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Profitiert das städt. Forstamt auf Dauer vom Orkan "Kyrill"?

Was ist den Wirtschaftsprüfern von Rödl & Partner auf der Suche nach Sparmöglichkeiten für die Stadt nicht alles eingefallen. Zum Beispiel beim städtischen Forstamt:

Die Arbeit des Forstamts ist in hohem Maße von externen gesetzlichen Auflagen und externen Rahmenbedingungen geprägt. Aus dem Sturmschadensereignis "Kyrill" resultieren beispielsweise Kahlflächen, Forstschutz- und Verkehrssicherungsprobleme. Auf der gleichen Seite können durch Mehraufwand (Kooperation mit externen Unternehmen, Anmieten von LKWs usw.) zusätzliche Einnahmen durch den Verkauf des zu entfernenden Holzes erzielt werden. Nach Angaben des Fachbereichs ist nach Abzug des Mehraufwands ein zusätzlicher Erlös von rund 300.000 € im Jahr 2007 realisierbar. Bei dieser Summe handelt es sich aufgrund des einmaligen Schadensereignisses um keine konstante Einnahmesumme. Zudem muss von der Verwaltung abschließend geklärt werden, inwieweit die Erlössumme einnahme- oder ausgabenwirksam auf die Folgejahre übertragen wird. Ausgehend von einem Erlös in Höhe von 300.000 € in 2007 führen die Einmaleffekte durch die Tilgung von Krediten (mit einem durchschnittlichen Zinssatz von 2,53 Prozent) und einem Realisierungsabschlag zu einer dauerhaften Haushaltsentlastung von 7.400 € in den Folgejahren. Langfristig gibt der Fachbereich an, dass durch zusätzlichen Personaleinsatz die Einnahmen aus Holzverkauf, Motorsägenlehrgängen usw. gesteigert sowie die Arbeitsmenge verteilt werden können. Aus diesem Grund empfiehlt Rödl & Partner, dem laufenden Antragsverfahren des Fachbereichs auf Stellenerweiterung nachzukommen. Das rechnerische Potenzial beträgt nach dem Fachbereich rund 50.000 €. Bei Zugrundelegung der durchschnittlichen Personalkosten … ergibt sich dadurch ein zusätzliches jährliches Potenzial von mindestens 2.000 €.

Das Forstamt hat aufgrund der hohen Nachfrage nach Brennholz einen Motorsägenführerscheinlehrgang für Brennholzsammler eingeführt. Auf diese Weise wird das Brennholz nicht von Mitarbeitern des Forstamts, sondern von den nachfragenden Bürgern selber gesägt und gesammelt. Seit der Einführung wurden bereits über 700 Lehrgangsteilnehmer geschult. Der Lehrgang hat die Dauer von einem Tag und wird für eine Teilnahmegebühr von 35 € angeboten. Da die Nachfrage nach Lehrgängen sehr hoch ist und auch viele Teilnehmer aufgrund des Mangels an vergleichbaren Angeboten aus anderen Städten angezogen werden, ist die Erhöhung der Gebühr auf 70 € pro Teilnehmer denkbar. Unter der Annahme, dass die Nachfrage in gleicher Weise weiterhin bestehen bleibt, beträgt das rechnerische Potenzial bei 700 Lehrgangsteilnehmern rund 25.000 €. … Als weitere Einnahmemöglichkeiten sollten außerdem weitere Leistungsmöglichkeiten des Forstamts geprüft werden. Dazu zählen nach Angaben des Fachbereichs beispielsweise das Angebot von Kindergeburtstagsfeiern im Wald, Outdoor-Events für Manager, Begräbniswald usw.“

(Aus dem Konsolidierungsgutachten der Wirtschaftsprüfer von Rödl & Partner, komplett als pdf-Datei hier.) Was halten Sie davon?  

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Kommentare

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Chronist am :

"Die tatsächlich umgesetzten Einsparungen aus dem Rödl-Gutachten für das Jahr 2008 liegen vor. Aus dem Minus von rund 90.000 Euro (Stand Januar 2008) sind ein Plus von rund 677.000 Euro geworden. Dies ist jedoch nicht durch konsequentes Sparen erreicht worden. Kyrill hat durch erhöhten Holzverkauf mit rund 388.000 Euro die Stadtkasse gefüllt. Wir denken, dass sich niemand wünscht, dass auch in 2009 solch ein verheerender Sturm über Remscheid fegt." (Die W.i.R. auf ihrer aktuellen Internetseite)

Klaus Kowakowski am :

