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1925 hatte RS die meisten Arbeitslosen in der Rheinprovinz

„Makent Fiärowend": „Dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind, habe ich am eigenen Leib bitter erfahren. Ich kann das ganze nur als Ausbeutung bezeichnen. Ich habe von 7 bis 19 Uhr arbeiten müssen; aller­dings hatten wir mittags eine Pause von eineinhalb Stunden, und um 16 Uhr gab es noch eine kurze Kaffeepause. Wenn der Meister im Be­trieb war, trauten wir Lehrlinge uns nicht, pünktlich aufzuhören. Wir muss­ten dann so lange warten, bis er sagte: ,Makent Fiärowend'. Aber meistens hatte er das so geschickt eingerichtet, dass kurz vor Feierabend noch jemand zur Post musste, Pakete hinbringen, oder Ware bei einem Zulieferer ab­holen. Das war so,  dass es immer 19.30 Uhr wurde, bis man mal wirklich Feier­abend hatte. Samstags wurde bis 16 Uhr gearbeitet. Danach mussten wir die Werkstatt aufräumen. Darüber wurde es dann leicht 18 Uhr, bis alles fertig war. Ferien gab es nicht. Ich war seinerzeit in der Volksjugend. Die machte schon mal große Touren, und da wollte ich gerne teilnehmen. Es sollte für 14 Tage runter nach Heidel­berg gehen. Ich bat dann meinen Lehr­meister um Urlaub. Nein, es gäbe kein frei, war seine Antwort. Da hab ich dem Herrn Pastor Finneisen das ge­sagt. Der hat dann mit dem Lehrmei­ster gesprochen; daraufhin bekam ich frei, jedoch mit der Bemerkung: ,Die 14 Tage musst du nachholen, wenn du die Lehre aus hast.' Aber ich hab ihm was gepfiffen."

Mit Weinen in die Fabrik gegangen: „Als 14jährige bin ich in einen Haus­halt gekommen. Morgens um 8 Uhr musste ich mit der Arbeit anfangen: Zuerst musste ich immer die Schuhe der ganzen Familie putzen. Dann musste ich spülen, einkaufen, und hel­fen, das Essen vorzubereiten. Danach musste ich die Zimmer putzen. Das waren immerhin sechs oder sieben Zimmer, die ich als 14jähriges Mäd­chen zu machen hatte. Nach dem Mittagessen musste ich spülen und konnte dann so zwischen 14 und 15 Uhr nach Hause gehen. Für die ganze Arbeit kriegte ich 15 Mark im Monat. Wenn ich dann noch den Garten um­grub, bekam ich zehn Mark extra. Danach hatte ich eine Stelle, in der ich morgens den Haushalt machte und nachmittags nähen lernte. Die Arbeit war so halbe-halbe aufgeteilt. Nach drei Jahren hätte ich meinen Abschluss als Schneiderin gehabt. Weil meine Schwester aber soviel Geld in der Fa­brik verdiente, mein Lohn war zu gering dagegen, musste ich meine Stelle aufgeben und auch im Alexan­derwerk anfangen. Mit Weinen bin ich in die Fabrik gegangen, bis ich mich durchgerungen und damit abge­funden hatte. Das viele Geld, das man im Akkord verdiente, half darüber weg. Ich war so klein, man musste mir Kisten unter die Füße stellen. Es war die Zeit, wo man Frauen die schwere Arbeit machen ließ, die ei­gentlich Männerarbeit war. Anfangs war es fürchterlich für mich. Unsere Ar­beitszeit war von 6 bis 18 Uhr; mit­tags gab es eine halbe Stunde Pause, morgens und nachmittags je eine viertel Stunde. Samstags wurde von 6 bis 12.30 Uhr gearbeitet."

Der REFA-Mann: „Ende der 20er Jahre, das weiß ich noch ganz genau, da kriegte ich 75 Pfennig Lohn in der Stunde. Als ich dann in die Firma L. kam, kriegte ich 80 Pfennig. Ich war noch nicht lange dort, da setzte der Chef fünf Pfennig zu. Bald war ich auch auf 90 Pfennig in der Stunde. Und das war schon was. Dann hat die Firma das Minutensy­stem (Refa) eingeführt und extra je­manden angestellt, der sich mit der Stoppuhr jeweils einen Tag lang hin­ter einen Arbeiter stellte, der gerade am Schleifen war oder am Aufspan­nen. Da war mal ei­ner im Betrieb, der kam aus Wermelskirchen, das war ein großer, schwerer Kerl. Der musste die Ansätze an die Sägeblätter drehen auf einer großen Plandrehbank. Jeder andere musste mit dem Flaschenzug das Werkstück, die Säge, hochhieven auf die Dreh­bank. Aber der aus Wermelskirchen, der war so stark, der brauchte kei­nen Flaschenzug. Der packte die Säge am Loch und warf sie auf die Ma­schine. Ebenso packte er den Deckel an, der darauf kam. Das war schon ein Zeitgewinn von drei bis vier Mi­nuten. Das war dann sein Mehrver­dienst. Deshalb kam er auf einen ho­hen Lohn.

Stand der Büro-Mechanisierung im Jahre 1910.

