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Schulsanierung war nur mit Fördermittel möglich

„Die Zeit drängt, die Energiewende wird nur gelingen, wenn schon heute die Weichen gestellt werden“, heißt es in der Einleitung des 65 Seiten umfassenden „Berichts zum Klimaschutz 2015“, den die Stadtverwaltung gestern den Ratsfraktionen und –gruppen vorgelegt hat.  Er wird  am 3. November auf der Tagesordnung des Ausschusses für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung stehen sowie am 5. November auf der des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr“. Die Einschränkung der CO2-Emissionen sei weltweit noch immer unzureichend, und die bereits eingesetzte Erderwärmung zeige schwerwiegende Folgen, schreibt das städtische Umweltamt in seinem Bericht. Das oberste Ziel der Klimaschutzbemühungen sei die Schaffung eines Energiebewusstseins bei allen in Frage kommenden Zielgruppen sowie die Sensibilisierung für relevante Energiethemen und daraus folgernd die Motivation zum Handeln -zur Energieeffizienz, zur Energieeinsparung und zur Nutzung erneuerbarer Energien. Auch im Alltagsleben seien zunehmende Extremwetterlagen mit starken Hitzeperioden, Großregenereignisse mit Überschwemmungen, aber auch Dürreperioden und andere Phänomene zu beobachten als Folgen des Klimawandels. Der Bericht verweist weiter auf örtliche Klimaschutzprojekte, erfolgreich abgeschlossene wie auch noch laufende. Der Waterbölles zitiert nachfolgend in gekürzter Form:

„Aktuell beschäftigt sich das Gebäudemanagement mit der Erstellung eines Klimaschutzteilkonzeptes „Klimaschutz in eigenen Liegenschaften für ausgewählte Gebäude der Stadt Remscheid". Das Bundesumweltministerium fördert diese Studie. Sie hat eine Laufzeit bis Februar 2016. Das ermöglicht eine Gebäudeanalyse von 87 städtischen Gebäuden und zusätzlich eine Feinanalyse von weiteren zehn Gebäuden. Für alle Gebäude werden energetische Sanierungsmaßnahmen mit Prioritäten aufgezeigt mit der ‚Zielsetzung eines Gebäudebestands im Niedrigstenergiehaus-Standard gemäß EU-Richtlinie zur Gesamteffizienz von Gebäuden bis zum Jahr 2050‘.

Ein weiteres Klimaschutzprojekt ist die ‚Sanierung der Hallenbeleuchtung der Sporthalle West durch energieeffiziente LED-Leuchten mit Tageslicht- und Präsenzsteuerung‘. Auch dieses Projekt wird vom Bundesumweltministerium gefördert; es befindet sich in der Schlussphase. Durch den Austausch der Beleuchtung sollen künftig pro Jahr rund 54.000 kWh Strom eingespart werden.

Die Ganztagshauptschule Rosenhügel wurde bis zum Jahre 2012 mit Fördergeldern umfassend auf das Niveau eines Neubaus nach der Energieeinsparverordnung gebracht. Die Schule besteht aus einem Altbau von 1956, einem Anbau aus dem Jahre 1975, einer zuvor sanierten Sporthalle und einer Mensa aus den 1990er Jahren. Der Altbau und der Anbau befanden sich in einem energetisch und baukonstruktiv schlechten Zustand. Die Außenwände waren ungedämmt, die Fenster veraltet und undicht. Das Flachdach des Anbaus verfügte über eine unzureichende Dämmung. Ebenso war das Schindeldach des Altbaus in baukonstruktiv schlechten Zustand. Der an den Altbau angeschlossene Pausengang war unzureichend bis gar nicht gedämmt und verfügte über eine viel zu geringe lichte Höhe. Eine energetische Sanierung der GHS Rosenhügel auf Neubauniveau hätte die Stadt Remscheid mehr als 1,9 Millionen Euro gekostet. Dieses Geld steht bei einer Stadt im Haushaltssicherungskonzept nicht zur Verfügung. Das Investitionspakt sah vor, die Kommunen mit 2/3 der förderfähigen Kosten - zu je 1/3 vom Bund und 1/3 vom Land - zu unterstützen, so dass sich der Eigenanteil auf rund 650.000 Euro beschränkte. Da diese Summe in den kommenden Jahren für geplante Instandhaltungsmaßnahmen eingeplant waren, konnten ohne Mehrkosten für die Stadt ein erhöhter Energiestandard erreicht und die Heizkosten deutlich gesenkt werden. Dem Antrag der Stadt Remscheid zur energetischen Erneuerung der GHS Rosenhügel mit einer Fördersumme von rund 1,3 Mio. Euro wurde zugestimmt, so dass im Frühjahr 2009 mit den Umbaumaßnahmen am 1. Bauabschnitt begonnen werden konnte.

Im Zuge der vierjährigen Sanierung wurde in mehreren Bauabschnitten Fenster mit einer dreifachen Wärmeschutzverglasung eingebaut und mit außen liegenden Jalousien mit Lichtsensoren ausgestattet. Die monoton wirkende Fassade bekam ein zehn Zentimeter dickes Wärmedämmverbundsystem und wurde durch farbige Akzente aufgelockert. Auf das bestehende Schindeldach wurde ein verzinktes Metalldach in Ziegeloptik aufgebracht. Diese Maßnahme dient dem Feuchteschutz, um die gedämmte oberste Geschossdecke zu schützen.

