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Es kommt auf ein schlüssiges Gesamtkonzept an

Dem gegenseitigen Kennenlernen sollte am Donnerstagabend das Treffen dienen, zu dem Beatrice Schlieper, die Vorsitzende des Fördervereins Haus Cleff e.V., die Mitglieder und Dr. Andreas Wallbrecht (55), den neue Chef des Historischen Zentrums, in die Begegnungsstätte im Deutschen Werkzeugmuseum eingeladen hatte. Der ehemalige Kreisarchäologe des Landkreises Gifhorn und Leiter des von 2009 bis 2014 für 3.5 Millionen € sanierten niedersächsischen Renaissanceschlösschens Burg Brome stillte die Neugierde der Heimatfreunde mit einem interessanten Vortrag über Relikte aus römischer Eisenzeit und Mittelalter, die er im Landkreis Gifhorn ausgegraben hatte, das historische Handwerksmuseum in der Burg Brome und das dortige Burgfest, das sich bis zum Beginn der Sanierungsarbeiten 2010 in der Bevölkerung großer Beliebtheit erfreut hatte.

Da lag die Frage nach seinen Beweggründen für den Wechsel nach Remscheid nahe. Die war im vergangenen Jahr im Kulturausschuss schon einmal gestellt worden. Wallbrecht damals: „Ein neues Museum (Brome) einzurichten zu können ist schön. Aber ein zweites Mal eine solche Gelegenheit zu bekommen, in diesem Fall die Sanierung von „Haus Cleff“, das hat mich ganz besonders gereizt!“ In der Wolfsburger Allgemeinen war im Juli vergangenen Jahres, als er Wechsel publik wurde, spekuliert worden, Wallbrecht habe für sich im Landkreis Gifhorn keine Perspektiven mehr gesehen, nachdem er vergeblich auf eine Abteilungsleiterstelle gehofft habe. Wie auch immer - Kulturdezernent Der. Christian Henkelmann freut sich jedenfalls, mit Wallbrecht zum 1. Oktober einen „erfahrenen Museumsmann“ als Leiter von Haus Cleff und das Deutsche Werkzeugmuseum gewonnen zu haben.

Ein Kulturzentrum mit vielfältigen Veranstaltungen!“, versprach Wallbrecht, als er sich im Herbst  den Mitgliedern der Bezirksvertretung (BV) Alt-Remscheid vorstellte. Die Ankündigung „Mehr zum neuen Museumskonzept im Mai“ folgte Anfang Dezember. Dass dazu auch eine deutliche Verzahnung von Werkzeugmuseum und Haus Cleff gehören wird, hatte der neue Museumsleiter bereits im Oktober angekündigt, sehr zur Freude von Beatrice Schlieper. Die hatte in der Vergangenheit schon einige Male kritisch angedeutet, der Förderverein des Museums wolle lieber weiter ein Eigenleben führen.

In dieser Hinsicht scheint sich inzwischen etwas geändert zu haben. Jedenfalls berichtete Schlieper am Donnerstag, die Hastener Heimatvereine hätten „den Austausch ihrer Mitglieder“, sprich: eine Art Verzahnung vereinbart, um zu dokumentieren, dass sie im Prinzip alle an einem Strang ziehen. „Alles andere wäre auch das Dümmste, was man tun kann“, zollte Dr. Wallbrecht dem Anerkennung. Da widersprachen die Mitglieder des Fördervereins von Haus Cleff nicht.

Nachdem das alte Patrizierhaus – einst Doppelhaus für zwei Familien – Ende vorigen Jahres leergeräumt und von Statikern auf der Suche nach späteren baulichen Veränderungen gescannt wurde, wird jetzt, gestützt auf die gewonnenen Erkenntnisse, an einer neuen Raumaufteilung gearbeitet. Dabei ist auch ein Durchgang von der einen zur anderen Haushälfte vorgesehen; der fehlt bislang. Über das ganze Haus verteilt müssen Brand- und Einbruchsmeldeanlagen verteilt werden.

