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Neuer Prüfauftrag schließt die Auflösung des Orchesters ein

Zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 6. Oktober  haben die Fraktionen von SPD, FDP und Grünen unter dem Stichwort „Umsetzung von Maßnahmen zur Haushaltssicherung im Teo Otto Theater und der Galerie“ den Antrag gestellt, den Prüfauftrag zur Bildung einer Bergischen Bühnen- und Orchestergesellschaft neu zu fassen. Der Antrag lautet:

„Die im „actori“-Gutachten aufgezeigten weiteren Einsparvorschläge neben der „großen Lösung“ sind durch die Stadtverwaltung kurzfristig darzustellen. Darüber hinaus wird die Verwaltung beauftragt, folgende Varianten bezüglich der Zukunft der Bergischen Symphoniker zu untersuchen und die Ergebnisse dem Haupt- und Finanzausschuss in der Sitzung am 1. Dezember 2011 vorzulegen:

  1. Die Fortführung des Status quo mit Beibehaltung des derzeitigen Zuschussrahmens,
  2. die Verkleinerung des Orchesters,
  3. die Veräußerung des städtischen Anteils an die Stadt Solingen oder Dritte und
  4. die Auflösung des Orchesters.

Begründung: Mit Hinweis auf die laufenden Gespräche zur künftigen Organisation des Bergischen Kulturbetriebs zwischen den Bergischen Städten hat der Rat der Stadt Remscheid andere Untersuchungen zurückgestellt. Mit Verwunderung und langfristig als schwarzen Tag für die Bergische Kultur haben die Fraktionen SPD, FDP und GRÜNE die Äußerungen des Wuppertaler Oberbürgermeisters zur Kenntnis genommen. Sie bedeuten, dass viele  Stunden an Arbeit und eine nicht unerhebliche Summe an Geld zum Fenster hinausgeworfen wurden. Ob die Wuppertaler Entscheidung vor dem Hintergrund der Finanzlage der beteiligten Städte nicht zu einem Fiasko in der Kulturpolitik führen wird, bleibt deshalb abzuwarten. Vor dem Hintergrund der nun bevorstehenden Aufgaben rund um die Erstellung der Maßnahmenpakete für den Stärkungspakt Stadtfinanzen beantragen die Fraktionen von SPD, FDP und GRÜNEN, die finanziellen Auswirkungen der weiteren Vorschläge des „actori“-Gutachtens darzustellen und darüber hinaus verschiedene Varianten zur Zukunft der Bergischen Symphoniker zu untersuchen.“  

29 öffentlich geförderte Wohnungen mitten in der City

Foto: Lothar KaiserDie Ecke Scheider Straße / Stuttgarter Straße, wo bis vor kurzem die Remscheider Grünen ihre Geschäftsstelle hatten, wird zur Großbaustelle. 29 Wohnungen wird das öffentlich geförderte Mehrfamilienwohnhauses mit Tiefgarage enthalten, die Wohnungsbaugesellschaft GEWAG, eine städtische „Toichter“, dort errichten will. Der Neubau mit einem 100 Quadratmeter großen Spielplatz im Innenhof ersetzt ältere, „abgängige“ (Verwaltungsvorlage) Wohnungen, wie der Waterbölles bereits im April vorigen Jahres berichtete, und umfasst den gesamten östlichen Baublock zwischen Schützenstraße, Stuttgar­ter Straße und Scheiderstraße. Die geplante Tiefgarage wird über 18 Stellplätze verfügen. Mit dem Abriss der alten Gebäude Schützenstraße Nr. 41 und 43, Stuttgarter Stra­ße Nr. 1a und Scheider Straße Nr. 16 und 18 wurde jetzt begonnen.

Schule der Zukunft: "Verhandeln, bis weißer Rauch aufsteigt!"

Schon in der ersten Schul-Diskussion beim Türkischen Kultur- und Sportzentrums Remscheid e.V. an der Freiheitstraße Anfang Oktober 2010 erntete der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans Peter Meinecke, seit vielen Jahren Vorsitzender des städtischen Schulausschusses, mit seinem eindeutigen Plädoyer für eine dritte Gesamtschule in Remscheid lediglich im Plenum große Zustimmung, nicht aber bei seinen Mitdiskutanten auf dem Podium. Gestern, bei der dritten Veranstaltung an gleicher Stelle, war das nicht anders. Was lehrt uns das? Die interfraktionellen Treffen mit den Leitern der weiterführenden Schulen in Remscheid, die Meinecke vor einem Jahr angekündigt hatte und die seitdem mehrfach stattgefunden haben, haben noch zu keinen Konsens geführt. Dabei drängt die Zeit. Zur nächsten Ausschussitzung am 17. November soll ein mehrheitsfähiger Beschlussentwurf vorliegen. „Ich befürchte, dass wir den nicht zustande bringen werden“, sagte Meinecke gestern.

Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz gab sich dagegen noch zuversichtlich, „dass kein schulpolitisches Porzellan zerschlagen wird und wir keinen langen Schulkrieg zwischen Parteien, Schulen, Lehrern, Eltern und Schulvereinen bekommen. Ich werde jedenfalls alles versuchen, dass es dazu nicht kommt!“ Im Grundsatz stimmte er allerdings dem SPD-Fraktionsvorsitzenden zu, indem er sich auf Dauer für Remscheid nur zwei Schulformen wünschte, Gymnasien und Gesamtschulen. Doch das habe nun einmal Auswirkungen auf andere Schulen (Schulzentren Klausen und Hackenberg); dort herrsche Angst vor Auflösung oder Umwandlung. - Zu Recht. „GEW fordert das Aus für Haupt- und Realschulen in RS“, überschrieb der Waterbölles am 19. September eine Pressemitteilung des Stadtverbandes Remscheid der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), in der „gleichzeitig oder in einem Stufenplan drei in der Regel fünfzügige Gesamtschulen" gefordert wurden.

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Lila Kühe und Hühner, die sechs Eier am Tag legen?

