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Sanierung des Stadtparkteichs? Hoffen auf Fördergelder!!

Magisterarbeit zur Teichsanierung fließt in Vorlage ein“, titelte der Waterbölles am 25. Februar. Tags zuvor hatten die Mitglieder der Bezirksvertretung (BV) Alt-Remscheid die Verwaltung aufzufordern, in einer schriftlichen Vorlage die Sanierung des Stadtparkteiches in zeitlichen Einzelschritten unter Angabe der jeweiligen Kosten zu beschreiben. Zur heutigen Sitzung der BV und zur Ratssitzung am Donnerstag liegt das Papier nun vor. Auf zehn Seiten geht die Verwaltung darin ausführlich auf die Stadtpark-Studie von Susanne Gebauer, Studentin an der RWTH Aachen ein; für ihre Masterarbeit bekam sie die Note 1,1.

Auf Anfang der Arbeit steht eine Bestandsanalyse. Zur Gewässerqualität stellt die Studentin fest: Der Teich ist sehr stark überdüngt (hypertroph). Das  Hauptproblem hierbei ist die hohe Nährstoffbelastung (Phosphat). Hauptursache hierfür ist die übermäßige Entenfütterung mit Brot. (...) Aufgrund der erhöhten Nährstoffwerte darf das Wasser des Stadtparkteiches nicht ohne Vorbehandlung in ein Gewässer eingeleitet werden. Zur künftigen Bekämpfung der Überdüngung ist ein Fütterungsverbot für Enten nach einer möglichen Teichsanierung dringend erforderlich.

Der Teich ist extrem wasserdurchlässig. Vor allem bei hohen Wasserständen verliert er täglich mehrere Kubikmeter Wasser. Je nach Wasserstand liegt die Verlustrate zwischen zehn und 30 m3 pro Tag. Um langfristig den Wasserstand  im Teich zu halten, ist es notwendig, den Untergrund und den Damm abzudichten. Dann ließe sich der Wasserverlust den Zufluss von Niederschlagswassers von der Dachfläche des Wasserbunkers ausgleichen.

Bei der Vermessung des Teiches wurde eine Schlammschicht von  880 m3 festgestellt. Der Schlamm weist eine hohe organische Belastung durch Phosphate auf und eine geringere  durch PAK festgestellt; letzteres macht eine Verwertung der Schlämme unmöglich und erfordert eine Deponierung auf einer Boden- und Bauschuttdeponie - mit einer Zustimmung der Bezirksregierung.  

In der Masterarbeit von Susanne Gebauer ist eine Sanierungsvariante die vollständige Schlammentfernung und eine Abdichtung der Teichsohle und des Dammes mit Ton.Dadurch würden „natürliche Verhältnisse im Gewässer geschaffen, die es Pflanzen und Tiere ermöglichen sich anzusiedeln“; der Naherholungswert für die Parkbesucher wäre damit garantiert, heißt es in der Verwaltungsvorlage.  Der  Nachteil seien die höheren Kosten der Abdichtung; diese werden auf 320.533 € geschätzt.

Eine Sanierung des Stadtparkteiches nach der vorgeschlagenen Variante würde insgesamt 1,5 Jahre in Anspruch nehmen, beginnend im Frühjahr:

  • Rodung von Gehölz/Pflanzenaufwuchs, um Zugangsmöglichkeiten zum Teich zu schaffen, Säuberung des Einlaufes zum Grundablass, Wassereinleitung in einen Schmutzwasserkanal technisch vorbereiten /Parkstraße sperren.
  • Teich  entwässern:  Schieber  öffnen  und  vorhandenes  Wasser  über  Grundablass  in  den Schmutzwasserkanal ablassen
  • Nach  einer  Woche  die  übergangsweise  eingerichtete  Abwasserleitung  des  Teiches schließen und zurückbauen
  • Entwässerungsrinnen im Teich ziehen und den Schlamm entwässern lassen. Wenn nötig Pumpe und Generator installieren, um an dieser Stelle Wasser abzupumpen 
  • Restwasser  in  die  Regenwasserleitung einleiten  und  in  Regenrückhaltebecken sammeln, von dort in den Abwasserkanal ablassen.
  • Ca. zwei Monate später bei ausreichender Trocknung Aussaat von Raps. Dadurch wird die natürliche Entwässerung unterstützt. Das Verfahren ist kostengünstig, aber zeitintensiv. Bis zu einer für die Deponierung  ausreichend Entwässerung des Schlammes muss der Schlamm ein Jahr in der beschriebenen Form behandelt bzw. gelagert werden.
  • Teich sömmern, d. h. (austrocknen) lassen.
  • Nach ca. einem Jahr Zufahrtsweg herstellen, Baustelle einrichten, Abmähen und Zurückschneiden des Pflanzenbewuchs, Schlamm im Labor auf seine Belastung untersuchen, den Entsorgungsweg festlegen, Ausbaggern und Lösen des Schlammes/der Sedimente, Abtransport und Entsorgung des Aushubs, Profilierung der Teichsohle, Verlegung der Schutzvliese, Einbau der Tonabdichtung und Herstellung der Schutzschicht, Ufergestaltung und Anpflanzung, Leitungsverlegung von den Dachflächen des Wasserbunkers in den Stadtparkteich, Befüllung des sanierten Gewässers mit Trinkwasser vom Wasserbunker, Aufstellen der Verbotsschilder der Entenfütterung. Abbau der Baustelle, Geländeherrichtung.