Der erste Entwurf, den Wallbrecht am Donnerstag präsentierte, geht von einer „Ausstellungsebene“ in Parterre und einer „Veranstaltungsebene“ (für Konzerte, Lesungen, „kleine Gastronomie“) im ersten Obergeschoss aus. In Parterre sollen zudem Toiletten, ein Empfangstresen und die Garderobe untergebracht werden. Wenn es die Statik zulässt, soll auch das Dachgeschoss "bespielt" werden. Alles in allem ein sehr ambitionierter Plan, der aus finanziellen Gründen allerdings nur in vielen kleinen Schritten realisiert werden könne, wie Wallbrecht einräumte. Konkret: Sollen künftig regelmäßig in „Haus Cleff“ Kaffee und Kuchen angeboten werden, stellt sich zunächst die Personalfrage.

Die Frage der Finanzierung der Sanierung von Haus Cleff stellt sich nicht erst jetzt; sie wurde bereits im April vorigen Jahres im Kulturausschuss diskutiert („Viele Unsicherheiten zu Geld und Personal“). Die städtischen Rücklagen reichen für die Renovierung des Hauses nicht aus. Und durch private Spenden lässt sich der Fehlbetrag sicherlich auch nicht ausgleichen, wie am Donnerstag Richard Otto Bremicker feststellte, der Vorsitzende des Vereins "Hasten für Hasten" e. V. Eine Tatsache, an der auch die Aktion „Cleff-Aktie“ nichts ändern dürfte, die Wallbrecht in Aussicht stellte. Es wird also darauf ankommen, öffentliche Fördergelder zu akquirieren. Doch bevor auch nur ein Euro fließe, müsse den Geldgebern ein schlüssiges Gesamtkonzept vorgelegt werden, so Wallbrecht. Das ist jetzt seine erste große Aufgabe – und Herausforderung.

Aktueller Spendenaufruf der Flüchtlingshilfe

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Die Flüchtlingshilfe Remscheid öffnet kommenden Dienstag und Mittwoch (2./3. Februar) jeweils von 12 bis 19.30 Uhr ihr Spendenlager, Haddenbacher Straße 38-42 (neben Injoy und Bowl Inn - Zufahrt gegenüber der Kipperstraße) und bittet erneut um Sachspenden. Dank des unermüdlichen Einsatzes ihrer ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind fast alle bislang abgegebenen Sachspenden sortiert und eingelagert oder bereits an die Notunterkünfte ausgeliefert. Aktuell benötigt werden:

  • Bekleidung Herren:  Bekleidung aller Art, kleine Größen (S und M), bitte der aktuellen Jahreszeit angepasst,  Schuhe aller Art, (kleine Größen) bitte der aktuellen Jahreszeit angepasst,  Unterwäsche, bitte aus hygienischen Gründen nur ungetragen und originalverpackt.
  • Bekleidung Damen:  Unterwäsche, bitte aus hygienischen Gründen nur ungetragen und originalverpackt,  Umstandskleidung. 
  • Bekleidung Kinder / Babys:  Trainingsanzüge/Sportkleidung für Kinder,  Schuhe (Größen 39-43) aller Art, bitte der aktuellen Jahreszeit angepasst,  Unterwäsche, bitte aus hygienischen Gründen nur ungetragen und originalverpackt.  Bitte KEIN Spielzeug und KEINE Kuscheltiere, davon haben wir mehr als wir verwenden können.
  • Hygieneartikel für Frauen (Damenbinden, Shampoo, Duschgel, Deo, Cremes, Rasierer, Feuchttücher etc.) und für Männer (Shampoo, Duschgel, Deo Cremes, Rasierer, Rasierschaum etc.) sowie Babypflege (Shampoo, Duschgel, Pflegecreme, Feuchttücher, Windeln aller Größen, besonders Größe 1).  Bitte KEINE Zahnpasta und bitte KEINE Zahnbürsten, davon haben wir sehr viel auf Lager.
  • Sonstiges: Reisekoffer / Reisetaschen.

