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Bleibt vom Mannesmann-Turm nur ein Torso übrig?

von Hans Gerd Göbert

„Nichts ist so schön, wie der Mond von Wanne-Eickel“ So sangen Friedel Hensch und die Cypris Anfang der Sechziger. Remscheid hatte aber etwas Schöneres, nämlich den Mannesmannturm im ehemaligen Mannesmannpark an der Burger Straße.  Darauf thronte seit Jahrzehnten der „blaue Mond“, dem aber schon seit etlichen Jahren die Beleuchtung abhanden gekommen war. Vor ein paar Jahren war ihm auch seine schützende Umgebung, der Mannesmannpark, genommen worden. An dessen Stelle steht heute, so unnötig wie ein Kropf, ein Supermarkt mit gut 180 angeblich zwingend vorgeschriebenen Parkplätzen (so damals ein sonniger Stadtplaner.) Von denen sind in Spitzenzeiten, also Samstags gegen elf, manchmal um die 35 belegt. Welch ein grandioser Marketingerfolg!

Anfang April fegte ein Orkan auch über den ungeschützten Turm hinweg und seine Spitze, der „blaue Mond“, drohte abzustürzen. Also musste er am Tag darauf abgetrennt und am Boden in Sicherheit gebracht werden. Die Presse berichtete unisono, dass die Spitze nach der fälligen Reparatur in vier bis sechs Wochen wieder aufgesetzt werden würde. Die Frage durch wen und auf wessen Kosten das vermeintliche Denkmal wieder hergestellt werden solle,  blieb dabei offen.

Heute nun, also bereits zehn Wochen nach dem Abbau des blauen Mondes, wusste der RGA dazu aus gut unterrichteter Quelle, nämlich durch den Vorsitzenden des Mannesmann-Fördervereins, zu berichten, dass man auf ein Gutachten warte, welches die Standfestigkeit des Turmes insgesamt  prüfen solle. Erst danach werde die Spitze, beleuchtet und in altem Glanz strahlend, wieder aufgesetzt.

Stellt sich nur die Frage, wer den Gutachter finanziert? Doch wohl nicht die Stadt Remscheid mit ihren permanenten Finanznöten! Der Besitzer des Discounters jedenfalls kann kein Interesse daran haben, den blauen Mond für viel Geld wieder strahlen zu lassen und dann beim nächsten Orkan wieder abnehmen zu dürfen. Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn der Mond leuchtend wieder an der Spitze auftauchte. Aber ist das realistisch? Der Grundfehler war, dem Bauwerk seinen Bannwald zu nehmen. So liegt er nun seit dem 2. April auf dem völlig überdimensionierten Parkplatz, ohne dass offenbar auch nur ein gutachterlicher Blick darauf geworfen wurde. Außerdem scheint niemand ernsthaft in Erwägung zu ziehen, daß ein Gutachter auch zu dem niederschmetternden Urteil kommen könnte, dass die Spitze für das „Denkmal“ grundsätzlich nicht mehr tragbar ist. Ein Denkmal aber als Torso stehen zu lassen, seit 2002 eine weltweit einzigartige Verbindung zwischen einem filigranen, schützenswerten Turm den ab 2000 installierten tonnenschweren Funkantennenanlagen, ist schwer vorstellbar.

Bei der Gelegenheit, man hört auch so gar nichts von den vollmundigen Ankündigungen der Investoren, umgehend Klage zu führen gegen die sinnvoller Weise (aufgrund des neuen Einzelhandelskonzeptes) erlassene Veränderungssperre zum Bau eines zusätzlichen Frischemarktes auf den Ende ab Ende dieses Jahres verwaisten Tennisplätzen. Was, wenn diese Klagen am Ende sogar nach dritter Instanz, verloren gehen und niemals  dort ein Frischemarkt gebaut werden kann? Wäre dann der Mannesmannpark, mit einem Baum- und Strauchbestand von unschätzbarem Wert, völlig umsonst vernichtet worden? Wäre ein intakter Tennisclub mit seiner früher traumhaft gelegenen Anlage umsonst zerstört worden? Es riecht leider alles danach!

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Kommentare

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Brigitte Hucke am :

Sehr geehrter Herr Göbert,ob der Parkplatz zuviele Stellplätze hat oder nicht, darüber kann man geteilter Meinung sein. Jedoch sollten Sie nicht übersehen, dass in unmittelbarer Nähe viele Senioren wohnen, die unter Umständen gar nicht autofahren, sondern froh sind, die Einkaufsmöglichkeit bei ALDI zu haben. Was ist denn mit dem Leerstand des alten ALDI-Laden? Kommt da nun eine Drogeriekette rein oder nicht?? Solch ein Angebot fehlt hier im Südbezirk. Dann stellt sich die Frage nach der Größe des Parkplatzes schon wieder anders.

Hans Gerd Göbert am :

Sehr geehrte Frau Hucke, ich verstehe Ihre Sorgen, kann Ihnen aber leider gar nichts zur Verwendung des alten ALDI-Marktes sagen. Mit dem Drogeriemarkt wissen Sie offenbar viel mehr als andere. Wie dem auch sei, glauben Sie, daß mit einem Drogeriemarkt pötzlich statt 35 135 Fahrzeuge dort parken würden? Die Fläche ist und bleibt völlig überdimensioniert. Da Sie aber fehlendes Angebot im Bereich Burger Straße/Bliedinghausen beklagen, würde ich Sie bitten, doch einmal bei Investoren vorstellig zu werden, ob die nicht langsam die Nahversorgung in den Stadtteilen Mixsiepen, Anger, Bökerhöhe und Wüstenhagen sichern möchten. Fakt ist, daß in diesem Bereich, neben dem Hohenhagen, die größte Bevölkerungsdichte und auch Seniorendichte von ganz Remscheid zu finden ist. Ich bin Mitglied im Seniorenbeirat, und die nächste öffentliche Sitzung findet am kommenden Donnerstag um 10.30 Uhr im Rathaus statt. Falls Sie dorthin als Besucherin kommen möchten, könnte ich Ihre Fragen und Anregungen noch auf die Tagesordnung setzen lassen. Herzlich Willkommen.

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