Foto: Lothar Kaiser

Gar nicht so einfach für zehnjährige Grundschülerinnen und Schüler der Klasse 4, wild durcheinander liegende Früchten, Blättern und Nadel einander zuzuordnen. Eine schier unmögliche Aufgabe für jemanden, der noch nie in einem Wald war. Gibt es nicht?! „Gibt es sehr wohl“, sagte gestern Revierförster Stephan Nöh zu Beginn der diesjährigen Waldjugendspiele auf dem städtischen Forstbetriebshof an der Küppelsteiner Straße. „Im vergangenen Jahr waren einige Jungen und Mädchen dabei, die waren bis dahin noch nie in einem Wald gewesen!“ Und das in einer von grünen Tälern und Wäldern umgebenen Stadt wie Remscheid, deren Naherholungsgebiete ringsum quasi vor der Haustüre liegen. Wer hätte das gedacht? Die Waldjugendschule, mehr als nur ein Tag voller Abenteuer im Freien, sondern auch ein Ausgleich für Defizite in Elternhaus und Schule! Und wie reagierten die „Wald-Neulinge“ auf ihre erste Begegnung mit einem dunklen Tannenwald? „Unterschiedlich“, sagt Nöh. „Begeistert die einen, beklommen die anderen.“

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. (SDW), der älteste Naturschutzverein Deutschlands, so der Revierförster, der auch Geschäftsführer des Kreisverbandes Remscheid ist, rief die Waldjugendspiele (auch "Waldrallye" genannt) vor etwa 27 Jahren ins Leben. 1986 hatte eine Umfrage der Schutzgemeinschaft ergeben, dass viele Kinder glaubten, Kühe seien lila und Hühner legten sechs Eier am Tag. Stephan Nöh: „Das finde ich erschreckend!“ 1988 fanden die ersten Waldjugendspiele in NRW statt, 2009 die ersten in Remscheid. An der zweiten Waldrallye im vergangenen Jahr nahmen 260 Schüler/innen teil. Gestern und heute werden es zusammen 250 sein. Mit dabei auch eine Gruppe der Evangelischen Jugendhilfe Bergisch-Land („Waldhof“).  Aus terminlichen Gründen – für die Förster hat in diesen Tagen der Holzeinschlag begonnen – hatten die Spiele auf zwei Tage konzentriert werden müssen. „Da mussten wir einigen Schulen, die sich später angemeldet hatten, leider absagen!“

Eröffnet wurde die 3. Remscheider Waldrallye gestern von Bürgermeister David Schichel und Frank Neveling, dem Vorsitzenden der Kreisgruppe Remscheid der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Sie erlebten mit, wie sich die einzelnen Gruppen auf den zwei Kilometer lange Parcours durch den Schimmelbusch begaben. Dort warteten 14 Aufgaben auf die Jungen und Mädchen, für deren Lösung sie insgesamt zwei Stunden Zeit hatten. „Da wird kein Wissen abgefragt“, betont Stephan Nöh. „Wir wollen vielmehr Erfolgserlebnisse vermitteln;  die Jungen und Mädchen sollen den Wald mit allen Sinnen erleben, sie sollen ihn fühlen, riechen, ertasten und erlauschen.“ Das soll mehr Verständnis für Natur und Umwelt wecken. Deshalb stehen auf der ersten Seite der Aufgabenliste auch ein paar grundsätzliche Regeln: „Abfälle wieder mitnehmen; keinen Lärm machen; kein Feuer machen; Bäume, Sträucher und Kräuter nicht beschädigen; keine Tiere fangen, füttern oder anfassen!“

Die ausgefüllten Bögen werden in den nächsten Tagen ausgewertet. Auf die drei Gruppen mit den meisten richtigen Antworten warten Preise, die Nöh gestern noch nicht verraten wollte. Im vergangenen Jahr war es ein Grillnachmittag und eine Waldwanderung. Solche Wanderungen bietet der Revierförster, zu dessen Stellenbeschreibung auch Öffentlichkeitsarbeit und Waldpädagogik gehören, Schulen und Kindergärten auch außerhalb der Waldjugendspiele an. Und sie werden immer wieder nachgefragt. Stephan Nöh: „Im Durchschnitt mache ich während der Sommermonate einmal in der Woche einen solchen Spaziergang mit Kindern.“

Bei den Kita-Gebühren sollen Eltern entlastet werden

Pressemitteilung des SPD-Unterbezirks Remscheid

Mit der Beitragsbefreiung für das letzte Kindergartenjahr hat die NRW-SPD einen ersten Schritt auf dem Weg zum vollständigen gebührenfreien Kindergartenbesuch getan. Die Stadt Remscheid wird diese Maßnahme nun konsequent zum Wohl der Familien umsetzen. Mit der Neufassung der Beitragssatzung, die jetzt dem Jugendhilfeausschuss und dem Rat vorgelegt wird, will Remscheid die bisherige Praxis fortführen: Ist bereits ein Kind in der Offenen Ganztagsgrundschule im Primarbereich, KITA oder Kindertagespflege, so wird kein Elternbeitrag für weitere Geschwister erhoben, die die Angebote in den Offenen Ganztagsgrundschulen im Primarbereich, KiTas oder der Kindertagespflege nutzen. Das gilt unabhängig davon, ob für das erste Kind die neue Beitragsbefreiung des letzten Kindergartenjahres greift. Mehrere Städte und Gemeinden Nordrhein-Westfalens waren in die Kritik geraten, weil sie die Geschwisterbefreiung in diesen Fällen nicht mehr aufrechterhalten hatten. „Die SPD ging immer davon aus, dass Geschwisterregelungen auch in Verbindung mit der neuen Beitragsfreiheit gelten. Auf dem Landesparteitag am vergangenen Samstag gab es einen klaren Appell dafür an die Kommunen. Auch finanziell notleidende Städte können dank einer verbindlichen Vereinbarung die Beitragsbefreiung 1:1 an die Eltern weitergeben. Es ist richtig, dass Remscheid das nun auch tut.“, erläutert Sven Wolf, stellvertretender Vorsitzender der SPD Remscheid. „Ich empfände es als unredlich, wenn die Stadt die vom Land erstatteten Gebühren kassieren, aber die bisher gewährten Erleichterungen für Eltern mehrerer Kinder streichen würde. Gerade diese Eltern können jede Hilfe gebrauchen.“ Mit der Einführung der Gebührenfreiheit für das letzte Jahr vor der Einschulung geht einher, dass das Land die ausgefallenen Gebühren der Eltern großzügig ausgleicht: Landesweit nahmen die Kommunen 113 Mio. Euro durch Elternbeiträge im letzten Kindergartenjahr ein, erstattet werden ihnen vom Land aber rund 150  Mio. Euro.