Teil II

Zu erneuten Unruhen gab die Reichsregierung den Anlass, indem sie die Unterstützungssätze, die sie den Erwerbslosen zubilligte, trotz der stark angezogenen Lebensmittel­preise nicht erhöhen wollte. Dessen ungeachtet wurde auf der Konferenz der Städtevertreter in Barmen be­schlossen, 50 Prozent mehr auszu­zahlen. In Remscheid war dieser Satz durch Vorschusszahlung schon aufge­braucht, und die Verwaltung hatte sich mit dem Arbeitslosenrat geei­nigt, dass die Erwerbslosen statt Bar­geld Lebensmittel erhalten sollten. Der Arbeitslosenrat war der Meinung, dass es schwer sei, den Leuten diese Änderung annehmbar zu machen. Aber wollte die Stadt nicht eine Sperrung der Reichsunterstützung auf sich nehmen, so musste sie diesen Ausweg einschlagen. Über das, was danach geschah, gibt die Polizeiverwaltung folgenden Bericht: „Am 4. Dezember 1923, vormittags gegen 10 Uhr, versammelten sich die Erwerbslosen, nachdem sie an den Zahlstellen ihre Unterstützung emp­fangen hatten, auf dem Rathaus­platz. Nach und nach hatten sich etwa 4.000 bis 5.000 Personen eingefunden, unter denen eine erregte Stimmung herrschte. Dem Erwerbslosenrat wurden von der Stadtverwaltung Gut­scheine zum Bezug von Brot zugestan­den, die am 5. Dezember an die Er­werbslosen ausgehändigt werden sollten. Hiermit war die Menge nicht zufrieden und zog nun gegen 12 Uhr mittags, nachdem sie zwangsweise zerstreut worden war, in Trupps zu den verschiedenen Stadtteilen, wo sie in die Lebensmittelläden, vornehmlich Brot- und Metzgerläden, eindrang und die Herausgabe von Waren ver­langte unter der Angabe, der Ober­bürgermeister habe gesagt, die Er­werbslosen sollten sich in den Ge­schäften holen, was sie bekommen könnten, die Stadt bezahle alles. Da, wo die Geschäftsleute die Herausgabe verweigerten, wurde ihnen Gewalt angedroht. . ."

Die amtliche Berufszählung des Jah­res 1925, mit 37. 119 nach Berufen er­fassten Personen (etwa 52% der Ge­samtbevölkerung) bzw. 77.933 Erwerbstätigen mit ihren Angehörigen ergibt folgende Struktur:

 

Erwerbstätige

Mit Angehörigen

Industrie, Handwerk

25 529

58 057

Handel und Verkehr

6 774

12 537

Öffentl./freie Berufe

2 002

3 865

Häusl. Dienste u. ä.

2 368

2 753

Landwirtschaft

446

721

Sägenrichter bei der Arbeit. Große Handfertigkeit war notwendig, um das Sägeblatt vollkommen gerade zu bekommen.Im selben Jahr hatte Remscheid „mit 86 pro 1.000 Einwohner leider von sämtlichen Städten der Rheinprovinz die größte Erwerbslosenzahl aufzu­weisen. Remscheid steht also weitaus an der Spitze. Besondere Sorgen er­wachsen", erläutert der Verwaltungs­bericht. (…) In der Zeitspanne 1. April 1925 bis 28. Februar 1926 waren beim Ar­beitsnachweis 24.815 Arbeitssuchende (männl. 23 210; weibl. 1 605) gemel­det. Das Geschäftsjahr 1926 begann also mit einer „erschreckend hohen Er­werbslosenziffer, die das ganze Jahr hindurch bis in den Winter hinein ungefähr auf gleicher Höhe stand. Die höchste Zahl wurde am 4. Juni er­reicht mit 6.708 Vollerwerbslosen und 7.306 Zuschlagsempfängern (Ehe­gatten und Kinder), oder insgesamt 14.014 Unterstützten, das sind 18,44% der Gesamtbevölkerung." Am 25. März 1927 waren es 11,47%.

Zwei grundlegende Veränderungen versperren nun leider den Weg, wei­terhin mit greifbar einfachen Zahlen und Begriffen den Verlauf der Ar­beitslosigkeit in Remscheid darzu­stellen. Einmal wurde das Arbeitsamt, bislang eine kommunale Einrichtung, am 1. November 1928 ein Organ der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Seine Übernahme in die Kompetenz des Rei­ches brachte nicht nur eine Erweite­rung seines Zuständigkeitsbereiches auf die umliegenden Gemeinden mit sich, sondern erzeugte auch durch im­mer neue Notverordnungen neue Terminologien und Modi der Ar­beitslosenerfassung. Als weiteres kommen 1929 die Eingemeindungen von Lennep und Lüttringhausen hinzu. Nach einem Bericht des Ar­beitsamtes gab es im Juni 1932 in Groß-Remscheid (101.000 Einwohner) 5.688 Hauptunterstützungsempfänger und 5.903 Zuschlagsempfänger. Die Gesamtzahl der Arbeitssuchenden be­trug 18.661. Aufschluss über den Um­fang des Elends gibt der Oberbürger­meister Ende August:

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„Faszination Schach“ mit Großmeistern

Pressemitteilung des Allee-Centers

Bundesweit kamen bereits mehr als18.400 Kinder kamen, um die „Faszination Schach“ von Großmeister Sebastian Siebrecht mitzuerleben. In Remscheid hat Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz die Schirmherrschaft übernommen und  wird am Montag, 29. Mai, um 10 Uhr zusammen mit Centermanagerin Andrea Schwenke sowie der vierten Schulklasse der Grundschule Reinshagen mit Konrektorin Jasmin Steinhaus den Eröffnungszug ausführen. Im Mittelpunkt des Events stehen Kinder und Jugendliche: Mehr als 15 Kindergruppen und Schulklassen aus Remscheid und Umgebung werden einen bunten Parcours im Erlebnisschach durchlaufen. Von 10 bis 15 Uhr wird das Einkaufszentrum in einen lebendigen Schachunterricht verwandelt. Nach der Einführung in das königliche Spiel ist Showtime angesagt, etwa beim Simultanschach mit der fünfmaligen deutschen Jugendmeisterin, Vizeeuropameisterin und Olympiateilnehmerin Anna Endreß, der internationalen Meisterin und ägyptischen Nationalspielerin Amina Sherif, sowie dem Deutschen Schachlehrer des Jahres und internationalen Großmeister Sebastian Siebrecht. Show-Wettkämpfen wie „Schlag den Großmeister“ sorgen im Handicap-, und Konditionsblitz für Spaß und Bewegung. Das mehrfach ausgezeichnete Lehrprogramm „Fritz & Fertig“ ist ebenfalls mit von der Partie. Zudem gibt es auch in den Blitzturnieren, dem Universitäts-Cup und den Qualifikationsturnieren zum Center-Cup Finale zahlreiche Gewinne. Das Finale wird mit dem Kinder- und Jugend-Cup, einem großen Simultan- sowie dem  Allee-Center-Cup am Samstag, 3. Juni, ausgespielt.

