Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Bewährtes und Neues bei der 17. Röntgen-Classic

Pressemitteilung des Deutschen Automobil-Veteranen Clubs

Die Teilnehmerliste der 17. Röntgen-Classic ist voll. Die Strecke ist abgefahren und genehmigt. So kann es für die Teilnehmer in rund einer Woche am Samstag, 6. Mai, ab 8.30 Uhr auf die Strecke gehen. Gestartet wird wie gewohnt im Minutentakt an der Volksbank am Tenter Weg. Erfolgreich konnten die Organisatoren vom DAVC, dem Deutschen Automobil Veteranen Clubs Remscheid, die Handicaps durch die Baustelle Trecknase umfahren. Die Flyer der Stadt liegen den Fahrtunterlagen bei. 99 Kilometer müssen die Teilnehmer am Vormittag mit diversen Prüfungen und Kontrollpunkten hinter sich bringen. Ziel ist das Gestüt Hufenstuhl in Lindlar. Dort ist die erste Etappe zu Ende und es wartet ein Mittagessen auf Fahrer und Beifahrer. Es folgt die letzte Etappe mit 75 Kilometern und dem traditionellen Kaffeetrinken. Kurz vor Ende der Röntgen-Classic 2017 wird diese kurze Erholungspause in Wipperführt angefahren.

Zwei Neuerungen begleiten die Oldtimer-Ausfahrt in diesem Jahr. Wie in den vorangegangenen Jahren ist ein „Einstimmender Abend“ für Freitag, 5. Mai, auf dem Alter Markt in Lennep organisiert. Hier hat sich wieder einmal Lennep Offensiv voll eingebracht. Mit Livemusik und Leckereien sollen ab 18 Uhr Teilnehmer, Oldtimer und Oldtimerfans zusammen gebracht werden. Die Neuerung heißt Altstadtbühne. Mit der Rockabilly Band aus Essen an der Ruhr „Backyard Whiskers“ wird es fetzige Musik von der Bühne aus geben. Rund um die Bühne stehen die „Versorgungsstände“ für Essen und Trinken. Zentrum der kleinen Vorfeier ist 2017 der obere Alter Markt. Oldtimer können dort frei geparkt werden.

Die zweite Neuerung wird am Samstag, 6. Mai, spürbar. Noch stärker als sonst, sollte die Lenneper Altstadt mit seinem Röntgen-Museum in die Ausfahrt einbezogen werden. So werden die über 100 Oldtimer und ihre Besatzungen gegen 15.30 Uhr in die Altstadt einfahren und von Walter Mühlhoff auf dem Alter Markt vorgestellt werden. Diese Vorstellung der Fahrzeuge und Besatzungen, sonst beim Start geschehen, wird dann hier stattfinden. Eingeladen sind dann alle Besucher und Besatzungen sich an kostenlosem Kaffee und Kuchen gütig zu tun. Die Aktion läuft solange der Vorrat reicht. Vom Alter Markt geht es dann zum Endpunkt der Röntgen-Classic 2017: das Autohaus Kaltenbach an der Borner Straße. Dort nimmt Jörg  Stursberg Autos und Besatzung ab ca. 16 Uhr in Empfang. Weitere Infos zu den Autos sowie „Verpflegung“ durch das Schützenhaus stehen dort bereit. Hier erfolgt dann auch nach der Auswertung die Siegerehrung.

Chaoten-Auftritt kostete die Stadt 1.500 Euro

"Was sich am Abend des Rosenmontags im Hardtpark abspielte, hatte mit der den Tag über anhaltenden Hochstimmung eher weniger gemein. Was die Polizistinnen und Polizisten im Hardtpark erleben mussten, ist aus meiner Sicht unfassbar. Hier wurden die Menschen angegriffen, die täglich ihre eigene Gesundheit für uns und für unsere Sicherheit aufs Spiel setzen. Eine große Anzahl alkoholisierter Personen hatte sich im Hardtpark versammelt und griff unvermittelt die Ordnungsbehörden an. Darüber hinaus hinterließen sie ein Bild der Verwüstung in der schönen Parkanlage. Ich habe die Verwaltung gebeten, der Bezirksvertretung eine Auflistung aller entstandenen Schäden zur Verfügung zu stellen. In der kommenden Sitzung werden wir gemeinsam überlegen müssen, wie wir es künftig vermeiden, dass es zu solchen Ausschreitungen kommt, “ sagte Bezirksbürgermeister Markus Kötter am 31. März auf dem Bürgerempfang der Bezirksvertretung (BV) Lennep in der Klosterkirche.

Gestern nun tagte die BV und erfuhr von Michael Zirngiebl, dem Chef der Technischen Betriebe Remscheid (TBR), war der Chaoten-Aufritt am Abend des Rosenmontags im Hardtpark die Stadt gekostet hatte: Rund 1.500 Euro – Ausgaben für Personal, Fahrzeuge und Entsorgung. Nennenswerte Schäden habe es nicht gegeben, aber die Männer hätten einen ganzer Kubikmeter Müll einsammeln müssen, berichtete Zirngiebl. „Ärgerlich, dass der schöne Rosenmontagszug derart überschattet wurde!“

Das soll kein zweites Mal passieren, waren sich die Kommunalpolitiker einig. Manche hatten zwar mit höheren Ausgaben gerechnet, aber letztlich „wäre jeder Handschlag an anderer Stelle sinnvoller gewesen“, so Kötter. „Für das nächste Jahr sollten wir über Platzverweise nachdenken!“ Ein Thema für Polizei und Ordnungsbehörde, empfahl Zirngiebl.

Kleiner Sturm im Kremenholler Wasserglas

Der Schulhof auf Kremengholl gestern Nachmittag: Ohne Bauschutt, aber auch ohne eine Hinweistafel mit Schließzeiten. Foto: Lothar Kaiser

Der Schulhof der ehemaligen Hauptschule  an der Tersteegenstraße in Kremenholl ist bei den in der Umgebung wohnenden Jungen und Mädchen als Spielplatz beliebt – auch mangels anderer Freiflächen in der Nachbarschaft. Die Zeiten, in denen dort gespielt werden darf, hat die Stadtverwaltung in einer Benutzungsordnung klar geregelt: Je nach Jahreszeit um 18 bzw. 19 Uhr. Die Schlüsselgewalt hat die Stadt einer Bürgerin übertragen, die gleich nebenan wohnt.  Abends zur festgelegten Uhrzeit soll sie das eiserne Hoftor abschließen. In der Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid am vergangenen Dienstag wurden allerdings Zweifel laut, ob sie diese Zeiten wirklich genau nimmt oder nicht vielmehr die Kinder früher nach Hause schickt.