Bürgerbefragung am 16. Oktober um Orchester erweitern

Waterbölles-Kommentar

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Seit gestern liegt ein erstes Gutachten zum geplanten Designer Outlet Center an der Blume vor. Die Ecostra, Unternehmensberatung im Bereich der gewerblichen Immobilienentwicklung aus Wiesbaden, hat es im Auftrag der Stadt Remscheid erstellt. Überschrieben mit „Auswirkungsanalyse (Ersteinschätzung)“. Stärken und Schwächen des Projektes werden darin genannt. Und sofern alsbald auch das zweite angekündigte Gutachten zu den Verkehrsströmen – es verzögerte sich, weil „am Tag der angesetzten Verkehrszählung durch einen Unfall auf der A 1 (Vollsperrung) keine verlässliche Daten erhoben werden konnten“ (Stadtplaner Sonnenschein) – braucht kein wahlberechtigter Bürger am 16. Oktober dann in einem von insgesamt 57 Wahllokalen aus einem gewissen Bauchgefühl für oder gegen ein DOC zu stimmen, sondern er kann sich vorab sachlich informieren und dann die Fakten abwägen.

Nach der Zukunft der Bergischen Symphoniker wird am 16. Oktober kein Bürgervotum eingeholt. – Warum eigentlich nicht? Ein zweiter Stimmzettel ließe sich gewiss noch drucken. Umfassend informiert können sich die Bürger/innen in der Frage des Orchesters bislang allerdings noch nicht fühlen. Der Fragenkatalog der Wählergemeinschaft wurde im Rathaus bewusst zur Seite gewischt. Um die Fusionsgespräche mit Wuppertal nicht zu belasten? Die Sorge hat sich durch die jüngste Absage von Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) an eine Fusion verflüchtigt (siehe 1. Reaktionen). Es gibt nichts mehr zu reden. Jedenfalls nicht mit Wuppertal. Solingen und Remscheid, die beiden Gesellschafter der Orchester GmbH, stehen allein im Regen. Augen zu und durch, koste es, was es wolle? Oder lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende? Diese Entscheidung könnte den Kommunalpolitikern eine Bürgerbefragung nicht abnehmen. Womöglich aber würde das Votum in dieser Frage weitaus klarer ausfallen als die nach dem DOC. Und wenn auch nur aus einem gewissen Bauchgefühl heraus.

Auch Betriebe folgen dem guten Beispiel von "Amboss"

Respekt! Kein Platz für Rassismus“ und Amboss“ macht mit“, kündigte der Waterbölles am 24. September das letzte Footballspiel des AFC Remscheid in dieser Saison im Stadion Reinhagen an. Der Grund: Der Remscheider American Football Club „Amboss“ unterstützt die bundesweite Initiative »Respekt! Kein Platz für Rassismus«, eine Initiative für mehr Respekt und Toleranz und gegen Rassismus. Schade, das Spiel am vergangenen Sonntag ging verloren. Aber das „Respekt“-Schild wurde wie angekündigt angebracht. Neben Remscheids Bürgermeister David Schichel, Norbert Lux (IG Metall Geschäftsführer) und dem Amboss-Vorstand war auch das Respekt!-Team aus Frankfurt vor Ort, darunter der Gründer der Initiative, Lothar Rudolf, und Respekt!-Botschafter Tillman Döring. Norbert Lux und sein Team von der IG Metall werben dafür, das sich auch zahlreiche Betriebe an der Initiative beteiligen. „Die ersten Betriebe haben bereits ihre Teilnahme angekündigt, auch eine erste Schule, weitere Vereine und die AWO haben sich gemeldet.“ zeigt sich Norbert Lux zufrieden. Bürgermeister David Schichel vertrat am Sonntag die erkrankte Oberbürgermeisterin und Schirmherrin der Initiative, Beate Wilding. Er selber will sich nun mit dafür einsetzen, das auch am Remscheider Rathaus ein Schild der Intitiative angebracht wird.  

Müllgebühren in Remscheid liegen im unteren Bereich

Pressemitteilung der CDU

Hat die Müllverbrennung immer noch einen schlechten Ruf? Wenn dem so wäre, wäre es falsch. Davon konnten sich knapp 30 Bürgerinnen und Bürger überzeugen, die einer offenen Einladung der Hastener CDU zur Müllverbrennungsanlage der AWG Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH nach Wuppertal gefolgt waren. In einer zweistündigen Informationsveranstaltung, überzeugte der Technische Geschäftsführer Conrad Tschersich die Besucher aus Remscheid, dass dieses alte Vorurteil schon lange nicht mehr stimmt: Der Remscheider Müll verbrennt sehr gut in der Anlage, die Abgase werden aufwendig gereinigt, die Emission am Schornstein ist fast 0. Trotz dieser kostenträchtigen Maßnahmen, die weit über den Vorgaben des Gesetzgebers liegen, erwirtschaftet die AWG noch eine gute Dividende, die den Anteilseignern (für Remscheid die Stadt und die Stadtwerke) zugute kommt. Auch die Müllgebühren in Remscheid liegen im unteren Bereich, verglichen mit denen in  anderen Städten in NRW. Aus der Verbrennung heraus werden neue Energien gewonnen. Die Fernwärme wird über die Wuppertaler Nordhöhen bis zur Bergischen Sonne transportiert, zwei große Generatoren, die mit Dampf angetrieben werden, produzieren Strom für  32.000  Vier—Personen-Haushalte.

Nach der Theorie überzeugten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem Rundgang davon, dass eine Müllverbrennung auch sehr sauber betrieben werden kann. Der gigantische Gebäudekomplex und der Blick in die Brennkammern wird man so schnell nicht vergessen. Der nächste Schritt, den Kreislauf der Abfälle kennen zu lernen, ist die Information: wie kommt unser Restmüll von zu Hause in die MVA. Der Organisator der Veranstaltung, Bernd Quinting, kündigte für das neue Jahr einen Besuch bei den Remscheider Entsorgungsbetriebe (REB) an.

In den Herbstferien technische Experimente mit LED

Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit

„Wie lässt Wasser LEDs leuchten? – Faszination Wasserkraft“, heißt ein Projekt des Bergische Schul-Technikums (zdi-Zentrum BeST) das in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit im Solinger Balkhausen Kotten in den Herbstferien angeboten wird. Vom 24. Oktober bis 4. November, jeweils montags bis freitags von 11 bis 15 Uhr, können Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 9 aller Schulen der bergischen Region kostenfrei innovative Technologien experimentell kennenlernen. Ziel des Projekts: Das Wasserrad des Kottens soll wieder in Betrieb genommen werden. Früher hat es mechanische Energie erzeugt, um Schleifsteine und Polierscheiben anzutreiben. Jetzt soll das Wasserrad genutzt werden. um die LED-Beleuchtung des Industrie- und Schleifmuseums erstrahlen zu lassen. Die Schülerinnen und Schüler werden praktische Arbeiten durchführen, die von erfahrenen Ingenieuren begleitet werden. Im Anschluss erhalten alle Kursteilnehmer ein Zertifikat, das ihr außerschulisches Engagement belegt und ihre zukünftigen Bewerbungsunterlagen aufwertet, sowie einen Eintrag über die erfolgreiche Teilnahme auf dem Schulzeugnis. Interessierte Schülerinnen und Schüler können sich ab jetzt auf der Internetseite des Bergischen Schul-Technikums (www.nrw-best.de) anmelden.

