Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Internationale Wochen gegen Rassismus 2019

Vision: Gemeinsam
für Vielfalt

In ganz Europa und auch dem Rest der Welt beobachten wir einen Zuwachs von Extremismus
und Feindseligkeit, anstatt Gemeinschaft wird nach Gründen gesucht sich zurückzuziehen und einzuigeln. „Europa wählt Menschenrechte“ – unter diesem Motto wollen wir dieses Jahr gemeinsam die internationalen Wochen deutschlandweit austragen, um wieder mehr zueinander zu finden. Um zu zeigen, dass wir zusammen für Menschlichkeit einstehen und Brücken für eine gemeinsame Zukunft bauen wollen.
Wir laden auch im Jahr 2019 dazu ein, den Veranstaltungen im Rahmen der Internationalen Wochen
gegen Rassismus in Remscheid beizuwohnen und gemeinsam zu erleben was es heißt, wenn verschiedene Menschen sich finden und gemeinsam für Solidarität und Menschenwürde einstehen. Wenn aus „ihr“ „wir“ wird und wir uns bewusst machen, welche Dinge uns verbinden, statt unterscheiden.

Alles steht für die Internationale Woche gegen Rassismus 2019 vom 9. bis 29. März in Remscheid: Die Handzettel für die Diskussion „Rechtsentwicklung - Gefahr für die Demokratie?“ am Freitag, 29. März, um 19 Uhr in der Mensa des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums mit Dr. Andre Hahn, Mitglied der Linken im Bundestag aus Pirna, und dem Remscheider SPD-Landtagsabgeordneten Sven Wolf über die AFD als drittstärkste Kraft im Bundestag, Hassreden in den sozialen Medien, Nazisymbole und den Hitlergruß auf öffentlichen Aufmärschen sind fertig, ebenso die größeren Plakate mit einer Programmübersicht, und die 1.200 Flyer mit Fotos zu den einzelnen Terminen sollen ab heute verteilt werden. 15 Remscheider Institutionen, darunter Schulen, Kirchen, Parteien und Sozialverbände, haben ein Programm zusammengestellt, das auf vielfältige Weise vor Rassismus warnt. Und auch davor, diesen Vorwurf vorschnell zu äußern. Beispiel hierfür kann der Vortrag von Oberkirchenrätin Barbara Rudolph am Mittwoch, 13. März, um 19.30 Uhr im Rathaus Lüttringhausen sein („Wenn das Gespräch ausbleibt, wächst der Rassismus.“), der sich mit der Schwierigkeit eines israelisch-palästinensisch-deutschen Dialogs befasst. Der Staat Israel ist auf Grund eines UNO-Beschlusses zustande gekommen. Zu diesem Beschluss gehört auch, eine Zwei-Staaten-Lösung für Israel und ein selbstständiges Palästina zu verfolgen, um die Region zu befrieden. Doch die Politik der israelischen Regierung sieht anders aus. Wer sie als Deutscher in politischen Debatten kritisiert, sieht sich schnell dem Vorwurf des „Antisemitismus“ ausgesetzt. Zitat aus der Einladung zu diesem Abend: „Gespräche kommen nicht zustande, Erfahrungen können nicht ausgetauscht werden. Wo nicht gesprochen wird, wachsen Vorurteile und ein Klima, das Gewalt an Stelle des Gesprächs setzt. Dem kann man nicht einfach zusehen.“ Veranstalter sind die Ökumenische Initiative Lüttringhausen in Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal, Solingen, Remscheid.

Die EMA ist bei dieser 5. Remscheider Woche gegen Rassismus gleich zweimal Veranstaltungsort. Darüber freue er sich, sagte Olaf Wiegand gestern. Ergänzend wolle die Schule in diesem Jahr (vom 3.6. – 5.7. ihren Schülerinnen und Schülern, vielleicht aber auch der Öffentlichkeit (dann in der Gedenkstätte "Pferdestall"), noch die Wander-Ausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“ zeigen. „Wir wollen etwas tun, damit es mit 120 Nationen in dieser Stadt so friedlich weitergeht, wie es bisher war!“, sagte Wiegand auf der gestrigen Pressekonferenz, zu der Anne Marie Faßbender, die Vorsitzende des Aktionsbündnisses „Remscheid Tolerant“, in die SPD-Geschäftsstelle am Ebertplatz eingeladen hatte.