Kein Thema für die Kommunalpolitik, meinen Sie? Dann kennen sie Rosemarie Stippekohl nicht. Sie widmete dem Thema am Dienstag vor Publikum gut 20 Minuten. Die CDU-Ratsfrau meint, der Hof könne als Aufenthaltsort und zum Spielen von Kindern und Jugendlichen auch bis 20 Uhr geöffnet bleiben (Beispiel: Kochstraße) und hatte das Thema  in der BV in der Vergangenheit schon mehrfach angesprochen. Es sei aber weiterhin so, „dass Kinder und Jugendliche schon vor Ablauf der zulässigen Benutzungszeiten vom ‚Schulhof‘ verwiesen werden“, wie ihr Eltern berichtet hätten. Die CDU in ihrer jüngsten Anfrage: „Remscheid bietet Kindern und Jugendlichen nicht unbedingt eine Vielzahl an Spielmöglichkeiten. Dies gilt insbesondere auch für die Innenstadt. Daher sprechen wir uns nachdrücklich dafür aus, dass die Schulhöfe auf jeden Fall in der festgelegten Benutzungszeit von Kindern und Jugendlichen zum Spielen genutzt werden dürfen. Irgendwelche Einschränkungen sind hier nicht hinzunehmen, wenn sich die Kinder und Jugendlichen an die Benutzungsordnung halten.“

Gegenwärtig sei der Hof gar nicht zum Spielen freigegeben, sagte es am Dienstag in der BV Ordnungsamtsleiter Jürgen Beckmann. Denn dort lagere noch bis zu den Sommerferien Baumaterial (im Zusammenhang mit dem Bezug von Schulräumen durch das Käthe-Kollwitz-Berufskolleg). Also noch eine „Hängepartie“ mit Fortsetzung im August? Zum Glück erbarmte sich Sozialdezernent Thomas Neuhaus, zwar nicht zuständig für das städtische Gebäudemanagement, von dem Beckmann seine Informationen zur Sitzung erhalten hatte, dafür aber zuständig für vieles andere, was mit Kindern zusammenhängt. Er will sich nun bei Thomas Judt, dem Leiter des Gebäudemanagements, nach dem aktuellen Stand der Dinge erkundigen. Auch nach den Vereinbarungen zum „Schlüsseldienst“.

Waterbölles: Manchmal ist es besser, sich von den Gegebenheiten an Ort und Stelle selbst ein Bild zu machen. So sah der Schulhof der ehemaligen Hauptschule  an der Tersteegenstraße in Kremenholl gestern Nachmittag (Foto). Keine Spur von Bauschutt, der Spielen verhindern könnte (der Container am Gebäudeeingang dürfte damit nicht gemeint gewesen sein). Keine Spur aber auch von einer Hinweistafel, die anzeigt, wann der Hof abends abgeschlossen wird.

Häuserbau in Hackenberg kann beginnen

Zum Spatenstich auf dem früheren Krankenhausgelände in Hackenberg trafen sich am 6. Juni 2016, wie der Waterbölles am Tag darauf berichtete, Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Bezirksbürgermeister Markus Kötter und Stadtplaner Robin Denstorff (inzwischen Baudezernent der Stadt Münster) mit Vertretern der  Weber Grund und Boden GmbH aus Pforzheim und der Dornieden Generalbau GmbH aus Mönchengladbach. Die eine hatte den Abriss des im Jahr 2005 stillgelegten Krankenhauses und die öffentliche Erschließung des Geländes zwischen Hans-Potyka- und Virchowstraße übernommen, nachdem sie es von Sana gekauft hatte. Und die andere will dort 16 Doppelhäuser bauen sowie die VISTA Reihenhaus GmbH weitere 32 Reihenhäuser. Inzwischen ist das nach Westen abfallende Gelände „modelliert“ worden, so dass erste Straßenverläufe erkennbar werden. Die Fertigstellung solle Ende 2017 sein, hieß es im Juni vergangenen Jahres. Das erscheint inzwischen recht ambitioniert...

Vertreter der Verkehrsdirektion ließ sich nicht blicken

Auf Vorschlag der SPD-Fraktion hatte die Verwaltung den Polizeilichen Verkehrsbericht für das Jahr 2016 auf die Tagesordnung der gestrigen Sitzung der - Bezirksvertretung Alt-Remscheid gesetzt. Der Bitte der SPD, die in dem Bericht für den Stadtbezirk genannten Daten in einer Mitteilungsvorlage zusammenzufassen und zum Sitzungstermin eine/n Vertreter/in des Verkehrskommissariats der Polizei einzuladen – die Ergebnisse der Diskussion sollten als Grundlage für die weiteren Bestrebungen des Rates und der Bezirksvertretungen dienen, die Verkehrssicherheit in Remscheid zu erhöhen –konnte allerdings nicht entsprochen werden. Zum einen, weil eine Nachfrage bei der zuständigen Direktion „Verkehr“ der Polizei ergeben hatte, dass die erfassten Daten keine Zuordnung zu den einzelnen Bezirken zulassen. Die Zahlen, Daten, Fakten beziehen sich auf das Stadtgebiet Remscheid insgesamt; das lasse keine Auswertung der Daten für die jeweiligen Stadtbezirke zu. Und zum anderen, weil die Polizei die Teilnahme an der BV-Sitzung ablehnte. Die Polizeidirektion sehe „aufgrund der begrenzten Personalressourcen keine Möglichkeit, Termine in den Bezirksvertretungen wahrzunehmen, auch im Hinblick darauf, dass drei Kommunen bedient werden müssten.“