Jutta Velte führt Förderverein für Umweltbildung

Der Förderverein für Umweltbildung Remscheid e.V., Träger der Natur-Schule Grund, hat auf seiner Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand gewählt. Der langjährige Vereinsvorsitzende, Amtsgerichtsdirektor a.D. Rolf Söhnchen, trat bei der Mitgliederversammlung altersbedingt nicht mehr zur Wiederwahl an. Auch die stellvertretende Vorsitzende, Susanne Fiedler, verzichtete auf eine erneute Kandidatur. Als 1. Vorsitzende wurde Jutta Velte gewählt, Michael Wellershaus  als 2. Vorsitzender und Markus Wolff als Schatzmeister. Wiedergewählt wurden die bisherigen Beisitzerinnen Ursula Frieg-Bornkamm und Heidi Hahn.

Jutta Velte dankte ihrem Vorgänger Rolf Söhnchen für „gefühlte hundert Jahre“ Vorstandsarbeit, in der wichtige Weichenstellungen für eine gesicherte Zukunft der vom Verein getragenen Natur-Schule Grund, der Umweltbildungsstation für Remscheid, erfolgt seien. Sie rief zugleich die Mitglieder des Fördervereins dazu auf, sich mit dem neuen Vorstand über die Zukunft der Natur-Schule Grund auszutauschen und eigene Ideen zur Weiterentwicklung der Einrichtung einzubringen. Der neue Vorstand kündigte an, die in drei Kreativ-Workshops gesammelten Ideen und Konzepte für eine weiter zukunftsweisende Neuaufstellung der Naturschule schrittweise konkretisieren und umsetzen zu wollen.

Unter französischer Besatzung blühte der Schmuggel

Schraubenzieher im Unterrock: „Mein Vater stellte Schraubenzieher her, die er an eine Firma in Elberfeld verkaufte. In der Franzosenzeit wussten wir nicht, wie wir liefern sollten. Und da haben wir überlegt, wie wir am besten durch den Zoll kommen könn­ten. Meine Mutter und ich haben zwei Unterröcke genommen und alles Ta­schen draufgenäht. In die haben wir dann einen Schraubenzieher nach dem anderen gesteckt. Da waren wir ringsum bepackt und gingen so auf Schmuggeltour. Mein jüngster Bru­der war im Fußballverein und kannte dadurch eine Familie am Goldenberg. Da gingen wir mehrmals am Tag hin und deponierten unsere Ware, die von da aus dann nach Elberfeld trans­portiert werden konnte."

Der Chef im Heu: „Es war mal wieder ein Schmuggel­tag angesetzt worden. Eine Wermelskirchener Firma, eine Schuhfabrik, die einem Verwandten unseres Chefs ge­hörte, sollte daran teilnehmen. Auf den zwei Wagen, die wir hatten, große Flachwagen, waren dann auch Pakete mit Schuhe drin aufgeladen. Die Zoll­grenzüberschreitung haben wir selbst gemacht, hatten also keine pro­fessionellen Schmuggler damit beauftragt. Die Wagen haben wir an der Hermannsmühle, wo heute eine Brücke über den Bach geht, durch so eine Art Furt, wo das Wasser 20 bis 30 cm tief war, geleitet. Noch wäh­rend wir mit den Wagen dorthin un­terwegs waren, hielten einige unserer Leute in der Umgebung Ausschau nach den Franzosen. Unglücklicherweise war an diesem Tag eine ganze Kom­panie unterwegs. Sie kam von Lennep runter über Tackermühle, Hermanns­mühle, auf dem Weg zum Singerberg. Als unsere Späher zurückkamen, um uns das zu melden, waren wir genau in der Furt. Da haben wir die Pferde ausgespannt, die Wagen einfach ste­hengelassen und sind nichts wie ab. Die, die reiten konnten, haben sich auf die Pferde geschwungen und sind zum Hohenhagen raufgeritten, zu ei­nem Bauernhof. Die Franzosen sind denen nachgelaufen. Unser Chef, der Johann Peter, hat sich im Heu verkro­chen. Mit Mistgabeln haben die Franzosen ins Heu reingestochen, ha­ben aber, Gott sei Dank, den Chef nicht getroffen. Wir andere haben uns bei dem Bauer mit an den Kaffee­tisch gesetzt. Es ist uns nichts passiert. Unser Chef ist dann ins unbesetzte Ge­biet gegangen und hat sich für einige Zeit bei uns nicht mehr blicken las­sen." (M 1908)

„Sie sollen ihn nicht haben, . . .": „Als die Franzosen hier waren und auf Wermelskirchen zu die Engländer lagen, nahm uns der Rektor Wunn mit in den Busch. Da kriegte jeder Schü­ler einen Stock, den musste man an den Mund tun, wie eine Flöte. Dann mussten wir pfeifen: ,Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein'. Dabei mussten wir gehen wie die Soldaten. Der Wunn war derart in dem alten System noch drin, er konnte nicht verstehen, dass der Krieg verlo­ren war."

Erfahrung als Schmuggler gemacht: „Während meiner Lehre habe ich die Franzosenzeit erlebt. Da hab ich Er­fahrung als Schmuggler gemacht. Für die großen Sachen hatten wir Leute, die das Schmuggeln geschäftsmäßig betrieben. Die kannten zwischen Nüdelshalbach und Goldenberg jeden Pfad und boten sich an, für Geld die Ware in das unbesetzte Gebiet zu bringen. Die Pakete wurden des Nachts von Schmugglertrupps, die manchmal 10-20 Mann stark waren, transportiert. In der Gegend der Schule Goldenberg hatte unsere Firma einen Raum gemietet, da kamen die Pakete hin. Des Morgens bin ich dann mit zwei von unseren Packern immer dort hingegangen. Die Postpa­piere, wie Paketadressen usw., hatten wir in unserer Kleidung versteckt. Ein Topf mit Leim befand sich in dem gemieteten Raum. Dort wurden die Pakete postfertig gemacht. Zwei Bol­lerwagen hatten wir stets dabei; mit denen machten wir dann die Paket­tour zu Fuß vom Goldenberg zum Lüttringhauser Postamt. Wenn wir al­les erledigt hatten, kriegten wir zur Belohnung ein Schinkenschnittchen mit Kartoffelsalat vom Chef spen­diert. Da haben wir uns immer doll drauf gefreut."