1. Reaktionen auf Absage Wuppertals an Orchesterfusion

  • Pressemitteilung der Linken (angefragt per E-Mail heute um 9.22 Uhr):  DIE LINKE. Fraktion im Rat der Stadt Remscheid hat sich auf der heutigen Fraktionssitzung mit den Pressemeldungen zu Äußerungen des Wuppertaler Oberbürgermeisters Jung beschäftigt, in denen dieser geäußert haben soll, dass die Wuppertaler Symphoniker nicht zu einer Fusion mit den Bergischen Symphonikern bereit stehen würden. Nach Ansicht der LINKEN war diese Wuppertaler Reaktion schon zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des ACTORI-Gutachtens abzusehen. Umso bedauerlicher ist es, dass die hochkarätig besetzte Projektgruppe aus den  Bergischen  Städten unter Führung des Remscheider Kulturdezernenten versucht hat, einseitig die Pläne für eine Orchesterfusion durchzusetzen. Dadurch ist wertvolle Zeit verloren gegangen, die man hätte nutzen können, um die „kleine Bergische Lösung“ zu diskutieren und voranzutreiben.
    Der Solinger Rat hat im Mai, DIE LINKE. Remscheid bereits im Februar dieses Jahres gefordert, die im ACTORI-Gutachten angeregte „kleine Bergische Lösung“ als Lösungsweg zu beschreiten. Nutzen wir die Wuppertaler Absage als Chance und gehen mit Ideen und Schwung an die Verwirklichung der kleinen Bergischen Lösung, die in engster Abstimmung mit dem Orchestervorstand, der Geschäftsführung des Orchesters, den Orchesterfreunden, der Verwaltung und der Politik erfolgen sollte. DIE LINKE. Remscheid steht für den Erhalt der Bergischen Symphoniker. (Axel Behrend)
  • Die regionalen Hörfunknachrichten auf WDR 2: „Der Chefdirigent des Wuppertaler Sinfonieorchesters, Toshiyuki Kamioka, will das Ensemble auch weiterhin leiten. Voraussetzung bleibe allerdings, dass es keine Fusion mit den Bergischen Symphonikern gebe und dass der Einstellungsstopp aufgehoben werde, sagte ein Sprecher des Orchesters. Beides sei aber noch nicht entschieden. (…) Die Remscheider Stadtspitze zeigt sich verärgert und ratlos wegen des vermutlichen Scheiterns der Orchesterfusion im bergischen Städtedreieck. Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz nannte die Äußerung des Wuppertaler Oberbürgermeisters einen „Pyrrhussieg“. Mit der ursprünglich gemeinsam geplanten Fusion hätten alle drei Städte einen hohen finanziellen Aufwand betrieben. Bis Mitte Oktober wollen Remscheid und Solingen nun darüber beraten, wie die Zukunft der bergischen Musiker ohne Wuppertal aussähe.“ (In der „Lokalzeit für das Bergische Land“ im WDR-Fernsehen war Mast-Weisz heute Abend mit einer ausführlichen Stellungnahme zu sehen und zu hören. Eine offizielle Verlautbarung der Stadt Remscheid gab es bis dato nicht.)
  • Klaus Jürgen Reese, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Wuppertal: „Die vorgeschlagene Fusion der bergischen Sinfonieorchester wird auch von uns nicht mitgetragen. Nach eingehender Prüfung des Vorschlags ist die Gefahr eines Qualitätsverlustes für das Wuppertaler Sinfonieorchester zu groß.“, erklärt Klaus Jürgen Reese, SPD-Fraktionsvorsitzender, nach entsprechenden Meinungsäußerungen des Oberbürgermeisters, der ebenfalls für sich eine Fusion ausgeschlossen hat. Wir  müssen jetzt weiter nach Alternativen suchen, wie das Wuppertaler Sinfonieorchester dauerhaft finanziell gesichert werden kann.“
  • Ursula Schulz, Bürgermeisterin und kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Wuppertal: „Unter der Leitung von Toshiyuki Kamioka ist das Wuppertaler Sinfonieorchester zu einem Klangkörper geworden, der in aller Welt geschätzt und beachtet wird. Ich schließe mich der Auffassung von Toshiyuki Kamioka an, der mit den Worten zitiert wird: ‚Ich kenne tausende Orchester, aber keines, das durch eine Fusion besser geworden ist.‘ Auch die Qualität der hervorragenden Arbeit des Orchesters im Operngraben würde unter einer Fusion leiden.“
  • Ansgar Lange, Fraktionsgeschäftsführer der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Remscheid (angefragt heute per E-Mail um 9.22 Uhr): „Lieber Herr Kaiser, ich werde Ihre Anfrage mit Frau Hein, Herrn Humpert und Herrn Siegfried erörtern."
  • Und die Gestaltungsmehrheit von SPD, FDP und Grünen sowie die Fraktion der W.i.R. im Rat der Stadt Remscheid (angefragt per E-Mail heute um 9.22 Uhr)? Bislang Fehlanzeige!

Erster Gutachten zum DOC kam heute von der Verwaltung

Ecostra, Unternehmensberatung im Bereich der gewerblichen Immobilienentwicklung, Wiesbaden
Dr. Joachim Will
19. September 2011*

Auswirkungsanalyse (Ersteinschätzung) zur möglichen Realisierung
eines Designer Outlet Centers in der kreisfreien Stadt Remscheid

Zwischen den Stadtbezirken Lennep und Lüttringhausen plant die Stadt Remscheid die  Entwicklung des Gewerbegebietes „Blume“, welches in unmittelbarer Nähe der Autobahn A1 lokalisiert sein soll und über einen eigenen Autobahnanschluss verfügen würde. Für ein großflächiges Areal innerhalb des projektierten Gewerbegebietes bestehen  auf Seiten der McArthurGlen Group – einem europaweit führendem Entwickler und Betreiber von Factory Outlet Center – Pläne ein Designer Outlet Center (DOC) zu realisieren. Genaue Projektdaten und -konzeptionen sind derzeit noch nicht bekannt; derzeit ist jedoch davon auszugehen, dass das Vorhaben im Stil eines Outlet Village mit  einer Verkaufsflächendimensionierung von ca. 15.000 – 20.000 m² realisiert wird. Die  Sortimentsstruktur wird in ihrer Zusammensetzung vergleichbar zu jener von bereits  in Deutschland in Betrieb befindlichen DOC (z.B. Berlin, Wertheim, Ingolstadt, Zweibrücken, Wolfsburg) sein. (…) Bei dem Planareal handelt es sich um eine großdimensionierte, unebene Fläche, die  sich in Richtung Südwesten leicht absenkt, wobei sich zwischen der Autobahn im Osten bzw. Südosten und dem westlichen Teil des Grundstücks eine Mulde bzw. ein  leichtes Tal ausbildet. (…)

