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Einbrüche in Wohnungen und Betriebe

Am Freitag, zwischen 10 und 18 Uhr kam es zu einem Einbruch in ein Reihenhaus an der Ringstraße. Was gestohlen wurde, ist noch unklar. Zu zwei Wohnungseinbrüchen in einem Mehrfamilienhaus kam es am Freitag an der Hans-Böckler-Straße. Aus der einen Wohnung erbeuteten die Täter u. a. Handtücher und Bettdecken, was aus der anderen Wohnung gestohlen wurde, muss noch ermittelt werden. Am Freitagabend drangen Unbekannte in eine Wohnung an der Sedanstraße ein, machten aber keine Beute. Ebenfalls am Freitag gelangten Unbekannte in eine Werkstatt an der Kronprinzenstraße und erbeuteten Geld und ein Laptop.
Am Heiligabend, zwischen 14.20 Uhr und 18 Uhr gelangten Eindringlinge in eine Wohnung an der Albert-Schmidt-Allee und erbeuteten Manschettenknöpfe. Geld, eine Uhr und Parfüm entwendeten Unbekannte aus einer Wohnung an der Küppelsteiner Straße. An der Stephanstraße stahlen Einbrecher in der Nacht zu Sonntag aus einer Wohnung Geld, Schmuck und eine Tasche. Zudem gab es noch drei versuchte Einbrüche an der Bergwerkstraße, dem Saverneweg und der Reinshagener Straße. Zu einem Gaststätteneinbruch kam es in der Zeit vom 23. Dezember, 4.30 Uhr, bis zum 24. Dezember, 12.15 Uhr, an der Hochstraße. Dort öffneten die Täter drei Spielautomaten und entnahmen daraus das Bargeld. An der Alleestraße brachen Täter am Heiligabend zwischen 04.00 Uhr und 08.50 Uhr morgens, in eine Gaststätte ein und brachen Spielautomaten auf und erbeuteten Geld. Zeugen, die Hinweise zu den Einbrüchen geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei unter der Telefonnummer 0202/284-0 zu melden. (aus dem Polizeibericht)

Produktion im Singerberger Hammer endete 1954

Schleifsteine mit Transmissionen angetrieben. Repro: G. Schmidt

Etwa 80 Meter oberhalb der Grimm-Schrieverschen Hämmer lag der heute nicht mehr existierende Singerberger Hammer. An einem großen Teich stand außerdem eine Pulvermühle, die aber schon frühzeitig abgerissen wurde. Die Chronik überliefert, dass weitere mit Hämmern verbundene Hütten im 16. Jahrhundert in der Nüdelshalbach auf dem Platz der Firma Hermann Kuhler, einem kleinen, aber modernen Hammerwerk am Zusammenfluss von Mückenbach und Diepmannsbach (dem früheren Walkbach), sowie etwas weiter abwärts im ehemaligen Singerbruch am Fuße des Singerberges am "vereinigten Mücken- und Walkbach" gestanden haben, wo bis vor einigen Jahren die Firma C.F. Stursberg & Cie. ein aus einem alten Wasserhammer hervorgegangenes Dampfhammerwerk betrieb (später Grimm).

Der Singerberg, als Flurname auch  Singerbruch und Goldenberggrund, war die Lagebezeichnung für den Bereich zwischen Haddenbach, Hasenclev und Goldenberg. Wo heute die Straße Singerberg die Verbindung zwischen Haddenbacher Straße und Remscheider Straße darstellt, lag am tiefsten Punkt das Hammerwerk, das 1965 eingeebnet wurde, weil der Straßenbau vorrangig war. Der Stauteich war damals hinter der heute neu erbauten Feuerwehr Nord zu finden.

Der Singberger Hammer. Repro: G. Schmidt Der Hammer war um 1446 errichtet worden, wurde jedoch erst 1607 vom Burger Kellner urkundlich erfasst: "Klopfhammer und Pulvermühle under der Neudelshalbach auf dem Guldenberggrund, dem Hasenclever und seinem Sohn gehörend". In Verbindung mit einer Hütte, in der noch die heimischen Eisenerze geschmolzen wurden, entstand um 1595 ein Wasserhammer; eine Pulvermühle lag am selben Teich. Dietrich Hasenclever in der Nüdelshalbach wird 1697 als Besitzer genannt. Im Lagerbuch 1743/47 ist vermerkt, dass die Pulvermühle 1648 "niederfällig worden"  und nicht wieder aufgebaut worden sei.

1749 ist der Hammer als Klopfhammer der Clemens Hasenclever Erben verzeichnet. Gefertigt wurden damals Radschienen für die eisernen Reifen von Wagenrädern und Radnaben, Stangenmaterial für Hufeisen und verschiedene Arten von Baueisen. Dieses lediglich gereckte Material, das schon im 15. Jahrhundert weitgehend genormt war, wurde von Anfang an nicht nur im Lande verkauft und verarbeitet, sondern zum guten Teil auch ausgeführt. So ging zum Beispiel schon 1480 ein Teil des in den Hämmern verarbeiteten Materials als "Lenneper Iseren" nach Osnabrück und in die übrigen nördlichen Territorien. Die Produktion der Hämmer um 1500 war wesentlich mannigfaltiger, als 100 Jahre zuvor. Zu der üblichen Stangen- und Schienenware waren bald Bleche und Bandeisen getreten. Hinzu kamen Brechstangen, Bergeisen, Keilhauen, Spitzhacken, Mühlsteinhauen und dergleichen. Diese Werkzeuge wurden anfänglich an den Spitzen und Schneiden von Handschmieden verstählt, d.h. sie wurden aufgekohlt oder es wurde ein Stahlstück aufgeschweißt (feuerverschweißt), das härtbar war.