Von ähnlichen Einladungen an die Polizei aus Remscheid und Solingen sei ihm nichts bekannt, reagierte in der gestrigen BV-Sitzung Bezirksbürgermeister Otto Mähler (pensionierter Polizeibeamter) irritiert und verständnislos. Das zeuge von „wenig Bürgernähe“. Mähler: „Die Bezirksvertretung fühlt sich lasch behandelt!“

Die Wuppertaler Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher hatte am 20. Februar den Verkehrsbericht 2016 für das Bergische Städtedreieck der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Stadtgebiet Remscheid ereigneten sich demnach im vergangenen Jahr 3.880 Unfälle, knapp 130 Fälle mehr als im Vorjahr. Von einer Erörterung der Detailergebnisse in den vier Bezirksvertretungen hatte sich Otto Mähler, zugleich Vorsitzender der Verkehrswacht Remscheid, eine breitere Diskussion über die Verkehrssicherheit in Remscheid versprochen. Ziel der Verkehrswacht ist es, die schwächeren Verkehrsteilnehmer – insbesondere Kinder und ältere Fußgänger – zu schützen. Mit entsprechenden Präventivmaßnahmen unterstützt die Verkehrswacht die Beamten der Verkehrsunfallprävention der Polizeiinspektion Remscheid.

Freiheitstraße: Neue Steuergeräte für die Ampeln

Hoffentlich bald weniger rote Ampeln auf der Freiheitstraße“, titelte der Waterbölles am 21. Januar 2008, also vor mehr als neun Jahren. Die Autoabgase (’Dicke Luft’) auf der vielbefahrenen Freiheitstraße waren schon damals ein Dauerthema für Rat und Verwaltung. Dort bestehe Handlungsbedarf, hatte die Umweltverwaltung schon ein Jahr zuvor bestätigt und zur Prävention „eine Verflüssigung des Verkehrs durch den Ersatz veralteter Ampelanlagen“ vorgeschlagen (Waterbölles von damals). Die Fragen, die die SPD-Fraktion am 28.März an die Verwaltung richtete und die in der gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid schriftlich beantwortet wurden, betrafen ohne Hinweis auf diese Vorgeschichte Lärm- und Luftschadstoffmessungen auf der Freiheitstraße nachts und tagsüber und den „aktuellen Sachstand zur Umsetzung von lärm- und luftschadstoffmindernden Maßnahmen“ auf der verkehrsreichen Bundesstraße zwischen Amtsgericht und Bahnhof.

Antwort 1: Gemessen wird dort „kontinuierlich die Belastung mit Stickstoffdioxid  über einen Passivsammler des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW“, bisher ohne Hinweis auf eine evtl. Grenzwertüberschreitung. Aber: „Der Jahresmittelwert für das Jahr 2016 liegt gegenwärtig noch nicht vor“. Eine erneute Lärmberechnung sei vorgesehen und die hierfür notwendige Erhebung der durchschnittlichen täglichen Verkehrsbelastung in Vorbereitung. Konkrete Messungen sind jedoch nicht geplant. Begründung: Ein vergleichbares Ergebnis einer sogenannten Linienschallquelle wie dem Straßenverkehr würde einen hohen Aufwand und Kosten verursachen.

Antwort 2: Der Luftreinhalteplan für die Stadt Remscheid vom 20. September 2012 (http://www.brd.nrw.de/umweltschutz/umweltzone_luftreinhaltung/pdf/2012_09_21_LRP_Remscheid.pdf) sieht für die Freiheitstraße durch Koordination aller Lichtzeichenanlagen eine Verkehrsverstetigung vor, die eine Minderung der Luftschadstoff- als auch der Lärmbelastung zum Ziel hat. „Die Ausschreibung zur Erneuerung der Steuergeräte für die Lichtzeichenanlagen an der Freiheitstraße ist in der Bearbeitung. Diese ist so weit fortgeschritten, dass mit einer Vergabe der Arbeiten noch vor den Sommerferien zu rechnen ist. Die Technik wird so sein, dass keine Induktionsschleifen in die Fahrbahn eingebaut werden müssen. Die Detektion des Fahrverkehrs erfolgt ausschließlich durch Kameras und ist somit unabhängig von der Fahrbahn. Die Masten werden soweit wie notwendig  erneutet. Die Anlagen, die noch nicht mit LED-Technik ausgestattet sind, werden entsprechend umgerüstet. Diese Maßnahme ist nach Angaben der Verwaltung schon seit November 2015 beschlossene Sache. Die lange Anlaufzeit spricht für eine „schwere Geburt“! Verkehrsplaner Udo Wilde drückte es gestern so aus: Der Planungsstand bezüglich der Ampel sei wie „Schnee von gestern“, aus den 1980er Jahren.

Zur Minderung der Lärmbelastung an der Freiheitstraße sieht der Lärmaktionsplan Remscheid ((http://www.remscheid.de/leben/medienpool/dokumente020/LAP_RS_Maerz_2016.pdf) durch Ratsbeschluss vom 30. Juni 2016  eine nächtliche Geschwindigkeitsreduzierung und – langfristig – im Zuge der geplanten Fahrbahnsanierung den Einsatz von lärmminderndem Asphalt. Aber: Die Anordnung einer Geschwindigkeitsbeschränkung erfordere eine „weitreichende rechtliche und sachliche Prüfung von Seiten der zuständigen Straßenverkehrsbehörde, die bisher noch nicht abgeschlossen werden konnte“, so die Verwaltung. Der Grund dafür wird in der neuen Mitteilungsvorlage nicht genannt. In der Sitzung deutete Elke Ellenbeck vom Umweltamt allerdings personelle Engpässe an.

