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Wann kommt denn nun der vielzitierte Bagger?

Befürworter und Gegner des DOC um Sachlichkeit bemüht“, beschrieb der Waterbölles am 13. März 2014 die Bürgerinformationsveranstaltung zu den DOC-Plänen im Forum Hackenberg vom Vortag. In der gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung Lennep meldeten sich von den zahlreichen Zuhörer/innen nur die Gegner des Projektes zu Wort, und das auch mit ungeduldigen, teils höhnischen Zwischenrufen während der Sitzung, in der laut Geschäftsordnung keine Wortmeldungen von Zuhörern zugelassen sind. Auf die von Bezirksbürgermeister Markus Kötter einige Tage zuvor im Hauptausschuss angekündigte Sitzungspause für Fragen der Bürgerschaft wollten die DOC-Kritiker nicht lange warten. Deshalb war ein gutes Dutzend von enttäuschten Bürger/innen auch bereits wieder gegangen, als Kötter die Sitzung schließlich „für zehn Minuten oder etwas länger“ unterbrach.

Robin Denstorff.Zu Wort meldeten sich sodann Peter Lange und Markus Eschweiler von der Bürgerinitiative Lennep e.V., die es sich zum Ziel gesetzt hat, das Designer Outlet Center in Lennep zu verhindern. Lange verwies auf Nachrichten zum DOC Ochtrup: das solle ausgebaut werden in der Erwartung von dann jährlich vier Millionen Kunden. Für Remscheid seien 2,5 Millionen prognostiziert, allerdings nicht gleichbleibend verteilt über das Jahr. In der Adventszeit sei sicherlich mit einem größeren Ansturm zu rechnen. Die Frage: „Hält das unser Verkehrssystem tatsächlich aus?“ Robin Denstorff, Leiter des Referats für Stadtentwicklung, Bauen und Wirtschaftsförderung, antwortete mit Hinweis auf das Einzelhandelsgutachten des Büros Dipl.-Ing.e Beckmann und Föhrer GbR, Stadt und Handel, vom 30. Mai 2014, das für das Designer Outlet Center (DOC) in Lennep jährlich rund zwei bis 2,5 Millionen Besucher prognostiziert hat. Lange fand das unbefriedigend und warf dem Stadtplaner einen „Tunnelblick“ vor. Das beförderte den Dialog ebenso wenig wie die „manipulierten Bilder“, von denen Markus Eschweiler sprach. Ein Luftbild der Architekten, das den „Lenneper Platz“ zwischen DOC und Altstadt zeige, sei ihm beispielsweise aufgefallen, dass die Grünfläche von dem Jugendzentrum „Dier Welle“ kurzerhand doppelt dargestellt werde, um „mehr Grün darzustellen“. Eschweiler empfahl den BV-Mitgliedern, sich die Planunterlagen sehr genau zuzusehen und die richtigen Fragen zu stellen“. (Gestern geschah das allerdings nicht.)

Roland Kirchner (W.i.R.)Betont sachlich meldete sich Roland Kirchner (Wählergemeinschaft W.i.R.) zu Wort. Die jüngst vorgestellten Pläne der amerikanischen Architekten zum DOC seien gegenüber den bisherigen ein großer Schritt nach vorne. Gleichwohl werde er aber in der entscheidenden Ratssitzung im Frühjahr mit Nein stimmen, sollte die Stadt bis dahin keine Ersatzfläche für den Schützenplatz als Veranstaltungsort für Brauchtumsfeste (Oktoberfest, Schützenfest, Osterfeuer etc.) gefunden haben. Für Klaus Kreutzer, den Vorsitzenden des Verkehrs- und Fördervereins Lennep e.V., war das das passende Stichwort. Er erinnerte daran, dass Oberbürgermeisterin Beate Wilding einst den von der DOC Planung betroffenen Vereinen und Institutionen eine „verträgliche Verlagerung" zugesagt hatte: „Es werden keine Bagger anrollen, bevor Ersatzflächen geschaffen worden sind."