Französicher Doppelposten in RemscheidWie schon bei anderen ultimativen Forderungen der Siegermächte, schwebte auch über dem Londoner Ultimatum vom 5. Mai 1921 die Drohung, dass eine Ablehnung der Reparationsverpflich­tungen oder ihre Nichterfüllung die Besetzung weiterer deutscher Land­schaften, vor allem des Ruhrgebietes, zur Folge haben würde. Was die Re­parationsleistungen in Geld betraf, hatte Deutschland im Rahmen der ge­währten Moratorien bis Ende 1922 seine Verpflichtungen bei einem Rückstand von 1,6 Prozent erfüllt. Konnte die Reparationskommission hinsicht­lich der gesamten Sachlieferungen nur geringfügige Rückstände feststellen, so entwickelten sich doch zwei Posi­tionen zum Stein des Anstoßes. Ge­gen den Widerstand Englands erklär­ten Frankreich, Belgien und Italien im Rückstand der Kohlelieferungen (12 %) bzw. Holzlieferungen (50 %) eine vorsätzliche Nichterfüllung der Reparationsverpflichtungen zu sehen. Aufgrund dieser Prämisse begann die Besetzung des Ruhrgebietes, um die Reparationsleistungen dort direkt herauszuholen.

Die französisch-belgi­sche Armee hielt am 11. Januar 1923 ihren Einzug (bis zum Jahresende wuchs sie auf gut 100 000 Mann). Zwei Tage später, anlässlich einer Kund­gebung im Reichstag, erklärte Reichs­kanzler Cuno: „Solange der vertragswidrige Zustand besteht, soll keine Hand im deutschen Volk sich rüh­ren, um diese Maßnahme zu unter­stützen. Was wir der Gewalt entgegen­setzen können, ist der Wille und Ent­schluss, in diesen schweren Tagen unerschütterlich an der Einheit und dem Recht festzuhalten." Mit dem Aufruf zum passiven Widerstand ließ die Reichsregierung wissen, dass sie einer Kraftprobe nicht aus dem Wege zu gehen gedachte. Zwar bewirkte der passive Widerstand eine bedeutende Belebung des Nationalgefühls. Hin­sichtlich seiner wirtschaftlichen Ziel­setzung war er, wie sich bald zeigen sollte, weniger erfolgreich. Als seine Fortführung gar die außenpolitische Situation Deutschlands verschlech­terte, erklärte die Reichsregierung des neuen Reichskanzlers Gustav Stresemann am 26. September 1923 den passiven Widerstand für beendet.

Ganz im Sinne der Reichstagskund­gebung ist der Aufruf, den „ein alter Frontsoldat" wenig später in einem „Eingesandt" an die Remscheider Be­völkerung richtete: „Nachdem die Franzosen nunmehr Lennep besetzt haben, ist mit der Möglichkeit zu rech­nen, dass sie auch unsere Stadt beset­zen. Für uns ist es Pflicht, die Ein­dringlinge nicht zu beachten. Neugie­rige schänden das Ansehen unserer Stadt, sie sind ehrlos, weil sie franzö­sischen Agenten Gelegenheit geben, nach Paris einen ,glänzenden Emp­fang' der französischen Truppen in Remscheid zu melden. Solche Neu­gierigen schädigen unser Ansehen im Ausland. Dass die Geschäftsleute die Franzosen boykottieren, darf wohl als selbstverständlich gelten. In Dort­mund und in Oberhausen mussten die Franzosen klein beigeben, weil die Bevölkerung sich mutig und entschlos­sen zeigte. Würde und Haltung sind vaterländische Pflicht. Die Franzo­sen müssen hier in Remscheid auf Granit beißen. Keiner darf ihnen den Weg zeigen. Wir sind Deutsche und werden den Eindringlingen deutsch­bewusst entgegentreten."

Einen Monat danach, auf den Tag genau, begann die befürchtete Beset­zung Remscheids, als am Vormittag des 7. März 1923 eine französische Truppenabteilung aus Richtung Lennep kommend auf die Stadt zu marschierte und an der Unterführung in die Haddenbacher Straße einbog. Um 11 Uhr erschienen von der Ab­teilung ein Hauptmann, zwei Unter­offiziere und vier Mann im Rathaus. Der Hauptmann und ein Unteroffi­zier suchten in Begleitung eines Dol­metschers den Oberbürgermeister Dr. Hartmann auf, dem der französische Offizier erklärte, er fordere Quartier für 100 Mann, drei Offiziere, einige Pferde und eine Lagerstätte für die Bagage. Dr. Hartmann erhob zunächst gegen das Einrücken der französi­schen Truppen nachdrücklich Pro­test, wobei er auch darauf hinwies, dass ein Teil Remscheids zum britisch besetzten Gebiet gehöre. Im Übrigen verweigerte er die Einquartierung der Truppen bei Privatleuten, weil er weder über die Möglichkeit noch über das Recht verfüge, irgendwelche Pri­vatquartiere in Anspruch nehmen zu lassen. Die Franzosen haben sich dann selbst die Schule Steinberger Straße als Quartier gewählt. Es wur­den dort von ihnen einige Räume belegt, so dass es fortan unmöglich war, den Unterricht in diesem Ge­bäude weiterzuführen. Die Kinder wurden auf andere Schulen in der Stadt verteilt. Über den Grund des Vorstoßes in unsere Stadt befragt, erklärte der Führer der französischen Abteilung dem Oberbürgermeister, sie seien le­diglich beauftragt, den Verkehr in der Haddenbacher Straße zu überwa­chen. Eine Besetzung der Stadt oder auch nur ihrer Verkehrsbetriebe wie Eisenbahn und Post solle nicht erfol­gen.

