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Ende des Leerstands: Grünes Licht für Einzelhandel

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Vollsortimenter in ‚Hertie‘ und Discounter gleich nebenan“, titelte der Waterbölles am 28. Februar. Damals war öffentlich geworden, dass die Verwaltung den Verkauf einer 220 Quadratmeter großen, ungenutzten Fläche des Hardtparks befürwortet, damit das Kölner Architektenbüro Fischer+Fischer im Auftrag der Ten Brinke Projektentwicklung GmbH (Investor) Pläne konkretisieren kann, die in dem unter Denkmalschutz stehenden Kaufhaus einen Vollsortimenter (Edeka?) und in einem Flachbau nebenan (das Parkdeck soll abgerissen werden) einen Discounter (ALDI?) vorsehen. Um in dem Discounter eine Verkaufsfläche von 1.000 Quadratmetern zu erreichen, sei das rechts daneben stehende Fachwerkhaus, in dem sich heute ein Imbiss befindet, bereits mit der Option gekauft worden, dass die Stadt die 220 Quadratmeter ebenfalls verkauft. Und die vorsichtige Bezirksvertretung Lennep verband gestern  ihre Zustimmung dazu mit der Option, dass sich die in der Sitzung von Architekt Fischer und Projektleiter Christian Braun vorgestellten Pläne im Verfahren nicht mehr wesentlich verändern. Beschlossen wurde ebenfalls die Empfehlung an den Haupt- und Finanzausschuss, den Erlös des Grundstücksverkaufs für den Hardtpark zu verwenden. Hier meldete Stadtplanerin Sigrid Burkhart allerdings Zweifel an: Derartige Erlöse flössen ohne Zweckbindung in die Stadtkasse.

Um den weiteren Verfall des ehemaligen Karstadt-/Hertie-Gebäudes zu verhindern und „den damit verbundenen Trading-Down-Effekt für den Gesamtbereich der Kölner Straße zu stoppen“ (Verwaltungsvorlage) befürwortete gestern Bezirksbürgermeister Markus Kötter (CDU)  und Ursula Czylwik (SPD) die Pläne für Dienstleister (Arztpraxen) und Wohnungen in den Obergeschossen des Altbaus sowie von Vollsortimenter und Discounter in dessen Erdgeschoss und dem Neubau. Ebenso dem Plan, den rückwärtigen Anbau an der Wupperstraße durch einen Neubau zu ersetzen und damit die heutige Anlieferungspassage zu überbauen. Auf dem Dach des neben Flachbaus, der vom Hardtpark aus kaum zu sehen sein wird, sind 147 Parkplätze vorgesehen. Mit dem bisherigen Anbau verschwindet auch die große Auffahrrampe. Der längere Neubau kommt ohne diese aus.

Rolf Haumann (Grüne) verwies auf bestehende Lebensmittelmärkte in der Umgebung und fragte, ob zwei neue nicht zwei zu viel seien. Stadtplanerin Burkhart entgegnete, dass kleinere Discounter (wie etwa in Bahnhofsnähe) künftig wohl „nicht mehr bespielt“ würden. Zeichnet sich da bereits der nächste Leerstand ab?

Bei der Abstimmung gab es schließlich nur zwei Gegenstimmen. Sie kamen von Herta und Dr. Heinz Dieter Rohrweck (CDU). Der frühere Lenneper Bezirksbürgermeister erinnerte an seine Aussage beim Neujahrsempfang der BV im Februar 2014: „Wenn wir Lennep unabhängig von einem DOC attraktiver gestalten wollen, dürfen wir vorhandenen Bestand nicht verdoppeln, sondern wir müssen ihn ergänzen durch Angebote, die in Lennep fehlen. Und das Gebäude auf „Deuwel komm raus“ zu verramschen, nur weil zufällig ein Investor da sei, könne auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein. „Was sieben Jahre leer stand, kann auch noch ein Jahr leer stehen. Denn mit dem DOC kämen weitere interessierte Investoren ins Spiel, sagte Rohrweck gestern. Auch wenn ihn die Neubaupläne architektonisch überzeugten – es käme auf den Inhalt an, und der sei „denkbar schlecht und ruinös für andere“. Doch die CDU-Fraktion folgte Rohrweck nicht – eine neue Erfahrung für den altgedienten Kommunalpolitiker.

Markus Kötter, Rohrwecks Nachfolger als Bezirksbürgermeister, begrüßte es (wie Czylwik) ausdrücklich, dass „der Leerstand nach anderthalb Wahlperioden der Bezirksvertretung endlich ein glückliches Ende findet!“ Lieber wäre ihm zwar auch ein Kaufhaus alten Stils gewesen; doch diese Zeiten seien wohl endgültig passé. Auch Hans Peter Buttschereit, Mitglied im städtischen Beirat für die Gleichstellung der Menschen mit Behinderungen, befürwortete die beiden neben Einzelhandelsgeschäfte: „Ältere Menschen brauchen kürzere Einkaufswege. Und wir werden schließlich alle älter!“

 

 

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Kommentare

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Chronist am :

Inzwischen liegt dem Waterbölles auch eine erste Skizze der Architekten Fischer+Fischer vor. Sie zeigt eine erste Visualisierung einer möglichen Umsetzung des Anbaus an das ehemalige Hertie-Gebäude, die noch nicht mit der Stadt, insbesondere der Denkmalbehörde, abgestimmt ist. Dieser erste Entwurf sei eine Diskussionsgrundlage und werde voraussichtlich von der abschließende Variante abweichen, teilte die Stadtverwaltung mit.

Chronist am :

Seit dem Beschluss der Bezirksvertretung zum ehemaligen Hertie-Kaufhaus in Lennep habe er davon nichts mehr gehört, fragte gestern im Rat Bezirksbürgermeister Markus Kötter nach. Antwort der Verwaltung: Nächste Woche gebe es noch ein Gespräch mit dem Investor zur Verkehrsführung auf der Kölner Straße (Warenanlieferung), aber nichts, was den Gesamtplan gefährden könnte.

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