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3. "Dialog Flucht"-Treffen im Remscheider Rathaus

Im Dezember 2014 hatte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zu einem Auftaktgespräch „Dialog Flucht“ eingeladen, um zu erörtern, wie die Remscheiderinnen und Remscheider Flüchtlingen helfen können. Seitdem haben die vielen Krisen in der Welt die Flüchtlingszahlen in Deutschland  - und in Remscheid - weiter ansteigen lassen. Und die spontane Hilfsbereitschaft, „die nach dieser Auftaktveranstaltung wie eine Welle über unsere Stadt hereinbrach, hörte auch nach unserer zweiten Veranstaltung im März 2015 nicht auf“, so der OB in seiner Einladung zum 3. „Dialog Flucht“, zu dem sich gestern Abend rund 60 Vertreter/innen von Vereinen, Verbänden und freien Wohlfahrtsträgern im  Großen Sitzungssaal des Rathauses einfanden. Darunter war auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt. Er kritisierte, dass die Europäische Union bei der Flüchtlingshilfe ein  beschämendes Bild abgebe. Zugleich betonte er, dass die Bekämpfung der Flüchtlingsursachen (im Nahen Osten) an erster Stelle stehen müsse. Für die kommende Woche rechnet Hardt mit einer weiteren Finanzspritze des Bundes an die Kommunen.

Allen ehrenamtlichen Helfer/innen, die sich in Remscheid um Flüchtlinge kümmern, dankte Mast-Weisz eingangs „für ihre beglückende Solidarität und Hilfsbereitschaft“, ebenso allen Mitbürgern, die durch ihre Sachspenden dafür sorgten, dass das Möbellager der Arbeit Remscheid und das Textillager des DRK inzwischen keine freien Kapazitäten mehr hat. Rainer Morteln (DRK): „Die Hilfsbereitschaft ist ungebrochen. Aber Möbel, Hausrat und Kleidung haben wir derzeit genug!“ Daniela Kreis, die Geschäftsführer des Vereins BAF e.V. (Begegnen, Annehmen, Fördern) bestätigte das: „Mit den gespendeten Artikeln könnten wir inzwischen drei Warenhäuser füllen einschließlich Drogerieabteilung!“ Ihre herzliche Bitte, keine Spenden in den Flüchtlingsheimen abzugeben. „Denn da fehlt uns die Logistik!“ Aktuelle Bedarfe sind auf der Facebook-Seite der Flüchtlingshilfe Remscheid zu finden, unterteilt in Sachspenden ➜ http://on.fb.me/1hl5Sk0, angebotene Zeit ➜ http://on.fb.me/1LA7r86 und Geldspenden ➜ http://on.fb.me/1N09XI5.

Demo gegen Rechts

Die Ratsfraktionen und-gruppen von SPD, Grünen, Linken, FDP und W.i.R. (die CDU hat sich bislang bedeckt gehalten) haben sich für Samstag, 26. September, um 12 Uhr auf dem Hasten zu einer Demonstration „für Toleranz und gegen Rassismus“ verabredet. Damit wollen die demokratischen Kräfte einer Demonstration von Rechtsradikalen begegnen, mit der diese in der Bevölkerung Ressentiments gegen Flüchtlinge schüren wollen. Dennis Abé von den Grünen gestern Abend während des 3. „Dialogs Flucht“ im Ratssaal: „Die Veröffentlichungen der Rechten strotzen nur so von Rassismus, Engstirnigkeit und Hass gegen Flüchtlinge!“ Beatrice Schlieper, Sprecherin der Remscheider Grünen, wünschte sich die die Gegendemonstration der Kommunalpolitiker am Samstag eine große Anzahl teilnehmender Bürgerinnen und Bürger – „am liebsten vierstellig!“

Im Oktober rechnet die Stadt mit der Zuweisung weiterer Flüchtlinge. Bis dahin soll auch die dritte Notunterkunft der Stadt hergerichtet sein. Dass es sich dabei um die frühere Hauptschule Kremenholl handelt, war gestern einer Pressemitteilung der Stadt zu entnehmen. Zu dieser Information habe man sich kurzfristig entschlossen, so der OB am Abend, nachdem ein entsprechendes Gerücht im Stadtteil die Runde gemacht hatte: Bei Drei Handwerker-Fahrzeugen auf dem Schulhof hatten Anwohner ein  und eins zusammengezählt... „Da habe die Verwaltung mit der Nachricht nicht länger hinter dem Berg halten können, deutete der Oberbürgermeister an. Den Standort Kremenholl bezeichnete er als „vernünftig, auch bezogen auf die Verteilung der Flüchtlinge über das Stadtgebiet“. Gegenwärtig erweise es sich als schwierig, die neue Unterkunft Etagenbetten auszustatten. Offenbar ist die Nachfrage bundesweit zu groß. „Aber wir geben die Suche nicht auf. Feldbetten wären die schlechtere Lösung!“

