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20 dicke Alben mit 3.000 historische Lennepfotos

Harald Blondrath und Dr. Wilhelm R. Schmidt vor dem Lennep-Laden von Lennep Offensiv mit je einen Band der insgesamt 3.000 übergeben Fotos von Lennep.In Lennep fand dieser Tage ein Kulturtransfer besonderer Art statt. Ein so genannter Alter Lenneper, der sich aufgrund seiner örtlichen Herkunft aus der Vorzeit der Eingemeindung selbst als Ur-Lenneper bezeichnet, übergab dem Lennep-Historiker  Dr. Wilhelm R. Schmidt mehr als zwanzig dicke Alben mit Fotografien von Lennep, die er im Verlauf von mehr als 40 Jahren selbst geschossen hat. Der Lenneper, der namentlich nicht genannt werden möchte, hat durch sein vieljähriges Interesse an der Heimatstadt und sein Fotohobby seine ca. 3.000 Aufnahmen aus allen Teilen des heutigen Stadtteils in Sichtmappen und zum größten Teil mit Aufklebeschildchen versehen. So kann man Aufnahmedatum, Straßen und Häuser, z.T. mit alter oder moderner Lenneper Hausnummer, besser identifizieren. Zusätzlich wurden Presseartikel aus den verschiedensten Jahrzehnten, Bild- und Textausrisse aus Zeitungen und Büchern zur Erklärung beigegeben.

Aus Altersgründen wollte der Lernneper seine wertvolle Sammlung nun an eine geeignete Person weitergeben, in dem auf lange Zeit sicheren Bewusstsein, dass sein Freizeitlebenswerk erhalten und, mehr noch, sinnvoll genutzt wird.

Über den Verein Lennep Offensiv und dessen rührigen Mitstreiter Harald Blondrath alias Wilhelm Conrad Röntgen stieß er auf das Lenneparchiv von Dr. Schmidt, an dessen Rundgängen und Veranstaltungen er schon seit fünfzehn Jahren teilnimmt. Beide waren übrigens Mitglieder des heute nicht mehr existenten Vereins der Lenneper Altstadtfreunde, die im Jahre 2013 sozusagen als eine ihrer letzten Aktionen Schmidts 750 Einheiten umfassende Sammlung von Lenneper Ansichtskarten für das Stadtarchiv Remscheid sicherte. Die nunmehr in das Schmidtsche Lenneparchiv zusätzlich gelangten ca. 3.000 Fotos von Lennep stellen dort einen idealen Zuwachs dar, weil sie die dort befindlichen historischen Einheiten ergänzen, so dass man sehen kann, wie es früher und wie es später in Lennep ausgesehen hat. Das Lenneparchiv ist mit dem neuen Zuwachs in seinem Bildteil, es gibt dort weiterhin zahlreiche Sachteile, stark angewachsen, eine Zusammenschau der früheren und jetzigen Bildmaterialien ergibt sich aus dem gleichen Ordnungsprinzip: überwiegend wurde nach dem Alphabet der Lenneper Straßenbezeichnungen und Örtlichkeiten abgelegt, und zwar in dokumentenechten und weichmacherfreien Fotohüllen. Diese sind, das weiß Dr. Schmidt als ehemaliger Archiv- und Bibliotheksdirektor selbst nur zu genau, aus archivischer Sicht zwar in Bezug auf die Langzeiterhaltung problematisch und letztlich nicht geeignet, sie sind jedoch bei einer laufenden aktiven Nutzung absolut notwendig, weil man nur so, zumal im Einmannbetrieb, einen schnellen Zugriff auf ca. 10.000 Dokumente ermöglichen kann.

Was mit den Gesamtmaterialien in Zukunft geschehen wird, ist natürlich aus heutiger Sicht nicht auszumachen. Mittelfristig, und solange es in Lennep aktive Interessierte gibt, denen man, wie in diesem Fall geschehen, etwas sinnvoll weitergeben kann, muss man sich darum auch keine Gedanken machen, in einer Zeit zumal, in der Öffentlichen Institutionen für die Erhaltung von Kulturzeugnissen oft die Sachmittel und auch das Personal fehlen. Zwar geht bei einer solchen Übernahme zunächst und zuerst der Dank an den Spender, dem Übernehmenden ist dadurch aber auch eine verantwortungsvolle Aufgabe gestellt, die Materialien für Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und für die Erhaltung zu sorgen. Dies war in unserem jetzigen Fall auch der ausdrückliche Wunsch des berühmten nicht genannt sein wollenden Spenders. Die Abbildungen werden dem neuen Besitzer dazu verhelfen, die regionalen und überregionalen Anfragen zu Lennep besser beantworten zu können. Auch können die Informationen in seine Publikationen mit einfließen. Die Gabe hatte übrigens nicht nur ideelle Bedeutung, sondern auch wirkliches Gewicht, mehr als zwanzig prall gefüllte Großalben, dass wiegt schon was. Der neue Besitzer musste sich nach der Übergabe mit seiner Frau bei einem privaten Stadtrundgang erst einmal erholen,  in der Bergischen Buchhandlung wurde nach neuen Lennepbüchern gefragt und im Lennepladen bei "Herrn Röntgen" auch noch ein wenig eingekauft, u.a. ein Pilgerschnaps, der es mit mehr als 50 Volumenprozenten, wie man so sagt, in sich hat, er soll auch schon eine Gruppe von Pilgerinnen sehr erfreut haben. Alles in allem sieht man an diesem Ereignis, dass die Lenneper doch noch zusammenhalten, und wenn ein Interessierter den nächsten informiert,  dann kann historisches Gut doch noch gerettet werden.

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Wilhelm R. Schmidt am :

Der Stadtrundgang zu "Lenneps Unterwelt – Bäche, Teiche und Kanäle" von Juli wird am Samstag, 1. September, um 14.30 Uhr ab Röntgenmuseum wiederholt. Anmeldungen bitte über schmidt-lennep@gmx.de oder telefonisch über 0641-24318 ab sofort. Frühere Anmeldungen sind notiert. Das Teilnahmegeld von drei Euro kommt wie immer einer kulturellen bzw. sozialen Institution in Lennep aufgerundet als Spende zugute. Dies war beim vorigen Mal die Louise-Hardt-Stiftung e.V. Der oberirdische Stadtrundgang orientiert sich an den historischen Wassersammelstellen, die in Lennep sämtlich heute unter Gebäuden und Straßenoberflächen verborgen sind.

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