Im „Stadium des Entstehens“ ist zurzeit noch das bunte, musikalische Programm der Benefizveranstaltung am Samstag, 23. März, von 14 bis 19 Uhr im Vaßbendersaal zu Gunsten der Kinderschutzambulanz Bergisch Land e.V., wie Antonio Scarpino für die SPD berichtete: „Aber ich bin sicher, dass es sehr abwechslungsreich werden wird!“ Zum Beispiel mit „Lioness“.

Das Programm im Einzelnen:

Artikel vollständig lesen

Die Blume, eine äußerst reizvolle Freifläche

von Christiane Karthaus, 1. Vorsitzende des Heimatbundes Lüttringhausen e. V.

Mit Verwunderung hat der Heimatbund den erneuten Vorstoß des Lenneper Bezirksbürgermeisters Markus Kötter zum Gewerbegebiet Blume zur Kenntnis genommen. Trotz der Hinweise seiner Parteikollegen Jens Nettekoven (MdL) und Lüttringhausens Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller hält Herr Kötter beharrlich an seiner Meinung zum Gewerbegebiet Blume fest.

Dieses Gebiet ist als Gewerbegebiet nicht verhandelbar, da hier nicht nur die politische Mehrheit fehlt. Die Mitglieder der CDU haben sich mehrheitlich gegen dieses Gewerbegebiet ausgesprochen; auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hat sich nicht zuletzt auf dem Kottenbutteressen dagegen positioniert. Einige der betroffenen Eigentümer haben sich zudem gegenüber dem Heimatbund in einer zuletzt eingeholten Stellungnahme deutlich dahingehend ausgesprochen, dass ein Verkauf ihrer Flächen jedenfalls derzeit nicht ansteht.

Vielleicht ist dies nunmehr ein deutliches Signal, auch an den Bezirksbürgermeister der Nachbargemeinde Lennep, diese unnütz geführte Diskussion zu beenden. Jedenfalls ist davon auszugehen, dass sich der Heimatbund auch weiterhin für den Erhalt der landschaftlich äußerst reizvollen Freifläche an der Blume, mit aller zur Verfügung stehenden Energie, einsetzen wird.

Der lange Atem von Milli Hilbert

Milli Hilbert im mittleren Alte.In der Zeit vom 12. bis 17.11.1934 fand vor dem II. Strafsenat des Oberlandesgerichts Hamm in Wuppertal der Prozess „Andreas Pflüger“ statt. Von den 62 Angeklagten waren zwölf Frauen. Die Gestapo hatte zunächst gegen 91 Angeklagte, darunter 22 Frauen, ermittelt.
Milli Hilbert stammt aus einer alten sozialistischen Familie. Schon ihr Großvater, der Feilenhauer Karl Leverberg, war lange Jahre sozialdemokratischer Stadtverordneter und Vertrauensmann der Remscheider Feilenhauer. Er hat noch das Verbot der SPD in den Jahren 1878-1890 durch das Bismarck’sche Sozialistengesetz erlebt und wurde als eifriger Agitator durch die kaiserliche Polizei bespitzelt. Nach dem Sozialistengesetz wurde er 2. Vorsitzender der örtlichen SPD. Die Mutter von Milli Hilbert, Anna Wetzel geb. Leverberg, nahm schon als junge Frau an den Lesezirkeln der SPD teil. Ihr Vater, Julius Wetzel, kam aus Pommern. Dort hatten seine Eltern einen Bauernhof. Er war gelernter Gärtner. Wie damals üblich, durchwanderte er als Handwerker viele Städte. Unter den Linden in Berlin hat er täglich den Rasen mähen müssen. „Wo er hinkam, überall hatte er Kontakt zu Sozialisten“, erzählt Milli Hilbert. In Remscheid, wo damals schon eine starke Arbeiterbewegung war, lernte er seine Frau kennen.