Mit einem Flüchtlingskind, das gestern zur Welt kam, leben derzeit in Remscheid genau 1.450 Flüchtlinge, berichtete gestern Claudia Schwarzweller (Fachdienstleiterin Zuwanderung und Versicherungswesen): 150 in der Notunterkunft Pestalozzi-Schule, 300 in der Notunterkunft Hölterfelder Schule, 320 in den städtischen Übergangsheimen und 680 in über das Stadtgebiet verteilten Wohnungen, von denen die meisten  die Stadt Remscheid angemietet hat (und die wenigsten Flüchtlingsfamilien selbst). Und die Suche nach geeigneten Wohnungen dauere an, berichtete Daniela Krein. Wohnungsangebote ließen sich allerdings nicht von einem Tag auf den anderen abarbeiten: „Sie müssen teilweise erst renoviert werden, bevor wir sie mit Möbeln  und Hausrat ausstatten können!“

473 Ehrenamtliche sind in Remscheid vielfältig unterwegs“ überschrieb der Waterbölles am 5. Dezember eine Meldung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. So viele Bürgerinnen und Bürger engagierten sich damals allein in den verschiedenen Einrichtungen und Diensten des Verbandes. Insgesamt ist die Zahl der Ehrenamtler in Remscheid weitaus höher. „Und es könnten noch mehr sein“, schrieb der Waterbölles damals. Das gilt auch heute noch, wie Sevinc Brilling, die neue Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums betonte. Für niederschwellige Sprachkurse würden pensionierte Lehrerinnen und Lehrer dringend gesucht.

Dass die vier Sozialarbeiter und die im Drei-Schichten-Betrieb eingesetzten Hausmeister des Vereins BAF „am Limit“ arbeiten (manche Hausmeister nur auf 450 € Basis), hatte Bernhard Diehl (Amt für Migration und Integration der Stadt) bereits beim Treffen im Dezember erklärt. „Inzwischen gehen sie auf dem Zahnfleisch“, war am Rande des gestrigen „Dialogs Flucht“! zu hören. Neue Stellen seien ausgeschrieben, berichtete Daniela Krein auf Nachfrage. Wie viele es sind, wollte sie allerdings nicht verraten. „Das diskutieren wir lieber intern!“ Und da war seltsamerweise niemand, der widersprochen hätte. Auch der Oberbürgermeister nicht. Auf eine nennenswerte Entlastung der gegenwärtigen Mitarbeiter lässt die Geheimniskrämerei daher  leider nicht schließen...

Trackbacks

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Als Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gestern Abend im vollbesetzten Ratssaal den dritten „Dialog Flucht“ eröffnete, fehlte ausgerechnet die Leiterin der verwaltungsinternen Projektgruppe „Flüchtlingsunterbringung“, Rechtsdezernentin Barbara Reul

Waterbölles am : Keine Einmischung in Organisationshoheit des OB

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Im Zusammenhang mit dem 3. "Dialog Flucht"-Treffen im Remscheider Rathaus am 17. September berichtete der Waterbölles von Stellenausschreibungen des mit der Flüchtlingsbetreuung beauftragten Vereins BAF e.V., um die gegenwärtig die vier Sozialarbeiter und

Kommentare

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Chronist am :

„Das Dublin-System, nach dem jeder Flüchtling dort einen Asylantrag stellen muss, wo er zum ersten Mal den Boden der Union betritt, ist gescheitert und muss daher umfassend und nachhaltig reformiert werden. Die Wiederaufnahme von Grenzkontrollen löst die Probleme nicht, gleiches gilt für Stacheldrahtzäune sowie den Einsatz von Militär, Tränengas und Schlagstöcken. Statt uns weiter abzuschotten müssen wir endlich sichere und vor allem legale Wege nach Europa schaffen. Wie brauchen ein deutsches und europäisches Einwanderungsgesetz. Darum geht es bei einer verantwortlicheren europäischen Flüchtlings- und Einwanderungspolitik. Die Mitgliedstaaten sind noch weit davon entfernt. In nationale Egoismen zu verfallen hilft keinem weiter. Nur wenn wir uns auf unsere gemeinsamen europäischen Werte besinnen und alle Mitgliedstaaten füreinander einstehen und an einem Strang ziehen, können wir eine nachhaltige europäische Flüchtlings- und Einwanderungspolitik erreichen.“ (aus dem Infobrief 07/2015 der SPD-Europaabgeordneten Petra Kammerevert)

Wolfgang Zöller am :

Ein schöner Appell: In nationale Egoismen zu verfallen hilft keinem weiter! Wir müssen anerkennen, dass das Dublin-System nicht funktioniert. In die andere Richtung scheint da ein Gesetzentwurf des Bundesinnnenministeriums von letzter Woche zu gehen: Er sieht unter anderem den Ausschluss von Sozialleistungen für Flüchtlinge vor, für die nach dem Dublin-System ein anderer Staat zuständig wäre. Die deutsche Hilfe bestünde dann aus den Rückreisekosten in diesen Staat. Das ist nicht akzeptabel. Pro Asyl beschreibt es treffend: "Der Entwurf macht Abschottung, Abschreckung und Obdachlosigkeit zum Programm." Zum Glück bedarf der Entwurf noch der Abstimmung. Die erlebte Hilfbereitschaft lässt mich hoffen!

