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Erst die Statik, dann die Fördertöpfe, danach das Konzept

„Die Hoffnung stirbt zuletzt!“ Das gilt auch für die wünschenswerte, aber ungewisse Sanierung des historischen Rokokohauses „Haus Cleff“ neben dem Deutschen Werkzeugmuseum. Sachverständige haben die Kosten für die notwendige grundlegende Restaurierung des einstigen Heimatmuseums mit drei Millionen Euro beziffert. Ob es dabei bleiben kann, muss sich erst noch zeigen. Denn noch fehlt ein wichtiger Baustein – das Ergebnis einer statischen Untersuchung des Fachwerkbaus, dessen Boden im ersten Obergeschoss teilweise um 15 Zentimeter durchhängt.

„Ohne überzeugendes Museumskonzept keine Fördermittel“, hatte es von Seiten der Stadt in den vergangenen Wochen wiederholt geheißen (zuletzt noch in der WDR-„Lokalzeit“). Am Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss sprach Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann von einem Totalschaden“, ruderte in puncto Museumskonzept aber zurück. Zunächst einmal wolle er beim Landschaftsverband Rheinland herausfinden, welche Förderung man sich dort überhaupt vorstellen könne.

Im Vorfeld der Sitzung hatte die SPD-Fraktion „berechtigte Fragen“ Zu Haus Cleff gestellt: Ob es Vorstellungen gibt, wie die Kosten zur Sanierung von Haus Cleff finanziert werden, ob die Stadt in der Lage ist, kurzfristig ein Museumskonzept (Bezug zum Stadtteil, zur Region) vorzulegen und, falls ja, wie der Zeitplan zur Erarbeitung dieses Konzeptes aussieht. Nach der kurzen Stellungnahme von Henkelmann zeigte sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Sven Wolf enttäuscht: „Die Finanzierung ist unklar, , von den 1,2 Millionen im Etat der Stadt abgesehen, und ein Museumskonzept gibt es nicht – vielleicht im August“ Das fand auch Bürgermeister Lothar Krebs „SPD) wenig hoffnungsvoll: „Herr Dr. Henkelmann, Ihre Gesprächspartner in Düsseldorf werden doch umgekehrt fragen, welche Zielvorstellung die Stadt Remscheid hat. Kommt da nichts, wird das Gespräch zu nichts führen!“

Ganz so pessimistisch war Beatrice Schlieper (Grüne) nicht. Aber auch sie hielt „zumindest ein Grobkonzept“ für erforderlich für das Gespräch mit dem Landschaftsverband Rheinland. Für einen Fördertopf bestehe im Übrigen ihres Wissens nach “eine Deadline – der 31. März“. Zu früh für ein Konzept, ergänzte David Schichel.

Den Schimmer eines Grobkonzepts war den Worten des Kulturausschussvorsitzenden Karl Heinz Humpert zu entnehmen. Er berichtete aus dem für Haus Cleff eingerichteten Arbeitskreis, dass dort Einigkeit bestehe, ein Heimatmuseum nicht wiederauferstehen zu lassen. Denn: „Das wäre nicht förderwürdig!“ Vielleicht aber die Präsentation eines der ersten großen Handelshäuser im Bergischen Land. Ein solcher musealer Schwerpunkt könne an der Werkzeugmuseum gut anknüpfen, Motto: „Von der Manufaktur zur industriellen Fertigung. Aber auch hierfür müsse man zunächst mehr wissen über die statische Festigkeit des Gebäudes. Mit den Feinschliff eines neuen Museumskonzeptes werde man wohl (wie beim Röntgenmuseum) ein Designerbüro beauftragen müssen, meinte Dr. Henkelmann. Zwischenruf von F ritz Beinersdorf (Linke): „Designer gibt es auch nicht ‚für lau‘!“

Apropos Konzept. „Vergessen wir dabei nicht den neuen Leiter / die neue Leiterin des Historischen Zentrums“, warf der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Nettekoven ein.  Der / die müsse sich in das neue Museumskonzept einbringen können.

Auch von einer „Belebung des Stadtquartiers Hasten“ war die Rede. Bezirksbürgermeister Otto Mähler nachdenklich: „Ich höre das gerne, jedoch mir fehlt der Glaube. Was passiert, wenn alles nicht zum Tragen kommt?“ Aber darüber mochte der Ausschuss gar nicht erst nachdenken. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz blieb so optimistisch wie am vergangenen Montag beim Presseclub in der Denkerschmette: “Wir werden alle Fördermöglichkeiten sondieren!“

Einige sind der Stadtverwaltung schon bekannt: Das Denkmalprogramm des Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und Medien  fördert „Objekte, die das nationale Erbe bereichern/ergänzen" mit bst bis zu 50 Prozent der Investitionssumme (nicht auseichend für die finanzschwache Stadt).  Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert die Sanierung der Außenhülle und des statischen Tragwerk erhaltenswerter Häuser. Und die NRW-Stiftung unterstützt bürgerschaftliche Engagement (Vereine) bei der Erhaltung von denkmalgeschützten Objekten, sofern diese innen wie außen weiterhin als Denkmal und Kulturgut erfahrbar/erlebbar bleiben. Regionale Kulturförderung betreibt im Übrigen auch der Landschaftsverband. Für den 19. März hat die Stadt einen Termin mit der  Bezirksregierung vereinbart. Dann könne man ja mal zumindest mal nachfragen, welche Fördermöglichkeiten miteinander kombinierbar seien, schlug Beatrice Schlieper vor.

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Kommentare

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Hans Georg Müller am :

Etwas kann ich gar nicht verstehen. In den Hallen dieses Hauses arbeiteten Leute, die mit Altertümchen, Restaurationen, Holz und Fachwerk täglich zu tun haben. Konnte man vorher vom desaströsen Zustand nichts merken? Entschuldigung, ich bin kein Fachmann.

Klaus R. Schmidt am :

Herr Müller, ich kann Ihrem Kommentar nur zustimmen. Sie werden kaum eine plausible Antwort erhalten. Die Stadt läßt ihre im eigenen Besitz befindlichen Kulturdenkmale verkommen und ist dann über ein Urteil der Fachleute zutiefst erschrocken. Zwischen Denkmalschutz und Denkmalpflege klafft in Remscheid eine große Lücke. Darüber kann auch der jährliche Tag des offenen Denkmals nicht hinwegtäuschen. Wegen der angespannten Finanzlage setzt auch unsere Stadt zunehmend auf bürgerschaftliches Engagement, nicht ohne auf kostspielige Reglementierung und Bürokratismus zu verzichten. Zum Trost: das Rokoko-Doppelhaus an der Cleffstrasse wird als bisher einziges Förderprojekt im Raum Remscheid in der Übersicht der "Deutsche Stiftung Denkmalschutz" aufgeführt.

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