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Saisonaler Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit im Städtedreieck

Dr. Martina Wolff.Pressemitteilung der Agentur für Arbeit

„Erwartungsgemäß ist die Jugendarbeitslosigkeit im Sommer auch im Bergischen Städtedreieck angestiegen. Viele Berufsausbildungen endeten vor den Ferien und die jungen Fachkräfte, die nach Ihren Prüfungen von den ausbildenden Unternehmen nicht übernommen werden konnten, haben sich arbeitslos gemeldet. Zudem verzögern sich in der Ferienzeit die Entscheidungen – auch zu Neueinstellungen in den Unternehmen. Dieser sprunghafte Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit ist ganz typisch für die Sommermonate“, erklärt Dr. Bettina Wolf, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. Im Bergischen Städtedreieck sind im Juli 30.368 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 525 mehr als im Juni, aber 1.723 oder 5,4 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote für die drei Städte steigt von 9,3 Prozent im Juni auf aktuell 9,5 Prozent (Juli 2014: 10,1 Prozent). In Remscheid waren im Juli 5.045 Menschen arbeitslos, 57 mehr als im Juni, aber 159 (-3,1 Prozent) weniger als im Juli vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg damit von 8,5 Prozent im Juni auf 8,6 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 8,9 Prozent.

Der Bestand an freien Arbeitsstellen ist im Juli in Remscheid um 95 Stellen auf 610 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 173 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber aus Remscheid meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal und des Jobcenters Remscheid im Juli 254 neue Arbeitsstellen, acht weniger als im Juni und 15 weniger als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn gingen 1.591 Arbeitsstellen ein und damit 576 weniger als von Januar bis Juli 2014.

3.024 junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahre sind im Städtedreieck aktuell arbeitslos gemeldet, 8,4 Prozent mehr als im Juni, aber immer noch 356 oder 10,5 Prozent weniger als im Juli vor einem Jahr. Im aktuellen Berichtsjahr wurden bislang 2.769 Ausbildungsstellen im Bergischen Städtedreieck gemeldet, 265 oder 8,7 Prozent weniger als im letzten Jahr. Davon sind im Juli noch 942 Ausbildungsstellen unbesetzt. In Remscheid meldeten Wirtschaft und Verwaltung der Agentur für Arbeit bisher 548 Ausbildungsstellen. Dies sind 26 Stellen oder 4,5 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Aktuell sind in Remscheid noch 142 Ausbildungsstellen frei und damit 22 Stellen oder 13,4 Prozent weniger als im letzten Jahr. Die meisten offenen Stellen gibt es aktuell beispielsweise als Stanz- und Umformmechaniker, Verkäufer, Gebäudereiniger, Kaufleute im Einzelhandel, Fachlageristen, Köche, Maler und Lackierer, Restaurantfachleute, Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik, Bäckereifachverkäufer sowie Kaufleute Groß- und Außenhandel.

„Ich bin sehr besorgt darüber, dass uns weniger Ausbildungsstellen von den Unternehmen gemeldet wurden. Der Fachkräftebedarf ist schon jetzt hoch und wird in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen. Ohne Ausbildung werden wir den Fachkräftebedarf der Zukunft nicht decken können. Im vergangenen Jahr blieben im Bergischen Städtedreieck 198 Ausbildungsstellen unbesetzt. Das sind fast 200 verschenkte Chancen auf selbst ausgebildeten Nachwuchs. Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir daran, jedem Jugendlichen ein Angebot zu machen, doch das geht nur mit der heimischen Wirtschaft. Wir können es uns nicht leisten, schulisch schwächere Jugendliche zurückzulassen. Mit unseren Ausbildungsakquisiteuren und der assistierten Ausbildung haben wir jetzt noch einmal zusätzliche Möglichkeiten, die Unternehmen von Beginn der Ausbildung an bis zur Prüfung zu unterstützen und die Jugendlichen bei den Ausbildungen zu begleiten. Ich bin überzeugt, dass sich unser gemeinsames Engagement lohnt und bitte um die Unterstützung der regionalen Wirtschaft“, so Dr. Bettina Wolf.

Insgesamt 4.600 Jugendliche meldeten sich bisher bei der Berufsberatung in Remscheid, Solingen und Wuppertal, 316 oder 6,4 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Davon suchen noch 1.329 Jugendliche eine Ausbildungsstelle, das sind 178 Jugendliche oder 11,8 Prozent weniger als vor einem Jahr zur selben Zeit. Allein bei der Berufsberatung in Remscheid meldeten sich in den vergangenen zehn Monaten 754 Bewerberinnen und Bewerber bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Das sind 115 Jugendliche oder 13,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Damit sinkt die Bewerberzahl anteilig in Remscheid am stärksten unter den drei Städten. Von allen in Remscheid gemeldeten Bewerbern suchen aktuell noch 193 Jugendliche eine Ausbildungsstelle, das sind 82 weniger (-29,8 Prozent) als im vorigen Jahr.

Auch an die Ausbildungssuchenden richtet Dr. Bettina Wolf ihren Appell: „Wer noch keine Ausbildungsstelle gefunden hat, sollte die Hoffnung nicht aufgeben und sich sofort bei der Berufsberatung melden. Es ist sinnvoll, sich weiter intensiv zu bewerben, auch wenn noch Antworten von Arbeitgebern ausstehen. Wer sich auch in den Nachbarstädten bewirbt, hat bessere Chancen, denn dort sind wieder andere Möglichkeiten vorhanden“, so Dr. Bettina Wolf. (Claudia John)

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