Die gesamte Stahlschmiederei war damals noch Handarbeit, und der Stahl wurde meist nur in kleinen und dünnen Stäbchen von etwa Fingerlänge verkauft. Aber im Quellgebiet des Morsbachs beiderseits des Goldenbergs lernte man schon früh das Aufschweißen von Stahl auf Eisen unter dem Wasserhammer, ebenso wie das Ausschmieden der dünnen Stahlstreifen zu Messerklingen usw. in den schnellschlagenden leichten Klopfhämmern. Das wiederum führte zur Bereitung von Knüppelstahl und später Stabstahl aus Eisen- und Stahlgarben, den sogenannten "Rebbenkusen" - und damit zur Bereitung von Gärb- oder Raffinierstahl, dem Edelstahl jener Zeit.

1852 ist der Stahlraffinierhammer im Mühlenkataster als Besitz der Gebrüder Hasenclever aufgeführt. Er produziert zu dieser Zeit, inzwischen 400 Jahren,  mit einem Feuer und einem Amboss 30.000 Pfund Raffinierstahl pro Jahr. 1853 besitzt der Hammer laut Regierungsliste bereits drei Feuer, vier Arbeiter und ein Wehr. 1867 erscheint der Hammer in einer anderen Aufstellung mit drei oberschlächtigen Wasserrädern.

Alter Schwanzhammer Repro: G. SchmidtCaspar Friedrich Stursberg (1833-1920), zuerst Hammerschmied auf dem Kranenholler Hammer, dann Hammerherr zu Dörpe, kehrte mit seinen Söhnen nach Goldenberg zurück, erwarb von den Erben Hasenclever den Singerberger Hammer und gründete die Raffinierstahlfirma C.F. Stursberg & Co. 1907 wurde der Betrieb auf Dampfkraft umgestellt. Es kam der erste sechs Zentner schwere Dampfhammer hinzu, 1911 der zweite. Der Wasserhammer arbeitete bis 1910.1913 wurden zehn Tonnen "Stahl auf Eisen" hergestellt. Es war eine Spezialität des Werkes, und die Produkte wurden hauptsächlich exportiert. 1954 wurde die Produktion eingestellt.
(Aus: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid Herausgegeben von Günther Schmidt Band 4 - Leyerbach, Diepmannsbach, Mückenbach)

Mit dem "Medimobil" an den Rand unserer Gesellschaft

Erstmals erschien die Reportage
im Waterbölles am 24. Dezember 2007

 „Danke“ sagt der Mann mit dem langen, zotteligen schwarzen Haar, Stoppelbart und stark behaarter Brust (alle Knöpfe des Hemdes stehen offen), dem Margit Dorfmüller-Hake gerade eine Weihnachtstüte mit Obst, Süßigkeiten, Tabak, Kaffeepulver und Hygieneartikeln überreicht hat. „Danke“ sagt er, ergreift wieselflink die noch ausgestreckte Hand und küsst sie. Die engagierte Hastenerin hat sich zum „Wichteln“ beim letzten Einsatz des „Medimobils“ vor Weihnachten das rot-weiße Kostüm eines Nikolaus übergezogen nebst passender Zipfelmütze. Im Fahrzeug warten, verstaut unter der Krankentrage, noch viele Tüten darauf, an diesem Abend an Menschen verteilt zu werden, die am Rande dieser Gesellschaft leben, wenn gleich mitten unter uns: im städtischen Obdachlosenheim an der Schüttendelle, in einem Mietshaus an der Rosenhügeler Straße mit kleinen Ein-Zimmer-Appartements und in dem aus mehreren älteren Häusern bestehenden Wohnheim an der Neuenkamper Straße („Haus Dresen“). Eine feste Arbeit haben die wenigsten, die hier „ein Dach über dem Kopf gefunden haben“. Viele sind alkohol- oder tablettenabhängig, haben das Wartezimmer eines Arztes schon lange nicht mehr gesehen. Weil sie anders aussehen als andere Patienten. Oder weil sie „,müffeln“. Armut riecht, besonders die Armut der Menschen, die die meiste Zeit des Tages auf der Straße verbringen. Zum Arzt zu gehen würde bedeuten, sich den Blicken anderer Patienten auszusetzen.

Andere könnten gar nicht zum Arzt gehen, selbst wenn sie wollten. Weil sie den Schutz einer Krankenversicherung verloren haben. Und das kann schnell gehen: Arbeitslos geworden, sich nicht rechtzeitig bei der ARGE gemeldet und Hartz IV beantragt - schon ist es vorbei mit dem Krankenschutz. Da bleibt dann allein die basismedizinische Versorgung jeden Mittwoch, wenn das „Medimobil“ vor der Haustür Station macht.