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Vergünstigte Energieberatungen in Ehringhausen

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Energieverbrauch senken, Wohnkomfort steigern oder mehr Unabhängigkeit vom Energieversorger erreichen – Gründe für eine energetische Sanierungsmaßnahme in den eigenen vier Wänden gibt es viele. Im Rahmen einer Sonderaktion bietet die Verbraucherzentrale NRW in Kooperation mit der Klima-Allianz Remscheid e.V. Gebäudebesitzerinnen und Gebäudebesitzer gezielt Beratung und Information zu Energie und Klimaschutz. „Die gemeinsame Kampagne verhilft den Gebäudebesitzern in Ehringhausen (aber auch in ganz Remscheid) zu einem Mehrwert. Eine fundierte und qualifizierte Energieberatung ist der Schlüssel zur Umsetzung von energetischen Sanierungsmaßnahmen“, ist sich Susanne Fiedler, stellvertretender Vorstand der Klima-Allianz Remscheid, sehr sicher. Durch einen Zuschuss der Klima-Allianz Remscheid e.V. kosten 90 Minuten individuelle Beratung nur 30 Euro statt der üblichen, ohnehin schon geförderten 60 Euro. Das Angebot ist auf die Zeit bis zum 15. Juli  und auf 50 Beratungen begrenzt.

„Im Stadtteil Ehringhausen gibt es generelle Ansatzpunkte für bauliche Modernisierungsmaßnahmen. Ehringhausen ist ein typischer Stadtteil mit vielen Ein- und einigen Mehrfamilienhäusern, die durchschnittlich in den 1950- bis 1970-er Jahren erbaut wurden“, erklärt Monika Meves, die Geschäftsführerin des Vereins. An einigen Gebäuden wurden bereits Sanierungen durchgeführt, da kann man optisch erkennen. Trotzdem gibt es noch Modernisierungsbedarf und daher sind alle Eigentümer in diesem Gebiet auf die vergünstigte Energieberatung durch ein Anschreiben aufmerksam gemacht worden. Jens Blome, Energieberater der Verbraucherzentrale NRW in Remscheid bekräftigt: „Viele dieser Gebäude entsprechend heute nicht mehr den energetischen Standards. Die Heizung ist meist veraltet, Wände und Dach sind unzureichend gedämmt, die Fenster oftmals undicht.“

Während der Beratung beim Verbraucher zu Hause verschaffen sich die unabhängigen Energieberaterinnen und Energieberater einen Überblick über alle wichtigen Bauteile und Anlagen eines Gebäudes. „Neben Wärmedämmung und Heizungsanlage wird überprüft, ob sich Investitionen in alternative Techniken wie Solaranlagen, Holzpellet-Heizungen oder Wärmepumpen lohnen“, erklärt Jens Blome. Anschließend erhalten die Eigentümerinnen und Eigentümer konkrete Handlungsempfehlungen, umfassendes Informationsmaterial und Tipps zu Fördermöglichkeiten. „Wir hoffen, dass viele Eigentümerinnen und Eigentümer das Beratungsangebot nutzen, um ihr eigenen Einsparpotenziale zu entdecken“, sagt Lydia Schwertner, Leiterin der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Remscheid. Susanne Fiedler, stellvertretender Vorstand der Klima-Allianz Remscheid, bekräftigt: „Durch die Aktion können wir den Stadtteil Ehringhausen aufwerten, denn energetische Sanierungsmaßnahmen verringern auch den CO2- Ausstoß, wodurch ein wertvoller Beitrag zum kommunalen Klimaschutz geleistet wird.“ Anmeldungen zur Energieberatungs-Kampagne bei der Energie-Hotline der Verbraucherzentrale unter Telefon 0211 / 33 996 555 oder E-Mail energieberatung@verbraucherzentrale.nrw">energieberatung@verbraucherzentrale.nrw.

Offener Brief: „Neuanfang wäre notwendig!“

Bezirksbürgermeister Otto Mähler

von Bezirksbürgermeister Otto Mähler

An den
Vorsitzenden der SPD, Herrn  Martin Schulz
die NRW–SPD, einschließlich SPD–Fraktion, Herrn Norbert Römer

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Genossinnen u. Genossen,
ich durfte die Veranstaltung mit Martin Schulz in Remscheid erleben und war begeistert von seinem Auftritt. Seit 1970 bin ich in der Partei und habe seit 1984 verschiedene Funktionen in der Partei, aber auch in der Kommunalpolitik, u.a. zurzeit Bezirksbürgermeister des größten Remscheider Bezirkes.

In den Jahren hat man mit Gewinnen und Verlusten in dieser unserer Demokratie als Parteimitglied leben müssen, vieles hat man mit Demut ertragen. Aber was sich jetzt in Düsseldorf abspielt, ist kaum noch hinnehmbar. Da sieht man einen lachenden designierten Parteivorsitzenden im Fernsehen und denkt „Habe ich was verpasst, haben wir gewonnen?“ Und hätte es sich nicht gehört als Parteivorsitzende, seine Frau zu stehen???? Zurückzutreten (in allen Ehren) ist der einfachste Weg, politische Verantwortung in die Ecke zu stellen.

Aber die Krönung ist das Geschacher um den Fraktionsvorsitz. Ich dachte immer, nach Niederlagen gibt es einen Neuanfang. Aber scheinbar ist dies nicht in Düsseldorf angekommen. Ich kritisiere nicht die persönlichen Verdienste dieser Personen. Aber sie stehen einem Neuanfang im Wege, und viele – nicht nur Mitglieder – sehen dies genauso. Ich setze Hoffnung in die Wahlen zum Fraktionsvorstand, dass hier ein anderer Weg gefunden wird. Es gibt genügend Frauen und Männer in dieser Fraktion (auch einen aus Remscheid ), die für einen Neuanfang stehen würden. Hört die Stimmen von der Basis, wo nicht nur Plakate geklebt werden können. Auch der telegene Auftritt ist ein wichtiger Faktor, um Botschaften zu vermitteln. Da müssen wir in der SPD noch einiges tun.

In dem Sinne
Glück Auf
Otto Mähler

Aus Fitnesscenter für Frauen wird Wohnheim für Männer

Mit dem ehemaligen Fitnesscenter „Prinzess“ für Frauen (Königstraße 159) bekommt die Stadt im Juni ein weiteres Übergangsheim für geflüchtete Männer. Gestern stellten es Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Rechtsdezernentin Babara Reul-Nocke, Claudia Schwarzweller, die Leiterin der Ausländerbehörde, und Daniela Krein, die Geschäftsführerin des BAF e.V. (Begegnen, Annehmen, Fördern), den Anwohnern vor, die der persönlichen Einladung der Stadt gefolgt waren. Auch Polizeirat Jochen Borst, der Leiter der Polizeiinspektion Remscheid, und Guido Eul-Jordan, der Leiter der Feuerwehr Remscheid, nahmen an der Hausbesichtigung teil.

