Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

OB wünscht sich Bürger der Stadt als deren Botschafter

Es war der 117. Remscheider Presseclub in der Denkerschmette, der erste in diesem Jahr, und für den Gast  an diesem Mittwochabend, Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, war es ein „Heimspiel“. Die Atmosphäre war geprägt von allgemeinem Wohlwollen. Keine kritischen Fragen an den OB, der seit nunmehr neun Monaten im Amt ist, dafür sachliche Erörterungen von Problemfeldern wie Galerie und Haus Cleff und das Bemühen um konstruktive Vorschläge. Die Vorgabe für diese Art von „Presseclub“ war anfangs von Mast-Weisz selbst gekommen: „Klare Mehrheiten gibt es in dem neuen Rat der Stadt nicht. Das hat Vorteile. Man muss mehr miteinander reden – und redet so weniger übereinander!“ Am Ende des Abends lobte einer der 20 Teilnehmer der Runde: „Gut, dass Sachfragen im Vordergrund stehen und nicht die Parteipolitik. Möge es so bleiben!“ Und an den OB persönlich: „Seien Sie ein guter Moderator!“

„Das ist das Spannende an meiner Arbeit: Für jede gelöste Aufgaben  gibt es gleich zwei neue“, hatte Mast-Weisz zuvor die Frage von Gastgeber Reinhard Ulbrich beantwortet, ob er seine Kandidatur für das Spitzenamt im Rathaus inzwischen nicht bereut habe. „Mir macht die Arbeit viel Spaß, auch wenn sie sich mit sieben Arbeitstagen in der Woche manchmal auf das Familienleben niederschlägt!“ (Da nickte Ehefrau Bärbel Weisz).

An Arbeits- und Problemfeldern mangelt es dem OB gewiss nicht. Da wäre allen voran das DOC in Lennep: Der entscheidende Städtebauliche Vertrag mit dem Investor soll im Spätherbst unterschriftsreif sein. Meilensteine auf diesem Weg: Eine weitere Bürgerversammlung am 25. März und einen Tag später der Ratsbeschluss über die Offenlage der Pläne.

Da wäre die dringend notwendige Entwicklung der Remscheider Innenstadt. Hier sieht Burkhard Mast-Weisz auch die Hausbesitzer an der Alleestraße in der Pflicht, angedockt an die neue ISG Alleestraße, ohne die es keine öffentlichen Fördermittel für die Fußgängerzone geben wird.

Da wäre eine intensive(re) Wirtschaftsförderung. Weil die Gewerbesteuer, auf die die finanzschwache Stadt angewiesen ist, nur von einer heimischen Wirtschaft gezahlt werden kann, die Erfolg hat. Deshalb will der OB auch mit den Remscheider Sägeherstellern im Gespräch bleiben, denen gerade der örtliche Zulieferer abhandenkommt, das Sägestahlcenter der KruppThyssen-AG. Der Konzern will die Tochterfirma nicht verkaufen, sondern den 17 Mitarbeitern andernorts neue Arbeitsplätze anbieten. Auch das ein Verlust an Gewerbesteuer.

Fördertöpfe für Kommunen gibt es beim Land, dem Bund und der Europäischen Union. Die Regionen, die versuchen, diese Quellen gemeinsam anzuzapfen, haben es weitaus leichter als einzelne Städte. Aus dieser Erkenntnis heraus werde im bergischen Städtedreieck im April ein „Bergischer Rat“ gegründet, berichtete der OB weiter. Zu dessen Aufgaben werde es auch gehören, Absprachen zu treffen für Industrieansiedlungen in Wuppertal, Solingen und Remscheid. „Wir brauchen diese Zusammenarbeit dringend, ohne allerdings gleich unsere kommunale Identität aufzugeben!“ (Der Nebensatz war das Nein auf die Frage, ob sich am Horizont eine Vereinigung der drei Großstädte abzeichne.)

Kultur – immer wieder gut für Diskussionen. Auch nach dem politischen Grundsatzbeschluss über den Fortbestand der Bergischen Symphoniker. „Viel Geld für eine Minderheit“, hatte es in der Denkerschmette mehrfach geheißen, bevor der Rat sich für das Orchester entschied. Aber es gab auch viele Befürworter. Für die Fortführung der Städtischen Galerie an der Fastenrathstraße plädierte gestern niemand. „Kunst für eine Minderheit“ blieb der einzige Zwischenruf. Mast-Weisz hielt dagegen: Es müsse auch künftig in Remscheid „einen Platz für Kunst“ geben. Dafür hatte er „Haus Cleff“ ins Gespräch gebracht, als Gutachter den Sanierungsbedarf für das historische Rokoko-Haus noch nicht mit drei Millionen Euro beziffert hatten. Der OB gestern: „So ein Haus lässt man nicht verkommen!“ Es von Grund auf zu restaurieren ist allerdings ein ambitioniertes Projekt, für das öffentliche Geldgeber (Land NRW) ein schlüssiges Konzept erwarten, bevor sie einen Fördertopf öffnen. Welcher es sein könnte, das will Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann in der kommenden Woche herausfinden. Zweifel, ob ihm das gelingen werde, tat Mast-Weisz mit „typisch bergisch“ ab und zeigte sich optimistisch: „Beim Umbau des Röntgenmuseums hat Henkelmann, was die Finanzierung angeht, auch viel Geschick bewiesen!“

Ein weiteres Problemfeld: die Musik- und Kunstschule. Sie soll aus dem Bökerbau an der Elberfelder Straße ausziehen, weil die Stadt dafür einen finanzkräftigen Investor gefunden hat. Zugleich will der OB die MKS aber auch nicht in zwei Teile zerschlagen, sondern sieht die gemeinsame Zukunft von Kunst und Musik in der jetzigen Galerie (auch wenn „Pro Arte“ bereits einen Professor ins Feld geführt hat, der dies aus Gründen der Akustik für unmöglich hält).

Weitere Stichworte an diesem Abend: Transparenz, Öffentlichkeitsarbeit und kurze Entscheidungswege in der Verwaltung. „Es kommt darauf an, Remscheid nach außen positiv darzustellen“, fasste der OB zusammen. „Wir müssen den Menschen erzählen, was wir tun!“ (Und es sei hinzugefügt: „Was wir gut tun!“) Wenn sich auch alle Bürgerinnen und Bürger Remscheid als deren Botschafter verstehen würden, so Burkhard Mast-Weisz, dann ginge es mit Remscheid weiter voran. Ein Oberbürgermeister muss wohl von Berufs wegen Optimist sein.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!