Es liegt schon ein paar Jahre zurück, da sprach Dr. Frank Neveling, damals noch im Gesundheitsamt der Stadt Wuppertal tätig, mit einem befreundeten Betriebsarzt über Obdachlose. Ihre Erkenntnis damals: „Wenn sie nicht zu uns kommen, müssen wir zu ihnen kommen!“ Die Idee eines ehrenamtlichen ärztlichen Dienstes war geboren und auch der Name schnell gefunden: „Medimobil“. Was mit einem Arztkoffer und einem alten Feldbett in einem betagten Lieferwagen am Döppersberg in Wuppertal begann, einem bekannten Treffpunkt von Drogenabhängigen und Wohnungslosen, umfasst längst auch Remscheid: Frank Neveling hatte das „Medimobil“ quasi „im Gepäck“, als er die Leitung des Gesundheitsamtes der Stadt Remscheid übernahm.

Das „Medimobil“ ist inzwischen ein ausgemusterter rot-weißer Krankenwagen, eine Spende der Remscheider Feuerwehr. Er fährt in beiden Großstädten nach festem Plan (mittwochs in Remscheid, donnerstags in Wuppertal), besetzt mit einem Arzt, einer Arzthelferin oder Krankenschwester, dem Fahrer und nicht selten auch mit einem Sozialarbeiter. Allein in Remscheid teilen sich neun Ärzte den ehrenamtlichen Dienst, darunter praktizierende Hausärzte und pensionierte Chefärzte von Krankenhäusern in Radevormwald und Hückeswagen. Organisatorisch ist der Dienst unter dem Dach der „Wuppertaler Tafel“ e.V. angesiedelt, der auch die Spenden von Firmen und Bürgern im bergischen Städtedreieck entgegennimmt, ohne die es nun einmal nicht geht. (Weshalb an dieser Stelle auch die Kontodaten vermerkt sind: Wuppertaler Tafel e.V., Konto 118117 bei der Stadtsparkasse Wuppertal, BLZ 33050000, Stichwort „Spende Medimobil“.)

Das Team bei diesem letzten Einsatz vor Weihnachten besteht aus dem Arzt Dr. Jusef Hadjamu, der Helferin Margit Dorfmüller-Hake, dem Fahrer Peter Oeligmann (im Wechsel mit Wolfgang Zur), und einer „weihnachtlichen Verstärkung“ in Gestalt von Lothar Neumann. Auch er steckt in einem Nikolaus-Kostüm, hat sich obendrein einen weißen Rauschebart umgebunden und hilft beim Verteilen der Tüten. Gelegentlich fragt er die Beschenkten, ob sie auch ein Weihnachtsgedicht aufsagen könnten. Und weil er dann jedes Mal Kopfschütteln erntet, trägt er hin und wieder selbst eines vor. Dann verstummen die Gespräche der umstehenden Hausbewohner.

„Zeit für Menschen zu haben, zu denen sonst keiner kommt, das ist vielleicht der wichtigste Dienst unseres Medimobils“, beschreibt die Wuppertaler Tafel im Internet ihren Dienst am Mitmenschen. „Menschliche Wärme brauchen unsere Patienten mindestens so dringend wie Schmerztabletten, Mittel gegen Erkältung und Asthma, Wundsalben und Antibiotika. Wie oft kann ein persönliches Gespräch wieder Mut machen, den Kampf gegen Alkohol und Drogen aufzunehmen.“

Deshalb fährt auch oft ein Sozialarbeiter des Sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt Remscheid mit, Thomas Korthals oder Gerd Dürr (links im Bild). Von ihnen haben die Menschen, die zum „Medimobil“ kommen, keine moralischen Vorhaltungen zu erwarten. Wohl aber können sie mit konkreten Hinweisen rechnen, was weitere Hilfsangebote betrifft. Zum Beispiel die Rückkehr in den Schutz einer Krankenversicherung.

Im Inneren des „Medimobils“ hängt ein Schild, unübersehbar: „Die Würde des Menschen ist unantastbar!!“ Vor der Seitentür hat sich eine kleine Schlange gebildet. Ein halbes Dutzend Männer wollen an diesem Abend den Arzt sprechen. Der eine möchte seinen Blutdruck messen lassen, ein anderer klagt über Kopfschmerzen. „20 bis 30 Patienten sind es auf jeder Tour“, sagt Dr. Frank Neveling. Sie erhalten Salben, Asthmaspray, Antiallergika oder Mittel gegen Erkältung. Nicht selten müssen auch Verletzungen, Abszesse und offene Beine behandelt werden. Es scheint, als seien bestimmte Krankheiten mit Armut fest verbunden. Die Medikamente – Spenden von Ärzten und Apothekern – könnten mehr sein. Denn die Nachfrage ist gestiegen, hat Wolfgang Nielsen von der Wuppertaler Tafel  erkannt. Ältere Menschen seien als Bedürftige hinzugekommen, weil sie sich eine „normale“ ärztliche Versorgung nicht mehr leisten könnten.

