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Ich werde mir ganz spontan "Ämterhaus" einfallen lassen

Waterbölles-Kommentar

Als ob ich es geahnt hätte: „Ämterhaus: Posse um neuen Namen geht weiter“, war im Waterbölles die Überschrift am 21. Januar, nachdem der Ausschuss für Bauen, Gebäudemanagement, Liegenschaften und Denkmalpflege den „‚Ideenwettbewerb Ämterhaus‘ mit acht Ja-Stimmen bei sechs Nein und drei Enthaltungen durchgewinkt hatte. Diesen Wettbewerb für etwas, was keines Gramms Gehirnschmalz mehr bedarf, weil der Name „Ämterhaus“ sich längst eingebürgert hat, war von den beiden Fraktionsvorsitzenden / Landtagsabgeordneten Jens Peter Nettekoven (CDU) und Sven Wolf  (SPD) ausgebrütet worden, als ihnen sonst nichts rechtes eingefallen war. Und in der späteren internen Fraktionssitzung war den SPD-Ratsmitgliedern dann leider weder die Absurdität dieses Antrages aufgefallen, noch hatten sie sich Gedanken gemacht über mögliche Reaktionen aus der Bürgerschaft, kurz: Sie hatten dem Wettbewerb zugestimmt.

Dafür gab es in Facebook und Waterbölles von Leser/innen kurz darauf Spott und Hohn. Doch da hatten sich die Fraktionen bereits auf ihr gemeinsames Vorgehen in dieser Frage verständigt. Gewiss, man hätte den Bürgerinnen und Bürgern auch sagen können: „Wir haben noch einmal nachgedacht, sind inzwischen klüger geworden und ziehen den Antrag zurück.“  Ob Nettekoven und Wolf für diesen Fall einen Gesichtsverlust befürchteten? Jedenfalls hielten sie an einer Abstimmung fest, und obwohl es im Vorfeld aus den Reihen der SPD manch kritische oder gar spöttische Stimme gegeben hatte, waren gestern in der Ratssitzung im Geiste alle (bis auf Bezirksbürgermeister Otto Mähler, der mit Nein stimmte) an der Seite ihres (abwesenden) Fraktionsvorsitzenden und stimmten wie die CDU brav mit Ja.

Das nennt man wohl Fraktionsdisziplin oder Fraktionszwang. Ein politisches Mittel, mit dem man sehr sorgsam umgehen sollte. Es darf sich nicht verschleißen, sonst kommt in einer Fraktion Unmut auf. Einen Fraktionsvorsitzenden im Regen stehen zu lassen, macht zwar in der Öffentlichkeit auch keinen guten Eindruck. Aber ein „Ja“ zu etwas, dessen Sinn sich nicht erschlossen hat, verlangt nach triftigeren Gründen als der Gesichtswahrung des „Vorturners“.

Nun also wird die Verwaltung auf Beschluss der „Großen Koalition“ den Ideenwettbewerb vorbereiten müssen. Ob die CDU ein verdientes Parteimitglied in petto hat, das durch die Namensänderung des Dienstleistungszentrums (Offizielle Bezeichnung) geehrt werden soll, ist mir nicht bekannt. Es könnte sich nur um ein verblichenes handeln. Denn wer noch unter den Lebenden weil, würde seinen Namen für eine solche Posse sicherlich nicht hergeben.

Übrigens, ich werde mir  beim "Ideenwettbewerb" ganz spontan "Ämterhaus" einfallen lassen. Schaun mer mal.

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Kommentare

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David Schichel am :

Für mich ein nicht weiter zu kommentierendes Beispiel für die Politik des kleinsten gemeinsamen Nenners der GroKo... Darf man überhaupt ein Gebäude umtaufen, das einem nicht gehört??

Chronist am :

Vergeblich hatte Fritz Beinersdorf (Linke) vorab gebeten, den Antrag zurückzuziehen. Seine Begründung: „Sonst macht man den ganzen Rat zum Molli“ – was auch immer er damit gemeint haben mag.