Als Grundlage für die anstehenden Entscheidungen in Zusammenhang mit dem erforderlichen Genehmigungsverfahren wurde ecostra im August 2011 mit der Erstellung  einer Ersteinschätzung eine Auswirkungsanalyse für das geplante DOC beauftragt.  Diese Ersteinschätzung hat gegenüber einer detaillierten raumordnerisch und städte- baulich orientierten Auswirkungsanalyse einen begrenzten Leistungsumfang. So wurden insbesondere keine aktuellen Vor-Ort-Erhebungen des relevanten Einzelhandels  im regionalen Umfeld durchgeführt, stattdessen erfolgte für die Bearbeitung der vor- liegenden Untersuchung hier im Wesentlichen eine Auswertung vorliegender Einzelhandelskonzepte der Städte und Gemeinden im Untersuchungsraum. (…)

Im Fokus der Analyse steht hierbei das FOC-relevante Angebot der jeweiligen Stadt.  Aufgrund unterschiedlicher und – in den einzelnen Gutachten – teilweise nur stark aggregiert dargestellten bzw. auch fehlenden Ausgangsdaten für die projektrelevanten  Sortimente wird auf eine Untersuchung der zentralen Versorgungsbereiche der jeweiligen Städte in der vorliegenden Analyse verzichtet. Dies wäre Gegenstand einer detaillierteren noch zu erstellenden Auswirkungsanalyse auf Basis von Vor-Ort-Erhebungen und aktuellen Bestandsdaten. Die maßgeblichen Wettbewerbsstandorte und relevanten Einkaufslagen in den umliegenden Städten und Gemeinden wurden darüber hinaus im Rahmen einer qualifizier Aus städtebaulicher Sicht handelt es sich um einen  nichtintegrierten dezentralen Standort angrenzend an den – durch aufgelockerte  Einzelhausbebauung geprägten – Siedlungsrand des Stadtbezirks Lüttringhausen.  Bei dem Planstandort handelt es sich um ein derzeit landwirtschaftlich genutztes  Areal außerhalb des im Regionalen Einzelhandelskonzept für das Bergische Städtedreieck als zentralen Versorgungsbereich des Stadtbezirks Lüttringhausen ausgewiesenen Siedlungskerns. Aufgrund der Lage unmittelbar an der Autobahn A1,  weist der Standort eine hohe Autokundenorientierung auf. Aus raumordnerischer Sicht ist festzustellen, dass die vorgesehene Realisierung des Designer Outlet Centers nach noch bis vor kurzem geltender Rechtslage nicht im Einklang mit den zentralörtlichen Funktionen der Stadt Remscheid stand. (…)

Nach § 24a LEPro dürfen Sondergebiete für großflächigen Einzelhandel nur in zentralen Versorgungsbereichen ausgewiesen werden, die durch die Gemeinden selbst festzulegen sind. Sofern es sich um großflächige Einzelhandelsbetriebe mit zentrenrelevanten Sortimenten handelt, dürfen diese nur in Haupt- oder Nebenzentren liegen, die  sich durch bestimmte Gegebenheiten auszeichnen. Das Beeinträchtigungsverbot  schreibt vor, dass ein Vorhaben weder die Funktionsfähigkeit zentraler Versorgungsbereiche in der Gemeinde oder in benachbarten Gemeinden, noch die wohnungsnahe  Versorgung der Bevölkerung in ihrem Einzugsbereich beeinträchtigen darf. Darüber  hinaus wird im LEPro NRW konkret Bezug auf Hersteller-Direktverkaufszentren genommen, die bei einer Verkaufsfläche von mehr als 5.000 m² nur in Gemeinden mit  mehr als 100.000 Einwohnern ausgewiesen werden dürfen. Damit definiert das LEPro  die Mindestgröße der Ansiedlungsgemeinde. (…)

Aus raumordnerischer Sicht ist festzustellen, dass die vorgesehene Realisierung  des Designer Outlet Centers nach der noch bis vor kurzem geltenden Rechtslage nicht  im Einklang mit den zentralörtlichen Funktionen der Stadt Remscheid stand. (…) Im Hinblick auf die gängige Rechtsprechung ist von Bedeutung, dass eine rechtliche Überprüfung der landesplanerischen Zielvorgaben des § 24a LEPro durch den Verfassungsgerichtshof NRW (Urteil vom 26.08.2009 VerfGH 18/089) zu dem Ergebnis  gekommen ist, dass diese das Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden verletzen und  nicht mehr als Ziele der Raumordnung gelten (Urteil vom 30.09.2009 OVG NRW – 10  A 1676/08), sondern als sonstige Rechtsvorschrift weiterhin „Grundsatz oder Erfordernis der Raumordnung“ darstellen, die von den Gemeinden im Rahmen der bauleitplanerischen Abwägung zu berücksichtigen sind. Zurzeit wird von der Landesregierung  NRW eine Novellierung der landesplanerischen Zielvorgaben erarbeitet. (…)

Aus städtebaulicher Sicht handelt es sich um einen nichtintegrierten dezentralen  Standort angrenzend an den – durch aufgelockerte Einzelhausbebauung geprägten –  Siedlungsrand des Stadtbezirks Lüttringhausen. Bei dem Planstandort handelt es sich  um ein derzeit landwirtschaftlich genutztes Areal außerhalb des im Regionalen Einzelhandelskonzept für das Bergische Städtedreieck als zentralen Versorgungsbereich des  Stadtbezirks Lüttringhausen ausgewiesenen Siedlungskerns.(…)

Im Zuge der Standortbewertung konnte aus betrieblicher Sicht festgestellt werden, dass der Planstandort in Remscheid-Lüttringhausen sehr gut für die Ansiedlung eines Outlet Centers geeignet ist. Ausschlaggebend hierfür ist neben der  günstigen verkehrlichen Erreichbarkeit über die Autobahn A1, die eine vergleichsweise hohe Verkehrsfrequenz zeigt, insbesondere die Möglichkeit ein weiträumiges  Einzugsgebiet mit sehr hohen Bevölkerungs- und Kaufkraftpotentialen anzusprechen. Darüber hinaus erlaubt der Standort auch die Ansprache von Pendler- und  Touristenströmen auf der A1. Als limitierende Faktoren ist auf die mangelnde bzw.  stark eingeschränkte Einsehbarkeit von der Autobahn A1 sowie die hügelige Topographie des Planareals, welche eine ebenerdige Ausführung des Projektes erschwert hinzuweisen. Hinzu kommen die bereits etablierten FOC-Standorte in den  Niederlanden und Belgien, deren räumliche Ausstrahlung das Einzugsgebiet des  Planobjekts überlagert. (...)