Im städtischen Obdachlosenheim an der Schüttendelle klagt ein Mann über starke Zahnschmerzen. Tatsächlich ist eine akute Entzündung im Mundbereich die Ursache. Während Dr. Hadjamu den Patienten behandelt, gehen die beiden „Nikoläuse“ durch den Flur des ehemaligen Asylantenheimes (im September war es umgewidmet und renoviert worden) und klopfen an den Türen der Ein- und Zweibettzimmer. Doch niemand öffnet. „Die übrigen acht Bewohner sind noch alle unterwegs, irgendwo draußen“, sagt der Hausmeister. Also werden die Tüten wieder im „Medimobil“ verstaut; zurücklassen will man sie nicht. „Wer weiß, wo die dann landen…“ Dann doch besser am nächsten Tag noch mal vorbeischauen.

Im Mietshaus an der Rosenhügeler Straße, wo manche ein (von der Stadt Remscheid bezahltes) Zimmer gefunden haben, die vorher obdachlos waren, dringt aus einem Raum das ohrenbetäubende Krächzen eines Papageis. Er sitzt in einem Käfig am Fenster, ist aber bei Weitem nicht das Ungewöhnlichste in diesem Raum: Er ist über und über mit naiven Bildern beklebt. „Hier hat das ZDF gedreht“, weiß Margit Dorfmüller-Hake. Am 13. Oktober dieses Jahres berichtete das ZDF über das „Medimobil (Im Internet können Sie sich den Film ansehen unter dem Link http://wstreaming.zdf.de/zdf/300/070914_muetter_dde.asx ansehen, sofern Ihr Computer über entsprechenden Software verfügt.) Doch über die Fernsehleute wird an diesem Abend nicht mehr weiter gesprochen. Die Frau weint, braucht den Trost von Margit und Lothar. Ihr Lebensgefährte ist vor wenigen Tagen gestorben. Viele Bilder an den Wänden zeigen ihn oder sind ihm gewidmet. Der Papagei ist nicht zur Ruhe zu bringen. Wahrscheinlich ist er so viele Menschen in dem kleinen Raum nicht gewohnt.

Auf dem Rückweg zum Krankenwagen geht eine Türe auf. Der Mann, dem „Nikolaus“ Lothar Neumann ein paar Minuten vorher zwei Tüten in die Hand gedrückt hatte für sich und seine Frau, in der einen Tüte unter anderem eine kleine Flasche Sekt und in der anderen ein Fläschchen Schnaps, gibt beides zurück: „Ich trinke nur Bier, und meine Frau trinkt gar keinen Alkohol mehr. Gott sein Dank!“

2,1 Millionen Euro für Ring-/Rader Straße

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Eine gute Nachricht aus Düsseldorf hat die Stadt Remscheid in dieser Woche erreicht. Sie erhält für den Ausbau des Verkehrsknotenpunktes Ringstraße B51 – Rader Straße B229 bis zum 31.12.2020 eine Zuwendung von insgesamt 2.087.000 Euro. Zeitgleich mit dem Förderantrag für den Ausbau des Knotenpunktes Trecknase hatte die Stadt im Mai 2014 den Förderantrag für den Ausbau des Knotenpunktes Ringstraße/Rader Straße bei der Bezirksregierung Düsseldorf eingereicht.

„Das ist eine gute Nachricht für Remscheid“, freut sich Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. „Mit dem jetzt erteilten Zuwendungsbescheid bestätigt das Land die bereits in Aussicht gestellte Förderungszusage und gibt uns noch in diesem Jahr Finanzierungssicherheit für den verkehrsstrategisch nötigen Umbau des Knotenpunktes im Stadtteil Lennep.“ Denn zum einen ist eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Knotens Ringstraße/Rader Straße als Ersatz für die nicht weiter verfolgte Südumgehung Lennep (B 229 n) erforderlich. Zum anderen muss der Ausbau in erweiterter Form erfolgen, um die verkehrliche Erschließung des geplanten Designer-Outlet-Centers sicherzustellen, für das der Stadtrat am 13. Dezember Baurecht geschaffen hat.

Der Umbau des Verkehrsknotens Ringstraße/Rader Straße ist im unmittelbaren Anschluss an den Ausbau der Kreuzung Trecknase geplant. Erste vorbereitende Arbeiten für den eigentlichen Straßenausbau des Knotens starten im Januar oder Februar 2017. Dann werden dort Bäume entfernt, wo später der künftige Straßenbereich liegen wird (detaillierte Information zum entsprechenden Beschluss der Bezirksvertretung Lennep vom 08.12.2016 im Ratsinfosystem unter ratsinfo.remscheid.de/sessionnet/bi/vo0050.php?__kvonr=7002&voselect=1410). Für die Erweiterung des heutigen Ausbaubereichs werden außerdem Versorgungsleitungen und Kanäle umgelegt und im Bereich der Tankstelle an der Ringstraße eine Stützwand errichtet. Diese Arbeiten sind gleichfalls für 2017 geplant. Mit der Förderung des kommunalen Straßenbaus trägt das Land Nordrhein-Westfalen zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in den Gemeinden, Gemeindeverbänden und Kreisen bei. Ein Förderschwerpunkt liegt derzeit auf der Erhaltung und dem Ausbau verkehrswichtiger Straßen.