Noch länger dürfte der neue Asphaltbelag auf sich warten lassen. Zitat: „Die Sanierung der Fahrbahn unter Verwendung vom lärmmindernden Asphalt kann nur im Rahmen  einer grundlegenden Erneuerung erfolgen. Hierfür  sind Kosten in der Größenordnung von vier Millionen € anzusetzen. Diese Mittel sind im Investitionsplan derzeit für spätere Jahre, d.h. frühestens ab dem Jahr 2021, vorgesehen.“

Aber für die Besitzer der Mietshäuser entlang der Freiheitstraße besteht schon vorher ein kleiner Hoffnungsschimmer, so sie denn eigenes Geld investieren können und wollen. Denn seit dem 1. Januar besteht ein Förderprogramm für passive Lärmschutzmaßnahmen an Lärmschwerpunkten, dass der Rat am 24. November 2016 beschlossen hat ((http://www.remscheid.de/leben/medienpool/dokumente020/1.31.0_Foerderprogramm_passiver_Laermschutz_161124.pdf) Bezuschusst wird demnach der Einbau von Lärmschutzfenstern und von schallgedämmten Lüftungseinrichtungen durch die Stadt Remscheid, soweit eine höhere Lärmbelastung durch Straßenverkehr vorliegt. Die Gebäude, die für  eine Förderung in Betracht kommen,  könnten dem Geodatenportal unter (http://geoportal.remscheid.de/mapbender3/application/laermschutz_foerderprogramm) entnommen werden, so die Verwaltung. „Viele Gebäude an der Freiheitstraße weisen eine solche Lärmbelastung auf, die eine Inanspruchnahme der Fördermittel möglich macht.“

Fazit von Bezirksbürgermeister Otto Mähler: „Viel tut sich zu diesem Thema nicht!“

ISG Alleestraße: Blumenbeete und eine Ausstellung

Auf Handlungsempfehlungen soll Projektzeitplan folgen“, schrieb der Waterbölles am 19. August 2016 über einen Workshop des ISG Alleestraße e.V. hatte Moderator Oliver Haarmann von der „oh! Design- und Beratungsagentur in einem kleinen Kreis interessierter Mitglieder von jedem Teilnehmer eine Ergänzung des Satzes „Die Alleestraße würde ein wundervoller Ort werden, wenn …“ erbeten. Münden sollten die Ergebnisse des vierstündigen Workshops in einen Katalog von Handlungsempfehlungen. Anhand derer wollte die ISG dann einen verbindlichen Projektzeitplan erarbeiten und die dazu gehörende Öffentlichkeitsarbeit. Ob das inzwischen geschehen ist, blieb in der gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid auch nach dem Bericht von Haarmann über den damaligen Workshop „Leitbild, Identität und Marke für unsere Alleestraße“ weiter vage.

Zuvor hatte ISG-Geschäftsführer Ralf Wieber die bisherigen Aktivitäten des ISG Alleestraße e.V. so zusammengefasst: In 2016 sei die Alleestraße einmal grundgereinigt worden. Ein Hausmeister gehe die Fußgängerzone werktäglich zwei bis drei Stunden lang ab. An der Alleestraße habe die ISG ein Büro eingerichtet, das täglich „mindestens fünf Stunden Lang“ besetzt sei. In diesem Jahr habe man angefangen, die Beete (Baumscheiben) zu bepflanzen. Für die untere Alleestraße sei eine Ausstellung geplant über die negativen Folgen des Internethandels für den lokalen Einzelhandel („Amazon ist keine Stadt!“) Und im Übrigen stimme die ISG alle Aktionen im Rahmen ihres Budgets („Nur 398.000 Euro innerhalb von fünf Jahren!“) wie vorgeschrieben mit der Stadt ab. Die ersten Gelder seien im Juni vergangenen Jahres in die Vereinskasse geflossen. Damit seien keine großen Sprünge möglich. Aber, so Wieber, man könne ja auf Millionen-Zuschüsse des Landes im Zuge der beschlossenen Revitalisierung der Innenstadt hoffen und darauf, „dass wir dieses Geld vernünftig verballern werden“. Zwischenruf von Bezirksbürgermeister Otto Mähler: „... dass wir dieses Geld gut verplanen werden!“

Widerspruch zur geplanten „Internet-Ausstellung“ kam von Hans Lothar Schiffer (FDP): Das dafür vorgesehene Geld lasse sich sicherlich sinnvoller einsetzen. Denn der Trend zum Interneteinkauf lasse sich nicht mehr umkehren.

Nicht nur am Ueling ist der Nestbau im Gange

Dompfaff-Pärchen beim Nestbau etc. Foto: Hans Georg Müller.Bis in den ersten Stock reckt sich eine Thuja bei der Nachbarin im Vorgarten. Vor Kurzem hatte sich ein Amselpärchen den Nistplatz ausgesucht und schon Eier ins Nest gelegt . Bedauerlicherweise beobachteten Rabenkrähen die werdende Amselfamilie und stahlen die gelegten  Eier unter vehemnten Flugangriffen der  Amseleltern. Nun haben seit einigen Tagen ein Dompfaffpärchen den Nistplatz übernommen. Es wird noch an der Verbesserung der Nestarchitektur gebaut (Foto), und ein kleines Liebesspiel zwischendurch durfte nicht fehlen .

Partnerstadt Quimper wählte liberal und links

In der Stichwahl am 7. Mai entscheidet sich, wer Frankreichs neuer Staatspräsident werden wird. Das Ergebnis der Vorwahlen vom vergangenen Sonntag sprechen für den sozialliberalen, aber parteiunabhängigen Emmanuel Macron. Seine Gegenkandidatin ist die rechtsradikale Marine Le Pen. Wäre es nach den Wählerinnen und Wählern in Remscheids bretonischer Partnerstadt Quimper gegangen, würde Le Pen keine Rolle mehr spielen; sie kam von allen fünf Kandidaten nur auf den letzten Platz. Auf Platz 2 in der Gunst der Wähler/innen in Quimper kam der linker Kandidat Luc Melenchon. Hier die exakten Ergebnisse aus Quimper: Emmanuel MACRON 33,22 %, Jean-Luc MELENCHON 20,23 %, François FILLON 16,52 %, Benoît HAMON 12,62 %, Marine LE PEN 10,32 %.

Die Wahl und ihr endgültiges Ergebnis vom 7. Mai dürfte noch für viel Gesprächsstoff sorgen, wenn ein Bus aus Remscheid am Morgen des 25. Mai in Quimper eingetroffen  ist. Derzeit besteht die Gruppe des Städtepartnerschaftsvereins Remscheid-Quimper e. V. noch aus 43 Teilnehmern, die in französischen Gastfamilien untergebracht sein werden, und zwei Busfahrern. Da der Bus insgesamt 50 Plätze hat, ließen sich noch einige wenige weitere Interessenten unterbringen, so die Vereinsvorsitzende Claudia Nast. „Die Gruppe ist bunt gemischt. Manche fahren schon viele Jahre in die gleiche Familie, manche fahren das erste Mal mit, es sind Einzelpersonen, Ehepaare, Geschwisterpaare, Familien, Vereinsmitglieder und solche, die es vielleicht noch werden.“ Die Frankreichfreunde treffen sich am Mittwoch, 26. April, um 19 Uhr im großen Sitzungssaal des Remscheider Rathauses, um das Programm zu besprechen.