Das durchschnittliche Verkehrsaufkommen pro Tag, welches durch die Ansiedlung des  Outlet Centers am Planstandort induziert wird beträgt ca. 6.080 PKW-Frequenzen in  der Summe der Zu- und Abfahrten. (…) Über die geplante mikrostandörtliche Erschließung und die künftige Zufahrt zum  Planareal liegen bisher keine Informationen vor. Mit Blick auf die bisherige Verkehrsführung ist jedoch darauf hinzuweisen, dass aufgrund der ampelgeregelten Zufahrt  zur Lüttringhauser Straße und der nur kurzen Distanz zum Planareal – bei einem für ein  FOC üblichen Verkehrsaufkommen – ggf. ein Rückstau auf die Autobahn nicht ausgeschlossen werden kann. Diese Thematik gilt es in einem separaten Verkehrsgutachten zu klären. (…)

In der Bewertung des Untersuchungsobjektes ist … zu berücksichtigen, dass  es sich Bei einem Outlet Center sich um keinen typischen Standort der Bedarfsdeckung im  Einzelhandel handelt, da aufgrund der üblicherweise weder breiten noch tiefen Sortimente und einer häufig eingeschränkten Warenverfügbarkeit eine gezielte Bedarfsdeckung kaum möglich ist. Vielmehr ist das Einkaufsverhalten von Aspekten des Einkaufstourismus und der Schnäppchenjagd gekennzeichnet. (…) Eine Gefährdung der verbrauchernahen Versorgung im Sinne eines Ausdünnens von  Nahversorgungsstandorten der kurzfristigen Bedarfsdeckung kann durch das geplante  DOC in Remscheid somit ausgeschlossen werden. (…)

Die … Analysen  und Berechnungen zeigen, dass durch die Realisierung des Vorhabens lediglich für  die Stadt Remscheid und hier im Segment Schuhe & Lederwaren, die Gefahr negativer städtebaulicher Auswirkungen besteht. Für alle anderen untersuchten zentralen Orte kann auf Basis der ermittelten Auswirkungen des Planobjektes in Rem- scheid eine nachhaltige Schwächung der Angebotsattraktivität, des Branchenmixes  und der Versorgungsleistung des Einzelhandels weitestgehend ausgeschlossen  werden. Allerdings ist auch davon auszugehen, dass – wie Erfahrungen bei in Be trieb befindlichen FOC-Standorten belegen – v.a. die Standortgemeinde von Kundenzuführeffekten durch ein solches Outlet Center profitieren wird. Da die Marktwirkungen des geplanten DOC bei einer Verkaufsfläche von ca. 15.000 m² geringer  ausfallen als bei einer Größe von 20.000 m², kann diese kleinere Projektvariante  dementsprechend auch als eher unproblematisch eingestuft werden. Da die  Marktwirkungen eines Einzelhandelsobjektes auch mit zunehmender Distanz üblicherweise in ihrer Intensität nachlassen, werden auch Zentren außerhalb des untersuchten Naheinzugsgebiets (z.B. Düsseldorf, Köln, Dortmund etc.) nicht im kritischen Maß negativ beeinflusst sein. (...)

Stärken / Schwächen:

  • Der Standort ermöglicht die Ansprache eines  weiträumigen Einzugsgebietes mit sehr hohen  Bevölkerungs- und Kaufkraftpotentialen
  • Keine bzw. nur stark eingeschränkte Einsehbarkeit des Standortes von der Autobahn A1
  • Sehr gute verkehrliche Erreichbarkeit aus  einem großräumigen Umfeld durch Lage unmittelbar an der BAB A1 und der Anschlussstelle „Remscheid-Lennep“
  • Hügelige Topographie erschwert eine ebenerdige Ausführung des Projektes
  • Hohe Verkehrsfrequenz auf der Autobahn A1,  die eine wichtige Nord-Süd-Achse darstellt  und auf regionaler Ebenen die Ballungsräume  Köln – Wuppertal / Solingen / Remscheid –  Dortmund / Bochum verbindet
  • Derzeitige mikrostandörtliche verkehrliche  Erschließung ist nur bedingt geeignet, die im  Zusammenhang mit einem FOC auftretenden  Kundenverkehre zu bewältigen
  • Abschöpfung von Pendler- und Touristen- strömen auf der A1 möglich
  • Einzugsgebiet des Planobjektes wird z.T.  durch Ausstrahlung der Outlet Center in Roermond und Maasmechelen überlagert, woraus ein durchaus intensiver Wettbewerb um  die Kunden in den westlichen Teilbereiches  des Einzugsgebiets resultiert
  • Die Grundstücksgröße ermöglicht die Schaffung einer ausreichenden „kritischen Masse“  und bietet evtl. auch noch Platz für bauliche  Erweiterungen
  • Standortbereich ist noch nicht als Einzelhandelsdestination bekannt
  • Räumlicher Abstand zu den Haupteinkaufslagen größerer Städte wie z.B. Köln und Düsseldorf mit hochwertigem Markenbesatz (sog.  „Retail Sensitivity“)
  • In der Vergangenheit negative Bevölkerungsentwicklung im Kerneinzugsgebiet, welche  sich auch in Zukunft fortsetzen wird. (…)
  • Touristische Vermarktbarkeit des Standortes  aufgrund der Funktion der Region als Naherholungsgebiet für den Ballungsraum Köln -  Düsseldorf

