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Es kommt auf ein schlüssiges Gesamtkonzept an

Dem gegenseitigen Kennenlernen sollte am Donnerstagabend das Treffen dienen, zu dem Beatrice Schlieper, die Vorsitzende des Fördervereins Haus Cleff e.V., die Mitglieder und Dr. Andreas Wallbrecht (55), den neue Chef des Historischen Zentrums, in die Begegnungsstätte im Deutschen Werkzeugmuseum eingeladen hatte. Der ehemalige Kreisarchäologe des Landkreises Gifhorn und Leiter des von 2009 bis 2014 für 3.5 Millionen € sanierten niedersächsischen Renaissanceschlösschens Burg Brome stillte die Neugierde der Heimatfreunde mit einem interessanten Vortrag über Relikte aus römischer Eisenzeit und Mittelalter, die er im Landkreis Gifhorn ausgegraben hatte, das historische Handwerksmuseum in der Burg Brome und das dortige Burgfest, das sich bis zum Beginn der Sanierungsarbeiten 2010 in der Bevölkerung großer Beliebtheit erfreut hatte.

Da lag die Frage nach seinen Beweggründen für den Wechsel nach Remscheid nahe. Die war im vergangenen Jahr im Kulturausschuss schon einmal gestellt worden. Wallbrecht damals: „Ein neues Museum (Brome) einzurichten zu können ist schön. Aber ein zweites Mal eine solche Gelegenheit zu bekommen, in diesem Fall die Sanierung von „Haus Cleff“, das hat mich ganz besonders gereizt!“ In der Wolfsburger Allgemeinen war im Juli vergangenen Jahres, als er Wechsel publik wurde, spekuliert worden, Wallbrecht habe für sich im Landkreis Gifhorn keine Perspektiven mehr gesehen, nachdem er vergeblich auf eine Abteilungsleiterstelle gehofft habe. Wie auch immer - Kulturdezernent Der. Christian Henkelmann freut sich jedenfalls, mit Wallbrecht zum 1. Oktober einen „erfahrenen Museumsmann“ als Leiter von Haus Cleff und das Deutsche Werkzeugmuseum gewonnen zu haben.

Ein Kulturzentrum mit vielfältigen Veranstaltungen!“, versprach Wallbrecht, als er sich im Herbst  den Mitgliedern der Bezirksvertretung (BV) Alt-Remscheid vorstellte. Die Ankündigung „Mehr zum neuen Museumskonzept im Mai“ folgte Anfang Dezember. Dass dazu auch eine deutliche Verzahnung von Werkzeugmuseum und Haus Cleff gehören wird, hatte der neue Museumsleiter bereits im Oktober angekündigt, sehr zur Freude von Beatrice Schlieper. Die hatte in der Vergangenheit schon einige Male kritisch angedeutet, der Förderverein des Museums wolle lieber weiter ein Eigenleben führen.

In dieser Hinsicht scheint sich inzwischen etwas geändert zu haben. Jedenfalls berichtete Schlieper am Donnerstag, die Hastener Heimatvereine hätten „den Austausch ihrer Mitglieder“, sprich: eine Art Verzahnung vereinbart, um zu dokumentieren, dass sie im Prinzip alle an einem Strang ziehen. „Alles andere wäre auch das Dümmste, was man tun kann“, zollte Dr. Wallbrecht dem Anerkennung. Da widersprachen die Mitglieder des Fördervereins von Haus Cleff nicht.

Nachdem das alte Patrizierhaus – einst Doppelhaus für zwei Familien – Ende vorigen Jahres leergeräumt und von Statikern auf der Suche nach späteren baulichen Veränderungen gescannt wurde, wird jetzt, gestützt auf die gewonnenen Erkenntnisse, an einer neuen Raumaufteilung gearbeitet. Dabei ist auch ein Durchgang von der einen zur anderen Haushälfte vorgesehen; der fehlt bislang. Über das ganze Haus verteilt müssen Brand- und Einbruchsmeldeanlagen verteilt werden.