Neues WhatsApp-Angebot für Bahn-Pendler

Pressemitteilung der Deutschen Bahn

Ab sofort bietet DB Regio NRW seinen Fahrgästen einen zusätzlichen, personalisierten Informationskanal über den beliebten Messenger WhatsApp an. Nahverkehrskunden, die sich für den kostenlosen Service registrieren, erhalten bei größeren Störungen auf ihrer Linie eine WhatsApp-Nachricht über Ausmaß, Dauer und Reisealternativen. „Das WhatsApp-Angebot ist besonders für Pendler interessant, die regelmäßig auf einer bestimmten Strecke unterwegs sind. Sie können Echtzeit-Infos gezielt zu ihrer Linie abonnieren“, erklärt Björn Stroiczek, der als Streckenagent von DB Regio NRW die Fahrgäste des Nahverkehrsunternehmens der Deutschen Bahn via WhatsApp und Twitter schnell über Störungen informiert. Konkret zugbezogene Informationen sind weiterhin in den Reiseauskünften unter www.bahn.de/ris oder in der DB Navigator-App abrufbar. Die Registrierung für den WhatsApp-Service erfolgt über die Website www.bahn.de/streckenagent-nrw. Dort können Interessierte die Linie auswählen, zu der sie künftig Informationen erhalten möchten. Auch der Zeitraum lässt sich festlegen. Hinterlegt werden muss lediglich die eigene Mobilfunknummer für den Empfang der Nachrichten.

Der neue WhatsApp-Dienst ist eine weitere Stufe zum Ausbau des bestehenden Streckenagenten-Angebots: Vor rund sechs Monaten war zunächst der Twitter-Kanal Regio_NRW an den Start gegangen, der Fahrgäste über die aktuelle Betriebslage in NRW informiert. Seitdem hat das Team um Björn Stroiczek über 15.000 Tweets abgesetzt: „Wir twittern nicht nur, wenn ein Zug verspätet ist, sondern informieren die Fahrgäste auch zu den Gründen, halten sie über Fortschritte auf dem Laufenden und geben Bescheid, wenn alles wieder nach Plan läuft.“ (Dirk Pohlmann)

Vorstand gratulierte zur bestandenen Prüfung

Pressemitteilung der Volksbank Remscheid-Solingen eG

Erleichterung und Freude standen neun jungen Volksbankern ins Gesicht geschrieben: Einen Tag nach der bestandenen letzten Prüfung gratulierten die Volksbankvorstände Andreas Otto und Lutz Uwe Magney ihren jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur erfolgreichen Ausbildung. Otto machte deutlich, dass alle – unabhängig vom individuellen Prüfungsergebnis – Grund haben, stolz auf sich zu sein: „Sie haben eine große Hürde genommen und einen weiteren wichtigen Schritt in Ihrer persönlichen Entwicklung gemacht.“ Für den vielfältigen Einsatz schon während der Ausbildung dankten die Vorstände ihren Ex-Azubis. „Es war eine tolle Zeit mit Ihnen“, sagte Lutz Uwe Magney.

Am Montag beginnt das normale Arbeitsleben in der Volksbank Remscheid-Solingen eG. Die neuen Bankkaufleute werden in verschiedenen Bereichen, Filialen wie Fachabteilungen, des Hauses eingesetzt, die sie teilweise schon während ihrer Ausbildung kennengelernt haben. Dass sie gute Chancen haben, sich in der Bank weiterzuentwickeln und fortzubilden, versprachen Andreas Otto und Ausbildungsleiter Thomas Willczek den jungen Leuten. Mit einer kleinen Finanzspritze entließen die Vorstände sie in ihre private Abschlussfeier. Für das Ausbildungsjahr 2017 stehen noch Plätze für engagierte junge Leute zur Verfügung. Ansprechpartner ist Thomas Willczek, Tel. RS 699451.

