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Als kultureller „Lagerbestand“ zu gar nichts nutze

  Ansatz Ist
1980 20.000 20.500
1981 28.400 28.400
1982 20.000 20.000
1983 15.000 10.000
1984 15.000 15.000
1985 15.000 80.125
1986 15.000 15.240
1987 95.500 93.950
1988 8.000 8.960
1989 10.000 9.821
1990 10.000 9.900
1991 12.000 12.500
1992 0 0
1993 15.000 9.000
1994 0 -2.000
1995 0 0
1996 0 0
1997 0 0
     
DM 278.900 331.396
     
Euro 142.599 169.440

Am 8. September 2015 besichtigten die Mitglieder des städtischen Kulturausschusses im Stadtarchiv an der Hastener Straße den „verborgenen Kunstschatz der Stadt Remscheid“. Die Bemerkung, die damals in der Runde fiel, trifft den Sachverhalt nur unvollkommen bis gar nicht. Natürlich sind die Gemälde und Skulpturen in dem verschlossenen, fensterlosen Archivraum für städtische Mitarbeiter mit Schlüsselgewalt jederzeit zugänglich. Theoretisch. Praktisch interessiert sich niemand für die Werke. Zudem verspricht der Begriff „Kunstschatz“ Werte, die sich in Cent und Euro beziffern lassen. Tatsächlich aber tauchen die einzelnen Objekte in der Eröffnungsbilanz der Stadt (sie wurde zum 1.1.2008 erstellt im Zuge der Umstellung vom kameralistischen auf das Neue Kommunale Finanzmanagement für Gemeinden im Land NRW /NKFG NRW) nicht auf; ihr Wert ist also bilanziell gleich Null.

Selbstverständlich haben bestimmte Gemälde und Grafiken – beispielsweise die Sammlung des Remscheider Malers Johann Peter Hasenclever, die Werke des Graphikers Gerd Arntz und des Bühnenbildners Teo Otto sowie Plastiken von Heinrich Neumann – ihren Wert. Dieser ist allerdings noch nie von einem Sachverständigen beziffert worden. Und da die Stadt nicht daran denkt, sich davon zu trennen, ist ein teures Gutachten auch weiterhin verzichtbar.

Bei den meisten Stücken aus der städtischen Kunstsammlung dürfte es allerdings schwer fallen, über den ideellen Wert hinaus auch einen materiellen festzustellen. Die Sammlung geht zwar auf Zeiten zurück, in denen die Stadt örtliche Kulturschaffende finanziell noch nennenswert fördern konnte, mit anderen Worten: Für den Ankauf von Bildern und Plastiken floss Geld aus der Stadtkasse. Es heißt, bis in die 90er Jahre habe es einen Etatposten "Kunstankauf" gegeben. Doch wann er eingerichtet wurde, wann die Ankäufe eingestellt wurden und wieviel Geld die Stadst insgesamt dafür aufgebracht hat, war lange unklar. Rechts oben eine Zeittabelle mit den jährlichen Ausgaben.

Beantwortet ist dagegen die Frage, woraus die Kunstsammlung im Einzelnen besteht. Danach hatte Bezirksbürgermeister Otto Mähler mit Hinweis auf den Archivbesuch des Kulturausschusses in einer Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid gefragt. Inzwischen liegt von Lutz Heinrichs (Kulturdezernat) eine CD vor, auf der alle in städtischem Besitz befindlichen Gemälde, Zeichnungen, Stahlstiche, Radierungen, Lithografien, Holz- und Linolschnitte, Siebdrucke, Fotografien und Skulpturen in Text und Bild beschrieben sind - registriert von

  • Nr. 1 „Gemälde, (1859)  Öl auf Eichenholz, von Eduard Karl Franz von Gebhardt, Rahmenmaß 62,6 x 52,7 Zentimeter, Bild 44,0 x 33,3 Zentimeter, gestempelt auf Bild- und Rahmenrückseite, unten mittig: Karsruh 1859 (soll wohl Karlsruhe bedeuten), Bild hinter Glas im Holzrahmen, Rahmen Innen- und Außenleiste gold-antik lackiertes Stuck-Relief, Mittelfries mahagonifarben lackiert, mit Lochtechnik verziert“ (linkes Bild)  bis
  • Nr. 2071 „Gemälde von Teo Otto, Öl auf Leinwand, auf Keilrahmen 150,4 x 150 Zentimeter“ (rechtes Bild).