Und wer soll das bezahlen? Die Verwaltung hofft auf Zuschüsse. Zitat: „Die notwenigen Mittel zur Teichsanierung in Höhe von 320.000 € sind derzeit nicht im Haushalt der Stadt Remscheid eingeplant. (...) Die Teichsanierung ... wurde ...  als Teil der Maßnahme „Aufwertung des Stadtparkes“ im Rahmen des regionalen Strukturprogramms zur Förderung angemeldet. (...) Ohne eine Förderung ... ist die ... Finanzierung aus städtischen Haushaltmitteln derzeit nur schwer darstellbar. Daher sollte zunächst der weitere Verlauf des Förderverfahrens  abgewartet werden. Bis dahin wird der Stadtparkteich ... regelmäßig  – allerdings in größeren Abständen – mit Frischwasser aufgefüllt.“

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Kommentare

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Jochen Neumann am :

Moin! Leider erinnere ich mich nur noch an wenig Remscheider (Platt). "Guten Morgen" ist leider nicht darunter, aber Ameisen ,Waldbeeren und Stachelbeeren z.B. Aber zu meiner Frage! Von wann stammt dieses wirklich schöne Bild vom Stadtparkteich? Gibt es da auch noch andere Ansichten, und wer oder was hat diese Idylle zerstört? Ich kann mich nicht erinnern, dass man auf dem Teich Boot fahren konnte, nur an Verbotsschilder, die anscheinend wirkungslos blieben und eher das Gegenteil bewirkten .Auch an die große Kirmes erinnere ich mich gerne mit diesen leckeren Backfischbrötchen, der Groschen-setz-Bude und natürlich dem Autoscooter, wo wir uns trafen. Ja ,Ja, lang ist es her.

Lothar Kaiser am :

Das Foto stammt aus dem Archiv des Remscheider Fotografen Hans Georg Müller. Urheber m. W. unbekannt.

Chronist am :

Weil auf Seiten der Verwaltung der angekündigte Fachmann fehlte, vertagte die Bezirksvertretung Alt-Remscheid heute Nachmittag das Thema "Teichsanierung" bis nach der Sopmmerpause.

Lothar Kaiser am :

In Gründung befindet sich inzwischen der „Heimatpflege Stadtparkteich Remscheud e.V.“. Gründungsmitglieder sind Astrid Schmidt, Dagmar Wolf, Bianca Dummer, Vanessa Rumm, Gina Wege sowie Cornelia und Konrad Haertel.

Chronist am :

Zur Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Alt-Remscheid am 9. Februar wünscht sich die SPD von der Verwaltung die Antwort auf die Frage nach dem aktuelle Sachstand des Problems „Stadtparkparkteich“: „“Können am derzeitigen Zustand des Teiches, ohne große finanzielle Aufwendung, Verbesserungen durchgeführt werden? Welche Fördermittel können für den Erhalt des Stadtparkteiches generiert werden? Sollten Fördermittel fließen, welche der drei Varianten der Masterarbeit könnten umgesetzt werden?“ Verschiedene Förderprogramme, u. a. aus Brüssel, könnten herangezogen werden, meint Ernst-Peter Wolf, Sprecher der SPD-Fraktion in der BV. Der Zustand des Stadtparkteiches werde bereits seit langer Zeit diskutiert. Die Gegenüberstellung verschiedener Sanierungsvarianten wie auch die Kostenermittlung führen zu dem Ergebnis, dass die Höhe der Sanierungskosten zwischen 200.000 und 450.000 Euro liege.

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