Der erste Entwurf, den Wallbrecht am Donnerstag präsentierte, geht von einer „Ausstellungsebene“ in Parterre und einer „Veranstaltungsebene“ (für Konzerte, Lesungen, „kleine Gastronomie“) im ersten Obergeschoss aus. In Parterre sollen zudem Toiletten, ein Empfangstresen und die Garderobe untergebracht werden. Wenn es die Statik zulässt, soll auch das Dachgeschoss "bespielt" werden. Alles in allem ein sehr ambitionierter Plan, der aus finanziellen Gründen allerdings nur in vielen kleinen Schritten realisiert werden könne, wie Wallbrecht einräumte. Konkret: Sollen künftig regelmäßig in „Haus Cleff“ Kaffee und Kuchen angeboten werden, stellt sich zunächst die Personalfrage.

Die Frage der Finanzierung der Sanierung von Haus Cleff stellt sich nicht erst jetzt; sie wurde bereits im April vorigen Jahres im Kulturausschuss diskutiert („Viele Unsicherheiten zu Geld und Personal“). Die städtischen Rücklagen reichen für die Renovierung des Hauses nicht aus. Und durch private Spenden lässt sich der Fehlbetrag sicherlich auch nicht ausgleichen, wie am Donnerstag Richard Otto Bremicker feststellte, der Vorsitzende des Vereins "Hasten für Hasten" e. V. Eine Tatsache, an der auch die Aktion „Cleff-Aktie“ nichts ändern dürfte, die Wallbrecht in Aussicht stellte. Es wird also darauf ankommen, öffentliche Fördergelder zu akquirieren. Doch bevor auch nur ein Euro fließe, müsse den Geldgebern ein schlüssiges Gesamtkonzept vorgelegt werden, so Wallbrecht. Das ist jetzt seine erste große Aufgabe – und Herausforderung.

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SPD Remscheid am :

„Mit unserer Fraktionssitzung vor Ort im Deutschen Werkzeugmuseum haben wir nicht nur einmal mehr in besonderen Räumen getagt. Das war auch ein klares Bekenntnis zum Historischen Zentrum“ berichtet Fraktionsvorsitzender Sven Wolf. „Die Mitglieder der SPD Ratsfraktion hatten die Gelegenheit den neuen Leiter des Museums Herrn Dr. Andreas Wallbrecht an seiner neuen Wirkungsstätte persönlich kennenzulernen. Dabei hat er uns mit einer kurzweiligen Führung nochmal daran erinnert, wie vielfältig die Geschichte des Werkzeugs ist. Bei der Remscheid mit seiner Werkzeugindustrie einen wichtigen Teil einnimmt, auf den wir auch heute noch stolz sein können. Dr. Wallbrecht berichtet uns auch über den aktuellen Stand der Überlegungen zum Haus Cleff. Derzeit laufen die statischen Untersuchungen und Berechnungen an dem Patrizierhaus, danach wird er ein neues Konzept für das Haus entwerfen und Mitte des Jahres der Politik – zunächst im Kulturausschuss – präsentieren. Das Haus Cleff wäre dabei geeignet die Ausstellung im Werkzeugmuseum mit Antworten auf die sozialhistorischen und arbeitsgeschichtlichen Fragen abzurunden. Danach kann es dann endlich auf die Suche nach Unterstützern gehen, die uns helfen dieses Projekt finanziell zu stemmen.“ Der studierte Archäologe, führte die Mitglieder der SPD-Fraktion durch die ständige Ausstellung, und wies auf die vielfältige Geschichte des Gebäudes hin, in dem die Übergänge zwischen historischem Gemäuer und modernen Zwischenbauten fließend und sehr lichtdurchlässig gestaltet wurden. Ein Hinweis auf die Fotoausstellung „Neue Perspektiven“ von Thomas Wunsch durfte dabei nicht fehlen.

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