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Charles Donkor verstärkt die Flüchtlings- und Asylarbeit

Der evangelischer Kirchenkreis Lennep hat die neu geschaffene Stelle für Flüchtlings- und Asylarbeit mit Charles Donkor besetzt. "In den Gemeinden und in der Öffentlichkeit ist es wichtig, die spürbare, zarte Willkommenskultur zu pflegen und zu stärken, den anderen Stimmen deutlich zu widersprechen und so dem Auftrag des Evangeliums zu folgen", betont Hartmut Demski, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Lennep. Viele Ehrenamtliche sind in den 18 Gemeinden im Kirchenkreis Lennep im Bereich der Begleitung von Flüchtlingen engagiert. Sie zu fördern und zu unterstützen ist die Aufgabe von Charles Donkor, Jahrgang 1965, gemäß  Beschluss der Synode des Kirchenkreises. Diese hatte die halbe Stelle, angesiedelt in der Abteilung Gemeindedienste, zunächst auf zwei Jahre befristet freigegeben. Charles Donkor stammt aus Ghana, hat Evangelische Theologie in Manchester studiert und ist verheiratet mit Bridgett Sosu. Das Paar hat drei Kinder (Charlene Donkor/31.7.1995, Gillian Donkor/8.6.1997 und Sharon Donkor/15.10.2004)  und lebt seit 1993 in Deutschland, zurzeit in Lüttringhausen. In der Evangelischen Stiftung Tannenhof ist Charles Donkor ehrenamtlich seelsorglich tätig. Zu seinen Aufgaben wird es gehören, durch die gemeinsame Abstimmung der verschiedenen Initiativen noch effizientere Hilfe zu ermöglichen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Kontakt zu anderen Akteuren wie etwa den Kommunen und Wohlfahrtsverbänden und der Vernetzung in der Region des Evangelischen Kirchenkreises Lennep. Zu erreichen ist Charles Donkor unter Tel. RS 968151 und per E-Mail unter donkor@kklennep.de">donkor@kklennep.de.

Herr Donkor, was ist Ihr Eindruck: Sind Flüchtlinge in der Region des Kirchenkreises willkommen?
Zu Beginn möchte ich mich beim Evangelischen Kirchenkreis Lennep bedanken für die große Chance, die mir gegeben wurde. Man könnte sagen: Ich sehe den Evangelischen Kirchenkreis Lennep als einen der barmherzigen Samariter in unserer Region an. Mit meiner Einstellung hat der Evangelische Kirchenkreis Lennep einen starken Akzent gesetzt: Ein Nicht-Deutschstämmiger wurde für diese Aufgabe ausgewählt. Obwohl ich selbst nicht als Flüchtling nach Deutschland gekommen bin, denke ich schon, dass Flüchtlinge sich willkommen fühlen! Ich lebe seit dem Jahr 1993 in Deutschland und fühle mich wohl, akzeptiert und willkommen. Allein schon an der Anzahl der Flüchtlingsheime in der Region sieht man, dass Flüchtlinge hier mit offenen Armen aufgenommen werden. Außerdem sind die Flüchtlingsheime in verschiedenen Stadtteilen, dies ermöglicht auch den Flüchtlingen, Kontakt zu Deutschen aufzunehmen.

Was möchten Sie persönlich tun, um die Situation der Flüchtlinge, die zu uns gekommen sind, zu verbessern?
Für mich persönlich sind drei Punkte von Bedeutung. Erstens: Allgemeine Unterstützung von Flüchtlingen. Die Beratung und Begleitung ist bei mir ein zentrales Thema. Mit der Hilfe des Evangelischen Kirchenkreises Lennep werde ich zum Beispiel persönlich versuchen, ein Begegnungszentrum oder ein Internationales Café zu errichten, in welchem sich Asylbewerberinnen und -bewerber aus den verschiedensten Ländern treffen können, um sich über ihre bisherigen Erfahrungen auszutauschen. Zweitens: Patenschaften organsieren – damit die Flüchtlinge schnell Hilfe bekommen. Drittens: Individuelle Hilfestellung –  z.B. Stadt kennenlernen, Lesetag usw.

Was brauchen die Flüchtlinge vor allem?
Flüchtlinge sollten auf jeden Fall Ansprechpartner haben, denen sie vertrauen und mit denen sie kommunizieren können. Zudem brauchen sie vor allem Liebe, Akzeptanz und Integration in der deutschen Gesellschaft. Flüchtlinge brauchen auch einen Trauerort. Als ich die traurige Nachricht im Jahr 1999 bekommen hatte, dass mein Vater verstorben war, sehnte ich mich nach einem Rückzugsort in Deutschland.

Viele Menschen sind daran interessiert, den Flüchtlingen konkret zu helfen. Welche Möglichkeiten gibt es?
Das freut mich sehr, dass die Menschen in Deutschland ein großes Interesse haben zu helfen. Der Staat macht so viel und trotzdem gibt es noch offene Möglichkeiten, Flüchtlinge zu unterstützen z.B. im Umgang mit deutschen Behörden, Asylfragen, usw. Häufig machen Orientierungsprobleme den Start in einem anderen Land schwer, in diesem Bereich könnte man Flüchtlingen eine direkte Hilfestellung bieten. Gerne berate ich Interessierte!