Die marode Pausenhalle wurde komplett erneuert. Die ungedämmten Heizköpernischen im Altbau wurden ge­schlossen und mit an die neue Heizungsanlage angepasste Heizflächen ausgestattet. Im Zuge der Umbauarbeiten wurden ebenfalls veraltete Elektrounterverteilungen und in Teilbereichen die Beleuchtung erneuert. Hinzu kamen die brandschutz- technische Ertüchtigung des Pausenganges und die Installation einer Sicherheitslichtanlage.

Die bereits vorhandene Gebäudeautomation wurde weiter ausgebaut und um die Einzelraumregelungen aller Klassenräume ergänzt. Hierdurch ist es nun möglich, für alle Bereiche des Gebäudes Nutzungszeitprofile zu erstellen, die von zentraler Stelle im Gebäudemanagement aus abgestimmt werden.

Die Heizenergieverbräuche des Gebäudes haben sich in den vergangenen Jahren sehr erfreulich entwickelt. Die Erfolge der Jahre 1997 bis 2007 gründen in der Erneuerung der Wärmeerzeuger, dem Einbau der Gebäudeautomation und der Teilnahme der Schule am Motivationsprogram "Weniger ist mehr". Seit 2008 wirken nun bereits die Maßnahmen der energetischen Sanierung. Im Jahre 2013 wurde mit einem Endenergieverbrauch der Heizung von 293.000 kWh zzgl. rund 24.000 kWh Wärmepumpenstrom eine Reduzierung von mehr als 70 Prozent des Ausgangswertes erreicht. Dadurch wird die Umwelt jährlich um ca. 185 Tonnen CO2 entlastet. Darüber hinaus sorgt eine energetisch sanierte Gebäudehülle zugleich für mehr Komfort und Behaglichkeit bei Schülern und Lehrern.

Das technische Highlight der Sanierung war der Einbau einer sogenannten Eisspeicherheizung im letzten Sanierungsabschnitt 2012. Bei dieser Technik handelt es sich um eine Wasser/Wasser-Wärmepumpe, die der Umwelt Energie auf relativ niedrigem Temperaturniveau entzieht, um diese dann auf eine für die Beheizung des Gebäudes erforderliche Temperatur anzuheben. Zentraler Bestandteil der Technik ist ein betonierter Wasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von ca. 70 m3 im Pausenhof der Schule.

Die auf dem Dach der Turnhalle installierten Solar-Luft-Absorber entziehen der Umgebungsluft Wärme und geben diese je nach Bedarf direkt an die Wärmepumpe weiter, oder speichern sie im Wasserbehälter. Reicht die Umweltwärme der Absorber nicht mehr zur Versorgung der Wärmepumpe, entnimmt diese die gespeicherte Wärme aus dem Wasserreservoir. Die technische Finesse der Anlage besteht nun darin, den Speicher soweit abzukühlen, dass das darin enthaltene Wasser von der Mitte nach Außen gefriert und die latent enthaltene Wärme zur Verfügung stellt. Durch die Änderung des Aggregatzustandes wird dabei ebenso viel Wärme freigesetzt, wie bei der Abkühlung des Wassers von 80°C auf 0°C. Diesen physikalischen Effekt macht sich das System zu Nut­ze. Daher auch die Bezeichnung "Eisspeicher". Voraussetzung für die effiziente Nutzung des Systems sind die genaue Abstimmung der einzelnen Komponenten und ein ausgefeiltes Regelungssystem. Die Anlage soll jährlich ca. 140.000 kWh Wärme liefern und ist so ausgelegt, dass ein bestimmter Bauteil des Gebäudes ganzjährig mit Umweltwärme versorgt werden kann. Zum Betrieb benötigt die Wärmepumpe jährlich ca. 30.000 kWh Strom, der zum Teil durch eine auf dem Dach des Gebäudes installierte Photovoltaikanlage erzeugt wird.“

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Kommentare

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Michael Heimlich am :

Wichtige Maßnahmen, ambitionierte Ziele und wahre Prophezeiungen. Jedoch wenn ich solche Parolen lese „Die Zeit drängt, die Energiewende wird nur gelingen, wenn schon heute die Weichen gestellt werden“ bzw. diese Lobhudelei „Dadurch wird die Umwelt jährlich um ca. 185 Tonnen CO2 entlastet“ könnte ich ko……. angesichts der Tatsache, dass eine andere Abteilung der gleichen Stadtverwaltung hier ein DOC-Projekt vorantreibt, welches ca. 1,2 Mio Fahrzeuge jährlich zusätzlich nach Lennep hineinrouten wird, mit enormen zusätzlichen Schadstoffausstößen, die sich nun angesichts der Diskussionen um manipulierte Diesel-PKW-Motoren wohl nochmals deutlich nach oben verändern werden. Aber scheinbar wird hier in Remscheid eine „Zwei-Klassen-Schadstoff-Betrachtungsweise“ angewandt, da kann sich das Gebäudemanagement mit solchen lobenswerten Maßnahmen noch so engagieren. Welch eine „Selbstbefriedigung“ und eindimensionale Betrachtungsweise zugunsten eines einzigen Investors. Diese „Energiewende - Made in Remscheid“ konterkariert doch das Bemühen um ein Klimaschutzkonzept hier in Remscheid. Denn von dem Zitat: „Das oberste Ziel der Klimaschutzbemühungen sei die Schaffung eines Energiebewusstseins bei allen in Frage kommenden Zielgruppen sowie die Sensibilisierung für relevante Energiethemen und daraus folgernd die Motivation zum Handeln“ scheinen sich auch die meisten Ratsfraktionen in Remscheid im Zusammenhang mit dem DOC-Projekt wohl nicht angesprochen bzw. verpflichtet zu fühlen !

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