Remscheid Tolerant am :

Aufruf zur Kundgebung „für Toleranz und gegen Rassismus“ am 26. September, 12 bis 14 Uhr! Der Treffpunkt ist Hastener Str./Einmündung Rudloffstraße. „Pro Deutschland“ hat zu einer Protestkundgebung am 26. September aufgerufen. Dem wollen wir uns entgegenstellen, um deutlich zu machen, dass Rassisten in unserer Stadt nicht erwünscht sind. Bitte leiten Sie den Aufruf per Mail an alle weiter, die sich dem Gedanken „REMSCHEID TOLERANT“ verbunden fühlen.

Gerda Spaan am :

Ich bin sicher, daß Remscheid für Toleranz und gegen Rassismus auch am Samstag "Gesicht zeigen" wird. Hier vor Ort sehen wir, wie es den Menschen geht und helfen, wo wir können. Bei allem Engagement unsererseits ist dann doch deprimierend und unverständlich, wieso das Innenministerium das Dublin-System - obwohl auch von Frau Merkel für gescheitert erklärt - nun doch wieder einführen will. Wir werden die Flüchtlinge jetzt nicht aufhalten können. Europas Regierungen haben zu lange zugeschaut, und weil Europa mit dem Dublin-Abkommen die Flüchtlinge allein zum Problem der Anrainerstaaten gemacht hat - wie bequem. Jetzt, wo das Elend bildlich um die Welt geht, habe ich die Hoffnung auf eine tatsächliche Realisierung unsere christlichen abendländischen Werte: Barmherzigheit, Mitleid mit unserem Nächsten: " Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst". Alle Welt wird genau hinsehen, ob Europa seine eigenen Werte von Freizügigkeit und Einhaltung der Menschenrechte einhält oder nicht. Ich hoffe darauf, daß dass unsere Nächsten auf ihrem Weg zu Schutz und Sicherheit nicht weiter elendig im Mittelmeer ertrinken oder auf nacktem Boden frieren und hungern müssen. Wir sehen uns voller Hoffnung am Samstag.

Gerd Rothbrust am :

Hallo Frau Spaan, als klar wurde, dass tausende Menschen kommen werden, dass nichts sie aufhalten kann, dass wir Probleme bekommen: Da wurde die „Barmherzigkeits-Kampagne“ gestartet. Auf allen Kanälen, in allen Zeitungen, überall propagierten Politiker, Promis, Würdenträger: Besonders wir Deutschen (mit unserer Vergangenheit) nehmen alle auf - Merkel: „…Deutschland ist ein aufnahmebereites Land…“, „…Wir schaffen das…“. Deutschland wurde in einer Willkommens-Euphorie eingelullt. Als langsam klar wurde, dass diese Aussagen fragwürdig sind, wurde zögerlich zurückgerudert. Denn wo sollen die Wohnungen herkommen, wie sollen die Schulen damit fertig werden – nur zwei Fragen. Zudem: Alles wird auf Pump finanziert. Die Kommunen, eh schon finanziell am Ende, rufen nach den Ländern, denen es nicht besser geht – bleibt der Bund… Ein weiteres Problem ist die Gesundheitsfrage (wird z.Z. kleingeredet): Neben den psychologischen Problemen stehen da Tbc, Lepra, Polio, und die üblichen Mumms, Masern, grippale Infekte, etc. auf der Liste, aber auch Malaria, Typhus und Lassafieber. Mal so am Rande sind auch diese Probleme nicht zu lösen. Deutschland wird zwar stets mit Reichtum und Überfluss gleichgesetzt, nur Deutschland kann nicht die Not aller beheben.

Gerda Spaan am :

Da stimme ich zu, dass Deutschland nicht die ganze Welt retten kann. Doch darum geht es auch nicht. Es geht um die westlichen Werte, die auf dem Prüfstand stehen. Darauf schauen alle armen Länder dieser Welt. Wir werden unglaubwürdig, wenn wir nicht einen unseren Werten entsprechenden Weg gehen. Wir, das ist Europa. Und den wesentlichsten Einfluss hat hier die deutsche Politik als stärkste Wirtschaftsmacht, als Motor der EG. Die hat ihrer Verantwortung entsprechend in den vergangenen Jahren nicht gehandelt. Sondern - was Frau Merkel ja gerne tut - abgewartet und zugeschaut, wie sich die Dinge so entwickeln. Jetzt wir die Reißleine gezogen. Ich kann nur hoffen, für Menschlichkeit im Umgang mit unseren Nächsten, den Flüchtlingen.

Gerd Rothbrust am :

Die „westlichen Werte“ die Sie ansprechen Frau Spaan, zusammengefasst im „Summum Bonum“, sind eine wirklichkeitsfremde Fiktion. Real ist die Bedürfnispyramide nach Maslow, wie Sie sie in Ihrem obigen Beitrag auch fordern: „…Du sollst Deinen Nächsten lieben, WIE DICH SELBST…“. Also Nächstenliebe kann nur gelingen, wenn der eigenen Bedürfnispyramide Genüge getan ist. Was dann übrig ist, kann im Sinne des Summum Bonum verteilt werden.

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