Ein Tag für die Wahrscheinlichkeitsrechnung

Pressemitteilung der Bildungskonferenz Mathematik

Für Mittwoch, 3. Februar, hat die Bildungskonferenz Mathematik aller  Remscheider Schulen einen sogenannten Wahrscheinlichkeitstag für alle 4. und 5. Klassen der Remscheider Schulen geplant. Wo immer es möglich ist, sollen sich an diesem Mittwoch alle Viertklässler der Grundschulen und alle Fünftklässler aller weiterführenden Schulen einen Schultag lang mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung beschäftigen. Alternativ soll der Stoff in der Woche vom 1. bis 5. Februar -  auf mehrere Stunden verteilt - vermittelt werden. So soll diesem mathematischem Teilgebiet, dass vor Jahren neu in die Lehrpläne aufgenommen wurde, ein neuer Stellenwert eingeräumt werden und gleichzeitig eine profunde Grundlage für den weiteren mathematischen schulischen Werdegang der Schülerinnen und Schüler gelegt werden. Zu diesem Zwecke hat die Bildungskonferenz Mathematik entsprechendes Unterrichtsmaterial zusammengestellt und an alle Remscheider Schulen verschicken lassen. (Hans Heinz Schumacher, (Leiter der Bildungskonferenz Mathematik in Remscheid)

Noch Plätze frei für Existenzgründer

Pressemitteilung der IHK

Im IHK-Seminar für Existenzgründer am 1. und 2. Februar jeweils von 17 bis 20 Uhr und am 3. Februar von 17 bis 19.30 Uhr gibt es noch einige freie Plätze. Wer sich als Unternehmer selbstständig machen will, kann sich deshalb jetzt noch kurzfristig anmelden. Das Seminar findet statt in der Hauptgeschäftsstelle Wuppertal der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK), in Wuppertal, Heinrich-Kamp-Platz 2. Weitere Informationen unter Tel. 0202 / 2490-701 (Svenja Lütkereinke), E-Mail: s.luetkereinke@wuppertal.ihk.de oder online unter www.wuppertal.ihk24.de, Dokumentennummer 87901.

Kein Viertelstunde, und die Nebelsuppe war weg

Foto: Hans Georg MüllerMeine Naturexkursion soll Richtung Eschbachtal auf dem Wanderweg A 5 verlaufen. Schon unterhalb der Drosselwiese am Hasenclever-Wald strahlt gleißend helles Licht aus dem nahen Tal. An der Waldgrenze blickt man sonst immer auf die Ortschaft Zur Mühle. Nur heute nicht, da liegt ein dickes Nebelpaket über dem Tal, auf das die Sonne scheint, ein Kaltluftsee. In windstiller, kalten Nacht hatte sich die schwere Kaltluft unten im Tal gesammelt. Nun wird sie von der Sonne erwärmt und kondensiert zum Nebel. Kein Viertelstunde nach der Aufnahme bildete sich eine  starke warme Luftblase über dem See, die die Nebelsuppe aus dem Tal beförderte, und prompt war der blaue Himmel auch wieder in Zur Mühle auf der Talsohle zu genießen.    

 

Netzwerk gegen Radikalisierung hat große Maschen

„In einer beispiellosen Aktion hat die Staatsmacht die wohl radikalste Moschee Deutschlands in Solingen geschlossen. Millatu Ibrahim" gilt als extremistische Gruppe, die den Dschihad unterstützt.“, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“ am 14. Juni 2012. Und am 5. September 2014 macht die „Sharia-Polizei“ aus Wuppertal Schlagzeilen: „Radikale Salafisten sind als "Scharia-Polizei" durch Wuppertal gezogen, um Passanten über Verhaltensregeln zu belehren. Jugendliche wollten sie am Discobesuch hindern“ (ZEIT Online). Etwa ein Dutzend Jugendliche hätten sich in Wuppertal und Solingen dem IS in Syrien angeschlossen, vermutet Wuppertals Sozialdezernent Stefan Kühn. Von Remscheid war in diesem Zusammenhang nicht die Rede. Doch das müsse nicht heißen, dass es nicht auch hier Jugendliche gebe, die sich radikalisiert hätten, meinen die drei Mitarbeiter der Beratungsstelle „Wegweiser im Bergischen Land“,  eine Initiative der Landesregierung, die seit April vergangenen Jahres von Wuppertal aus die Salafisten-Szene im Bergischen Land beobachten. Durch Beratungen von Jugendlichen, Eltern, Lehrern, Sozialarbeiter, Ausbildern etc. wollen sie der Radikalisierung muslimischer bzw. zum Islam übergetretener  Jugendlicher  vorbeugen .

