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Ehrenamtliche machen unsere Stadt stärker und sozialer

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. Archivfoto: Lothar Kaiser

Festakt am Samstag im Teo Otto Theater zum „Tag der Deutschen Einheit“, traditionell mit der Nationalhymne, einem Konzert der Bergischen Symphoniker und mit einer Rede von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz:

„Heute vor 25 Jahren wurde die deutsche Einheit besiegelt. Es waren bewegende Bilder aus Berlin.  Ich kann mich noch gut an meine Kindheit zurück erinnern und an Plakate mit der Botschaft „dreigeteilt nie“. Ich habe die Bilder als Kind nicht verstanden, wohl aber nach und nach, das quer durch Deutschland eine Mauer geht und Menschen voneinander trennt. Menschen, die zusammengehören. Als Jugendlicher war ich zweimal in der DDR, um mich dort mit jungen Christen aus Rostock zu treffen. Bei der Querung der Grenze in Berlin fand ein Grenzbeamter theologische Schriften, die wir in einem Verbandskissen versteckt hatten. Ich habe noch nie erlebt, in wie viele Teile man die Inneneinrichtung eines Simca auseinandernehmen kann. Auch die Gespräche eines jeden einzelnen von uns mit den Grenzbeamten waren für mich als junger Mensch sehr verstörend. Nachdem die Kontrolle beendet war und wir weiterfahren durften, mussten wir zunächst einmal die Inneneinrichtung wieder zusammensetzen. Heute kann ich darüber schmunzeln, damals war es Alltag für Reisende zwischen beiden deutschen Staaten, für mich und viele andere aber völlig unverständlich.

Überall in Deutschland erinnern wir uns heute dieser Ereignisse. Wir gedenken der Opfer der Deutschen Teilung. Wir besinnen uns des besonderen Geschenkes von nun knapp sieben Jahrzehnten Friedens in unserem Land. Der 3. Oktober ist kein lauter Nationalfeiertag. DER TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT steht dabei nicht ausschließlich für die staatliche Einheit Deutschlands. Ihre Wiedererlangung bietet den Anlass für diesen Feiertag. DER TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT steht für mich auch als Zeichen der Einheit unserer Gesellschaft, in der Menschen friedlich, solidarisch und gleichberechtigt miteinander leben. Und das: gleich ob Mann oder Frau, gleich welcher Abstammung, welcher Rasse, welcher Sprache, welcher Heimat und Herkunft, welchen Glaubens, welcher religiösen oder politischen Anschauung.

Das alles sind WIR. Unsere Vielfalt macht unsere Stadt aus – genauso wie unser Land. Diese Vielfalt in Einheit macht uns stark. Darauf können wir stolz sein. Deshalb sollten wir uns gemeinsam darum kümmern. Indem wir das tun, sorgen wir dafür, das Bekenntnis des ersten Artikels des Grundgesetzes vom 23. Mai 1949 in die Tat umzusetzen: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Auch 66 Jahre nach Unterzeichnung des Grundgesetzes haben diese Worte nichts von ihrer Strahlkraft verloren, die uns in ihren Bann zieht. Diese Aufforderung mit Leben zu erfüllen, ist ein Auftrag, den wir uns alle tagtäglich stellen.

In den vergangenen Wochen kommen verstärkt Flüchtlinge in unsere Stadt. Eine besondere Herausforderung war die Schaffung von Erstaufnahmeeinrichtungen, zu denen uns das Land verpflichtet hat. Ich möchte all denjenigen danken, die dabei mitgewirkt haben, die Unterbringung so vieler Menschen so gut wie eben möglich zu gestalten. Es sind Beschäftigte der Stadt, der freiwilligen Feuerwehr, vieler sozialer Dienste. Hervorheben möchte ich die vielen ehrenamtlich aktiven Remscheiderinnen und Remscheider. Sie tragen dazu bei, unsere Stadt stärker und sozialer zu machen. Ihr Dienst an der Gemeinschaft ist unbezahlbar und verdient besondere Anerkennung! Ich möchte all diesen meinen großen Respekt und meine Dankbarkeit zollen. Dieser Dank gilt auch den Nachbarn der Erstaufnahmestandorte, die uns ihre Sorgen mitgeteilt, gleichzeitig aber eine große Bereitschaft und Toleranz gezeigt haben.

Wir wissen aus den Medien, wie sehr die Bundesregierung und auch Europa um die Lösung der Fragen um das Thema Flucht ringt. Nicht alles, was ich lese, sehe oder höre, findet meine Zustimmung. Klar ist, dass wir in Remscheid diese Diskussion nicht auflösen. Wir sind gefordert, die Menschen würdig zu empfangen, die als Geflüchtete hier ankommen. Das gelingt; auch und gerade dafür bin ich stolz auf unsere Stadt.“

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