Als Mondscheinkarten noch sehr beliebt waren

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Liebe Freunde des Bergischen Landes, liebe Lenneper, mit dieser historischen Postkarte aus den 1910er Jahren möchte ich Ihnen heute ein frohes und ruhiges Weihnachtsfest wünschen!
Die Ansichtskarte stammt vom Verlag Otto Radtke, der seinerzeit in der Kaiserstraße 8, d. h. in der heutigen Bahnhofstraße angesiedelt war. Der Fotograf Otto Radtke war lange Zeit in Lennep und in Hückeswagen tätig. In meinem Lennep-Archiv verwahre ich so manche seiner Werke, meist auf Pappe aufgezogene Fotos von damaligen Zeitgenossen, die sich allein oder auch mit dem Ehepartner bzw. der Familie, oft auch vor einem künstlichen Atelierhintergrund, bei ihm hatten fotografieren lassen. Noch heute finden sich im Internet so manche Portraits dieses früheren Fotokünstlers.
Die Ansichtskarte zeigt Alt-Lennep in einer so genannten Totalen oder Totalaufnahme, gesehen vom Westring nahe der Diepmannsbacher Straße aus. Ein winterliches Stadtmotiv, das von Otto Radtke als damals sehr beliebte Mondscheinkarte gestaltet wurde: Das Foto entstand bei gutem Tageslicht, wurde dann aber bewusst dunkler gearbeitet und zusätzlich mit einem Mond versehen. Karten dieser Art, es gab damals auch eine Variante in rosafarbener Morgenröte, stammen meist aus der Zeit zwischen 1898 bis 1906. Sie sollten der Örtlichkeit Romantik verleihen.

Weg ins Diepmannsbachtal führte am "Mühlchen" vorbei

Mühlchenhammer. Repro: G. SchmidtÜber den Fußgängerweg wandern wir vom Feuerwehrgebäude an der Haddenbacher Straße Richtung ehem. Kuhler und treffen unterhalb der Firma an der Straßenbrücke, über die der Weg nach Goldenberg und die Zufahrtstraße zum Breithammer sowie in das gesamte Diepmannsbachtal führt, auf den Diepmannsbach. Der hatte ursprünglich verschiedene Namen: Dittmannsbach, Deichmannsbeck, Teichmannsbeek und ähnlich. Das Tal wurde auch verschieden benannt: Rutzkotter Tal, Überfelder Tal, Endringhauser Bachtal und Walkbachtal. Die Anwohner kennen den gesamten Talabschnitt bis Juppenhammer bergauf und Grimmshammer bergab als "Am Möllschen". Von der einstigen Mühle aber ist wenig bekannt. Der Heimatforscher Erwin Stursberg hat herausgefunden, dass die Mühle zu Nüdelshalbach im 17. Jahrhundert  Bertramsmühle heiß. Sie lag mit dem späteren Kuhlers-Ambosshammer an einem Teich.

Nüdelshalbach. Foto: HIZ RemscheidBereits 1607 ist ein Schleifkotten mit zwei Wasserrädern an dieser Stelle erwähnt; im 30-jährigen Krieg ist er zerfallen oder zerstört worden. 1710 wird er Bertramshammer genannt; Bertram auf dem Hohenhagen hatte den Hammer übernommen. Der Kartograph Plönnies hat die Mühle in seinem Plan von 1715 als zwischen Juppenhammer und Singerberger Hammer gelegen aufgezeichnet. 1800 nennt eine Eintragung den Stahl- und Eisen-Reckhammer des Joan Graber. Aus ihm ist der spätere, 1826 im Kataster Remscheid verzeichnete Grabershammer entstanden. Graber war auf dem Goldenberg ansässig. Das Adressbuch der Stadt Remscheid weist die Firma "Johann Graber & Söhne, Stahl- und Eisenhandel, Goldenberg" aus. Im Lüttringhauser Verzeichnis von 1853 ist dieser Hammer als Mühlchenhammer am Walkbach erwähnt. Zu dieser Zeit hat er ein Alter von 200 Jahren, und ist mit zwei Feuern, drei Arbeitern und drei oberschlächtigen Wasserädern bei 40.000 Pfund Jahresproduktion angegeben. 1867 liest man dann "Johann Peter Graber, Hammerwerk am Diepmannsbach, 12 PS". 1926 gehört es mit zu der weiter unten am Teich angesiedelten Ambossschmiede von Hermann Kuhler. Die Grabers wanderten nach dem 1.Weltkrieg nach Amerika aus. Der Mühlchenhammer ging in den Besitz der Firma Hermann Kuhler über. (Aus: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid Herausgegeben von Günther Schmidt Band 4 - Leyerbach, Diepmannsbach, Mückenbach)

Auch Weihnachten 2016 wieder ohne Schnee

Nach meteorologischen Vorraussagen werden wir wohl Weihnachten auf den weißen Zauber verzichten müssen. Haben wir aber dann später doch einmal "Minus" in den Luftschichten, sind Schneeflocken nicht mehr fern. Sie entwickeln sich in der Luftfeuchtigkeit: Die Wassermoleküle legen sich um ein Staubteilchen und bilden dann einen mikroskopisch kleinen, sechsarmigen Stern. Umgebungseinflüsse wie Temperatur, Wind und Luftdruck entscheiden über die Vielfältigkeit des kleinen Kunstwerks. Wenn dieses störungsfrei bis zur Erde gefallen ist, lohnt sich ein Blick durch ein gekühltes Mikroskop. Meist aber stoßen die kleinen sechsarmigen Sterne in der Luft mit anderen  zusammen und landen als dicke Schneeflocken am Boden.