Die Berater aus dem Bereich der Islamwissenschaft und Sozialpädagogik mit türkischen oder arabischen Sprachkenntnissen verstehen sich als Ansprechpartner (Hotline: 0202-47858913; E-Mail: wegweiser@stadt.wuppertal.de">wegweiser@stadt.wuppertal.de) auch für die lokalen Moscheevereine, Schulen, Multiplikatoren oder Träger der Jugendhilfe. So steht es in dem Flyer, den Hakan D. ((Waterbölles: Name geändert. Nach Angaben des Beraters sind er und seine Kollegen aufgrund der Vorgabe des Innenministeriums gehalten, ihre Namen aus Sicherheitsgründen nicht gegenüber der Presse zu nennen.) am Mittwochabend im großen Sitzungsaal des Remscheider Rathauses verteilte. Der Jugendhilfeausschuss hatte den Berater eingeladen, den „Wegweiser“ vorzustellen. Und dabei kam heraus, dass von engen Kontakten zwischen den Beratern und den Remscheider Moscheevereinen noch keine Rede sein kann. Einer Einladung zu einem Kennenlerngespräch ins Rathaus seien gerade mal drei Moschee-Vertreter gefolgt. Und auch die Kontakte zwischen den Moscheevereinen und der Stadtverwaltung seien eher gering, habe er gehört. Was prompt Widerspruch auslöste: „Die Kontakte sind gut!“, äußerten sich gleichlautend Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Erden Ankay-Nachtwein, die Vorsitzende des Integrationsrates, und Nihat Murat. Das hänge, wie immer im Leben, von Personen ab, sah Richard Ulrich („Schlawiner“) die Situation differenzierter. Tenor: Mal sind die Kontakte gut, mal weniger...

Der religiöse Dialog mit Moscheegemeinden sei wichtig, hatte Innenminister Ralf Jäger am 7. April 2015 bei der Eröffnung der Beratungsstelle betont. "Mir ist besonders wichtig, dass das Programm vor Ort umgesetzt wird!“ Tatsache ist allerdings: Sehr umtriebig waren die Mitarbeiter der Beratungsstelle „Wegweiser“ in Remscheid bislang noch nicht. Aber: „Wenn wir eingeladen werden, kommen wir gerne,“ betonte Hakan D.. So zum Beispiel in die Akademie Remscheid.

In der Beratungsstelle in Barmen (Höhne 20) kann jedermann nachfragen, wenn er mit Begriffen wie Islam, Islamismus, Salafismus, Dschihadismus nicht zurechtkommt und sie ihm Angst machen. Oder wenn sich Sohn / Tochter / Neffe /Nichte /( Enkel/in verändert haben. Eine religiöse Neuausrichtung sei allerdings noch keine Radikalisierung, betonte Benabdessadek. Dazu heißt es in dem Flyer: „Der Islam ist ein Teil unserer pluralistischen Gesellschaft und gehört gemeinsam mit anderen Religionen und Weltanschauungen zum Alltag in Deutschland. Das Interesse am Islam wächst ebenso in der deutschen Mehrheitsgesellschaft, sodass auch Übertritte zum Islam, besonders unter jungen Menschen, nicht unüblich sind. Aber auch Jugendliche aus muslimischen Familien interessieren sich immer mehr für „ihre Religion" und verstehen diese als Teil ihrer persönlichen Identität. In Zeiten innen- und außenpolitischer Ideenkonflikte sowie Facebook und YouTube möchten wir diese Jugendlichen bei ihrer Suche nach Identität, Anerkennung und spirituell-religiöser Erfüllung nicht allein lassen und vor Abhängigkeit und Radikalisierung schützen. Gleichzeitig sollen Eltern, Lehrern und anderen Beteiligten unbegründete Ängste genommen und ein differenziertes Verständnis für „den Islam" und „die Muslime" vermittelt werden.“