Die Stadt hatte das angemietete Gebäude in den vergangenen Monaten durch einem heimischen Investor zu einer Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Männer umbauen lassen. Entstanden sei eine modere Wohnanlage, die den Vorstellungen der Stadt von einer angemessenen Wohnraumversorgung entspreche, heißt es in dem Brief, den die Anlieger von OB  Mast-Weisz bekamen. bekommen haben. Zitat: „Die Unterbringungssituation in den derzeitig genutzten Wohnanlagen Remscheids machte die Bereitstellung einer zusätzlichen erforderlich.“ In den städtischen Übergangsheimen werden zurzeit 1422 Menschen „sehr engmaschig betreut“, wie gestern Rechtsdezernentin Babara Reul-Nocke sagte. Hinzu kommen 900 Flüchtlinge, für die die Stadt Im Stadtgebiet 251 Wohnungen angemietet hat – für Familien, aber auch für kleinere Gruppen von männlichen Flüchtlingen. „Ein Konzept, das Neuankömmlingen Gelegenheit bot, von den städtischen Übergangsheimen aus bei uns anzukommen, das Land und seine hiesigen Gepflogenheiten kennenzulernen. Nach einigen Monaten wurden sie dann in separaten Wohnungen untergebracht“, berichtete Reul-Nocke. 2015 habe man dieses Konzept leider wegen der großen Zahl neu zugewiesener Flüchtlinge über Bord werfen müssen. Jetzt wolle es die Stadt wieder einführen.

Dazu dient auch das neue Wohnheim auf einem Hintergelände an der Königstraße. Bis zu 50 Männer sollen dort ab 16. Juni maximal ein Jahr lang leben, um dann eigene Wohnungen zu bekommen. Es handelt sich nicht um Flüchtlinge, die der Stadt von der Bezirksregierung Arnsberg neu zugeteilt worden sind (das ist gegenwärtig kaum mehr der Fall, da die städtische Deckungsquote bei fast 100 Prozent liegt), sondern um solche aus kleinen Wohngruppen in Remscheid, die „aus Gründen des besseren Miteinanders entzerrt werden sollen“, so Daniela Krein, die Geschäftsführerin des BAF e.V. (Begegnen, Annehmen, Fördern), der seit 1996 im Auftrag der Stadt das Sicherheits- und Betreuungspersonal in den Flüchtlingsunterkünften und betreut seit 2012 auch Flüchtlingen in angemieteten Wohnungen. Polizeirat Jochen Borst sagte es allgemein: „Wo Menschen zusammen wohnen, kann es Streit geben, und wo sie eng zusammen wohnen, kann es mehr Streit geben. Das ist unabhängig von der Herkunft der Menschen!“ – Zitat aus dem Brief der Stadt an die Anwohner: „Wir ... verweisen aber auf die positiven Erfahrungen im Umfeld der Häuser für Flüchtlinge in ganz Remscheid. Dort hat sich ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis entwickelt.“ Besucher des gestrigen Versammlung, die das vor einem Jahr eröffnete Wohnheim Oberhölterfelder Straße 54 kennen, bestätigten das gestern ausdrücklich.

Auch in dem neuen Übergangsheim wird der B.A. F. e.V. die soziale Betreuung der Bewohner und den Hausmeisterdienst übernehmen. Vorgesehen ist eine „Rund-um-die Uhr“-Betreuung durch vier Hausmeister in drei Schichten, wobei auch Sozialhelfer und Sozialarbeiter vom Büro im Wohnheim an der Oberhölterfelder Straße aus mit in den Dienst genommen werden. Und wenn Hausmeister, Sozialhelfer und Ehrenamtliche tatsächlich einmal an einer Stelle nicht mehr weiterkommen sollten, sind auch noch Sozialpädagogen da. „Notfalls natürlich auch die Polizei in Fällen, für die unsere Leute nicht ausgebildet, nicht qualifiziert sind“, betonte Daniela Krein. „Wir sind Hausverwaltung, wir sind Sozialarbeiter. Wir machen das jetzt seit mehr als 25 Jahren für die Stadt Remscheid.“ - „Und sie machen es gut!“ betonte der Oberbürgermeister.

Der diensthabende Hausmeister hat beispielsweise auch dafür zu sorgen, dass die Hausordnung eingehalten wird. Die sieht Nachtruhe nach 22 Uhr vor, und die gilt auch – nicht zuletzt aus Rücksicht auf die Anwohner – für das Gelände vor dem Haus. Daniela Krein forderte die Anwohner auf: „Sehen sich einer Situation gegenübergestellt, von der sie sagen „Das geht so gar nicht!“, sprechen Sie Hausmeister Hegemann und sein Team ruhig an!“

Das neue Übergangsheim verfügt über Aufenthaltsräume und eine Gmeinschaftsküche auf jeder Etage. Die Zimmer sind mit zwei bis vier neuen Betten, Tischen, Stühlen und Schränken nüchtern und zweckmäßig eingerichtet. Auf dem Dach ist eine Satellitenschüssel unübersehbar, und die Zimmer verfügen über die entsprechenden Anschlüsse. Für ein Fernsehgerät pro Zimmer fühlt sich die Stadt Remscheid aber nicht zuständig. "Das schafft sich der eine oder andere Bewohner selbst am", sagte gestern Claudia Schwarzweller.

Tipps zur Beratung von jugendlichen Migranten

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Das Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW“ (KAoA) wird seit 2011 kontinuierlich in NRW umgesetzt und künftig in allen Schulen strukturell  in den Berufsorientierungskonzepten verankert. Prozessbegleitende Beratung in der Berufs- und Studienorientierung ist dabei ein wesentlicher Faktor. Die Schülerinnen und Schüler sollen über ihre Möglichkeiten informiert werden und Hilfe zur Orientierung erhalten. Sie sollen befähigt werden, sich selbst zu organisieren, Zukunftsperspektiven zu entwickeln und Entscheidungen zu treffen.  

