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Ein Fest für den Steuerhinterzieher? Unerträglich!

von Fritz Beinersdorf, Fraktionsvorsitzender der Linken im Rat der Stadt Remscheid

Ich habe es nicht glauben wollen, aber es wurde mir heute bestätigt. Ein bekannter Remscheider Unternehmer feiert mit geladenen Gästen eine Willkommensparty für den Steuerhinterzieher Uli Hoenes. Gestern brachte der Kämmerer der Stadt Remscheid den Nachtragshaushalt für 2016 ein, in seiner Rede hat er den Schuldenstand der Stadt Remscheid mit 618,5 Millionen Euro darstellen müssen und den Kürzungskurs der kommenden Jahre dargelegt: Weniger für Bildung, weniger für Kultur, weniger Geld für Soziales, weniger für die Infrastruktur, weniger Personal, weniger Service für den Bürger. Eine Finanzsituation für unsere Stadt, die schier unerträglich ist.

Eine der Ursachen, warum die Situation so prekär ist, ist die Steuerhinterziehung. Mehr als 100 Milliarden Euro pro Jahr entgehen dem Gemeinwesen Bundesrepublik Deutschland, also auch unserer Stadt, durch Steuerhinterziehung. Geld, das bitter notwendig wäre. Mit einem Fest für den Steuerhinterzieher Hoenes, welches dann auch noch als „Nationalfeiertag“ inszeniert werden soll, wird der kriminelle Akt der Steuerhinterziehung zu einem Kavaliersdelikt und der kriminelle Steuerhinterzieher zu einem Wohltäter stilisiert. Das ist nicht hinnehmbar. Jeder ehrliche Steuerzahler, jeder Unternehmer sollte sich von solchen Aktivitäten distanzieren.

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Kommentare

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Hans Georg Müller am :

nach dem Motto " ist der Ruf erst ruiniert - lebst Du völlig ungeniert. Hier die Bestätigung für den "fairen" Sportmatador.

Rainer Hildebrand am :

DIESMAL haben Sie Recht, Herr Beinersdorf. Es ist schon beschämend, wie ein Remscheider Unternehmer die vorzeitige Entlassung eines verurteilten Straftäters zum Anlass nimmt und deswegen eine Art "Willkommensparty" arrangiert. Noch beschämender finde ich allerdings die Berichterstattung darüber in diversen lokalen Medien. Dort fällt kein Wort der Kritik darüber. Im Gegenteil bekommt man den Eindruck, alles wäre eine noble Geste, und man müsse den Straftäter doch schnell wieder integrieren (Zauberwort Integration). Das evtl. einige der Mitarbeiter des Unternehmers mit dieser Party gar nicht einverstanden sind - kein Wort darüber. Oder sind das alles Bayern-Fans? Aber selbst die sind nicht alle so realitätsfremd ;-)

Michael Heimlich am :

Ich wollte mir eigentlich einen weiteren Leserbrief ersparen, aber irgendwie muss ich nun doch noch einen Kommentar hierzu beisteuern. Wenn nun Unternehmen schon Geld dafür bereitsstellen, die vorzeitige Entlassung von rechtskräftig verurteilten Straftätern mit einer Willkommensparty zu feiern, frage ich mich, was für eine Außenwirkung besagter Unternehmer mit einer solchen PR-wirksamen Geschmacklosigkeit erzielen möchte? Dieses Geld wäre wohl in Form einer Dankes-Party für die vielen ehrenamtlich tätigen Menschen in Remscheid besser angelegt gewesen! So aber stellt man sich beim Leser dieser Zeilen die Frage: Geht`s noch?

Peter Maar am :

Hoeneß, der fast 30.000.000 Euro an Steuern hinterzogen hat, wurde für sein kriminelles Handeln zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Von diesen 42 Monaten verbüßte er sieben Monate im Gefängnis; wenige Wochen nach Haftantritt durfte er schon übers Wochenende in seine Villa am Tegernsee. 13 Monate war er Freigänger, und die restlichen 22 Monate Haft wurden wegen der "günstigen Sozialprognose" nicht vollzogen. Laut Statistischem Bundesamt kommen zwei Prozent aller Strafgefangenen in den Genuss eines solchen "Strafvollzuges". Das ist doch wohl wirklich ein Grund zum Feiern!

Jürgen Koball am :

Stimmt. Aber wir sollten froh sein, dass Hoeneß als Srtaftaeter verurteilt wurde. Bei den weiteren, Millionen in der Rücklage kann es doch keine ungünstige Sozialprognose geben. Fest steht, der Mann hat im Knast gesessen. Egal wie lange.

Martin Heisterbach am :

Herr Müller-Meier-Schmitz, der ein falsches Kreuzchen bei seiner Steuererklärung setzt, wird wahrscheinlich weniger glimpflich davonkommen, während die wahren Kriminellen vor Lachen nicht in den Schlaf kommen. In unserem Land sind vor Gesetz alle Menschen gleich. Das Nähere regeln öffentliches Ansehen, sozialer Status, Vermögen und das richtige Parteibuch.

Bernd Burchardt am :

Dem Unternehmer sollte man für diese Handlung mit einem großen Deutschen antworten - Friedrich Schiller. In seinem Drama Wallenstein antwortet dieser auf Oktavio Piccolominis Verrat an ihm: "Das war kein Heldenstück, Oktavio!" Ein gebildeter Unternehmer hätte daher sein Handeln auf Anstand ausgerichtet.

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