Milli Wetzel wurde am 1. August 1904 in Remscheid geboren. Sie hatte drei Schwestern und einen Bruder. Milli Hilbert berichtet:

Mein Vater war selbständiger Gärtner. Bei ihm waren zwei Gesellen angestellt. Sie gehörten mit zu unserer Familie. Ich war ein richtiger Junge. Man nannte mich „et schwatte Mill“. Der Gehilfe Grütz hat mir in unserem Garten in der Nordstraße ein Gerüst mit Stangen und Ringen gebaut. Ich habe mich beim Turnen verletzt. Davon habe ich heute noch eine Narbe. Mit fünf Jahren bekam ich mein erstes Fahrrad. Das war ein italienisches Modell. Mit zehn bekam ich ein Mädchenfahrrad. Das war 1914. In der Wohnung meiner Eltern versammelten sich immer viele junge Leute, auch als der Krieg begonnen hatte und die Männer eingezogen wurden. Als die große Hungersnot war, hat mich mein Vater nach Pommern zu sei­nen Eltern auf den Bauernhof gebracht.“

1917 stirbt die Mutter an Krebs. 1918 holt der Vater Milli aus Pommern zurück, damit sie den Haushalt führen kann. (Sie hat noch zwei jüngere Geschwister zu versorgen). Da sie aber gern einen Beruf erlernen möchte, übernimmt Schwester Lotte den Haushalt und sie geht zur Handelsschule.

Der Vater ist ein entschiedener Kriegsgegner. Da er nicht verstehen konnte, dass die SPD den Kriegskrediten zugestimmt hat, wendet er sich dem von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gegründeten Spartakusbund zu. In der Wohnung Wetzel finden mehrmals während des Krieges Durchsuchungen statt. Später wird Julius Wetzel Mitglied der USPD und dann der KPD. Die Kinder folgen dem politischen Weg des Vaters.

Auch Tochter Milli wird in den zwanziger Jahren Mitglied der KPD und arbeitet bald auf deren Büro hinter dem Remscheider Volkshaus. Sie wird Mitglied und Vorsitzende des „Roten Frauen- und Mädchenbundes“. Ende 1929 wählt sie die Remscheider Bevölkerung als KPD-Abgeordnete ins Stadtparlament.

Mittlerweile ist sie mit Leo Hilbert verheiratet, den sie in der Arbeiterbewe­gung kennengelernt hat. Er nimmt ihr viel Arbeit ab, so dass sie ihre Funktionen wahrnehmen kann, obwohl 1930 ihr Sohn Frank geboren wird. Die kleine Familie hat eine Wohnung in der Oststraße. 1933 aber zieht sie, was viele erstaunt, in das Volkshaus, weil dort eine Wohnung frei geworden ist. Bei der Wahl am 12.3.1933 wird Milli Hilbert mit weiteren 13 Frauen und Männern der KPD noch einmal ins Stadtparlament gewählt. An dessen Sitzungen aber können sie nicht mehr teilnehmen. Die Nazis hatten auch in Remscheid die Macht übernommen.

Die Nazizeit

Julius Wetzel und seine Kinder beteiligten sich am Widerstand. Darum wird im Sommer 1933 Julius Wetzel verhaftet und Ende 1933 Milli Hilbert. Julius Wetzel kommt 66-jährig in das KZ Kemna, wo er schwer misshandelt wird, Milli Hilbert in das KZ Brauweiler. Bei dem Prozess vor dem Oberlandes­gericht Hamm in Wuppertal im November 1934 wird sie zu einem Jahr und sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Bruder Fritz Wetzel wird in dem Prozess gegen Hans Salz und Genossen im November 1935 freigesprochen, jedoch durch die SS für 10 Monate in die Konzentrationslager Esterwegen und Sachsenhausen gesperrt.