Das Thema wirft zahlreiche Fragen auf. So zum Beispiel, ob es richtig ist, den forstwirtschaflichen Erlös von 330.000 Euro der maroden Stadtkasse zuzuführen, ober ob es besser gewesen wäre, dieses Geld für konsequente Waldpflege und zielführendes Aufforsten zu verwenden. Bei der aktuellen städtischen Neuverschuldung durch fortlaufende Kassenkredite für 2009 in Höhe von mehr als 70 Millionen Euro erscheint das Zuführen für den Erlös von ca. 7.000 abgeholzten Bäumen als Augenwischerei. Es ist noch niemals zuvor so viel über Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung geredet und geschrieben, aber auch gleichzeitig eigentlich tatsächlich noch niemals so wenig dafür getan worden. Nachhaltigkeit fängt bei der Denkweise und Verhalten, beim Abschütteln alter Gewohnheiten eines jeden Einzelnen an. Dabei ist von der Forstwirtschaft eine wichtige Leit- und Vorbildfunktion zu erwarten, denn der Begriff "Nachhaltigkeit" kommt aus der Forstwirtschaft und wurde bereits 1713 vom Hans Carl von Carlowitz damit begründet, niemals mehr Bäume zu schlagen als gleichzeitig nachwachsen. Dieses Prinzip scheint aus dem Ruder zu laufen. So veröffentlicht der BUND ganz aktuell das Schwarzbuch Wald mit dem Titel: "Deutschlands Fortstwirtschaft auf dem Holzweg." Dabei kommen erschreckende Entwicklungen zur Sprache. Waldvernichtung wird durch geschönte Statistiken über Waldbestände verschleiert, steigende Nachfrage durch Pelletsheizungen, Kaminholz und Holzbriketts leisten blanken Kommerz zu Lasten der Natur Vorschub. An fragwürdigen Argumenten zum Schaden von Wald und Natur besteht dabei nicht geringste Mangel. Mal geht es um Gefahrenabwehr, dann ist es der Borkenkäfer, dann wieder das angeblich so dringend notwendige Auslichten. Dabei werden Verstöße gegen Bundesnaturschutzgesetz, Biosphärenreservatverordnung und Prinzipien einer sachgerechten Waldbewirtschaftung billigend in Kauf genommen. Und so wachsen denn auch in unserem unmittelbaren Umland Freiflächen ehemaligen Hochwaldes, in denen wild wucherndes Brombeergestrüpp jedes andere Wachstum erstickt. Zu diesem auch für Remscheider Bürgerinnen und Bürger wichtigen Thema lädt die IG Remscheider Senioren für den 11. November von 19.30 bis 21.30 Uhr in die Denkerschmette ein. Dabei ist beabsichtigt, im Diskurs zwischen kompetenten Vertretern von Naturschutzverbänden und Forstwirtschaft, über die tatsächliche Situation von nachhaltigem Naturschutz und nachhaltiger Waldwirtschaft - in Verbindung zum Klimaschutz - konkreten Aufschluß und Klarheit zu erhalten.

Chronist am :

„Ich stelle ich mich gerne der Diskussion in der Denkerschmette“, sagt Markus Wolf, Leiter des Remscheider Forstamtes. Er hatte wegen divergierender Meinungen schon einmal einen „Ortstermin“ mit Klaus Kowakowski, damals im Wald bei Küppelstein. Wolff wundert sich, dass Kowakowski erneut zum Sturm gegen die Waldbesitzer bläst. Dieser negiere, dass zum Thema Klimaschutz und nachhaltige Waldwirtschaft namhafte Wissenschaftler von Prof. Latif über Prof. Klaus Töpfer bis zu Al Gore in einer Veröffentlichung des Holzabsatzfonds Stellung bezogen hätten. Die Zahlen auf der Homepage der Wählergemeinschaft W.i.R. seien im Übrigen nur die Mehreinnahmen aus 2008. „ Kyrill war allerdings schon am 18. Januar 2007 und die um die Mehraufwendungen bereinigte Mehrerträge von 975.000 Euro bereits in 2007 erbracht.“ (http://tinyurl.com/luo3nq)

Klaus Kowakowski am :

Ich schätze Herrn Wolf wegen kluger Ansichten und unverkennbar ehrlichem Einsatz. Herr Wolf hat am 11. November alle Möglichkeiten zu überzeugen. Mir geht es überhaupt nicht darum, polemisch "zum Sturm zu blasen", sondern meine Beweggründe sind große Sorgen um den Bestand unseres grünen Umlandes. Denn wer immer alles als gegeben hinimmt, braucht sich über böses Erwachen nicht zu wundern. Das betrifft gleichermaßen blindes Vertrauen gegenüber Politik, abgezockter Bankwirtschaft als auch zu leerem Gerede über Klimaschutz und fragwürdigen Entwicklungen bei erneuerbaren Energien. Wie zum Beispiel zum Sachverhalt, dass Holzpellets 30% Roggenmehl als Bindemittel beigemischt wird. Dass Biomasse 20% Roggensaat als Gärmittel zur Gasproduktion zugeführt wird. Dass trostlose Rapsplantagen in MeckPomm ihre Existenz ausschließlich der Gewinnung von Bio-Sprit verdanken. Das soll alles seine Ordnung haben? Nee, sagte der Schwager zu Wilhelm Vogt, es muß doch alles seine Ordnung haben. Ja, sagte darauf Wilhelm, erst kommen die Wanzen und dann die Wanzenordnung. Und irgendwann kneifst du den Arsch zu und stehst vor Gott und der fragt: Was haste aus deinem Leben gemacht? Dieser Dialog aus "Hauptmann von Köpenick" von Carl Zuckmayer enthält die Frage, die sich jeder Einzelne stellen sollte: Was haben wir aus unserem Leben gemacht, waren wir gerecht gegenüber kommenden Generationen?

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