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Wollen die Rechten deswegen wirklich vor Gericht?

Waterbölles-Kommentar

Sicher kennen Sie die Redenart „Wer austeilt, muss auch einstecken können“. Und wahrscheinlich ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass gerade jene, die in verbalen Auseinandersetzungen bei der Wortwahl die geringsten Skrupel haben, oft wie die Mimosen reagieren, wenn es sie selbst betrifft.

Eine Leidtragende dieses Phänomens könnte jetzt Anne-Marie Faßbender (18) werden. Politisch interessiert und engagiert, hatte sie zu den zahlreichen Remscheider Bürger/innen gehört, die am Samstagmittag auf der Alleestraße gegen eine Kundgebung von Rechtsradikalen protestierten. Und am Nachmittag dann auch in Wuppertal. Dort soll sie den Rechten den „Stinkefinger“ gezeigt haben. Die haben daraufhin eine Anzeige wegen Beleidigung angekündigt. Und ihr den Vorwurf gemacht, sie stecke „tief im Sumpf der linksextremen Szene“. Das Zitat von Claudia Bötte, Geschäftsführerin der zweiköpfigen Ratsgruppe von „Pro Deutschland“ im Rat der Stadt, ist auf deren Internetseite nachzulesen.

Darüber hat Lutz E. Faßbender wahrscheinlich herzlich gelacht. Der Vater von Anne-Marie ist seit Juni vergangenen Jahres der Vorsitzende der CDA Remscheid, auch bekannt unter der Bezeichnung "Sozialausschüsse der CDU", und er weiß natürlich am besten, dass seine Tochter, Vorsitzende des noch amtierenden Remscheider Jugendrates (bis April), mit politischen Extremen nichts im Sinn hat. Über rechte Parolen aber kann sie sich aufregen. Wer könnte ihr das verdenken.

Nun also wird möglicherweise ein Richter klären müssen, ob der ausgestreckte Mittelfinger gezeigt wurde oder nicht. Da macht die kleine Remscheider Gruppe von „Pro Deutschland“, früher „Pro NRW“, keinen Unterschied zwischen einer jungen Frau und einem erfahrenen Kommunalpolitiker wie Fritz Beinersdorf, dem Fraktionsvorsitzenden der Linken im Rat der Stadt? Dieser hatte sich im vorigen Jahr bei einer Demonstration gegen Rechts in Hasten zu eben dieser Geste hinreißen lassen. Eine Anzeige wegen Beleidigung  war die Folge – und eine Geldstrafe über 400 Euro, die der Amtsrichter allerdings zur Bewährung aussetzte.

Ob es darauf auch bei Anne-Marie Faßbender hinausläuft bleibt abzuwarten. Denn noch scheint „Pro Deutschland“ die Klageandrohung nicht umgesetzt zu haben. Dass sich Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Sozialdezernent Thomas Neuhaus schon einmal vorsorglich vor die junge Frau gestellt haben, spricht dafür, dass sie in den vergangenen zwei Jahren als Jugendratsvorsitzende eine gute Figur gemacht hat. Das attestieren ihr viele.

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Kommentare

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Beatrice schlieper am :

Liebe Anne Marie, meine Barikadenkletterzeit ist leider vorbei, deshalb schicke ich Dir auf diesem Weg meine volle Unterstützung. Bleib, wie Du bist. Ehrlich, kritisch, laut und unbequem. Ein Stinkefinger ist noch die harmloseste Antwort auf den Aufruf zum Rassismus.

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