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Bedarfsgerechte Ampeln bremsen Grüne Welle aus

Ob in Remscheid bedarfsgerechte Ampelprogrammierungen möglich seien, hatte die CDU-Fraktion von der Stadtverwaltung wissen wollen. Die Antwort der Technischen Betriebe Remscheid (TBR) steht auf der Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr am 22. Oktober. Zitat: „Theoretisch besteht die Möglichkeit, sämtliche Signalanlagen, die aus verkehrsrechtlichen Gründen in der Nachtzeit nicht ausgeschaltet werden dürfen, nach dem Steuerungsmodell ‚alles Rot für sofort Grün‘ zu programmieren. Dies setzt allerdings eine entsprechende, aktuell nicht vorhandene Infrastruktur in allen beteiligten Straßen (Haupt- und Nebenrichtungen) bestehend aus Induktionsschleifen und / oder Kameras voraus. Die Wartezeit nach erfolgter Anmeldung an einem Einzelverkehrsknotenpunkt würde sich dadurch wohl reduzieren lassen, nicht jedoch die Fahrzeit innerhalb einer (dann jedoch nicht mehr vorhandenen) Grünen Welle.“

Grundsätzlich seien in Remscheid alle Signalanlagen mit moderner Computertechnik ausgerüstet, so die TBR. Durch die Projekte ‚Busbeschleunigung‘ und ‚Umrüstung auf LED-Technik‘ liege der Altersquerschnitt aller Signalanlagen bei nur ca. 7,5 Jahren. Das sei bei einer angenommenen mittleren Nutzungsdauer von 20 Jahren als sehr jung zu bezeichnen. Diese Signalanlagen seien für verschiedene Steuerungsmodelle geeignet. Diese unterlägen „allein den Vorgaben, die sich in der Regel  aus der Lage der Signalanlage ergeben“. Die TBR haben das an vier Beispielen erläutert:

Die Lichtzeichenanlage (LSA) Ronsdorfer Straße / Haddenbacher Straße: Die Anlage ist nicht in einer Grünen Welle eingebunden, da benachbarte Anlagen mehr als 400 m weit entfernt liegen (erst ab einem Abstand von weniger als 400 m lohnt sich eine Abstimmung (= Koordinierung)  zwischen den Anlagen). Das im Steuergerät versorgte Steuerungsmodell funktioniert prinzipiell so, dass der Verkehrsstrom, der für sich zuerst eine Freigabe entweder über die Fußgängertaster oder in der Fahrbahn verlegter Induktionsschleifen und / oder Kameras anfordert, auch zuerst Freigabe erhält. Die Anforderungen der dazu unverträglichen Verkehrsströme werden anschließend abgearbeitet. Die Freigabezeiten der Fahrverkehre sind variabel nach dem Verkehrsaufkommen. Eine Busbevorrechtigung ist nicht vorhanden.

LSA Gerstau: Diese Anlage ist ebenfalls nicht in einer Grünen Welle eingebunden. Das Steuerungsmodell ist an dieser Anlage „alles Rot für sofort Grün“. D. h. in der Grundstellung haben alle Verkehrsteilnehmer Rot. Der Verkehrsstrom, der für sich eine Freigabe anfordert, erhält so zeitgerecht Grün, dass er, angepasste Fahrgeschwindigkeit voraussetzend, den Verkehrsknotenpunkt nahezu ungehindert befahren kann. Um dies zu ermöglichen, werden die Fahrzeuge bereits entweder durch bis zu 40 m vor dem Haltebalken in der Fahrbahn verlegter Induktionsschleifen oder, bei neuerer Technik, durch Kameras erfasst und anschließend die gewünschte Freigabe zeitnah geschaltet.

LSA Heidhof: Diese Anlage ist in eine Grüne Welle eingebunden, d. h.  alle ab Feld folgenden Signalanlagen Richtung Innenstadt liegen in einem geringen Abstand hintereinander. Die Freigabezeiten der Hauptrichtungen richten sich grundsätzlich nach einem Weg-Zeit-Diagramm: Im Idealfall erhalten Fahrzeuge so rechtzeitig Grün, dass die in der Grünen Welle integrierten Anlagen ohne Zwischenstopps passiert werden können.

LSA Hochstraße / Schützenstraße (vergleichbar mit Heidhof): Eine Koordinierung besteht zwischen den Nachbaranlagen Alleestraße / Hochstraße und Elberfelder Straße / Hochstraße. Zudem ist auch an dieser Signalanlage die Busbevorrechtigung realisiert.

Die TBR räumen allerdings ein: „In der Praxis unterliegen Grüne Wellen leider vielfältigen Störeinflüssen (z.B. ungeregelte  Zuflüsse aus den Nebenrichtungen, Ein- und Ausparkverkehre, Fußgängerquerungen, Busbevorrechtigung oder auch zu große Verkehrsmengen) die dazu führen, dass die sogenannte Koordinierungsgeschwindigkeit (innerstädtisch zumeist 50 km/h entsprechend 13,9 m/s; Fahrgeschwindigkeit, mit der die in der Grünen Welle integrierten Signalanlagen im Idealfall ohne Zwischenstopps passiert werden können) oftmals nicht eingehalten werden kann.“ Das Steuerungsmodell der Grünen Welle führe dann leider auch dazu, dass die Anforderungen der Nebenrichtungen erst dann bearbeitet werden könnten, wenn der Verkehrsfluss der Hauptrichtung nach dem bereits zitierten Weg-Zeit-Diagramm dies zulasse.

Auch seien bei dem Steuerungsmodell für eine Grüne Welle auch z. T. widersprechende Zielvorstellungen zu berücksichtigen: „Zur Realisierung vermeidbarer oder wenigstens reduzierter negativer Umwelteinflüsse (durch z.B. Anfahr- und Bremsvorgänge, Lärmbelästigungen) ist eine möglichst störungsfreie Durchfahrt mit einer gleichförmigen Geschwindigkeit anzustreben. Dies steht jedoch im Widerspruch zu einer entsprechend langen Wartezeit der Verkehre aus den Nebenrichtungen. Diese kann, im Einzelfall, in der verkehrsarmen Zeit durchaus ca. 60 Sekunden betragen.“

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Kommentare

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Chronist am :

Mit einer neuen Ampelschaltung wollen die Technischen Betriebe Remscheid (TBR) im Bereich Borner Straße / Höhenweg den Verkehrsfluss auf der B 51 flüssiger machen, wie von der Bezirksvertretung Lennep gewünscht: Die Fußgänger sollen auf dem Übergang der Borner Straße nur noch dann Grün erhalten, wenn sie auch angefordert haben. Hierdurch sei es möglich, dem Fahrverkehr aus der Nebenrichtung Höhenweg entsprechend dem aktuellen Bedarf dann weniger Grünzeit einzuräumen. Diese so eingesparte Zeit könne dann der Grünzeit für die Borner Straße (B 51) zugeschlagen werden.

Chronist am :

Protokollführer Hans-Ulrich Dattner erinnerte die Mitglieder der Bezirksvertretung heute daran, dass sie bezüglich der neuen Ampelregelung eine Probezeit von einem Jahr und einen abschließenden Erfahrungsbericht der Verwaltung beschlossen hätten: "Das liegt bei mir auf Wiedervorlage!"

Brigitte Kieslich am :

Seltsam, dass in Remscheid normalerweise bedarfsgesteuerte Ampeln und ungeregelter Verkehr aus Nebenstraßen die grüne Welle ausbremsen - lt. Verkehrsgutachten kann doch beides an der Ringstraße in Lennep den flüssigen DOC-Massen-Verkehr nicht stören?!

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