu dem es im Gutachten heißt: „Dachgaubenfenster undicht, Wasserflecken an Dachschalung und Sparren deuten auf Undichtigkeit der Dacheindeckung hin, alter Holzschädlingsbefall am Splintholz, starke Aufwölbung im Bereich der Gebäudemittelwand (Hauptkamin), alte eiserne Heizleitungen teilweise angerostet und nicht gedämmt, sichtbare Verformung am Dachgebälk, offene Doldenverbindungen zwischen abgesenkten Mittelpfetten und Sparren.“ Zu den Archivstücken wird in diesem Zusammenhang vermerkt: „Lagerung von Exponaten unter sehr kritischen Bedingungen“. Ein Glück (im Unglück) also, dass der Gebäude demnächst komplett ausgeräumt und die Exponate in Dahlereu zwischengelagert werden sollen.

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