Rechte von Eltern in türkischer Sprache erklärt

Pressemitteilung des Paritätischen, Remscheid

Seit Anfang 2016 gibt es sie auf Deutsch, nun erscheint die türkische Version – die Broschüre „Elternrechte bei Hilfe zur Erziehung“ des Paritätischen NRW klärt auf: Was für Leistungen der Erziehungshilfe gibt es? Welche Hilfen stehen mir zu? Welche Rolle spielt das Jugendamt? Wo kann ich mitentscheiden? In einfachen Worten beschreibt die Broschüre, wie der Kontakt zu freien Trägern der Jugendhilfe und dem Jugendamt ablaufen kann und räumt so Bedenken vor dem Erstkontakt aus dem Weg – das alles nun auch in türkischer Sprache. „Menschen, deren Muttersprache Türkisch ist, bilden in Deutschland die mit Abstand größte fremdsprachige Community“, erklärt Ute Feldbrügge, die Geschäftsführerin des Paritätischen in Remscheid. Aus diesem Grund hat sich der Paritätische NRW entschieden, die Handreichung übersetzen zu lassen. Denn Informationen zu rechtlichen Fragen sind oft kompliziert. Eltern, die einen Text in ihrer Muttersprache lesen können, haben bessere Chancen, ihre Rechte und Pflichten zu verstehen. Das kommt den Kindern zu Gute.

Die Broschüre „Elternrechte bei Hilfe zur Erziehung“ kann gegen Erstattung des Portos per E-Mail bestellt werden. Ab einer Bestellmenge von zehn Stück wird zusätzlich eine Schutzgebühr von 1,50 Euro je Broschüre erhoben. Bestellungen können an die Kreisgruppe in Remscheid erfolgen. remscheid@paritaet-nrw.org Die Broschüre steht außerdem sowohl auf Deutsch als auch auf Türkisch als kostenlose barrierefreie PDF-Datei zur Verfügung: www.remscheid-paritaet-nrw.org Im Paritätischen Wohlfahrtsverband in Remscheid leisten rund 32 gemeinnützige Organisationen sowie Initiativen des bürgerschaftlichen Engagements mit 80 Diensten und Einrichtungen Hilfe in allen Feldern sozialer Arbeit. (Ute Feldbrügge)

Im Notfall ist jetzt schnellere Hilfe möglich

Pressemitteilung der Stadtsparkasse Remscheid

Die Stadtsparkasse Remscheid verlagert die Standorte der Defibrillatoren in den SB.Bereich. Bei Herzrhythmusstörungen oder einem Herzstillstand kann ein Defibrillator Leben retten. Die Stadtsparkasse Remscheid hat schon seit einiger Zeit sogenannte AED’s (Automatisierter Externer Defibrillator) in ihren sechs Geschäftsstellen. „Bisher war es so, dass die lebensrettenden Geräte nur während unserer Öffnungszeiten zugänglich waren“, erklärt Markus Kollodzey, Unternehmenssprecher der Stadtsparkasse Remscheid und fügt hinzu: „Das haben wir jetzt kurzfristig geändert. Alle Geräte befinden sich in den SB-Bereichen und sind 24 Stunden an sieben Tagen verfügbar.“

Die Verlegung der Geräte angeregt hatte Dr. Christopher Rose, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes in Remscheid und Leiter des Projektes „Ein Herz für Remscheid“. „Der plötzliche Herztod stellt die Todesursache Nummer 1 in Deutschland dar. Jährlich sterben mehr als 65.000 Menschen an einem plötzlichen Versagen der Herzfunktion. Bei diesem Notfall zählt jede Sekunde, denn bereits nach wenigen Minuten treten nicht mehr umkehrbare Schäden am Gehirn ein. Die Geschäftsstellen der Stadtsparkasse liegen gut verteilt über das Remscheider Stadtgebiet. Mit der Verlegung sind wir einer flächendeckenden Versorgung einen wichtigen Schritt näher gekommen“, erklärte Rose.

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Zinslose Darlehen für Flüchtlingswohnungen

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Bereits in 2015 hat das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen verbesserte Förderkonditionen für den sozialen Wohnungsbau beschlossen. Investoren werden seitdem beim Bau von Flüchtlingswohnungen mit günstigen Finanzierungsmöglichkeiten und attraktiven Tilgungsnachlässen gefördert. Mit dem Förderprogramm werden Maßnahmen zur Herrichtung und Anpassung sowie der Neubau von Wohnraum erschwinglich.  Hinzu kommt, dass die Vorschriften bei dem Bau von Flüchtlingswohnungen an einzelnen Stellen gelockert wurden. Beim Bandschutz und der Gefahrenabwehr werden keine Abstriche gemacht. Wenn der Bedarf für die Zielgruppe entfällt, ist geförderter Wohnraum bis zum Ende der Zweckbindung  für Wohnberechtigte mit Wohnberechtigungsschein weiter zu nutzen.  Für weitere, umfangreiche Informationen zum Thema Förderung von Wohnungen - Neubau und Neuschaffung im Bestand - stehen die Mitarbeiterinnen der Wohnraumförderung unter nachfolgenden Kontaktdaten zur Verfügung:

