Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Kyrill: Neuer Wald entsteht auch ohne menschliches Zutun

Natürliche Aufforstung kommt ohne Kredite aus: Klärendes Gespräch „vor Ort“ zwischen Markus Wolf, Klaus Kowakowski, Herbert Steinmann und Stefan Nöh (von links nach rechts).

Manchmal müssen auch Binsenweisheiten aufgefrischt werden: Ein Treffen auf feuchtem Waldboden, im „Schimmelbusch“ nahe dem Kinderheim „Waldhof“, hat heute bestätigt, dass sich Missverständnisse viel besser im persönlichen Gespräch klären lassen als durch einen Briefwechsel. Mit Unverständnis hatte Klaus Kowakowski, engagierter Bürger aus RS-Stachelhausen, auf die Äußerung des Remscheider Forstamtsleiters  Markus Wolff im Umweltausschuss reagiert, zur Beseitigung der Schäden, die der Orkan „Kyrill“ in den Remscheider Wäldern angerichtet hat, brauche die Stadt keine Kredite aufzunehmen. Das werde die Natur weitgehend alleine regeln. Auf diese "Selbstaufforstung" zu setzen und „geschädigte Flächen tatenlos zu belassen“, entspräche „in keiner Weise gebotenen Notwendigkeiten“, befand Kowakowski. Der Wald könne sich ohne menschliches Dazutun nicht aus eigener Kraft regenerieren. Dabei sei er als Lebensraum für Wildtiere, Wasserspeicher, Luftfilter und Klimaverbesserer und für Freizeit und Erholung unverzichtbar. Letzterem stimmte Markus Wolf zu, erstem nicht. Und vor allem nicht der These Kowakowskis, entwurzelte Baumstümpfe, Reste abgebrochener Stämme, große Mengen Äste und Zweige würden jeden Lichtdurchlass verhindern und so junge Pflanzen schnell ersticken. Wolf: „Genau das Gegenteil ist der Fall!“

Wo lässt sich so etwas besser erklären als am Rande eines knapp zwei Hektar großen Geländes an der Waldhofstraße, auf dem kein einziger Baum „Kyrill“ stand gehalten hatte – heute nur noch eine große Lichtung. An den einstigen großen Mischwald erinnern heute nur noch die teilweise halb aus dem Boden ragenden Baumstümpfe. Sie ebenfalls noch zu entfernen wäre nicht nur teuer, sondern für den Boden und die jungen Bäume, die hier in ein paar Jahren wachsen sollen, auch geradezu schädlich. Wolf: „Zwischen den Baumstümpfen können die jungen Bäume viel besser überleben als zwischen Brombeeren und niedrigem Grün, das sich auf flachem Boden sehr viel leichter ausbreiten könnte!“

Der Forstamtsleiter erläuterte Klaus Kowakowski heute Vormittag gemeinsam mit Revierförster Stefan Nöh und seinem pensionierten Vorgänger Herbert Steinmann, was Wald-Experten unter einer „natürlichen Wiederbewaldung“ verstehen – die natürliche Rückeroberung einer Brachfläche mittels der Samen aus den angrenzenden Wäldern. Wolf: „Im Wald selbst, gerade in einem Buchenwald, können meist nur junge Buchen überleben. Andere Baumarten sterben ab, weil die alten Buchenkronen nicht genug Licht durchlassen. Auf einer lichten Fläche überleben dagegen auch Kirsche, Esche, Ahorn und andere Laubbaumarten. Da muss dann bestenfalls ein wenig nachgeholfen werden. Und das geht (auch ohne Kredite) so: Die Waldarbeiter graben am Waldessaum junge Bäume von 1,50 bis zwei Meter Länge aus, die dort im Laufe der Zeit aus Samen benachbarter Bäume ohne menschliches Zutun gewachsen sind, und fassen etwa zwanzig Pflanzen einer Baumart in einem gut drei Meter großen Kreis zusammen. Die Erfahrung hat gezeigt: Eine dieser Pflanzen wird zu einem großen Baum heranwachsen, wird die anderen dabei verdrängen. Das künftige Durchmesser der Baumkrone bereits berücksichtigend, legen die Waldarbeiter diese kreisförmigen „Mini-Schonungen“ im Abstand von zehn bis fünfzehn Metern an – und überlassen das Gelände fortan sich selbst.

Was daraus innerhalb von zehn Jahren werden kann – und in diesem Fall sogar ganz ohne "Aufzuchthilfe" durch den Menschen – zeigten Markus Wolf, Stefan Nöh und Herbert Steinmann dem mittlerweise schon ziemlich beeindruckten Klaus Kowakowski nach einem kurzen „Geländemarsch“ über feuchten Waldboden und einem matschigen Reiterpfad: Nahe der Eisenbahnlinie des „Müngsteners“ hatten vor etwa zehn Jahren Borkenkäfer ein kleinen Waldstück „platt gemacht. Zwischen den wenigen verbliebenen Fichten wächst inzwischen eine Vielzahl von Läubbäumen heran, „Wildlinge“, die sich selbst gesetzt hatten.

Gewiss, der Orkan „Kyrill“ hat die Stadt Remscheid Geld gekostet. Für die Beseitigung der vielen umgestürzten Bäume und für eine größere Durchforstungsaktion im „Schimmelbusch“  - dazu wurden „Rückepferde“ eingesetzt -  musste Forstamtsleiter Markus Wolf eine Erhöhung seines Etats für 2007 um 100.000 Euro beantragen – und bekam sie auch. Inzwischen aber hat die Stadt durch den Verkauf des Holzes 140.000 Euro eingenommen. Verständlich, dass der Forstamtsleiter nun darauf hofft, für die „natürliche Wiederbewaldung“, wie er sie heute Klaus Kowakowski erläutert hat, vom Rat der Stadt noch einen „Nachschlag“ zu bekommen…

 

Trackbacks

Waterbölles am : Schutzgemeinschaft hofft auf Sponsoren für Waldjugendspiele

Vorschau anzeigen
Auch in diesem Jahr wird der Vorstand des Kreisverbandes Remscheid der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. (SDW) wieder Waldjugendspiele organisieren. Das kündigte die Vorsitzende Elke Rühl gestern in der Mitgliederversammlung bei ThyssenKrupp a

Waterbölles am : Schutzgemeinschaft hofft auf Sponsoren für Waldjugendspiele

Vorschau anzeigen
Auch in diesem Jahr wird der Vorstand des Kreisverbandes Remscheid der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. (SDW) wieder Waldjugendspiele organisieren. Das kündigte die Vorsitzende Elke Rühl gestern in der Mitgliederversammlung bei ThyssenKrupp an

Waterbölles am : Schutzgemeinschaft hofft auf Sponsoren für Waldjugendspiele

Vorschau anzeigen
Auch in diesem Jahr wird der Vorstand des Kreisverbandes Remscheid der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. (SDW) wieder Waldjugendspiele organisieren. Das kündigte die Vorsitzende Elke Rühl gestern in der Mitgliederversammlung bei ThyssenKrupp an

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!