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Auch Hilfen für Senioren und Behinderte auf dem Prüfstand

 Was ist den Wirtschaftsprüfern von Rödl & Partner auf der Suche nach Sparmöglichkeiten für die Stadt nicht alles eingefallen. Zu  den „Hilfen für Senioren und behinderte Menschen“ eine ganze Menge:

  • "Derzeit wird der Behindertenfahrdienst als "teilweise" freiwillige Leistung erbracht. Der Malteser Hilfsdienst aus Solingen erbringt Fahrdienstleistungen auf Abruf zwischen 6 und 22 Uhr. … Derzeit finden 139 monatliche Fahrten statt. Die Stadt Remscheid leistet einen Zuschuss in Höhe von 95.100 €. Zur Reduzierung der Ausgaben für den Behindertenfahrdienst könnten die Anzahl der gewährten Fahrten um 50 Prozent reduziert sowie Selbstkostenanteile erhoben werden.
  • Im Rahmen der Gewährung von Hilfen für Senioren und behinderte Menschen nach den Kapiteln 3 und 4 SGB XII findet … kein integriertes Fallmanagement statt, um die Chancen auf eine (Re-)Integration zu steigern bzw. um Unterstützungsangebote … zu überprüfen. Das Controlling findet zentral auf Ebene der Dezernatsleitung statt. … Nur über ein ausreichend gutes Fallmanagement & Controlling können Ausgaben zielgerichtet gesteuert und Hilfsangebote bedarfsorientiert angeboten werden. Entsprechende Fachkonzepte sind vom Fachbereich (OE 51) zu entwickeln.
  • Der Abgleich der Ausgaben für die Hilfen zur Pflege innerhalb und außerhalb von Einrichtungen der Stadt Remscheid mit denen der mittleren Großstädte in NRW hat zu folgendem Ergebnis geführt: Die Ausgaben der Stadt Remscheid pro Pflegefall außerhalb von Einrichtungen übersteigen den Mittelwert der Vergleichsstädte um 61,17 Prozent (7.534 € zu 4.657 €). Daraus ergibt sich rechnerisch ein jährliches Einsparpotenzial von ca. 350.000 €. Auffällig ist zudem, dass Remscheid eine sehr hohe Dichte an ambulanten Pflegediensten hat (Abweichungen im Vergleich zu Solingen 63 Prozent; Wuppertal 51 Prozent) bei gleichzeitig geringer Dichte von pflegebedürftigen Menschen außerhalb von Einrichtungen. Diesbezüglich ist die Verwaltung aufgerufen, einer möglichen Korrelation zwischen hohen Ausgaben für die Hilfen zur Pflege außerhalb von Einrichtungen mit den statistischen Auffälligkeiten nachzugehen und entsprechende Fachkonzepte zu erstellen.
  • Hinsichtlich der Ausgaben für die Hilfen innerhalb von Einrichtungen liegt die Stadt Remscheid nach dem Kennzahlenvergleich knapp unter dem Landesdurchschnitt (9.205 € zu 10.256 €). Ein maximales Einsparpotenzial ergibt sich bei Orientierung an Kommunen mit geringeren Ausgaben in diesem Bereich (z.B. Solingen 8.795 €; Wuppertal 8.806 €), so dass ein rechnerisches Einsparpotenzial von maximal 200.000 bis 250.000 € in Betracht zu ziehen wäre.
  • Um das Ziel "ambulant vor stationär" besser erreichen zu können, sollte ein standardisiertes Verfahren zwischen Stadt und beteiligten Trägern zur Überleitung von hilfe- und pflegebedürftigen Menschen vom Krankenhaus in entsprechende Pflegeformen bzw. in die eigene Häuslichkeit erarbeitet werden. Ein festgeschriebenes Verfahren kann die Kontinuität und Qualität der Beratung und Versorgung pflegebedürftiger Menschen fördern. Ferner sollte die Fachabteilung (OE 51) mit den Trägern der freien Wohlfahrtspflege Vereinbarungen u.a. über die Finanzierung der pflegerischen und komplementären Leistungen für ältere, kranke und pflegebedürftige Menschen schließen.
  • Die OE 51 vollzieht weder eine individuelle Hilfeplanung im Sinne eines Fallmanagements noch prüft sie systematisch die Heimnotwendigkeit im Bereich der Hilfen zur Pflege. Ein Fallmanagement steht im engen Zusammenhang mit einer qualifizierten Pflegeberatung. Der Einsatz einer Pflegefachkraft in der individuellen Hilfeplanung (Fallmanagement) kann zu Einsparungen führen, da eine effektivere Beratung mit dem Ziel ambulant vor stationär erfolgen kann. Durch diese gezieltere Beratung kann eine Senkung der durchschnittlichen Fallkosten herbeigeführt werden.
  • Um den Anteil der Hilfen zur Pflege innerhalb von Einrichtungen weiter abzusenken, sollte eine Prüfung der Heimbedürftigkeit bei Pflegestufe 0 eingeführt werden. Dieses hat sich in der Praxis als sinnvolles Instrument bewährt. Die Einstufung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen hat nicht zwangsweise eine Unterbringung in einer Einrichtung zur Folge. Dazu sind entsprechende Vereinbarungen und Standards zu etablieren, bspw. mit dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen. Angesichts der nur geringen Anzahl von Fällen der Pflegestufe 0 wird der Haushaltsentlastungseffekt als eher gering eingestuft und kann derzeit nicht beziffert werden.“

(Aus dem Konsolidierungsgutachten der Wirtschaftsprüfer von Rödl & Partner, komplett als pdf-Datei hier.) Was halten Sie davon?  

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Kommentare

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Chronist am :

Der städtische Behindertenberat sieht die Sparvorschläge von Rödl & Partner, die die freiwilligen Zuschüsse an soziale Einrichtungen betreffen (verständlicherweise) äußerst kritisch. Das wurde in der gestrigen Sitzung deutlich. Besonders betont wurde in diesem Zusammenhang die Bedeutung der "Blindenzeitung" und des Behindfertenfahrdienstes.

Chronist am :

Die Stellungnahme der Verwaltung ist da konkreter: "Eine Reduzierung der Fahrten hat keine finanzielle Auswirkung, da nicht einzelne Fahrten zu bezahlen sind. Bezahlt wird die Bereitstellung von personellen uns sachlichen Ressourcen unabhängig von der Anzahl der durchgeführten Fahrten. Pro Jahr werden 100.164 Euro gezahlt. (...) Eine Reduzierung des Angebots würde die Teilhabe der mobilitätseingescheränkten Menschen am Leben in der Stadt massiv einschränken oder sogar unmöglich machen".

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