Fritz Beinersdorf am :

Der Molli ist jemand der für Dumm verkauft wurde oder verarscht wurde. ( Siehe dazu verschiedene Synonymwörterbücher ) Vgl. auch Lothar Späth im SPIEGEL Nr. 7, 1979, S.24: "Ich bin wild entschlossen, mit mir überhaupt nicht den Molli machen zu lassen".

Dirk Schaefer am :

Hat Herr Nettekoven nicht erst vor vor einigen Tagen beim Thema ''Zuständigkeit des Rates bei Resolutionen ohne direkten kommunalen Bezug'' darauf hingewiesen, dass Remscheid als „Stärkungspaktkommune“ es sich nicht leisten kann, personelle und finanzielle Ressourcen in Politik und Verwaltung binden!? Für den Blödsinn mit dem Ämterhaus scheint das dann wohl nicht zu gelten? Und die SPD hat nichts Besseres zu tun als dabei auch noch mitzumachen. Übrigens hat die CDU doch schon einen Namen für das Ämterhaus. Sie lädt am Montag zum Pressetermin in das Dienstleistungszentrum am Friedrich-Ebert-Platz!

Sigrun Reuter am :

Der Bürger hat die Macht ,die Politiker vorzuführen: Man stelle sich vor, es wird der Ideenwettbewerb ausgerufen und NIEMAND nimmt teil!

Chronist am :

Wegen des Mehrheitsbeschlusses der Politik (Namensgebung und Beflaggung des Ämterhauses) hat Bettina Stamm den städtischen Beschwerdeausschuss angerufen (Sitzung am 25. März um 17.30 Uhr im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses). In der Begründung schreibt sie: „Das von der Stadt angemietete Gebäude, in dem städtische Angestellte ihren Dienst verrichten, hat bereits seit zehn Jahren einen Namen. Es wird in den Medien offiziell als „Dienstleistungszentrum" geführt. In der Bürgerschaft und, wie dem gemeinsamen Antrag von CDU und SPD zu entnehmen ist, auch den Fraktionsvorsitzenden, ist dieses Gebäude seit Jahren namentlich als „Ämterhaus" bekannt. Die Organisation, Durchführung und Umsetzung des o.a. Ideenwettbewerbes, ist mit Kosten in bisher unbekannter Höhe für z.B. Änderungen städtischer Medien und Bindung von Personalressourcen verbunden, die den hoch verschuldeten Haushalt der Stadt Remscheid zusätzlich belasten, aber keinen monetären Mehrwert generieren werden. Auch wenn wie angenommen, durch die Personifizierung eines öffentliches Gebäudes eine lokalpatriotische Welle in Remscheid losgetreten werden sollte, steht ein kollektives neues Remscheider „WIR " Gefühl in keinem Verhältnis zu dem zu erwartenden finanziellen und personellen Aufwand, den dieser Beschluss mit sich führt, und den ich hiermit beanstande.“

Stadt Remscheid am :

Vom 1. bis zum 18. Mai haben Interessierte Gelegenheit, sich an einer Online-Abstimmung auf www.remscheid.de zum künftigen Namen des Verwaltungsgebäudes am Friedrich-Ebert-Platz zu beteiligen. Wer seine Ideen beim Online-Wettbewerb einbringen möchte, kann seine Namensvorschläge für das Verwaltungsgebäude ganz einfach und schnell via Internet abgeben: Die Stadt Remscheid stellt vom 1. bis zum 18. Mai über ihr Internetportal ein Umfrageformular bereit. Zum Schutz vor unseriösen Beiträgen müssen darin alle Felder ausgefüllt werden. Nach Ablauf der Beteiligungsfrist werden sämtliche Daten aufbereitet und der Politik zur Entscheidung vorgelegt.

Ingo Weinreich am :

Auf Grund der seit Jahren geführten Diskussionen über namensgebende natürliche Personen (Hindenburg, Ernst Moritz Arndt) sollte man auf solche Ehrungen generell verzichten. "Ämterhaus" hat sich ja schon eingebürgert, und für das Rathaus gibt es ja auch keine Namensgeber.

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