"Wegweiser" soll den Einstieg junger Menschen in die gewaltbereite salafistische Szene verhindern. Ein Beispiel: Der 17jährige Hassan fühlt sich in der Schule ausgegrenzt und zieht sich aus fehlender Anerkennung immer mehr zurück. Der Schulabschluss ist gefährdet. Sein vorherrschendes Gefühl: ich habe sowieso nie Erfolg. Die Gesellschaft gibt mir keine Chance. Hassan sondert sich weiter ab. Und genau in dieser Situation locken ihn extremistische Salafisten in ihre Kreise. Sie geben ihm Bestätigung und nehmen ihn ‚als Bruder‘ in ihre Mitte auf. Minister Jäger: „Hier müssen wir die jungen Menschen erreichen. Rechtzeitig, bevor sie in die Radikalisierungsfalle geraten!“

Die direkte Ansprache gefährdeter Jugendlicher sei allerdings schwierig, räumte Hakan D. am Mittwoch im Jugendhilfeausschuss ein. „Wir können niemanden zwingen, mit uns zu reden. Und ein Gesprächsangebot christlicher Lehrer wird erst recht abgelehnt.“ Die Radikalisierung beginne meist zuhause am PC und nicht in einer Moschee. Lehrern und Jugendarbeitern riet er, sensibel zu sein. Es sei nicht ausgeschlossen, dass sich Remscheider Jugendliche in ihrem Umfeld gar nicht als Salafisten zu erkennen gäben und den Kontakt zu radikalen Gruppen in Wuppertal oder Solingen suchten. Prävention und frühe, maßgeschneiderte Hilfen für junge Menschen seien wichtig, hatte im April der damalige Wuppertaler  Oberbürgermeister Peter Jung betont.

Die drei Mitarbeiter der Beratungsstelle „Wegweiser im Bergischen Land“, werden zur Hälfte vom Land bezahlt, die andere Hälfte zahlen die Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal gemeinsam. Die beiden Männer und eine Frau teilen sich zwei Vollzeitstellen, die Verträge sind auf fünf Jahre befristet.

 

 

„Bilder von Gott“ seit gestern im Rathaus

"Bilder von Gott" heißt ein Projekt, an dem sich etwa 250 Kinder, etliche Jugendliche und rund 100 Senioren unter Federführung von Pfarrer Hans Jürgen Roth beteiligt haben. Aus den Bildern, die dabei entstanden hat Roth aus Anlass seines Goldenen Priesterjubiläums nicht nur ein kleines Buch gemacht, sondern auch eine ökumenische Ausstellung. Gestern wurde sie vor zahlreichen interessierten Bürgerinnen und Bürgern im Foyer vor dem großen Sitzungssaal des Rathauses durch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz eröffnet. Ganz individuell beantworten die von Kindern ab vier Jahre und Erwachsenen bis 92 Jahre gemalten Bilder die Frage „An wen denkst Du, wenn Du von Gott hörst?“. Die Ausstellung läuft noch bis zum 12. Februar geöffnet  (montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 16 Uhr).

Beteiligt waren das Familienzentrum BonaVentura,  kath. Pfarrgemeinde Remscheid-Lennep,  der Kindergarten Pusteblume,  evang. Lutherkirchengemeinde Remscheid, der Integrative Kindertagesstätte „Wilde Wiese“,  Bergisch Gladbach, der Schulverbund Kath. Grundschule Menninghausen (Standort Menninghausen), Remscheid, Gruppen verschiedenen Alters aus der  evang. Lutherkirchengemeinde Remscheid, die Malstuben in Küppelstein mit Margarita Krüllmann, der Malkreis im Treff für Alt und Jung „Mittendrin“ , Caritasverband Bergisch Gladbach, die Stockder-Stiftung, die Bergischen Alten- und Pflegeeinrichtungen Remscheid gGmbH der bergischen Diakonie Aprath und der Stadt Remscheid sowie „Haus Lennep“. Insgesamt waren etwa 250 Kinder, etliche Jugendliche und rund 100 Senioren beteiligt.