In einem Fazit aus betrieblicher Sicht ist festzustellen, dass der Planstandort in  Remscheid-Lüttringhausen sehr gut für die Ansiedlung eines Outlet Centers geeignet  ist. Ausschlaggebend hierfür ist neben der günstigen verkehrlichen Erreichbarkeit über  die Autobahn A1, die eine vergleichsweise hohe Verkehrsfrequenz zeigt, insbesondere  die Möglichkeit, ein weiträumiges Einzugsgebiet mit sehr hohen Bevölkerungs- und  Kaufkraftpotentialen anzusprechen. Darüber hinaus erlaubt der Standort auch die Ansprache von Pendler- und Touristenströmen auf der A1. Weiterhin bietet das großdimensionierte Planareal gute Voraussetzungen zur Realisierung eines leistungsfähigen  baulichen Konzeptes und die Schaffung einer ausreichenden „kritischen Masse“ des  Centers. Aufgrund der Distanz zu den Haupteinkaufslagen größerer Städte mit einem  hochwertigen Markenbesatz (z.B. Köln und Düsseldorf) bestehen für Markenhersteller  keine bzw. nur geringe Konflikte mit der eigenen Vertriebsstruktur in der Region (sog.  „Retail Sensitivity“). Als limitierende Faktoren ist auf die mangelnde bzw. stark eingeschränkte Einsehbarkeit von der Autobahn A1 sowie die hügelige Topographie des  Planareals, welche eine ebenerdige Ausführung des Projektes erschwert hinzuweisen.  Hinzu kommen die bereits etablierten FOC-Standorte in den Niederlanden und Belgien, deren räumliche Ausstrahlung das Einzugsgebiet des Planobjekts überlagert. (...) 

* (Das 119 Seiten umfassende Gutachten wurde dem Waterbölles heute um 16.08 Uhr per E-Mail von Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein übermittelt. Das Verkehrsgutachten wird folgen. Sonnenschein: "Die Ersteinschätzung zur Verkehrsanbindung (Verkehrsstudie) werde ich noch nachreichen. Am Tag der angesetzten Verkehrszählung konnten durch einen Unfall auf der A 1 (Vollsperrung) verlässliche Daten nicht erhoben werden, so dass die Zählung an einem anderen Samstag wiederholt werden musste. Sie hat nun aber stattgefunden.")

Partnerschaft Quimper-Remscheid, eine Erfolgsgeschichte

Am 29. Mai 1971 unterzeichneten der damalige Bürgermeister von Quimper, Léon Goraguer und der damalige Oberbürgermeister von Remscheid, Willi Hartkopf, in Remscheid in einer Feierstunde die Partnerschaftsurkunde. Und am 23. Juli wurde die „Jumelage“ in Quimper im Rahmen eines traditionellen Stadtfestes besiegelt. Seitdem kam es zwischen den Bürger/innen beider Städte zu zahlreichen Begegnungen - im kulturellen, sportlichen und schulischen Bereich. Bürgerreisen nach und aus Quimper statt, der Austausch Chören, Schulklassen und Sportvereinnen (Fußball, Rollhockey, Basketball, Ausdauersport). Es gab gegenseitige Kunstausstellungen, sogar Bridge-Turniere, nachzulesen in einer 60-seitigen Festschrift des Vereins Städtepartnerschaft Remscheid-Quimper e.V. unter dem Vorsitz von Hans-Jürgen Rühl und dokumentiert in einer Ausstellung im zweiten Stock des Remscheider Rathauses. Beides gehört zu dem Juliläum, das mit zwei Feierstunden am Freitag (im Foyer des Theaters) und am Samstag (im großen Sitzungsaal des Rathauses) gefeiert wurden. Aus Quimper waren dazu eine offizielle Delegation mit Bürgermeister Bernard Poignant sowie 35 Bürger/innen und Bürger angereist.
Darunter war auch Danielle Goraguer, die Tochter des am 3. Februar 1980 verstorbenen Bürgermeisters und Mitbegründers der Städtepartnerschaft (rechts im Bild mit ihrem Gastgeschenk an Hans-Jürgen Rühl, ein Gemälde ihres Vaters). Sie kam mit sechs Enkelkindern und einen Ururenkel. Insgesamt hat sie 43 Enkel-, Urenkel und Ururenkel. Die Familie Goraguer stand Samstagmittag im Mittelpunkt einer kleinen Feier am Stadtparkteich. Dort hatte der Rat der Stadt einen Weg und den Platz zwischen Teich und Wasserbunker mit seinen Sitzbänken Léon Goraguer gewidmet. (Seit dem 4. Juni ist in Quimper ein Platz nach Oberbürgermeister Willi Hartkopf benannt. Die Delegation des Rates der Stadt Remscheid leitete damals der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans Peter Meinecke.) Das Jubiläum klang am Samstagabend mit einem fröhlichen Fest der beiden Partnerschaftskomitees im Gemeindezentrum an der Eschenstraße aus.

Foto: Lothar Kaiser

Wenn in Quimper eine Marschkapelle („< style="font-family: arial; color: black; font-size: 10pt">Bagad”) mit ihren Bombarden und Binioù’s unüberhörbar durch die Straßen zieht, dann ist irgendwo in der Stadt ein Fest angesagt. Unüberhörbar, weil die Bombarde ein Holzblasinstrument ähnlich einer Schallmei ist mit einem kräftigen durchdringenden Ton und die der bretonische Dudelsack. Eine solche Bagad teilte sich am Samstagmorgen mit dem Remscheider Männerchor “Germania” den musikalischen Rahmen der Feierstunde im Ratssaal. Wobei den französischen Gästen der Chorgesang sicherlich vertrauter war als den Gastgebern die traditionelle bretonische Musik, die manche eher in Schottland vermutet hätten. Aber so ist das mit einer Städtepartnerschaft – und das ist gut so: Man lernt auf vielen Gebieten dazu. Am Mittag am Stadtpark (mit dabei auch der Lüttringhauser Posaunenchor) und am Nachmittag im Alleecenter lernten auch Speziergänger / Passanten die Bombarden und Binioù’s kennen. Ebenfalls unüberhörbar. (;-))

Das Programm dieser Jubiläumsfeier hatte kurzfristig geändert werden müssen: Weil Bürgermeister Bernard Poignant am Wochende in Quimper unabkömmlich war, fand ein erster Austausch von Gastgeschenken und Reden bereits am Freitagabend im Foyer des Theaters statt. Kurz darauf trat Poignant schon wieder die Rückreise an. Für die erkrankte Oberbürgermeisterin Beate Wilding begrüßte Bürgermeister Lothar Kreis die französische Delegation, zu der auch die beiden Ratsmitglied Muriel Nédellec (sozialistische Partei) und Marianne Kaupe (Grüne) gehörten. Letztere schlüpfte übrigens mehrfach an diesen beiden Tagen gekonnt in die Rolle der Dolmetscherin (ihr Vater ist Deutscher). Bürgermeister Poignant trug sich am Freitagabend ins Goldene Buch der Stadt ein, weitere Angehörige der französischen Derlegation, darunter Michelle Cap, die Vorsitzende des Partnerschaftskomitees von Quimper, am Samstagmorgen.