Die Fahrt beginnt am Mittwoch, 24. Mai, um 21 Uhr am Schützenplatz Remscheid. Mit der Ankunft in Quimper  ist am späten Vormittag des 25. Mai zu rechnen. Am Place de la Tourbie werden die Gastfamilien auf die Remscheider warten, um mit ihnen den Nachmittag und Abend zu verbringen. Das weitere Programm:

Freitag 26. Mai:
09:00 Uhr Deutschsprachige Stadtführung für neue Gäste
11:00 Uhr Rathausempfang mit kleiner Rede der Remscheider Vorsitzenden, Claudia Nast, und Übergabe des Gastgeschenkes unseres Bürgermeisters, Burkhard Mast-Weisz.
Nachmittag zur freien Verfügung oder wenn gewünscht Besichtigung der Schrebergärten von Penhars und Besichtigung der Brennerei „Distillerie du Menhir“ in Plomelin. Außerdem wird nachmittags ein „Crêpes-Kurs“ von zwei französischen Profis angeboten. Dort wird sich eine kleine Gruppe in die Kunst des Crêpes-Backens einweihen lassen, damit beim Weihnachtsmarkt in Lüttringhausen am 2. Advent wieder die beliebten bretonischen Crêpes angeboten werden können.
Geselliger Freundschaftsabend mit allen französischen Gastgebern und ihren deutschen Gästen

Samstag 27. Mai:
Tagesausflug ins nördliche Finistère
kurzer Aufenthalt in Landerneau zur Besichtigung der bewohnten Rohan-Brücke und der Altstadt.
Weiterfahrt ins Dorf Meneham (Fischer, Landwirte, Tangsammler), Mittagspause im Restaurant „Le Galion“ in Kerlouan: Einladung des französischen Vereins zum “Kig ha farz (regionales Gericht), danach Küstenspaziergang.

Sonntag 28. Mai:
7 Uhr Abfahrt nach Remscheid, Ankunft in Remscheid am späten Abend am Schützenplatz.

Fachwerkhäuser sind stark sanierungsbedürftig

Mit dem Designer Outlet-Center, für das die Stadt am vergangenen Freitag die Baugenehmigung erteilt hat, rückt auch die Lenneper Altstadt wieder ins Blickfeld. Der Stadt Remscheid ist das nur recht. Sie besitzt an der Brandgasse, am Mollplatz, am Munsterplatz, der Neugasse, Mühlenstraße, Tuchmachergasse und Wallstraße insgesamt 19 bergische Schiefer-/Fachwerkhäuser mit insgesamt 5.103 Quadratmeter Wohnfläche – und würde einige davon gerne verkaufen. Denn die Wohnfläche, für die die Stadt derzeit Miete kassiert, ist um etwa ein Viertel niedriger als die Gesamtfläche. Denn vier Häuser stehen komplett leer, davon sind drei stark sanierungsbedürftig. Von denen wiederum zwei zum Verkauf anstehen. Erheblich bis stark sanierungsbedürftig sind des Weiteren auch drei vermiete Häuser. und in zwei anderen sind aus dem gleichen Grund die Dachgeschosswohnungen nicht bewohnbar. Das geht aus einer Aufstellung der Liegenschaftsabteilung hervor, die am Mittwoch, 26. April, auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung Lennep steht. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17.30 Uhr in der Hilda-Heinemann-Förderschule, Hackenberger Str. 117.

In einem Fall ist der Sanierungsbedarf auch äußerlich leicht zu erkennen: Das leerstehende Haus Munsterplatz 19 (oben links) muss abgestützt werden, um es standsicher zu halten. Dort „sind die Schäden im Fachwerk soweit fortgeschritten, dass eine Ausfachung aus dem Fachwerk gekippt ist“, heißt es im Bericht der Verwaltung. Und weiter: „Im Bereich Munsterplatz sind die Häuser 17, 19 und 21 als ein Ensemble zu betrachten. Das Haus 17 (links), zum eigentlichen Munsterplatz gerichtet, ist aufgrund auszubessernder Boden- und Deckenbalken als sanierungsbedürftig einzustufen. Bei den Häusern 19 und 21 (links davon), an der Gasse zur Wallstraße als Doppelhaus gelegen, wurden erheblich Schäden am Fachwerk festgestellt. Die geschädigten Balken im Haus 19 müssen denkmalgerecht ausgetauscht werden.“

Auch das Haus Munsterplatz 24/Wallstr. 20 ist stark sanierungsbedürftig:  Im Zuge einer Schadensreparatur im Dachbereich waren  Schäden im Fachwerk (Pilzbefall und Fäulnis) entdeckt worden, die nach Angaben eines Gutachters bereits vor etwa 40 Jahren bei einer ersten Sanierung entstanden sind. Das miteinander verbundene Doppelhaus werde derzeit an einen privaten Investor mit der Auflage einer zeitnahen und denkmalgerechten Sanierung veräußert, so die Verwaltung.

Das Haus Mühlenstraße 14 ist zum größten Teil an eine Hilfsorganisation und an eine Privatperson vermietet. Eine leer stehende Wohnung im Obergeschoss ist aufgrund von damaligen Sanierungs- und Bausünden als sanierungsbedürftig anzusehen. Im Haus Neugasse 2 sind die Räumlichkeiten im Erdgeschoss an eine soziale Einrichtung sowie im Obergeschoss an Privat vermietet. „Das Dachgeschoss ist aufgrund von Schäden im Fachwerk erheblich sanierungsbedürftig“, ist im Bericht der Verwaltung zu lesen.