In der Beratung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist es notwendig die Prozesse derart zu gestalten, dass ihren Bedürfnissen Rechnung getragen und ihre Stärken und Fähigkeiten mobilisiert werden können. Um eine optimale Beratung zu leisten, ist es hilfreich, die Werte und kulturellen Haltungen der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund zu kennen und das Potenzial menschlicher Vielfalt zu fördern. Dazu zählt die Fähigkeit, sich in das Gegenüber hineinversetzen zu können - die Perspektive zu wechseln.

Mit diesem Diversity-Ansatz beschäftigt sich die Fachtagung Fachtag “Migrationssensible Beratung in der Berufs- und Studienorientierung“, zu der die Kommunalen Integrationszentren Remscheid, Solingen und Wuppertal in Kooperation mit den jeweiligen kommunalen „Koordinierungsstellen Übergang Schule/Beruf“ für Donnerstag, 1. Juni, von 10.30 bis 17 Uhr ins Gemeinschaftshaus Der Neue Lindenhof, Honsberger Straße 38, eingeladen haben. Referentinnen und der Referent des Fachtages sowie der Workshops sind  Dr. Rita Panesar von der Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung – KWB e.V. in Hamburg, Kerstin Schachtsiek von der FUMA Fachstelle Gender NRW, Timo Flick vom Bergischen Institut für Weiterbildung (BIW) und Lisa Flick vom Verein Zukunftsorientierte Förderung (ZoF e.V.). Die Teilnehmer/innen sollen erfahren, durch Wahrnehmung, Einbeziehung und Gestaltung von Vielfalt negative Zuschreibungen zu hinterfragen, abzubauen und umzukehren. So könne der Blick für spezifische Fähigkeiten von Migrantinnen und Migranten geöffnet werden, die sie aufgrund ihrer Biographie mitbringen.

Deutliche Kritik an „Blutgrätsche“ aus Wuppertal

Mit dem Motto „Das DOC - Chance für Remscheid und die Region - die Remscheider Wirtschaft bekennt sich" hatten sich der Arbeitgeber-Verband von Remscheid und Umgebung e.V., der Handelsverband NRW - Rheinland e.V., DEHOGA Nordrhein und die Kreishandwerkerschaft Remscheid schon klar positioniert, da hatte ihre gestrige Talkrunde im Minoriten-Saal der Klosterkirche in Lennep noch gar nicht begonnen. Und da war Henning Balzer, Development Director des DOC-Investors McArthurGlen Group, natürlich gerne gekommen, um das ehrgeizige Projekt (zum wiederholten Male) vorzustellen. Von ihm erfuhren die zahlreichen Zuhörer/innen - der Saal war vollbesetzt - allerdings kaum etwas, was sie nicht schon wussten, So interessierten sie sich denn mehr für die Positionen der Herren auf dem Podium: Burkhardt Mast-Weisz, Oberbürgermeister der Stadt Remscheid; Dr. Marcus Jankowski, Vorsitzender des Arbeitgeber-Verband Remscheid u. Umgebung e.V.; Oliver Knedlich, Vorstand der Kreishandwerkerschaft Remscheid e.V.; Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Regionalvorstandes Handelsverband NRW - Rheinland e.V.; Michael Wenge, Hauptgeschäftsführer der IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid. Einig waren sie sich in ihrer Kritik an den politischen Entscheidungsträgern in Wuppertal. Das juristische Vorgehen der Stadt Wuppertal gegen die Remscheider DOC-Pläne verglich der OB mit einer „Blutgrätsche im Sport“. Zweifel an den eigenen FOC-Plänen in Wuppertal äußerten Klaus Kreutzer und Michael Wenge. Dies alles im Video des Waterbölles.

OB sieht Stiftung Tannenhof in der Pflicht

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Die aktuelle Medienberichterstattung zu den mit dem möglichen Bau einer Flüchtlingsunterkunft auf dem städtischen Grundstück Barmer-/Beyenburger Straße konkurrierenden Bauplänen der Stiftung Tannenhof bedarf aus Sicht der Stadt Remscheid einiger Klarstellungen:

Die Frage nach dem Bau einer weiteren Flüchtlingsunterkunft wird sich nur dann stellen, wenn über einen längeren Zeitraum die Zahl der Geflüchteten und die Zahl der entsprechenden Zuweisungen nach Remscheid steigen würde. Davon ist zurzeit nicht auszugehen, jedoch muss die Stadt Remscheid – das haben die dramatischen Entwicklungen im Sommer 2015 gezeigt – , auch für solche Fälle vorbreitet sein, um möglichst schnell agieren zu können. Dies beinhaltet auch eine entsprechende Vorplanung. Die letztliche Entscheidung über den tatsächlichen Bau einer solchen Flüchtlingsunterkunft würde im Bedarfsfall abschließend in Abstimmung mit der Politik fallen.

Bei der Prüfung der Frage, welches Grundstück für eine evtl. Flüchtlingseinrichtung genutzt werden kann, hat die Stadt Remscheid sich auf solche Flächen konzentriert, die im städtischen Besitz und für ein solche Projekt geeignet sind. Insbesondere ist dabei auch zu bedenken, dass im Falle eines Baues auch eine spätere sinnvolle Nachnutzung für allgemeines Wohnen möglich ist. Auch ist bei dieser Planung die geografische Verteilung von Flüchtlingsunterkünften auf das gesamte Stadtgebiet zu beachten. Da in Alt-Remscheid und Lennep schon jeweils vier Übergangswohnheime existieren, hat der Verwaltungsvorstand beschlossen, optional – falls erforderlich – eine Fläche in Lüttringhausen zu reservieren. Daher ist das städtische Grundstück Barmer/-Beyenburger Straße mit seiner zentralen bahnhofsnahen Lage in den Fokus gerückt.