Beim Amboss-Schmieden war jeder Schlag wichtig

Kuhlers Ambosshammer, Belegschaft 1906. Repro: G. Schmidt

Am gleichen Teich wie der Mühlchenshammer stand der ehemalige Ambosshammer des Hermann Kuhler. Er war ein Bruder des Johann Peter Kuhler, der den am Mückenbach liegenden Waagenhammer bereits in einen Ambosshammer umgewandelt hatte.  1798 begründete er "am gleichen Teich mit dem Mühlchenshammer" einen Rohstahlhammer, dessen frühere Bezeichnung und genaue Funktion nicht bekannt ist. Erst 1853 ist in der Regierungsliste der "Kuhlers Amboss-Hammer" erwähnt und mit einem Alter von 260 Jahren angegeben. Somit muss er etwa 1593 entstanden sein. Es ist jedoch keinerlei Vorgeschichte Bekannt; also befassen wir uns mit dem ab 1907 vorliegenden Nachweis. Zitat aus dem damaligen Adressbuch: "August Kuhler, alleiniger Inhaber der Ambossfabrik Hermann Kuhler, Puddelwerk mit Dampf- und Wasserbetrieb".

Kuhler war sehr fortschrittlich und hatte bereits um die Jahrhundertwende seine Produktion in einer modernen Halle neben dem Teich untergebracht. Die Ambossschmiede war die größte ihrer Art im Bergischen Land. Sie enthielt den Ofen, der nach dem 1784 in England erfundenen Verfahren benannt wurde. Siegfried Horstmann, der das Buch "Von Bergischen Menschen und den Stätten ihrer Arbeit" herausgegeben hat, beschreibt sehr lebendig, wie ein Amboss geschmiedet wurde. Ich zitiere:

Schmieden unter dem Dampfhammer. Foto: B. Jörres"Der eigentliche Herd des Ofens besteht aus Gusseisenplatten und ist mit Schlacken ausgefüttert. Als Brennstoff dient die Steinkohle. In dem Ofen konnten etwa 200 bis 300 kg zerschlagenes Roheisen geschmolzen werden. Der Puddler breitete mit einer langen Eisenstange durch die Arbeitstür das Eisen über dem Herd aus. Damit der Sauerstoff der Luft mit allen Eisenteilen in Berührung kam, zog der Puddler Furchen in Schlacke und Eisen. Er rührte, er puddelte das Eisen (to puddle = umrühren). Nach etwa ein bis zwei Stunden erstarrte das Eisen teigartig. Mit Hilfe von Brechstangen formte der Puddler durch Kneten, Drücken und Rollen Klumpen von 20 bis 40 kg. Die glühenden Klumpen wurden mit Hilfe großer eiserner Zangen im Ofen erwärmt und wieder herausgeholt und mit einem kleinen Wagen unter den Hammer gebracht. Dort wurde das Eisen durch Schmieden von der ihm anhaftenden Schlacke befreit und verdichtet. Die gequetschten Blöcke, die man Luppen nannte, wurden dann weiter verarbeitet zu Ambossen.“

Die letzte Remscheider Ambossschmiede betrieb am Kleinenhammerbach Eginhard Rauhaus. Wie üblich in dieser Zeit wurden alle Teile feuerverschweißt, da das herkömmliche Schmelzschweißen noch nicht erfunden war. Einen langen Tag hatten die Arbeiter zu tun, um ein solches Ungetüm von oft über 140 kg fertigzustellen. Es wurde zuerst der sogenannte Ambosskörper geformt. Er wurde auch grob Luppe genannt. Im zweiten Feuer waren die Füße und Hörner des Ambosses erwärmt worden. War die richtige Temperatur des Eisens erreicht, holte man das glühende Stück mit großen Schmiedezangen aus der Glut des Feuers zum Wasserhammer. Zunächst schweißte man eine lange Stahlstange an, mit welcher der Meister das glühende Eisen auf dem Amboss drehen konnte. Der Meister formte dann das Horn im sogenannten Freiformschmieden.

Der Schüttjunge regelte mit Hilfe des Schütthalms mit der linken Hand die Wasserzufuhr des Wasserrades und damit die Schlagfolge des Schwanzhammers. Um den Schlag des Hammers zu stoppen, stellte er nach Bedarf mit der rechten Hand einen Holzklotz unter den Hammer. Ein zweiter Geselle sorgte dafür, dass das Schmiedestück nicht vom Amboss abrutschte.Auf diese Weise wurden zuerst die beiden Füße und dann die Hörner unter dem Wasserhammer geschmiedet. Das Anschweißen der vorgeformten Stücke an die Luppe geschah von Hand. Die Arbeit dauerte Stunden, weil die Luppe und die entsprechenden Teile immer wieder auf Schmiedetemperatur gebracht werden mussten. Natürlich wurde mit dem Wachsen des Ambosses sein Gewicht immer größer und die Arbeit immer beschwerlicher. Alleine das Hin und Her aus dem Ofen und in den Ofen verlangte erhebliche Muskelkraft.