Fazit der Stadt: „Gemeinsam mit der GEWAG als Verwalter werden die Kosten für eine denkmalgerechte Sanierung aller als sanierungsbedürftig bezeichneten Objekte ermittelt und zusammengestellt. Seitens der Verwaltung ist danach ein Konzept zu entwickeln, in wie weit eine Sanierung umgehend durchgeführt werden soll und Objekte danach verkauft werden oder im Eigentum verbleiben und vermietet werden.“

Für den Fall, dass Liebhaber bergischer Fachwerkhäuser die Verhandlungen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde über die notwendige Sanierung nicht scheut: „Alternativ können Objekte je nach wirtschaftlicher Auswirkung ohne vorherige Sanierung zu angemessenen Preisen verkauft werden!“

Jugendberufsagentur Remscheid geht an den Start


Insgesamt 516 junge Menschen unter 25 Jahre waren im März in Remscheid arbeitslos gemeldet, 21 Personen oder 4,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Davon wurden 192 junge Menschen ohne Job von der Agentur für Arbeit Remscheid (Rechtskreis SGB III) und 324 Personen vom Jobcenter Remscheid (Rechtskreis SGB II) betreut. Die Agentur für Arbeit berät frühzeitig beruflich, das Jobcenter unterstützt besonders förderungsbedürftige Jugendliche, und der dritte Sozialleistungsträger im Bunde ist die Jugendhilfe. Sie setzt sich insbesondere für benachteiligte junge Menschen einsetzt, die entweder intensive Unterstützung im Elternhaus benötigen oder gar in Pflegefamilien oder Heimeinrichtungen leben. Für die hilfesuchenden / hilfsbedürftigen Jugendliche bedeutet das unterschiedliche Anlaufstellen und verschiedene Ansprechpartner. Denn jede Institution hat ihre eigenen Kompetenzen, eigene Angebote und Budgets. All diese professionellen und differenzierten Dienstleistungsangebote zur besseren Förderung der Jugendlichen sinnvoll miteinander zu verknüpfen, ist Aufgabe der neuen Jugendberatungsagentur, die gestern im Remscheider Rathaus mit den Unterschriften der Repräsentanten der drei beteiligten Institutionen - der Stadt Remscheid (vertreten durch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz), des Jobcenters Remscheid (Dirk Faust) und der für Remscheid zuständigen Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal (Martin Klebe) - besiegelt wurde. Es ist die erste Jugendberufsagentur (JBA) im bergischen Städtedreieck; eine zweite ist für Solingen vorgesehen.

Der Übergang von der Schule in den Beruf ist für junge Menschen ein wichtiger Schritt ins weitere Leben. Dabei hilft in Remscheid beispielsweise die im Kommunalen Integrationszentrum mit Landeszuschüssen eingerichtete Koordinierungsstelle für ‚Kein Abschluss ohne Anschluss‘ (KAoA). Zielgruppe sind Schüler/innen der Sekundarstufe I (8. Und 9. Klasse). Ihnen sollen mit Hilfe von „Potenzialanalyse“ und praktischen Berufsfelderkundungen geeignete Berufe schmackhaft gemacht bzw. realistische Chancen auf dem Arbeitsmarkt aufgezeigt werden, um nach Schulabschluss den Einstieg in die Arbeitslosigkeit möglichst zu vermeiden

Bei einem zweiten Projekt arbeiten in Remscheid seit März 2015 Arbeitsagentur und Jobcenter mit der städtischen Tochtergesellschaft Arbeit Remscheid gGmbH gemeinsam an der „Assistierten Ausbildung“ (AsA). Sie gilt Jugendlichen, die auf Grund ihrer Noten oder aus anderen Gründen einen schwierigen Start in die Ausbildung befürchten müssen. Sie erhalten an der Freiheitstraße einen Stütz- und Förderunterricht und machen in einem Remscheider Unternehmen ein Praktikum, um zeigen zu können, wie es um ihre Motivation und Eignung bestellt ist. Des Weiteren betreibt die Arbeit Remscheid die Produktionsschule „„Catering und Eingemachtes“ (Freiheitstraße 181/ Am Bruch), für derzeit zwölf schulmüde und sogenannte „ausgeförderter“ Jugendliche, die durch sinnstiftendes und praktisches Arbeiten wieder auf „den Geschmack“ kommen sollen zu lernen.

Gemeinsam haben diese drei Beispiele die Erkenntnis, dass nicht alle jungen Menschen die gleichen Startbedingungen haben und viele bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle auf Hilfen angewiesen sind. Nicht wenige Jugendliche drohen den Anschluss völlig zu verlieren. Schulabbruch, Schulden, schwieriger familiärer Hintergrund - die fehlende Perspektive kann viele Gründe haben. Und wenn dann noch ein Zuständigkeitswirrwarr die existierenden Hilfsangebote unüberschaubar erscheinen lässt...

Die neue Jugendberufsagentur

Zielgruppen der Jugendberufsagentur sind Jugendliche

  • mit erhöhtem Unterstützungsbedarf, die noch nicht wissen, was sie im Anschluss an die Schule machen wollen, deren Abschluss aber unmittelbar bevorsteht.
  • die Gefahr laufen, die Schule ohne Abschluss verlassen zu müssen
  • die die Schule zum Jobben verlassen haben, jetzt aber doch eine Ausbildung anstreben.

Die Jugendberufsagentur bietet ihnen ein umfassendes Informations-, Beratungs- und Qualifizierungsangebot. Sie bündelt und strukturiert die Angebote des Jobcenters Remscheid, der Stadt Remscheid, und der Agentur für Arbeit Remscheid. Die beteiligten Träger tauschen sich über geplante oder bereits erfolgte Unterstützungsmaßnahmen für Jugendliche aus und stimmen diese aufeinander ab. Folgende Ziele sollen erreicht werden:

  • erleichterter Zugang für alle jungen Menschen zu den Dienstleistungsangeboten der drei beteiligten Träger, insbesondere für die Gruppe der sozial benachteiligten Jugendlichen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf,
  • Optimierung der Kommunikation und des Informationsaustausches zwischen den beteiligten Institutionen,
  • gemeinsame Maßnahmeplanung bei den Förderangeboten und
  • gemeinsame Fallberatung und -besprechung.

