Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Pestalozzi-Schule erwartet heute 150 Flüchtlinge

Die ehemalige Pestalozzi-Schule an der Leverkuser Straße in Lennep wird vorübergehend zur Notunterkunft für 150 Asylbewerber. Die Stadtverwaltung  wird sie heute ab 17 Uhr auf dem Wege der Amtshilfe nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen aufnehmen. Die Bezirksregierung Düsseldorf hatte die Stadt gestern Nachmittag per Fax dazu aufgefordert; sie müsse sofort und vorübergehend – zumindest für drei Wochen – Unterbringungsmöglichkeiten für 150 geflüchtete Personen bereitstellen. Das Kontingent, so die Bezirksregierung, sei bis spätestens heute um 17 Uhr bezugsfertig vorzuhalten (Vollzugsmeldung nach Düsseldorf bis heute 10 Uhr!). Erkenntnisse zur Herkunft der Flüchtlinge liegen auf Nachfrage bei der Bezirksregierung nicht vor.

Zur Klärung aller notwendigen Hilfen rief Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz einen Krisenstab zusammen. Ihm gehören neben Polizeioberrat Robert Hall und Daniela Krein (BAF e.V.) Vertreter sämtlicher Fach- und Zentraldienste an, um die unmittelbare Realisierung der Aufnahme-, Unterbringungs-, Betreuungs- und Versorgungssituation sicherzustellen. Dazu gehören Stadtkämmerer Sven Wiertz, Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke, Claudia Schwarzweller (Fachdienstleiterin Zuwanderung und Versicherungswesen), Susanne Brahm und Jörg Schubert (beide Bauordnung), Sebastian Wagner (Feuerwehr), Friedhelm Selbach, Wolfgang Künz, Jens Schnürer (alle Gebäudemanagement), Martin Sternkopf (Sportamt), Manfred Schwedler (Gesundheitsamt) und Thorsten Braun (technische Kommunikation). Vorrangig wurden Fragen der Verpflegung, der Unterbringung, der Sicherheit und einer ersten Gesundheitsversorgung geklärt. Die Stadtverwaltung in ihrer gestrigen Pressemitteilung: „Gewährleistet ist, dass rund um die Uhr für eine Betreuung und Sicherheit der zugewiesenen Personen und des Umfelds gesorgt ist.“

Am Abend wurden die Anwohner der ehemaligen Pestalozzi-Schule mit Schreiben in die Briefkästen über die aktuelle Lage informiert. Oberbürgermeister Burkhard Mast‐Weisz schreibt darin: „Ich bedaure ausdrücklich, dass ich Sie mit diesem Schreiben so kurzfristig über die vorübergehende Unterbringung der Flüchtlinge in Ihrer Nachbarschaft informiere. Aber auch ich und der Verwaltungsvorstand haben erst vor wenigen Stunden erfahren, dass wir innerhalb von rund 24 Stunden 150 geflüchtete Menschen unterbringen müssen. Wenn Sie Fragen haben, nutzen Sie gerne ein Bürgertelefon, dass extra für diesen Zweck freigeschaltet wurde. Die Rufnummer lautet (0 21 91) 163591. Ich bitte Sie herzlich um Ihr Verständnis.“ Auf Facebook mehren sich in Remscheider Foren derweil bereits wieder fremdenfeindliche Kommentare.

Trackbacks

Waterbölles am : Ein neues Flüchtlingsheim binnen 24 Stunden

Vorschau anzeigen
An dieser logistischen Glanzleistung waren viele beteiligt: Binnen 24 Stunden gelang es der Stadt Remscheid, die Pestalozzi-Grundschule in Lennep für 150 Flüchtlinge herzurichten. In dem ersten von insgesamt drei Bussen, der gegen 18 Uhr aus Dortmund

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Martina Pohl am :

Egal, woher diese Menschen kommen, egal, warum sie kommen: in den allermeisten Fällen steckt eine tragische Geschichte hinter ihrer Flucht, und in den allermeisten Fällen wird sie traumatisch sein. Kein Mensch verlässt seine Heimat, weil das soviel Spaß macht, ich bin sicher, diese Menschen wären gerne in ihrer Heimat und bei ihren Familien geblieben. Sie brauchen unsere Solidarität. Und nein: ich wohne nicht neben einer Einrichtung für Asylbewerber, aber ich begegne einigen von ihnen täglich im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit. Es sind Menschen, die einfach nur etwas weniger Glück im Leben hatten als wir. Dem Hass und der Angst, ob auf Facebook (wo ich keinen Account besitze, was auch so bleiben wird) oder in der realen Welt, muss man mit gesundem Menschenverstand begegnen. Mut braucht es dazu in einer Gesellschaft wie der Unseren zum Glück nicht. Einer der Gründe, warum hier niemand gezwungen ist, seine Heimat zu verlassen.

Ursula Wilms am :

An dieser Stelle befand sich gestern noch ein Kommentar, der glücklicherweise gelöscht wurde. Gerade deshalb möchte ich diesen Vorgang aufgreifen. Die Flüchtlinge sind ein Symptom für Geschehnisse, die diese Welt aus den Fugen geraten lassen. Dennoch müssen wir in diesem Fall bei den Symptomen beginnen und helfend eingreifen. Aber wir sollten nicht versäumen über die Ursachen nachzudenken, denn nur so können wir nachhaltig etwas verändern. Die Ursachen können an dieser Stelle nicht umfassend dargestellt werden - sofern dies überhaupt möglich ist - daher können nur Stichworte genannt werden, die als Denkanstoß gemeint sind. Wir dürfen uns nichts vormachen, auch mit deutschen Waffen wird gekämpft, und es geht häufig um Macht und Geld - nicht ums tägliche Auskommen, sondern um viel Geld. Eine Literaturempfehlung ist an dieser Stelle "Wer Wind sät". Es wäre also schön, wenn wir die aktuelle Hilfsbereitschaft auch zu einem Innehalten dazu nutzen würden, was jeder Einzelne zur Ursachenbekämpfung beitragen kann.

Klaus Runge am :

Sehr geehrte Frau Wilms, ich teile Ihre Ansicht, dass Waffenexport eine wesentliche Mitursache der Flüchtlingströme ist. Aber das Wirtschaftssystem, an dessen einzigartige Klugheit wir alle glauben sollen, ist nach meiner Ansicht der eigentliche Grund der neuen Völkerwanderung. Die systemimmanente Tendenz eines sich weltweit auswirkenden liberalisierte Marktes - ein „von allen Fesseln weltweit befreiter Markt“- ist die eigentliche Ursache der zuletzt auch mit Waffen geführten Konflikte. Der von allen Fesseln befreite Markt macht die Armen und Schwachen immer ärmer und wehrloser und macht deren Ausbeutung immer leichter. Er und seine unersättliche Gier nach immer mehr Energie mit der auch dadurch verursachten Verwüstung von immer mehr Ländern, in denen die Flüchtlinge bisher leben wollten und konnten, sind die Ursachen der neuen Völkerwanderung. Die Aufnahme der Flüchtlinge ist ein notwendiger humanitärer Akt. Er ändert an dieser Völkerwanderung aber nichts und trägt nichts dazu bei, deren Gründe zu beseitigen. Die Gemeinschaft der Gutwilligen sollte aufhören, diese Völkerwanderung als unvermeidbaren Kollateralschaden des besten aller denkbaren Weltwirtschaftssystems in Kauf zu nehmen.

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!