Als letztes wurde die Stahlplatte aufgeschweißt, wobei der Amboss vorher noch mal in den Ofen wanderte. Hatte er die richtige Färbung (Temperatur) erreicht, begann die letzte Schweißarbeit, durch welche die Hörner in der Mitte des Ambosskörpers fest verbunden wurden. Das geschah im sogenannten Viertakt: Vier Schmiede ließen nacheinander im Takt ihre Hämmer auf den Amboss schlagen. Dabei musste jeder Schlag sitzen! Bei Kuhlers waren für diese Arbeit acht Schmiede zuständig. Zum Schluss wurde der Amboss noch gehärtet. Hierzu brauchte man klares Quell- oder Flusswasser. Mit Hilfe eines Kettenzuges brachte man den glühenden Amboss vor einen Wasserstrahl und schreckte ihn ab. Man musste schon höllisch aufpassen, denn war die Abschreckung zu krass, konnte die Stahlplatte wieder abspringen und der ganze Tag wäre umsonst gewesen. Solch ein verunglückter Amboss landete auf dem Schrott,was - aber selten vorkam.

 Ambossfabrik Kuhler in den 50er Jahren. Foto: G. Schmidt

1926 ist zu lesen, dass die Ambossschmiede Kuhler mit Puddelwerk, Wasser- und Dampfkraft arbeitet. Die Ambosse wurden zu dieser Zeit aber nicht mehr wie üblich feuerverschweißt, sondern als Stahlgusskörper verstählt. Das Wasserrad arbeitete in dieser Zeit nicht mehr, sondern eine Wasserturbine erzeugte die notwendige Energie.

Der Puddelofen der Fa. Kuhler wurde 1931 als letzter Puddelofen Remscheids abgebrochen und damit die Ambossschmiederei eingestellt. Inzwischen sind auch der Wasserhammer und alle zugehörigen Anlagen verschwunden. 1938 kaufte Oskar Jörres gemeinsam mit seinem Schwager Helmut Hombrecher, einem Schmiedefachmann, das Gelände von einem Schwiegersohn Kuhlers namens Striewisch. Während des Krieges wurden ausschließlich Lohnschmiedearbeiten durchgeführt. In dieser Zeit wurde die Witwe von Helmut Hombrecher (im Krieg verschollen) ausbezahlt, und Oskar Jörres war alleiniger Inhaber. Nach dem Zusammenbruch des 3. Reiches begann man mit der Produktion von Messerrohlingen (Stahl auf Eisen) und Verschleißplatten für die heimische Industrie.

Der Betrieb Kuhler im Jahre 2004. Repro: B. JörresNachdem Oskar Jörres 1963 verstorben war, übernahm sein Sohn Bernd Jörres den Betrieb; er exportierte die Messerrohlinge in die damaligen Ostblockstaaten Jugoslawien, Rumänien und Tschechoslowakei sowie nach England. Zeitgleich begann er - zuerst nebenher - mit der Wärmebehandlung von Edelstählen. Hierfür wurde der alte Hammerteich ausgebaggert und eine Werkshalle darauf errichtet.

1974 hat Bernd Jörres das Hammerwerk abreißen lassen und über dem alten Grund und Boden ein weiteres Gebäude erstellt. Die Wärmebehandlung wurde so zu ihrer heutigen Größe ausgebaut. Den Firmennamen "Hermann Kuhler, gegründet 1798" sowie das Markenzeichen "Cyclop" (ein Hammerschmied am Amboss), wurde beibehalten. Heute (2004) leitet Sohn Bernt-Michael Jörres das Unternehmen. (Aus: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid Herausgegeben von Günther Schmidt Band 4 - Leyerbach, Diepmannsbach, Mückenbach)

 

Kita-Kinder besichtigten die Baustelle

Pressemitteilung der Volksbank Remscheid-Solingen eG

So ehrfurchtsvoll wie bei diesem Ortstermin erlebt Kita-Leiterin Katharina Wolf ihre Schützlinge selten: Mächtig beeindruckt waren die 14 Jungen und Mädchen, als sie mit ihren Erzieherinnen die Volksbank-Baustelle am Holscheidsberg besuchten. Dass sie dort im Sommer in hochmoderne Kita-Räume einziehen und das Übergangsquartiert in den Containern am Stadtpark endgültig verlassen werden, war aber auch für die erfahrenen Kindergärtnerin und ihre Kolleginnen bei der Besichtigung des Rohbaus nur schwer vorstellbar. Auf dem Gelände der ehemaligen Schule Am Holscheidsberg baut die Volksbank Remscheid-Solingen eG für die Stadt Remscheid eine neue Kindertagesstätte. Die Kita Am Stadtpark – künftig „Am Holscheidsberg“ – wird dort als Mieterin einziehen.

Volksbank-Architekt Andreas Bona verstand es, den künftigen „Bewohnern“ ihre künftige Kita nahe zu bringen. Die Jungen und Mädchen begutachteten Waschräume und Gruppenräume, staunten über den Aufzug und zeigten dem Architekten, wo noch Türen und Fenster oder Fußboden und Farbe fehlen. Wie sie die neue Kita denn finden, wollte Katharina Wolf am Ende von ihren Schützlingen wissen: „Cool!“ schallte es ihr daraufhin entgegen. Damit war alles gesagt.