Die Verwaltung hatte zur gestrigen BV-Sitzung mitgeteilt, dass „die Möglichkeiten zur Verlagerung der Traditions- und Brauchtumsveranstaltungen vom Schützenplatz und Jahnplatz auf alternative Standorte ... unter Beteiligung der ... Fach- und Zentraldienste der Stadt Remscheid sowie unter Mitwirkung der Polizei intensiv geprüft (werden)“. Die vom Verkehrs- und Förderverein Lennep im November für das Oktoberfest und das Osterfeuer zur Diskussion gestellte Fläche werde „aktuell in die laufenden Prüfungen einbezogen“. Die Pfingstkirmes des Schützenvereins Eintracht werde 2016 auf der Robert-Schumacher-Straße von der Einmündung Am Johannisberg bis zum Scheitelpunkt der Kurve Richtung Alte Kölner Straße stattfinden. Die Parkplätze und das Parkhaus der Geschäfte sowie der Schotterparkplatz sollen auch während der Kirmes nutzbar bleiben. Mit Vertretern des Lenneper Schützenvereins 1805 werde in Kürze über Bedarf und Rahmenbedingungen der Kirmes gesprochen. Für das Oktoberfest, die Karnevalsveranstaltung sowie Oster- und Martinsfeuer würden derzeit noch „verschiedene Optionen geprüft und Verhandlungen mit verschiedenen Beteiligten geführt“. Zitat: „Die Prüfungen und Verhandlungen sollen im 1. Quartal 2016 abgeschlossen sein und werden unverzüglich präsentiert.“

Unterstützung bekamen Kirchner und Kreutzer von Bezirksbürgermeister Kötter: „Wir brauchen vernünftige Plätze für feste und entsprechender Infrastruktur!“ Bis Ende dieses Jahres werde es wohl leider keine verbindliche Absprache mit den Lenneper Vereinen geben, kritisierte Roland Kirchner; das fand er enttäuschend. Und das gelte auch für die Planungen zum Sportzentrum Hackenberg. Hierzu heißt es in der Mitteilungsvorlage der Verwaltung: „Nach der Entscheidung des Verwaltungsvorstandes, am Standort Hackenberg festzuhalten, wird das Bebauungsplanverfahren jetzt mit der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden  in den nächsten Verfahrensschritt gehen. Darüber hinaus ist eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich, der erforderliche Einleitungsbeschluss hierzu wird in den nächsten Sitzungen der zuständigen Gremien eingeholt werden. Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit soll Anfang des 2. Quartals 2016 durchgeführt werden, nach Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen  und Einholung des Offenlagebeschlusses könnte die Offenlage im Herbst 2016 erfolgen. Der Satzungsbeschluss könnte dann voraussichtlich Ende 2016 gefasst werden.“ - Kommentar von Kirchner: Da hinke die Verwaltung deutlich hinter den DOC-Plänen hinterher. „Außer dem Aufstellungsbeschluss ist mit dem Bebauungsplan zum Sportzentrum bis jetzt noch nichts passiert!“ Dabei sei anfangs eine zeitgleiche Bearbeitung beider Pläne zugesichert worden. Roland Kirchner: „Hier muss Druck in den Kessel!“

Robin Denstorff widersprach Kirchners Kritik, zwischen dem Satzungsbeschluss zum DOC (für Frühjahr 2016 angepeilt) und dem zum neuen Sportzentrum werde eine zweijährige Zeitspanne liegen. Dafür sei schon einiges in Gang gesetzt worden. Er gab allerdings zu bedenken, dass der Investor MacArthurGlen den Kaufpreis für das Grundstück erst zahlen werde, wenn er Baurecht habe, sprich: wenn die Gerichte Klagen gegen das Projekt abgewiesen hätten. Sollte wohl heißen: Vorher wird der Bagger nicht bestellt!

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Kommentare

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Michael Heimlich am :