Uni-Studie zur Qualität der Kitas in RS?

„Die SPD-Fraktion hält es für richtig und wichtig, dass regelmäßig durch das Jugendamt in den städtischen Kindertageseinrichtungen die Zufriedenheit der Eltern evaluiert wird. Ein Qualitätsstandard kann dauerhaft nur beibehalten werden, wenn die Eltern aktiv in diesen Prozess mit einbezogen werden. Nur durch eine regelmäßige Evaluation kann abgefragt werden, ob die Wünsche und Vorstellungen der Eltern bezüglich der Betreuung ihres Kindes und somit die erforderlichen Qualitätsstandards erfüllt werden.“ So begründete die SPD im November ihre Forderung nach einer Elternbefragung in den städtischen Kindertageseinrichtungen in den Bereichen Betreuung, Gesundheit, Ernährung, Zusammenarbeit der Einrichtung mit den Eltern, Informationsaustausch und Angebote neben der reinen Betreuung (z.B. Feste, Ausflüge).

Der Antrag stand am Mittwoch auf der Tagesordnung des Jugendhilfeausschusses. Wie Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz berichtete, hat der Rektor der Universität Wuppertal seine Unterstützung bekundet, das Thema durch Studierende im Rahmen von Semesterarbeiten behandeln zu lassen. „Aber bitte kostenneutral“, wandte Ottmar Gebhardt (CDU) gestern ein. Einzelheiten einer solchen Studie sind zwischen Stadt und Uni allerdings noch zu besprechen. Deshalb stimmte der Ausschuss dem Vorhaben lediglich grundsätzlich zu, erwartet aber noch eine exaktere Beschlussvorlage. Der OB erwartet von der Studie eine Förderung der Kindergartenarbeit in Remscheid, aber nicht, „dass sie bei den Eltern Wünsche weckt, die nicht erfüllbar sind“. Ingrid Rosiejka, Leiterin der Kita „Villa Kunterbunt“ und Sprecherin der "AG Kita", hatte in diesem Zusammenhang die Frage nach Ausflügen angesprochen. Diese müssten dem pädagogischen Konzept der Kitas entsprechen.

Stadtspitze denkt an Kooperationen mit der Akademie

Über das vielfältige Angebot der Akademie Remscheid informierten gestern deren Fachbereichs- und Abteilungsleiter den Remscheider Verwaltungsvorstand. Vor dem Hintergrund anhaltender Flüchtlingszuströme stellt sich für Städte und Gemeinden die Frage nach dem Umgang mit kultureller Diversität und der Sicherung kultureller Teilhabe. Den Möglichkeiten verstärkter Kooperationen in der kulturellen Bildung galt der gestrige Gedankenaustausch. Dabei stellte der Verwaltungsvorstand die außerordentliche Bedeutung des weit über die Landesgrenzen hinaus anerkannten und auch international agierenden Bildungsinstituts für unsere Stadt heraus.
Die Akademie Remscheid, die seit ihrer Gründung im Jahr 1958 ihren Sitz im Ortsteil Reinshagen hat, ist zentrales Institut für kulturelle Kinder- und Jugendbildung der Bundesrepublik Deutschland und des Landes NRW. Als Fortbildungsakademie für Fachkräfte der Jugend, Sozial-, Bildungs- und Kulturarbeit ist sie eine anerkannte Einrichtung der Kinder- und Jugendförderung und qualifiziert im gesamten Themenspektrum der Kulturellen Bildung. Seit 2015 ist sie unter der Schirmherrschaft der UNESCO nationales Observatory in dem europäischen Netzwerk „European Network of Observatories in the Field of Arts and Cultural Education“.

