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Remscheid, ein Sommermärchen – wenn das Wetter mitspielt

von Hans Gerd Göbert

Die Besucher kamen aus der belgischen Provinzhauptstadt Hasselt, einem quirligen Mittelzentrum mit sehenswerter Altstadt, etlichen Plätzen mit gemütlicher Außengastronomie, sowie unzähligen Kaufhäusern und Boutiquen gehobener Qualität. Sie wollten einmal die Müngstener Brücke kennen lernen, waren dadurch auf der Webseite der Stadt Remscheid gelandet und hatten sich so Einiges notiert, was ihnen sehenswert erschien. Die Nähe Remscheids auf der Landkarte zum Ruhrgebiet führte dazu, dass sie es vorher auch gedanklich diesem zuordneten. Sie waren an einem strahlenden Samstagmorgen bei Temperaturen bereits über 20 Grad aufgebrochen und nahmen nach etwa 1.1/2 Stunden Fahrzeit  ihr Frühstück auf der Terrasse des BAB-Hotels ein, mit toller Aussicht auf die Talsperre. Dort genossen sie anschließend noch einen Blick von der Sperrmauer und fuhren weiter Richtung Freibad Eschbachtal.

Obwohl in der Frühe noch keine Badegäste anwesend waren, staunten sie nicht schlecht über das idyllisch gelegene Kleinod. Ihr Weg führte sie danach  weiter die Eschbachtalstraße entlang, unter einem dichten Blättermeer. Der mäandernde Bach bot an jeder Biegung neue Aussichten, und die üppige Vegetation aus Bäumen, Sträuchern und Wasserpflanzen schimmerte im gleißenden Sonnenlicht in allen denkbaren Grün-Gelb- und Brauntönen. Trotz der bereits zunehmenden Hitze war es unter dem Blätterdach noch angenehm kühl.

Am Ende des Tales kam dann jedoch bei ihnen eine leichte Irritation auf. „Jetzt haben wir uns aber mächtig verfahren“, meinte die Dame, „hier sind wir bereits in Tirol.“  Die Navigation konnte sich aber nicht so täuschen, und deshalb bog man rechts ab Richtung Ehringhausen. Als man die steile Straße überwunden hatte und kurz vor dem Krankenhaus war, warf der Mann einen Blick nach links, was ihn beinah zu einer Vollbremsung  veranlasst hätte. Er stellte das Auto ab und bat seine Frau, doch mitzukommen. Zwischen den Häusern bot sich ihnen ein klarer Blick auf den gesamten Stadtkegel, mit einer atemberaubenden Silhouette, wie sie wohl keine zweite Großstadt in Deutschland zu bieten hat. Die Kegelform mit Kirchen und höheren Bauten wird vom Rathausturm überragt, der die Gäste neugierig auf eine nähere Betrachtung machte.

Die freundliche Damenstimme im Radio führte sie daraufhin zielsicher ins Alleecenter, und sie waren überrascht, ein überschaubares, jedoch keineswegs überlaufenes Einkaufszentrum vorzufinden, dessen Sauberkeit ihnen besonders imponierte. Nach einem Bummel über den Markt bewunderten sie das Rathaus aus der Nähe.

Natürlich kann der Remscheider Rathausplatz mit vielen Städten in Belgien, die fast allesamt über Jahrhunderte historisch gewachsen sind, nicht mithalten.  Aber sehenswert fanden sie den Platz mit dem Bergischen Löwen schon, vermissten allerdings ringsum die Lokale wie in ihrer Heimatstadt. Das Wetter hätte dazu bestimmt eingeladen. An gutes Essen gewöhnt, hatte man ihnen das Schützenhaus empfohlen. Also fuhren sie zum Mittagessen dorthin und waren überrascht, dass es zwar mitten in der Stadt, aber durch den Stadtpark wiederum im Grünen lag. Das Essen entsprach durchaus ihren Vorstellungen, und sie machten sich danach gut gestärkt auf den Weg ins Deutsche Werkzeugmuseum. Dieses Ensemble beeindruckte sie so sehr, dass sie sich knapp zwei Stunden Zeit dafür nahmen.

Auf dem Weg nach Müngsten durch das Morsbachtal stellten sie dann noch fest, dass Remscheid viele Bachläufe unterschiedlichster Prägung aufweist – und eine sehenswerte Industriekultur. Das Bauwerk der Müngstener Brücke begeisterte sie ebenso wie der neu angelegte Brückenpark. Sie ließen es sich nicht nehmen, eine Fahrt mit der neuen Schwebefähre ans andere Ufer zu machen und gingen etwa hundert Meter flussabwärts, zum idealen Ort für ein Fotomotiv von der Brücke. Es wurden mehrere Bilder, denn nicht nur das Brückenbauwerk, sondern auch das, was sie im Uferbereich der Wupper an Pflanzenwuchs vorfanden, erinnerte schon ein wenig an den Urwald in Belgisch Kongo.

Wieder auf der anderen Seite angelangt, erlebten sie dort die einzige Enttäuschung des Tages. Weit und breit war kein nettes Cafe zu entdecken, wo man hätte einkehren können. Also machten sie sich auf den Weg nach Burg und wurden dort natürlich fündig.

Das Ehepaar war sich einig: Man würde wiederkommen. Man hatte ja zum Beispiel die Lenneper Altstadt, das Röntgenmuseum, die Wuppertalsperre  und Lüttringhausen noch gar nicht gesehen. Und das gesamte Bergische Land bot noch vieles mehr. Remscheid also tatsächlich ein Sommermärchen? Durchaus, wenn man dabei vergisst, dass diese Reise ins sommerliche Remscheid bereits im vorigen Jahr stattfand. In diesem Jahr schüttet es bisher leider allzu oft wie aus Eimern. - Naja, bis heute Mittag noch nicht!  (am 1. Juli 2007)

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