Wenn selbst unser oberster Stadtplaner, Herr Denstorff, vor Publikum und der gesamten Bezirksvertretung zugibt, dass die Bilder-Präsentation des neuen DOC-Konzeptes aus "Verkaufsabsicht vor den Bürgern" geschönt sei bzw. "mehr Grünbewuchs in der Darstellung" sich eben besser als positive Botschaft "verkaufen" ließe, dann frage ich mich: Was hat dieses denn noch mit Sachlichkeit zu tun? Da muss man sich doch als betroffener Bürger und Zuschauer eigentlich wundern, dass nach solch einem, zugegeben bewussten Täuschungsversuch noch alle ruhig auf den Plätzen geblieben sind! Als Bezirksvertreter bzw. Bezirksbürgermeister hätte ich mir Herr Denstorff einmal in einer Unterbrechung zur Seite genommen und bilateral geklärt, ob es sich dabei nicht ggfs. um eine (bewusste?) manipulative Fälschung von beschlussbegründenden Dokumenten handelt und das Thema deshalb auf eine spätere Sitzung geschoben mit Einforderung einer neuen neutralen und vor allem "sachlichen" Präsentation. Das wäre sachlich begründet gewesen und hätte sicherlich auch die Zuschauer wieder zu mehr Sachlichkeit zurückkehren lassen. Aber solch ein Politikstil, denn dieses Täuschungsmanöver hat ja scheinbar keinen so wirklich gestört von den Pro-DOC Parteien-Vertretern, hat mich gestern wirklich geschockt, und ich frage mich, ob ich mir so etwas länger als Bürger dieser Stadt bieten lassen muss. Wenn man keine Lust, keinen Mut, keine Zeit, keine Energie (was auch immer) hat gegen solche Täuschungen des Bürgers anzugehen, dann hat man/frau als Bürgervertreter in einer Bezirksvertretung nichts zu suchen, sondern sollte schnellstens Schadensbegrenzung durch seinen freiwilligen Austritt einleiten.

Ursula Wilms am :

Warum die jüngst vorgestellten Pläne einen großen Schritt nach vorne bedeuten, ist nicht nachvollziehbar. Im Bebauungsplan hat sich wenig geändert, die Bauhöhen für das geplante Parkhaus bleiben bei 314 und 316 m über NN. Der auf einer Fotomontage präsentierte Wall neben der Brehmstraße wird also um einiges überragt werden. Und was die Architektur der Gebäude angeht, so ist sie mit dieser Präsentation weder beantragt, noch genehmigt, noch versprochen. Es handelt sich lediglich um eine Werbepräsentation, die keinerlei Verbindlichkeit hat. Die Fotografien für den geplanten Aufenthaltsplatz zeigen noch nicht einmal die tatsächliche Umgebung in Lennep, sondern stellen Plätze aus einem anderen Teil der Welt dar. Warum also die Aufregung um diese Präsentation, die nichts ist als ein Werbeschachzug?

Peter Lange am :

Lieber Chronist, lassen Sie sich mal meine Einwohnerfrage von Herrn Dattner geben, dann werden Sie feststellen, dass diese von Ihrer Interpretation abweicht. Meine Frage habe ich ordnungsgemäß als Einwohnerfrage eingereicht und nicht in der Pause gestellt, wie von Ihnen fälschlicherweise behauptet. Während andere Fragesteller vom Bezirksbürgermeister stets gefragt werden, ob sie mit der Antwort zufrieden sind, wurde mir diese Frage wohlweißlich nicht gestellt. Herr Eschweiler hat dann in der Pause einige Manipulationen des Architekten aus Übersee entlarvt, welche noch vor kurzem im Rat euphorisch und ohne Gegenfrage gefeiert wurden.

Lothar Kaiser am :

Hallo Herr Lange, ich habe mir meine noch nicht entsorgten Notizen noch einmal genau durchgesehen. Ergebnis: Dort war leider nicht mehr vermerkt, als ich geschrieben habe. Dennoch haben Sie völlig Recht: Sie hatten eine Einwohnerfrage gestellt! Beim Lesen Ihres Kommentares ist mir das sofort wieder eingefallen. Ich bitte meine Nachlässigkeit zu entschuldigen. War wohl ein bisschen viel die letzten Tage.

Peter Lange am :

Kein Problem, ich wollte es nur erwähnt haben. Trotz teilweise subjektiver Berichterstattung, ist dieses Medium für die demokratische Entwicklung in dieser Stadt sehr wichtig. Ich denke mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine!

Lothar Kaiser am :

Über die „teilweise subjektive Berichterstattung“ können wir uns gerne einmal näher austauschen. Ich meinte eigentlich, im Wesentlichen zwischen Bericht und Kommentar bisher getrennt zu haben (ein Unterschied, den manche Kommunalpolitiker gar nicht zu kennen scheinen). Im Übrigen ist das natürlich relativ zu betrachten. Die einen, die sich in ihrer Meinung bestätigt fühlen, werden im Einzelfall keinen Grund zur Kritik sehen, die anderen umso mehr. Auch da denke ich an so einige Kommunalpolitiker in dieser Stadt. Ich nehme mich da als Mediennutzer aber gar nicht aus. Mich ärgert es beispielsweise sehr, dass die Lokalzeitungen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk unter Beschuss nehmen, wo immer sie dafür eine Gelegenheit wittern, ohne dabei zu verraten, dass sie im Privatfunk ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen pflegen. Das hat mit objektiver Berichterstattung nichts mehr zu tun. In Wahlkampfzeiten lassen sich dafür noch ganz andere Beispiele finden. Dagegen sind eventuelle „meinungsgefärbte Berichte“ im Waterbölles nicht der Rede wert, finde ich. Wer sie entdeckt zu haben glaubt, kann sie gerne kommentieren.