"Buddys" gegen Alkohol, wo Gespräch noch möglich ist

Was haben in diesem Jahr der Karneval im Festzelt in Lennep, der Rosenmontagszug (8.2.), die Mai-Kirmes auf dem Schützenplatz in Remscheid (22.4.), „Housepark“ im Stadtpark (4.6.), das „Löwenfestival auf dem Rathausplatz (donnerstags vom 14.7. bis 18.8.) und die AGOT-Party „RS United“ im Stadtpark (3.9.) gemeinsam? Den Einsatz von „Buddys“ ab 18 Jahre. Der Begriff steht im Englischen für Freund oder Kumpel. Seit 2011 schult die Fachstelle Sucht des Diakonischen Werkes in Kooperation mit der Stadt Remscheid junge Erwachsene in dieser besonderen Form der Alkoholprävention: Die „Buddys“ sollen bei öffentlichen Festen die Veranstalter dabei unterstützen, dass es friedlich und fröhlich bleibt, auch wenn Alkohol ausgeschenkt wird. Sie sollen Gleichaltrigen und jüngeren Jugendlichen Rat geben oder helfen, wenn zu viel getrunken wird, andere Drogen im Spiel sind oder der Jugendschutz nicht eingehalten wird. Vor allem dort, wo Ältere als „Spießer" oder „Besserwisser" nicht gehört würden, sollen „Buddys“ durch Gespräche auf Augenhöhe frühzeitig Konflikte vermeiden oder Eskalationen entschärfen helfen. Sie sind stets mindestens zu zweit unterwegs und stehen in Verbindung mit den Ordnungskräften.

In diesem Jahr nehmen an dem Remscheider „Buddy“-Projekt fünf Studenten/innen aus Wuppertal innerhalb eines studienbegleitenden Praktikums teil und zwei Schüler/innen des Käthe-Kollwitz-Berufskollegs sowie zwei Studentinnen der Sozialen Arbeit aus Düsseldorf als Ehrenamtliche. In der Beratungsstelle des Diakonischen Werkes wurden die inzwischen geschulten jungen Leute gestern von Fachleuten (Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen der Stadt, Polizei, Suchtberatung etc.) auf ihren Einsatz am Rosenmontag in Lennep und die weiteren Einsätze in 2016 eingestimmt. Bernd Liebetrau, Leiter der Fachstelle Sucht des Diakonischen Werks Remscheid: „‚Buddys‘ sind Bestandteil eines Präventionskonzeptes, das dort ansetzt, wo Verhalten noch veränderbar ist. Wo Jugendliche über ihren Konsum zum Nachdenken angeregt werden und sich teils spielerisch mit den Folgen auseinandersetzen können. Dazu gehören etwa Rauschbrillen oder Alkoholquiz.“ Liebetrau und Sandra Schwabe vom städtischen Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen leiten die in verschiedene Module unterteilten Schulungen der „Buddys“. Dazu gehören „Das Leben feiern - aber richtig!“, „Stress - Aggressivität und Gewalt“ und „Werkzeuge guter Gespräche“.

2012 kamen in Remscheid die ersten geschulten, ehrenamtlich tätigen „Buddys" zum Einsatz, meist bei Veranstaltungen, auf denen  der Alkoholpegel noch niedrig war oder im Vorfeld über Alkoholkonsum und seine Folgen diskutiert werden konnte. Seit August 2015 gehören die „Buddys“ zum Projekt „HaLT“, das aus zwei Bausteinen besteht. Im reaktiven werden Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum / nach Alkoholvergiftung und ihre Eltern meist noch im Krankenhaus angesprochen (die Fachstelle Sucht des Diakonischen Werkes hat eine entsprechende Kooperationsvereinbarung mit dem Sana-Klinikum). Zusätzlich zu diesen Einzelberatungen erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem riskanten Konsumverhalten im Rahmen eines Gruppenangebotes. Hinzu kommen weitere Schnittstellen, um Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum frühzeitig zu erreichen (z.B. Jugendberufshilfe, Ärzte, Schulsozialarbeit oder Justiz). Der proaktive Baustein ist das „Buddy“-Projekt.