Um das Interesse der Stiftung Tannenhof an diesem Grundstück wissend, hat Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zusammen mit Jörg Schubert, komm. Referatsleiter Stadtentwicklung, Bauen und Wirtschaftsförderung, den kaufmännischen Direktor der Stiftung Tannenhof in einem persönlichen Gespräch über diese Entscheidung des Verwaltungsvorstandes informiert. An diesem Gespräch haben auch der ärztliche Direktor Prof. Dr. Klaus Windgassen und weitere Personen der Stiftung teilgenommen. In dem Gespräch hat die Stiftung ihr Interesse an dem besagten städtischen Grundstück wiederholt formuliert und auch erklärt, dass sie in Verhandlungen mit der Eigentümerin des ehemaligen Kinos steht.

In Würdigung des Handlungsbedarfs der Stiftung wurde seitens der Stadt Remscheid nachgefragt, ob die Stiftung der Stadt eine adäquate Ersatzfläche "im Tausch" anbieten könne. Diese Fläche müsse es aber der Stadt Remscheid ermöglichen, die bereits weit voran geschrittenen baulichen Planungen für das in Rede stehende Grundstück 1:1 zu übertragen, um hier Mehrkosten aufgrund erforderlicher Umplanungen für die Stadt auszuschließen. Dietmar Volk deutete in diesem Gespräch eine aus seiner Sicht möglich erscheinende Lösung an. Eine weitere Konkretisierung, welche durch die Stadt Remscheid hätte geprüft werden können, erfolgte allerdings seitens der Stiftung bis heute nicht.

Die Stadt Remscheid kann es sich, wie bereits dargestellt, nicht erlauben, ohne Handlungsoptionen zu sein, falls der Bau einer Flüchtlingsunterkunft erforderlich wird. Die Stadt Remscheid ist aber vor dem Hintergrund der Pläne der Stiftung Tannenhof für eine Lösung in Lüttringhausen auch an anderer Stelle offen. Nur muss dies eine realistische Alternative sein. Da die Stadt weder über ein anderes geeignetes Grundstück noch über eine geeignete Bestandsimmobilie verfügt, sieht Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz die Stiftung in der Pflicht, der Stadt ein konkretes und auch umsetzbares Angebot zu unterbreiten.

"Fahrradklima" in Remscheid konstant schlecht

Pressemitteilung der Grünen

Zur Veröffentlichung der Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests 2017 erklärt die GRÜNE Fraktionssprecherin Beatrice Schlieper: „Die Situation für die Remscheider Radfahrerinnen und Radfahrer bleibt konstant schlecht. Wie in den Jahren 2014 und 2012 belegt Remscheid im bundesweiten Städteranking (Städte zwischen 100.000 und 200.000 Einwohner) mit Platz 30 einen der hinteren Plätze. Im NRW-Vergleich hat es Remscheid auf Platz 10 (von 14) geschafft. Mit einer Gesamtbenotung von 4,3 zeigt Remscheid vor allem Schwächen bei dem nicht bzw. kaum vorhandenen Leihrädern, schlechter Ampelschaltung und mangelndem Winterdienst auf Radwegen. Auf der Positivseite kann Remscheid die wenigen Fahrraddiebstähle, die Wegeweisung und den Spaßfaktor verbuchen. Das muss besser werden!“

Günter Bender, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion, ergänzt: „Als einzige Fraktion im Remscheider Rat setzen wir uns konsequent für die Verbesserung des Radverkehrs in unserer Stadt ein. Unser Bestreben, die Allee-Straße für den Radverkehr frei zu geben, wurde von der Mehrheit unserer Kolleginnen und Kollegen abgelehnt. Mit unseren Anträgen zum Thema Radverkehr und der Bereitstellung von Geldern für ein Radverkehrskonzept im vergangen Haushalt, sind erste wichtige Schritte zu Verbesserung der Radverkehrs in unserer Stadt erreicht worden. Da müssen wir dran bleiben. Denn durch die rasante Entwicklung von Pedelecs und E-Bikes wird das Rad auch in Remscheid immer beliebter.“

Hintergrund: Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und fand zum siebten Mal statt. Mehr als 120.000 Bundesbürgerinnen und -bürger haben 539 Städte und Gemeinden im Herbst 2016 bewertet. Die Ergebnisse der Befragung sind unter folgendem Link zu finden: http://www.fahrradklima-test.de/karte.

Ein erfolgreicher Tag für die Stadtwerke

Pressemitteilung der Stadtwerke Remscheid

Am 12. November 2016 veranstaltete der Verkehrsbetrieb der Stadtwerke Remscheid den ersten Busfahrer (m/w)-Bewerber-Tag. Diese Aktion richtete sich in erster Linie an Quereinsteiger/-innen mit Führerscheinklasse B, die gern mit Menschen arbeiten und sich weiterentwickeln möchten. Ca. 150 Interessenten folgten an diesem Tag der Einladung und informierten sich bei den Stadtwerken über das Berufsbild des/der Busfahrers/-in. Vergangenen Montag begann nun für neun Männer und Frauen aus dem damaligen aus diesem Bewerberpool in der hauseigenen Fahrschule der Stadtwerke bei Fahrlehrer Daniel von Seelen die Ausbildung zum Busfahrer bzw. zur Busfahrerin mit Führerscheinklasse D. Wenn alles nach Plan läuft, dauern die theoretische und die praktische Ausbildung insgesamt ca. sechs Monate, bevor die neuen Fahrer/innen dann im Remscheider Liniennetz unterwegs sein werden. Inhalte der umfangreichen Ausbildung sind 140 Stunden Grundqualifikation mit anschließender IHK-Prüfung, 45 Stunden theoretische und ca. 60 Stunden praktische Führerscheinausbildung mit jeweils anschließender Prüfung beim TÜV. Dazu kommen zwei Wochen Ticket- und Tarifschulung mit schriftlicher Prüfung und letztendlich fünf Wochen praktische Linienkunde mit Lehrfahrern im Echtbetrieb mit mündlicher Abnahmeprüfung.

Auf diesem Wege bedanken sich die Stadtwerke Remscheid nochmals für alle eingegangenen Bewerbungen und hoffen, dass eine künftige Bewerberoffensive wieder so erfolgreich verläuft und der Verkehrsbetrieb weitere Interessierte mit Führerscheinklasse B für das Berufsbild begeistern kann.