Freitagabend im Foyer des Theaters

„Die Beziehungen zwischen Quimper und Remscheider sind immer stabiler und verlässlicher geworden und heute gehört unsere Partnerschaft auf beiden Seiten zum kommunalen Alltag. Das sah damals, als die ersten Kontakte zwischen unseren beiden Städten angebahnt wurden, noch ganz anders aus“, erinnerte Lothar Krebs am Freitag an die Zeit vor 40 Jahren. Da seien sich Bürgermeister und die Bürger/innen wie Pioniere auf unsicherem Boden vorgekommen, „beseelt vom Gedanken der Völkerverständigung und der Überwindung einer leidvollen Vergangenheit“. Und Krebs sagte Dank: „Sie alle haben dazu beigetragen, Vertrauen zueinander und Verständnis füreinander zu entwickeln. Sie alle haben ein dichtes Netz auch ganz persönlicher Kontakte geknüpft. Es ist wie in einer guten Ehe: Das erste Hochgefühl mag verflogen sein, aber man weiß, was man aneinander hat, ist gut aufeinander eingespielt und blickt zusammen nach vorn.“ Geblieben sei der Wille, eine bessere, eine friedfertigere Zukunft zu schaffen, sich für zwischenmenschliche Begegnungen auf kommunaler Ebene einzusetzen. Eine Win-Win-Situation. „Denn wer aufgeschlossen dafür ist, wie Menschen, die mit anderen Sitten und Gebräuchen aufgewachsen sind, an die Dinge herangehen, der kann eine Menge erfahren, erweitert den eigenen Horizont“, so Lothar Krebs. Aufgeschlossenheit, Toleranz, Weltoffenheit seien heutzutage für die Menschen, aber auch für Kommunen unverzichtbar, je mehr Europa, je mehr die ganze Welt zusammenwachse. „Städtepartnerschaften bieten die Chance, sich zu engagieren und ein Stück weit an der internationalen Verständigung mitzuarbeiten. Und sie haben sich deshalb so positiv entwickelt, weil die einzelnen Bürgerinnen und Bürger ein starkes Interesse daran hatten, fremde Denkweisen und Lebensgewohnheiten kennen zu lernen. Aber auch deshalb, weil sie bereit waren, den Standpunkt der anderen zu verstehen und alte Vorurteile abzubauen!“

Samstagmorgen im Rathaus

Viele Botschafter ehrenhalber (ein Zitat von Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher) hätten die Partnerschaft zwischen Quimper und Remscheid zu einer Erfolgsgeschichte gemacht, begann Bürgermeister David Schichel seine Rede. „Heute haben wir deshalb bei gegenseitigen Besuchen das Gefühl, gute alte Bekannte zu treffen und vertraute Stätten wieder zu sehen. Die Bürgerinnen und Bürger von Remscheid und Quimper haben seit 1971 ein dichtes Netz persönlicher Bindungen geknüpft. Die vielen Besuche in Gastfamilien – Dank für die Gastfreundschaft - haben dazu beigetragen, den Alltag im anderen Land aus nächster Nähe kennen zu lernen und mitzubekommen, was die Menschen bewegt, was ihnen Sorgen bereitet und was ihnen Freude macht.“

Samstagmittag im Stadtpark

„Mit Léon Goraguer, dem langjährigen Bürgermeister der Stadt Quimper, ehrt Remscheid heute einen außergewöhnlichen Politiker, der maßgeblich zur Verständigung zwischen Deutschen und Franzosen in Remscheid und Quimper beigetragen hat. Das war keine Selbstverständlichkeit, denn das Verhältnis zwischen den Völkern links und rechts des Rheins – zwischen Deutschen und Franzosen – war geprägt durch tiefes Misstrauen und Hass. Wer hätte sich nach den Kriegen 1871, 1918 oder 1945 vorstellen können, dass Deutsche und Franzose einander nicht länger als Feinde begegneten, sondern dereinst als Freunde gemeinsam Europa gestalten könnten“, betonte Bürgermeister David Schichel, nachdem er die Angehörigen der Familie Goraguer herzlich begrüßt hatte. „Wer hätte sich 1945 orstellen können, dass Deutschland wieder zurückkehren könnte in den Kreis der Völkerfamilie? Wie sollten die Völker Europas dem deutschen Volk gegenübertreten, das großes Leid über unseren Erdteil gebracht hatte? Es war die Jugend Europas, es waren Jugendliche wie Willi Hartkopf, die Anfang der 50er Jahre den Kontakt zu französischen Jugendlichen suchten, weil sie etwas zum Besseren ändern wollten. Und in Léon Goraguer fand Willi Hartkopf einen Weggefährten, der diesen Gedanken zum Ausgangspunkt der Freundschaft zwischen zwei Städten machte. Und wenn wir heute im Jahr des 100. Geburtstages von Léon Goraguer den Platz und den Weg an dieser Stelle nach ihm benennen, so ehren wir einen überzeugten Europäer. In seinem Geiste wollen wir, liebe Freundinnen und Freunde aus Quimper, unsere brüderliche Verbundenheit pflegen und entwickeln. Denn das Verständnis zwischen den Menschen ist der beste Weg zur Verständigung zwischen den Völkern!“

Quimpers Stadtverordnete Muriel Nédellec hatte im Ratsssaal betont: „Der Text der Partnerschaftsurkunde, die Léon Goraguer und Willi Hartkopf 1971 unterschrieben haben, gilt auch heute noch. Kein Wort, das verändert werden müsste!“ Der Text lautet:

„Der Rat der Stadt Quimper und der Rat der Stadt Remscheid – als frei gewählte Vertreter ihrer Bürger – sind zutiefst davon überzeugt, dass nach so vielen Schicksalsschlägen ihre beiden Städte zur Aussöhnung und Freundschaft der beiden Nationen beitragen werden, wenn sich ihre Bewohner – und vor allem die junge Generation – brüderlich vereinen.

Die Stadträte von Quimper und Remscheid, vertreten durch ihre Oberbürgermeister, übernehmen – in Gewissheit, den Wünschen und dem tatsächliche Bestreben ihrer Bevölkerung zu entsprechen – am heutigen Tage die feierliche Verpflichtung:

  • im Geiste gegenseitiger Übereinstimmung zusammenzuarbeiten;
  • alles zu tun, was in ihrer Macht steht, dass sich die Bürger der beiden Städte besser kennenlernen;
  • den gegenseitigen Austausch auf allen Gebieten zu fördern, damit sie sich durch tatkräftige Sympathie verbunden fühlen.

Vor allem aber verpflichten sich beide Städte, im Rahmen dieser Partnerschaft gemeinsam der Idee einer Annäherung der Völker und des Friedens zu dienen.“