Peter Lange am :

Die Bürgerinitiative kommt bei Ihrer Berichterstattung nicht so gut weg, dass finden wir naturgemäß nicht so erfreulich, aber aus ihrer Sicht verständlich. Sie haben sich vor einiger Zeit als Outlet-Befürworter „geoutet“, dadurch relativiert sich die teilweise eher kritische Berichterstattung über die BI, jeder kann so die Berichterstattung für sich richtig einordnen. Wichtig für eine Demokratie ist die Diskussion. Diese kann, wenn sie denn fruchtbar sein soll, nur unter gut informierten Bürgerinnen und Bürgern geführt werden. Viele dieser wichtigen Informationen, die eine fruchtbare Diskussion über kommunale Themen erst möglich machen, kann man in diesem Medium finden. Was jeder für sich daraus macht, wie er diese interpretiert, ist etwas anderes. Leider ist es heute so, dass die Medien sich immer stärker in den Händen weniger Familien und Konzerne konzentrieren. Dadurch besteht die Gefahr, dass Meinungsvielfalt durch Meinungsmache ersetzt wird. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk kann hierzu ein Gegengewicht bilden, muss allerdings aufpassen, dass er nicht durch Quotensucht an Niveau verliert. Ansonsten ist Ihren Ausführungen nichts hinzuzufügen.

Lothar Kaiser am :

Danke, Herr Lange.

Brigitte Kieslich am :

Wenn versprochen wird, dass Bürger nach der Präsentation Fragen stellen können, ist das "Rumgeeiere" nicht nachvollziehbar - vor allem dann, wenn deutlich wird, dass die Präsentation stark geschönt ist. Wer das nach den Informationen von Herrn Eschweiler nicht nachvollziehen kann, muss wohl blind sein! Außerdem sollten Präsentationen, die bauliche Veränderungen in einem solchen Umfang darstellen sollen, so beschaffen sein, dass realistische Darstellungen erwartet werden können und keine groben auf den ersten Blick sichtbaren handwerklichen Fehler auftreten. So etwas mit "künstlerischer Freiheit" zu entschuldigen, ist schon Hardcore-Bürgerverar ... Entschuldigung ... Fehlinformation!

Gabriele Lipka, Vorsitzende des Landschaftsbeirates am :