Die Öffnungszeiten der JBA sind Montag bis Donnerstag von 7.30 Uhr bis 12.30 Uhr und Freitag von 7.30 Uhr bis 12 Uhr. Die Anmeldung erfolgt über die Eingangszonen von Jobcenter (im Erdgeschoß) und Arbeitsagentur (1. Etage) sowie für die Mitarbeiter/innen der Jugendsozialarbeit über eine telefonische Terminvereinbarung.

Hier will die neue Jugendberufsagentur strategisch, aber auch im Einzelfall ansetzen. Durch die neue JBA sollen die verschiedenen Institutionen und deren Hilfssysteme zusammenrücken und den Jugendlichen Beratung aus einer Hand anbieten – und an einem Ort, in diesem Fall am Sitz von Jobcenter und Arbeitsagentur im Haus Bismarckstr. 8-10 in Bahnhofsnähe. Dort werden künftig stundenweise auch Mitarbeiter der Jugendsozialarbeit der Stadt Remscheid anzutreffen sein, darunter auch Lutz Pawlas, wie Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gestern bemerkte: „Wir schaffen keine neue Institution, sondern intensivieren die Zusammenarbeit der drei Einrichtungen. Bisher wurden im ungünstigsten Fall vereinzelt Jugendliche von A nach B geschickt, weil sich die Zuständigkeit überschnitt. In der Jugendberufsagentur können wir dies in gemeinsamen Fallbesprechungen viel schneller im Sinne der Kunden klären. Durch die Kooperationsvereinbarung können wir einfacher Daten austauschen, leichter notwendige Maßnahmen abstimmen und damit auch schneller die jungen Leute gezielt fördern oder anderweitig für sie tätig werden."

Für Martin Klebe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal, besitzt die JBA eine große Bedeutung für den Arbeits- und Ausbildungsmarkt: „Aufgrund der demografischen Entwicklung sinkt die Zahl der Schulabgänger stetig. Zugleich steigt der Fachkräftebedarf der Unternehmen im bergischen Land. Wenn wir der Wirtschaft auch weiterhin genügend Fachkräfte vermitteln wollen, dann dürfen wir keinen Jugendlichen zurücklassen. Wir brauchen jeden, und durch die Jugendberufsagentur soll jeder Jugendliche dort abgeholt werden, wo er gerade steht und die Unterstützung erhalten, die er benötigt." Dirk Faust, Geschäftsführer des Jobcenters Remscheid, sieht vor allem die Chance, mit der Kooperation mittelfristig den Weg in die Langzeitarbeitslosigkeit zu unterbrechen. „Ein stabiler Lebenslauf mit guter Ausbildung ist die Basis für eine spätere existenzsichernde Beschäftigung. In der Jugendberufsagentur können wir unsere unterschiedlichen Angebote stärker bündeln und gemeinsam insbesondere Jugendlichen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf zielführende Angebote machen und sie auf dem Weg in Ausbildung begleiten."

„Gut ausgebildete Jugendliche, die ihr Auskommen mit ihrem Einkommen haben, sind der Rohrstoff für unsere Stadt“, betonte der OB. Da dürfe niemand durch „durchs Netz fallen“. Von Arbeitslosigkeit betroffen seien insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund bzw. ohne Schulabschluss, so Dirk Faust. Leider sei gegenwärtig die Jugendarbeitslosigkeit in Remscheid um einige Projektpunkte höher als im Landesdurchschnitt, ergänzte Sozialdezernent Thomas Neuhaus. „Mit Qualifizierungs- und Arbeitsangeboten wollen wir versuchen, die Arbeitslosigkeit abzubauen.“

Daran arbeitet im Job-Center das so genannte „U25-Team“. Und das wird künftig von städtischen Jugendsozialarbeitern unterstützt, um jene arbeitslose Jugendlichen wieder zu erreichen, die sich der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter entzogen haben. Was die Mitarbeiter der Arbeitsagentur und des Jobcenters nicht leisten können, sollen die Jugendsozialarbeiter übernehmen – in die Familien gehen, mit den Eltern sprechen, den Jugendlichen klar machen, wie wichtig ist, „dass sie endlich aus dem Quark kommen und wieder zu einem festen Tagesrhythmus kommen“. Mast-Weisz weiter: „Schul- und Leistungsverweigerung sind keine Lösung, verstärken im Gegenteil nur die vorhandene Probleme!“ Und Jobs ohne fachliche / technische Kenntnisse durch Ausbildung werde es künftig auf dem Arbeitsmarkt kaum noch geben.

Wie die Problemlösung im Einzelfall aussieht, soll das neue Team der Jugendberufsagentur am Runden Tisch festlegen und einen entsprechenden Hilfeplan aufstellen. „Wir müssen verhindern, dass die jungen Leute sich nicht weitere Jahre ihre eigene Zukunft verstellen!“ Das habe auch eine volkswirtschaftliche Seite, räumte der Oberbürgermeister ein: Für den Lebensunterhalt von Arbeitslosen muss die Allgemeinheit aufkommen. „Arbeitslosigkeit ist der größte Luxus, den sich eine Gesellschaft leisten kann!“

 

April 2007: Der Waterbölles blättert zurück

Die "Ära Kennepohl" ging vor zehn Jahren überraschend zu Ende: Eine Stimme fehlte Baudezernent Helmut Kennepohl am 26. April 2007 zur Wiederwahl. Wahlberechtigt waren alle 58 Ratsmitglieder (und alle waren erschienen) und Oberbürgermeisterin Beate Wilding. Macht 59 Stimmen. Auf 29 Wahlzettel war „Ja“ angekreuzt, auf 30 „Nein“. Da sich vor der Wahl SPD und Grüne gegen Kennepohl ausgesprochen hatten (zusammen 25 Stimmen) und das „bürgerliche Lager“ von CDU, FDP und W.I.R. (zusammen 33 Stimmen) für ihn, müssen unter den Befürwortern einer Wiederwahl mindestens vier Abweichler gewesen sein, ein geschlossenes „Nein“ bei SPD und Grünen vorausgesetzt (keine Stimme war ungültig; es gab keine Enthaltungen). Acht Jahren zuvor hatten Abweichler in den Reihen der SPD Kennepohl zu einer Wiederwahl verholfen, damals zur großen Verärgerung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Hans Peter Meinecke. Im Vorfeld des 26. April 2007 hatte alles auf eine Wiederwahl Kennepohls hingedeutet. Eine Nicht-Wahl des „Unvollendeten“ (Bergische Morgenpost) wäre eine glatte Sensation, mutmaßte damals der Waterbölles. Elke Rühl (CDU), damals Vorsitzende des städtischen Bauausschusses hatte sich als glühende Befürworterin einer Wiederwahl Kennepohls geoutet. Remscheid habe dem „Visionär“ sehr viel zu verdanken. „Die Neugestaltung des Hauptbahnhofs mit dem Schaufenster der Wirtschaft sowie der Stadtumbau West werden unter seiner Verantwortung umgesetzt“. BM-Redakteur Henning Röser stellte daraufhin fest, vor allem in der CDU werde der Baudezernent „von manchen Ratsmitgliedern geradezu kulthaft verehrt“.

