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Sportplätze als „familiengerechte Bewegungsräume“

Die Zusammenfassung der Befragungsergebnisse
  • Remscheid ist eine sportaktive Stadt. 71,7 Prozent der Zehn- bis 80-Jährigen bezeichnen sich grundsätzlich als sport- und bewegungsaktiv.
  • Das Sportverständnis der Remscheider ist sowohl sportlich als bewegungsaktiv geprägt.
  • Die beliebtesten Sportaktivitäten der Remscheider sind Fitnesstraining/ Gymnastik, Schwimmen und Radfahren. Insgesamt besteht eine große Vielfalt bei den betriebenen Sportarten.
  • Das selbstorganisierte Sporttreiben ist auch in Remscheid am stärksten ausgeprägt. Der Verein ist weiterhin wichtigster „institutioneller“ Sportorganisator. Die gewerblichen Anbieter haben sich allerdings als Konkurrenten der Sportvereine stärker etabliert. Das Image der Sportvereine in der Bevölkerung ist insgesamt positiv.
  • Der allgemeine Zustand der Bäder wird sehr positiv eingeschätzt. Kritischer fällt die Rückmeldung zum Zustand der Sportplätze und der Turn- und Sporthallen aus.
  • Es sind vielfältige Sportpotentiale vorhanden, die vor allem im Bewegungsbereich „Fitness, Gesundheit, Fernost“ eine starke Nachfrage aufweisen.

In der Sitzung des Sportausschusses am 22. September im Sportzentrum West hatten Prof. Dr. Horst Hübner und Oliver Wulf von FoKoS, der Forschungsstelle „Kommunale Sportentwicklungsplanung“ der Universität Wuppertal, den Ausschussmitgliedern die Ergebnisse ihrer schriftlichen Befragung von 5.500 Einwohnern im Alter zwischen zehn und 80 Jahren erläutert. Diese hatten Auskunft darüber gegeben, welche sportlichen Aktivitäten sie ausüben, wie oft und wo. Außerdem hatten sie den Zustand der Sportstätten in Remscheid bewertet (siehe nebenstehender Kasten). Der demografische Wandel hat die Nachfrage nach Sportangeboten in den vergangenen Jahren verändert und wird das auch weiterhin tun. Diese Veränderungen haben die beiden Sportwissenschaftler in der Zwischenzeit in die städtische Sportstättenplanung eingearbeitet. Gestern stellten sie die neuen Ergebnisse im  Sportausschuss vor. Der tagte diesmal im Saal des Lüttringhauser Rathauses.

Über das, was im Remscheid für den Sportbetrieb benötigt wird, entscheidet nicht nur der demografische Wandel, sondern auch das sich verändernde Freizeitverhalten. Und schließlich der Zustand der Sportstätten. Die insgesamt 16 Fußballfelder in Remscheid haben sich die Wissenschaftler näher angesehen - und dem Fußballspiel 13 davon zugeordnet. Die sieben Kunstrasenplätze (einer steht erst ab 2017 zur Verfügung), die zwei Naturrasenplätze und die sieben Tennenplätze würden von den Sportlern insgesamt zu 70 Prozent als sehr gut bis gut bezeichnet, die Umkleiden und Sanitärträume allerdings vielfach als verbesserungswürdig.

Trotz rückläufiger Mitgliederzahlen um rund 19 Prozent zwischen 2005 und 2015 sei die Zahl der Fußballmannschaften konstant geblieben. Wobei die Zahl der Juniorinnen-Mannschaften von 13 auf zwei zurückgegangen sei. Es existierten derzeit 103 Juniorenmannschaften, 26 Herren-Mannschaften und sechs Damen-Mannschaften. Die Sportplätze, auf denen sie trainieren, seien sehr unterschiedlich ausgelastet, berichtete Hübner weiter. Als sehr gut ausgelastet bezeichnete er die vier Plätze Honsberg, Stadtpark, Bergisch Born und Jahnplatz, als "mittel" die vier Plätze Bliedinghausen, Reinshagen, Neuenhaus und Röntgen-Stadion, als "gering" die beiden Plätze Klausen und Neuenhaus. Mit den gegenwärtigen Kunstrasenplätzen habe Remscheid "die Obergrenze erreicht", stellte Hübner fest. Dies gelte auch aus finanzieller Sicht. Denn mit den einmaligen Investitionen für den Bau sei es nicht getan. Alle 13 bis 15 Jahre benötige ein Kunstrasen eine neue Deckenschicht, und dafür müssten jeweils Rücklagen in Höhe von 250.000 Euro gebildet werden. Sollte sich die Stadt aber zu einem weiteren Kunstrasen entschließen, empfehle er dafür den Tennenplatz im Reinshagen - "ein zentraler Standort!" Im Übrigen rät Hübner der Stadt, geeignete Sportplätze in den Stadtteilen zu „familiengerechten Bewegungsräumen“ umzugestalten, etwa durch ein Boule-Feld und Trimmgeräte. Dies sei mit geringen Mitteln möglich.

Über die Situation des örtlichen Hallensports berichtete Oliver Wulf. Demnach haben die 53 Remscheider Turn- und Sporthallen sowie 15 Gymnastikhallen eine Größe von insgesamt 19.942 Quadratmetern, das sind fast zwei Hektar. 22,4 Prozent der Remscheider Hallern sind vor 1950 entstanden, ihr Zustand werde von den Nutzern aber noch durchweg als gut beurteilt. Im Einzelnen zählte Wulf auf: vier Dreifachturnhallern, zwei Zweigfach-Hallen, eine Mehrzweckhalle, sieben Einfach-Turnhallen, einen Judo-Raum und vier kleinere Turnräume. Mit den 15 Gymnastikhallen könnten die Vereine und die Schulen wegen ihrer Größe (letztere 180 bis 230 qm) „nur wenig anfangen, Das ist weder Fisch noch Fleisch!“ Deshalb sei die Auslastung der Gymnastikhallen mit 63 Prozent auch die niedrigste. Die Auslastung der übrigen Hallen liegt montags bis freitags zwischen 8 und 16 Uhr bei 73 und zwischen 16 und 22 Uhr bei 74,3 Prozent. Das bezeichnete Wulf als zufriedenstellend. Zu elf Prozent belegen Fußballmannschaften die Hallen. Für die künftige Hallenplanung der Stadt Remscheid empfehlen die beiden Sportwissenschaftler eine „enge Verzahnung von Schul- und Sportentwicklung“, den Abbau kleinerer Sporträume  sowie an mehreren Standorten  einen Neubau anstelle einer fortlaufenden Sanierung. In diesen Fällen solle dann gleich der „Gesundheitssport“ mit eingeplant werden.

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