Die Entwicklung des innerstädtischen Grüns als Grundlage für eine lebenswerte Stadt in der Randzone der Metropolen mit moderaten Immobilienpreisen und günstigen Werten in der Klimaerwärmung beschäftigt den Landschaftsbeirat seit Jahren in nahezu jeder Sitzung. In der Bezirksvertretung Lennep war am Mittwoch die Fällung der (der Baumschutzsatzung Unterliegenden) Bäume an der Ringstraße das dominierende Thema. Was die TBR durch einen erfahrenen Gutachter in der BV Lennep vorstellte - für die Sanierungsarbeiten und Maßnahmen zur Verringerung der Lärmemission an der Ringstraße müssen 56 Bäume gefällt werden - ist Fachleuten und aufmerksamen Bürgern ohnehin klar: Diese Bäume sind so eingeengt, dass ihnen die Lebensgrundlage fehlt. Was der Gutachter durch Wurzelberechnungen verdeutlichte, heißt auch: jedes Wurzelleben der Bäume durch Pilze und Mikroorganismen kann nicht mehr stattfinden. Die Linden und der Ahorn würden kurz über lang krank und brüchig und müssten aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht gefällt werden. Diese Situation trifft auch auf viele Straßenbäume in den anderen Stadtteilen zu. Sie wurden vor Jahrzehnten zu anderen Voraussetzungen gepflanzt. Wenn ein Baum fällt, stirbt eine vielfältige Lebensgemeinschaft. Der Verlust von 70-80% Prozent der Biomasse von Insekten in den letzten 25 Jahren ist ein weiteres Alarmsignal auf die Ressourcen der Stadt zu schauen. Wie kann der Verlust dieser Bäume ausgeglichen werden? Ob ein Ersatz am Ort möglich ist, wird erneut in der BV Lennep erörtert werden. Fachleute des Landschaftsbeirates haben Baumarten vorgeschlagen, die zwar nicht den ökologischen Wert der Altbäume erreichen, aber am Standort durchaus ihre Dienste für unser Ökosystem wahrnehmen würden. Baurecht bricht Baumrecht. - Das Gesetz macht, wie in der Sitzung deutlich wurde, nicht vor der Würde einer gesunden Buche mit einem Umfang von mehr als 3,80 m und einem Alter von etwa 120 Jahren im Hardtpark halt, das kein Bürger erreichen wird. Die Buche und andere der vom Investor (Hertie-Bau) geforderten Bäume erfüllen still ihre Aufgabe für Klima, Artenvielfalt und der Erholungsfunktion der Menschen im Stiftungspark der Familie Hardt. Nun könnten sie dem Wendekreis von Lkw weichen. Die BV Lennep (in ihrer beratenden Funktion) stimmte nicht zu. Es gibt Aufschub. Eine Klage des Investors, sein Begehren durchzusetzen, scheint wahrscheinlich. Die Frage, ob zur Entwicklung des Lenneper „Waldfriedhofs“ mit 24 Parkplätzen und einem Kolumbarium Bäume fallen werden, wurde nicht gestellt. Es soll ein grüner Aufenthaltsort werden - nicht nur für die Trauernden. Hoffentlich gelingt dies unter Einbeziehung der vorhandenen Bäume! In allen Stadtteilen und vielen Ausschüssen nehmen Politik und Bürger die Vernachlässigung der ökologischen Ressourcen der Stadt wahr. Der Forderung aus verschiedenen BV, ein Gesamtkonzept zur nachhaltigen Grünentwicklung der Stadt zu entwickeln, sollte von der Politik gehört und die dafür Mittel freigeben werden. Die Abkommen von Rio 1992, Kioto und Paris müssen vor Ort umgesetzt werden. Seit Jahren wiederholt die verantwortliche Behörde, die gleichen, sicher berechtigten Probleme. Neue kreative Lösungsansätze, die Klimaerwärmung, Artenschwund, Bürgergesundheit erfordern, fließen bislang nicht ein. Ein Gesamtkonzept für eine nachhaltige Entwicklung des Grüns der Stadt muss dringend erarbeitet und umgesetzt werden. Der ökologische Wert eines großen Baumes ist niemals durch eine Nachpflanzung auszugleichen. Abwer schon eine pflegeleichte Bepflanzung mit Stauden (wie sie im Staudengarten des Stadtparks schon angelegt worden sind), bienenfreundliche, heimische Blumenausssaaten auf Teilen der Grünflächen, ausgewählte bodendeckende, hagebuttenbildende Rosenanpflanzungen, kleinkronige Baumarten wie Kugelahorn und Baumhasel kämen dem Stadtbild zu Gute. Und im Baurecht verankerte Dachbegrünungen kämen der Klimaerwärmung und dem Artenschwund entgegen. Für eine lebenswerte Industriestadt Remscheid, nahe der Metropolen!

Peter Maar am :

Frau Lipka hat diese Pressemitteilung für den Landschaftsbeirat der Stadt Remscheid abgegeben. Mit dem Thema "Fällung von 56 Bäumen an der Ringstraße" hat sich der Landschaftsbeirat aber nicht auseinandersetzen können, da der Beirat von der Verwaltung hierüber nicht infomiert worden ist. Folglich kann Frau Lipka in dieser Sache auch keine Erklärung für den Landschaftsbeirat abgeben, sondern lediglich ihre persönliche Meinung vortragen. Im Übrigen vermisse ich in der Erklärung von Frau Lipka einen Protest zur erneuten Nichtbeteiligung des Landschaftsbeirates.