Eine Modernisierungsoffensive für Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen erreicht1 im April 2007 den Bahnhof Remscheid Hbf in Form des erste Spatenstichs für den Bahnhofsneubau durch Oberbürgermeisterin Beate Wilding. Für mobilitätseingeschränkte Reisende werde ein neuer Aufzug gebaut, hieß es damals. Außerdem erhalte der neue Mittelbahnsteig bis September 2008 ein Blindenleitsystem, ein neues Wegeleitsystem, überdachte Wartebereiche sowie eine komplett neue Bahnsteigmöblierung. Die damals noch spürbare Euphorie hast sich längst gelegt.

In einem „Gemeindebrief Extra“ verwies die Evangelische Stadtkirchengemeinde Remscheid im April 2007 auf ihren jahrhundertealten Friedhof mitten in der Stadt. Bis 1761 war der Friedhof ausschließlich unmittelbar um die Kirche herum belegt. In jenem Jahr erweiterte man ihn gen Nordosten bis an die heutigen Kirchhofstraße. Ab 1780 veranlasste die herzogliche Regierung die Gemeinden zur Anlegung neuer Friedhöfe außerhalb des bebauten Raumes. Im gleichen Jahr suchte man ein schuleigenes Gelände unweit der Stadtkirche für Friedhofszwecken aus. Dieses Gelände bildet bis heute den älteren Teil des Evangelischen Stadtfriedhofes. Seit 1801 lassen sich dort erste Beerdigungen nachweisen.

Als Rolf Söhnchen am 27. Februar 2007 als Direktors des Amtsgerichts Remscheid in den Ruhestand gegangen war, hatte er schon sechs Wochen später, im April, ein neues Amt: Als erstes und bislang einziges Bundesland bekam Nordrhein-Westfalen damals mit ihm einen Ombudsmann für den Justizvollzug. Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter, Ehefrau des damaligen Remscheider Stadtkämmerers Jürgen Müller,  stellte ihn in Düsseldorf der Öffentlichkeit vor. Zur Seite standen Rolf Söhnchen am Wuppertal, Sedanstraße 15,  fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Jahresende 2010 legte Rolf Söhnchen sein Amt nieder.

Im April 2007 beschloss der Bauausschuss die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gelände der Maschinenfabrik Strasmann in Ehringhausen, um daraus nach Abriss der Fabrik den Bau von Einfamilienhäusern möglich zu machen. Dafür hatten die Grünen gewarnt mit Hinweis auf Altlasten auf dem Gelände. Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein hielt damals dagegen: Wenn mit dem Bau begonnen werde, bestehe keine Gefahr mehr für die Bürger. Entweder werde der kontaminierte Boden abgedeckt oder abgefahren.

Stadt und Sportvereine vor juristischer Auseinandersetzung?, fragte der Waterbölles am 4. April 2007. Reinhard Ulbrich, der Vorsitzende des Sportbundes Remscheid, hatte den 78 Mitgliedsvereinen den schriftlichen Rat gegeben, die an die Stadt zu zahlenden Hallennutzungsgebühren zunächst auf ein Sonderkonto des Sportbundes zu überweisen. Die Zahlungen auf ein Sonderkonto seien wenig hilfreich, reagierte damals Dezernent Dr. Christian Henkelmann vergrätzt.

Die städtische Gemeinschaftshauptschule Hölterfeld werde zum 1. 8. 2007) aufgelöst, teilte vor zehn Jahren die Verwaltung mit. Die verbleibenden Jahrgänge würden der Schule der städtischen Gemeinschaftshauptschule (GHS) Wilhelmstrasse zugeordnet; der Unterricht erfolgt in der Dependance Tersteegenstraße. Das Angebot an naturwissenschaftlichen Räumen sei am Standort Tersteegenstraße besser als im Gebäude Hölterfeld.

„Waterbölles“ einst auch eine Schülerzeitung des „Städtischen Gymnasiums Remscheid“ an der Hindenburgstraße, ursprünglich eine Schule nur für Jungen. Daran erinnert der Waterbölles vor zehn Jahren. Die Nr. 2 des Jahrgangs 1966/67 war damals von einem Wuppertaler Antiquariat für 9,50 Euro zum Kauf angeboten worden. Waterbölles las Waterbölles: „Seit nunmehr einem Jahr tummelt sich ein Dutzend weibliche Wesen in unseren Gängen“, beginnt auf Seite 28 das „aktuelle Interview“ mit Margit und Rita, geführt von Friedhelm Köhne, Jürgen Sauer und Andres Kunz. Insgesamt 52 Seiten umfasste diese Ausgabe der Schülerzeitung Waterbölles aus dem Jahre 1967.

Die Müllbehälter in Remscheid seien – mal abgesehen von denen auf der Alleestraße – zu klein,  und es gebe zu wenige, hatte im Februar 2007 Christel Hermann (Grüne) in einer Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid beklagt. Und einen Monat später, am 1. April) später berichtete der Waterbölles über ersten Prototypen von neuen, größeren Müllbehälter; sie seien bereits im Neubaugebiet auf dem Hohenhagen zu bewundern.  Sollten sich die Betonschalen bewähren, sei daran gedacht, eine Serie davon für Kreuzungspunkte in der Innenstadt in Auftrag zu geben. So könne man anknüpfen das Konzept für Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit an, mit dem Oberbürgermeister Fred Schulz in den Jahren 2003 und 2004 Schlagzeilen gemacht hatte.