Sie selbst haben in verschiedenen Ländern gelebt und kennen verschiedene Kulturen. Wie lebt es sich in Remscheid? Was ist schwierig, was ist schön?
Ich versuche, dazu beizutragen, dass wieder lebendiges Wasser in „verdorrten“ Wüsten fließen kann. Meine Familie unterstützt mich in all meinen Bestrebungen. Deswegen sehe ich mich in Remscheid beziehungsweise Deutschland als Teil eines Flusses und nicht als Insel im Strom. Gelebte Integration ist für mich ein positiv besetztes Thema.
Die deutsche Sprache ist schwierig, und deswegen wünsche ich mir, dass die Deutschen ein wenig mehr Nähe schenken könnten. Besonders schön finde ich die humanitäre Bereitschaft in Deutschland! Auch deutsches Essen und deutsche Delikatessen gehören zum Schönen, das ich sehr genieße!

Sie waren Vorsitzender der Inter-Afrikanischen Mission Deutschlands e.V. Was ist das für ein Verein?
Die Inter-Afrikanische Mission ist ein eingetragener Verein, der sich  für Afrikaner in Deutschland und Afrika einsetzt. Er ist ein überkonfessionelles, wohltätiges Hilfswerk, das Afrikanerinnen und Afrikanern in besonders schwierigen Situationen hilft. Die Mission ist seit 1997 durch die afrikanische Gemeinde und durch weitere Akteure in Deutschland entstanden. Die Mission bringt praktische Hilfe in Deutschland und Afrika mit afrikanischer Zielrichtung, wobei der größere Teil dieser humanitären Hilfe in afrikanische Dörfer geht, um bei Entwicklung und Ausbildung zu helfen. „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist das Stichwort. An manchen Orten wurden/werden beispielsweise Dächer errichtet, wo bisher der Schulunterricht im Freien stattfinden musste. Die Arbeit wird durch Spenden getragen.

Pflegen Sie noch Kontakt nach Ghana?
Ja! Ghana ist mein Mutterland. In Deutschland, spricht man ja über das Vaterland, und das ist auch gut so. Der Großteil meiner Familie lebt in Ghana sowie viele Freunde. Ein typisch afrikanischer Spruch sagt: Man ist mit seinem Geburtsland so verbunden wie eine Nabelschnur! Diese Erinnerung sollte man nicht vergessen. (Das Interview führte Ingo Klein, Referent für Öffentlichkeitsarbeit des Evangelischen Kirchenkreises Lennep)

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Ev. Kirchenkreis Lennep am :

Vier Jahre hat Charles Donkor im Auftrag des Kirchenkreises Lennep ankommende Flüchtlinge betreut. Vier Jahre, in denen „Sie sich um die vielen verwundeten Seelen der geflüchteten Menschen, die damals bei uns ankamen, gekümmert haben“, bedankte sich Superintendent Hartmut Demski. Charles Donkor, der zusammen mit seiner Frau 1994 aus der Hauptstadt Ghanas, aus Accra, nach Deutschland kam, sei damit zum Gesicht und zum Herzen dieser besonderen, kirchlichen Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis Lennep geworden. „Sie haben den Menschen zugehört und ihnen das Gefühl gegeben, trotz ihrer vielfach traumatischen Erlebnisse, Gottes geliebte Kinder zu sein“, ergänzte die Leiterin der Abteilung Gemeindedienste im Kirchenkreis, Pfarrerin Annette Cersovsky anerkennend. Im März 2015 sei man sehr froh gewesen, dass die Mitglieder der Kreissynode angesichts der damaligen Situation mit ihrem Beschluss den Weg für eine zusätzliche, zeitlich befristete Stelle eines Beauftragten für Flüchtlingsarbeit frei gemacht hätten, die jetzt ausgelaufen ist. Und mit Charles Donkor hatte man genau den richtigen Menschen für diese wichtige Aufgabe gefunden, erinnert sich Hartmut Demski. Überdies sei Charles Donkor trotz der vielen traurigen Lebensgeschichten, die er im Laufe seiner Betreuungsarbeit erfuhr, ein heiterer und zuversichtlicher Mensch geblieben, der die Gabe habe, diesen Optimismus auch an seine Mitmenschen weiterzugeben. Während der Feierstunde dankten Superintendent Demski und Pfarrerin Cersovsky auch Charles Donkors Ehefrau Bridgett herzlich. „Sie haben ehrenamtlich mit Ihrer Zeit, Ihrer Tatkraft und Ihrer Lebensweisheit an vielen Stellen ungeachtet ihrer eigenen beruflichen Tätigkeit Unterstützung geleistet und das hat betroffenen Flüchtlinge zusätzlich gutgetan“, beschrieb Annette Cersovsky ihr Engagement. Nun hoffen alle Menschen im Kirchenkreis, die Charles Donkor während seiner Arbeit schätzen gelernt haben, dass sich schon bald eine neue Beschäftigungsmöglichkeit für ihn eröffnet. (Katrin Volk)

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