Gabriele Lipka am :

Der Landschaftsbeirat wird bei Baumfällungen im Innenbereich nach dem Beiratserlass nicht beteiligt. Er kann jedoch zu allen natur- und landschaftsschutzrelevanten Themen Stellung beziehen. Entscheidungspflichtig ist die Bezirksvertretung. Als Vorsitzende des LB kann ich jedoch in der Öffentlichkeit Stellung zu beziehen, ohne einen Beschluss des Gremiums einzuholen. Dies habe ich m.E. im Sinne des Gremiums getan. Erfreulich ist, dass sich so viele Bürger von der Wohlfahrtswirkung der Bäume überzeugt sind und sich dafür einsetzen.

Michael Heimlich am :

Ich hätte von dem "Gutachter" einen etwas erweiterten, sozusagen Rundum-Blick, auf die Dinge erwartet. Hier ein paar Anregungen und Zahlen anderer Art: "Ein durchschnittlicher Laubbaum von 15 bis 20 Meter Höhe produziert, bei einem Jahresniederschlag von 800 Millimetern, etwa 370 Liter Sauerstoff pro Stunde. Das ergibt etwa 3 Millionen Liter Sauerstoff pro Jahr." (aus Dietmar Kalausche: "Ökologie in Zahlen", Gustav Fischer Verlag 1996) "Was den Sauerstoff angeht, so produziert eine 25 Meter hohe Buche in etwa so viel Sauerstoff, wie drei Menschen zum Atmen benötigen." (Quelle: wissen.de Redaktion) Eine 35 m hohe Fichte mit einem Alter von ca. 100 Jahren hat einem Durchmesser von 50 cm (in 1,3 m Höhe über dem Boden gemessen). Das Holzvolumen inklusive Äste aber ohne Wurzeln beträgt 3,4 m3. Die darin enthaltene gesamte Biomasse hat ein Trockengewicht von knapp 1,4 Tonnen; die Hälfte des Holzkörpers besteht aus Kohlenstoff, also 0,7 Tonnen. Das bedeutet: Eine 35m Hohe Fichte hat 0,7 Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Dies entspricht einer CO2 Absorption von 2,6 Tonnen CO2 (Umrechnungsfaktor 3,67). "Eine 120 jährige und ca. 35 m hohe Buche mit einem Durchmesser von 50 cm (gemessen auf 1,3m Höhe) hat ein Trockengewicht von 1,9 Tonnen, also rund 0,95 Tonnen Kohlenstoff. Dies multipliziert mit 3,67 ergibt 3,5 Tonnen CO2. Eine Buche mit der gleichen Höhe und dem gleichen Durchmesser hat fast eine Tonne mehr CO2 gespeichert als eine Fichte. Dies liegt daran, dass die Holzdichte bei der Buche höher ist."(Quelle: Wald.de) Und: "Um eine Tonne CO2 aufnehmen zu können, muss die Buche etwa 80 Jahre wachsen. Das heißt: Pro Jahr bindet die Buche 12,5 Kilo des Treibhausgases. Sie müssten also 80 Bäume pflanzen, um jährlich eine Tonne CO2 durch Bäume wieder zu kompensieren.Zu beachten ist, dass Bäume in den ersten Jahren nach Pflanzung eher geringe Biomassevorräte anlegen. Erst mit zunehmendem Alter wird vermehrt CO2 gebunden." (Quelle: Handelsblatt.com, „Klimaorakel“) Aber solche Fakten entsprachen wohl nicht dem Erkennnis-Ziel seines Auftrages.

Eija Tirkkonen am :

Das Emissionsgutachten wurde prekär an der Brehmstraße. Bei sehr wenig befahrenen Straßen reichen die einfachen Grenzwerte für Wohngebiete nicht mehr aus, sondern die Differenz zu der neuen Lärmquelle muss zusätzlich Berücksichtigung finden (gemäß Gutachten). Viele Großprojekte führen zu Grenzwertüberschreitungen. Das bedeutet nicht das Scheitern des Projektes, sondern zur Entschädigung von den Anwohnern, die über die gesetzlichen Grenzwerte hinaus belastet werden. Wenn wir die gestalterischen Änderungen der neuen Planung verwirklicht sehen möchten, müssten die wichtigen Elemente in den Bebauungsplan umgesetzt werden: Zur Brehmstraße hin müsste die Böschung als einzig mögliche Lärmminderungsmaßnahme verbindlich festgesetzt werden. Die Höhe der Böschung müsste im Bezug auf die Wandhöhe des Parkhauses festgesetzt werden. Die Böschung würde dann die Höhe des Gebäudes dadurch regulieren, dass sie nicht mit einer beliebig steilen Neigung herstellbar wäre. Die möglicherweise noch erforderlichen, jedoch nicht dargestellten Parkebenen wären dann nur in einer Tiefgarage möglich. Darüber hinaus müsste die Stadt eine Baulast auf ihr Grundstück für die Böschung eintragen. Dies vorausgesetzt, dass die Böschung nicht ohne weitere Untersuchung auf ihre Realisierbarkeit vorgestellt wurde. Wenn wir das intensive Grün auf der Flaniermeile des Einkaufszentrums haben wollen, müsste die Grundflächenzahl von 1,0 auf 0,6 herabgesetzt werden. Damit sichert man 40 % Versickerungsfläche. Das Einkaufszentrum ist schließlich nur zur Hälfte unterbaut. Vielleicht könnte Frau Lipka kurz erläutern, ob hier eine GRZ von 1,0 vertretbar ist?