Dazwischen findet sich eine Vielzahl von Zeichnungen, Gemälden und Plastiken, die noch nicht die Ehre hatten, in öffentlichem Rahmen ausgestellt zu werden. Vielleicht auch, weil das der Ehre etwas zu viel gewesen wäre? Natürlich können sie im dunklen Archivraum des Historischen Zentrums weiterhin ihr Dasein fristen, ohne dass es in irgendeiner Weise stören würde (da gibt es noch Platz genug). Aber wäre es nicht sinnvoller, diese Objekte ohne nennenswerten historischen oder materiellen Wert an Bürgerinnen und Bürger zu veräußern, die daran Interesse hätten, die sich daran erfreuen möchten?

Im Waterbölles können Sie frank und frei Ihre Meinung sagenDie finanzschwache Stadt Remscheid hat viele Baustellen, die aus Geldmangel ruhen müssen. Da wäre zum einen der Stadtparkteich. Dessen Sanierung hat sich seit dem vergangenen Jahr zwar ein kleiner privater Verein zum Ziel gesetzt. Doch dass es ihm gelingt, 320.000 Euro bei örtlichen Sponsoren einzusammeln, darf bezweifelt werden. Und da wäre zum anderen Haus Cleff, ein noch weit größerer Sanierungsfall. Gewiss, beide Projekte sind zu kostspielig, als dass die Versteigerung von 1.500 „Kunstwerken“  das benötigte Geld einspielen würde. Aber als „Lagerbestand“ bis zum St. Nimmerleinstag sind sie nun einmal zu gar nichts nutze.

 

 

 

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Kommentare

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Hans-Jürgen Krause am :

Ich würde es bedauern, wenn Remscheid diese Sachen verkaufen würde. Der Preis wäre ja wohl auch nicht all zu hoch, der damit erzielt werden könnte. Was verkauft ist, ist auch für später verloren. Vielleicht sollte man diese Werke mal Ausstellen.

Lothar Kaiser am :

Über die Ankäufe von Kunstwerken hat seinerzeit der sog. Kunstbeirat beraten, der sich aus Mitgliedern des Kulturausschusses und der Verwaltung zusammensetzte. Die Entscheidung fiel dann im Kulturausschuss. Wie Lutz Heinrichs heute mitteilte, gab es zuletzt 1993 einen Ansatz im Haushaltsplan (damals noch in DM). Nachfolgend Ansätze und Ist-Beträge der zurückliegenden Jahre: 1985: Ansatz 15.000 DM (Ist 80.125 DM) 1986: 15.000 DM (15.240 DM) 1987: 95.500 DM (93.950 DM) 1988: 08.000 DM (8.960 DM) 1989: 10.000 DM (9.821 DM) 1990: 10.000 DM (9.900 DM) 1991: 12.000 DM (12.500 DM) 1992: 00 DM (0 DM) 1993: 15.000 DM (9.000 DM) Gesamtsumme in diesen Jahren: 239.496 DM. Über weiter zurückliegende Kunstankäufe läuft noch eine Anfrage bei der Kämmerei.

Dr. Wilhelm R. Schmidt am :

Also, wenn der "Lagerbestand" weit überwiegend zu nichts nutze ist, wie es jetzt heißt, dann empfehle ich, die Liste der Objekte öffentlich zu machen, damit sich die betroffenen Künstler bzw. deren Familien die Objekte wenigstens zurückholen können, der Rest kann dann ja für gute Zwecke versteigert werden. Meine Familie ist von dem Ganzen übrigens auch betroffen, nur fand man vor Jahren die einschlägigen Kunstwerke gar nicht erst wieder.

Chronist am :

Artikel wurde heute ergänzt um eine Zeittabelle mit den jährlichen Ausgaben.

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