Brigitte Kieslich am :

Hallo, Frau Tirkkonen, wie wollen Sie Anwohner entschädigen, die sich bewußt für eine relativ gesunde grüne Umgebung entschieden haben und sich dann plötzlich aufgrund politischer Entscheidungen in gesundheitsschädigender Umgebung wiederfinden? Was ist Verlust von Lebensqualität und Lebenszeit wert? Feinstaubbelastung führt unbestritten zu Atemwegs-, Herz-/Kreislauf- und Krebserkrankungen - schon bei geringfügigen Belastungen und je höher je mehr. Was sagen Sie Eltern, deren Kinder erkranken? Ich kann mich noch an eine Antwort auf einer Öffentlichkeitsveranstaltung erinnern, die mich sehr geärgert hat: "Wenn es Ihnen nicht passt, ziehen Sie doch weg." Ganz so einfach ist auch das nicht - es hängen schließlich soziale Kontakte, Arbeitswegentscheidungen und in vielen Fällen auch Grundbesitz daran - all das ungewollt und gezwungenermaßen aufzugeben, ist eine ZUmutung für die Bürger. Also: Wem gegenüber sind die gewählten Volksvertreter verantwortlich und für wessen Wohl sollen sie eintreten? Für die Bürger oder für auswärtige Investoren?

Chronist am :

Robin Denstorff, Leiter des Referats für Stadtentwicklung, Bauen und Wirtschaftsförderung, hat sich das in der Sitzung der BV Lennep kritisierte Luftbild vom DOC-Gelände, speziell dem so genannten Lenneper Platz an der Spielberggasse inzwischen genauer angesehen und mit den Architekten Rücksprache gehalten. Heraus kam, wie er heute im Bauausschuss berichtete, dass zwei verschiedene Luftbilder falsch zusammengefügt worden waren, so dass sich der Eindruck von mehr Grün ergab. Die Darstellung sei inzwischen korrigiert worden und werde auf der Homepage der Stadt morgen veröffentlicht, so Denstorff. Den Besuchern im Lenneper „DOC-Baubüro“ bescheinigte der Stadtplaner einen angenehmen und fairen Diskussionsstil.

Ursula Wilms am :

Dieser "lässliche" Fehler war ja nicht der einzige in der suggestiven Präsentation. Gravierender ist schon die Ansicht der Brehmstraße, wo ein Hügel auf der rechten Seite sich anschickt, das gesamte Parkhaus zu kaschieren. Diese Seite muss aus der Präsentation entfernt werden, da sie schlicht falsch ist. Das Parkhaus wird die Anschüttung um circa sieben Meter überragen. Die Bilder, die den Platz darstellen sollen, geben keine Ansicht von Lennep wieder. Auch diese Bilder sind zu entfernen. Verkehr wird gar nicht abgebildet, nur wenige Autos und Radfahrer - auch falsch, also raus damit. Und dann? Dann wird es ganz schön dünn.

Klaus Runge am :

Die Macher im Hintergrund haben die DOC-Diskussion so, wie sie ihnen gefällt. Die Macher schweigen überzeugend. Diskutiert wird über Bäume an der Ringstraße, „Lärm optimierten Asphalt“ (Wie kann man Lärm optimieren?), Reihenfolge bei der Lärmaktionsplanung, zu viel Bäume auf Bildern, Länge und Höhe eines Erdwalls an der Brehmstraße usw. usw. Nicht diskutiert wird über - Verkauf eines Riesengrundstücks an einen privaten Investor mit Sitz in Steueroasen, - Infrastrukturzerstörungen, - Parkplatzzerstörung, - Parkhausmonster, - Verkehrslawine, - 21 Fahrspuren an der Kreuzung Ring/Rader Straße, - Verlauf des DOC-Lieferverkehrs, - Anlieferzonen an Am Stadion und in der Mühlenstraße, - „Netzfall 4“ wegen Wupperstraßenzerstörung, - Schallschutzmauer an der Ringstraße, - Frischluftzufuhr hinter Schallschutzfenstern in Schlafzimmern , - Abriss einer Grundschule samt Schulhof/Spielplatz unter Bäumen, - Fällung von 170 Bäumen im Plangebiet (130 durch Baumschutzsatzung „geschützte“), - Sportstättenersatz, Festplatzersatz, Parkraumersatz (Trinken die Macher nur den geliebten Ersatzkaffee?) und und und… Eine Kosten-Nutzen-Bilanz zum Vergleich der konkreten Nachteile mit den erwarteten (nur erhofften Vorteilen = „Chance“) wird für total überflüssig gehalten. Die Weltbevölkerung hat sich gerade in Paris über Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und der CO2-Produktion geeinigt. Die Bundesumweltministerin war emotional aufgewühlt durch dieses von ihr offensichtlich ersehnte Ergebnis. Man konnte es sehen. Was macht Remscheid fast im selben Moment? Will ein Klimakillerprojekt beschließen, schädlich für das innerstädtische Kleinklima (Stadtklima statt Parkklima) und für das Weltklima. Gerade sich nicht an die Absichten halten, die in Paris zum Ergebnis führten. Die Remscheider Kompensation der ökologischen DOC-Schäden ist eine Luftnummer. Als Weihnachtsüberraschung möchten die Macher der Stadt Remscheid ein Riesenkuckucksei ins städtische Nest legen lassen. Und mit wenigen Ausnahmen wollen alle demokratisch legitimierten Mitglieder des Stadtrates engagiert mitwirken.

Dirk Schaefer am :

Sehr geehrter Herr Runge, ich glaube nicht, dass von dem DOC eine Schädigung des Weltklimas ausgeht. Die Autos, die bdann Kurs auf Remscheid nehmen würden, sind ja auch jetzt schon vorhanden und fahren auf ''dieser Welt''. Das DOC wird keine zusätzlichen Autos auf die Straßen bringen.Der Schadstoffausstoß wird sich aber sicher verlagern (weniger z.B. in Roermond), dafür sicher mehr bei uns. Somit hat für mich das DOC vor allem Auswirkung auf das Stadtklima!

Brigitte Kieslich am :

Hallo, Herr Schäfer, gedacht war die Idee, großflächige Einkaufszentren nur noch an integrierten Standorten anzusiedeln, eigentlich dafür, den Flächenverbrauch zu verringern, wohnortnahe Versorgung zu sichern, damit die Erreichbarkeit der Einkaufszentren zu Fuß, per Fahrrad oder mit öffentlichem Nahverkehr zu verbessern und somit den Verkehr zu verringern. Würde diese Idee so umgesetzt wie sie gedacht war, wäre dies durchaus ein Beitrag dazu, das Weltklima zu verbessern. Ein Outlet-Center an integriertem Standort in einem Nebenzentrum wie Lennep pervertiert diese Idee geradezu ins Gegenteil mit katastrophalen Folgen für die Gesundheit der Bürger, die Lebensqualität vor Ort und das Stadtbild. Sie gehen davon aus, dass sich der Verkehr nur verlagert - das habe ich auch schon aus der Stadtverwaltung gehört. Meine Einschätzung dazu: die Gesamt-Verkehrsbelastung wird zunehmen. Begründung: die echte wohnortnahe Versorgung wird immer schlechter - kleine Geschäfte in den Stadtteilen findet man immer weniger; sie sind von den größeren Supermärkten und von den Einkaufszentren in den Innenstädten verdrängt worden. Das bedeutet für die persönliche Versorgung weitere Wege. Wenn jetzt die Outlet-Center immer mehr die Innenstadtgeschäfte verdrängen - und das ist bei zunehmender Outlet-Center-Dichte zu erwarten -, werden die Einkaufswege noch einmal weiter. Das bedeutet: mehr Verkehr statt weniger!

Eija Tirkkonen am :

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