Auch Schwester Lieschen Issel wird verhaftet und kommt ins Gefängnis. Der Vater kehrt krank aus dem KZ Kemna zurück. Er stirbt 1936. Die „Schutzhaft“ von Fritz Wetzel wird zur Beerdigung seines Vaters unterbrochen. In Handschellen kommt er zur Beerdigung. Danach lässt man ihn aber doch frei, vermutlich damit er die Gärtnerei des Vaters weiterführen kann.

Drei Jahre später beginnt der 2. Weltkrieg. Bruder Fritz Wetzel wird zur Wehrmacht eingezogen, Leo Hilbert später zum Volkssturm. Bald fallen Bomben in Remscheid. Milli Hilbert ist Luftschutzwart im Volkshaus. Bei dem großen Angriff auf Remscheid 1943 wird das Dach des Volkshauses zerstört. 1945 liegt die Stadt in Schutt und Asche.

 

Artikel vollständig lesen

Auf Brutplatzsuche im Eschbachtal

Auf dem Neuenhammer- und dem Altenhammerteich sucht jeweils ein Paar Kanadagänse den richtigen Platz für ihre Kinderstube. Es ist Zeit für den Nachwuchs zu sorgen. Im vorigen Jahr waren die Vögel schon einmal erfolgreich mit der Aufzucht von einigen Küken. Etwa bis zu 2600 Paare brüten in NRW, wobei das Ruhrgebiet mit ihrem Gewässer das Zentrum die meisten Kanadagänse vorzuweisen hat ( NABU). Es ist eine gebietsfremde Art, die aus dem Norden Nordamerikas über Großbritannien, im 17. Jahrhundert bei uns vom Menschen angelandet worden ist. Wenig größer als die Graugans, kleiner als der Höckerschwan ist der gut sech Kilogramm schwere Wasservogel. Noch einige Wochen werden vergehen, bis die ersten Jungvögel an den Hammerteichen im Eschbachtal anzutreffen sind.

Arbeit und Ausbildung in der Altenpflege

Pressemitteilung dr Agentur für Arbeit

Frauen und Männer, die eine Tätigkeit in der Altenpflege anstreben oder an einer Ausbildung zur staatlich anerkannten Pflegefachkraft interessiert sind, können sich am Dienstag, 5. März, von 14 bis 15 Uhr im Berufsinformationszentrum (BiZ) Wuppertal, Hünefeldstraße 3-17, umfassend und individuell beraten lassen. In der Altenpflege werden Fachkräfte dringend gesucht. Mit der Qualifizierungs- und Ausbildungsoffensive Altenpflege will die Bundesregierung die dringend benötigten zusätzlichen Pflegekräfte gewinnen. Auch die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal erleichtert den Einstieg in die Altenpflege und bietet eine regelmäßige Sprechstunde für Interessierte aus dem Bergischen Städtedreieck an.

Die Sprechstunde findet jeden ersten Dienstag im Monat um die gleiche Zeit in der Agentur für Arbeit Wuppertal statt. Sie richtet sich besonders an Erwachsene, die über einen beruflichen Wechsel nachdenken oder den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben planen und Interesse an einer Tätigkeit in der Altenpflege haben. Auch zu Perspektiven und Chancen für Menschen, die bereits Erfahrungen als Hilfskraft in einem Pflegeberuf gesammelt haben und sich nun über Möglichkeiten der Qualifizierung und Weiterbildung informieren möchten, wird in der Sprechstunde beraten. Die Experten der Agentur für Arbeit informieren auch zu der neuen Pflegeausbildung ab 2020, denn künftig wird die Ausbildung in der Pflege einheitlicher. Mit dem Pflegeberufegesetz wird eine neue generalistische Pflegeausbildung mit dem Berufsabschluss "Pflegefachfrau" oder "Pflegefachmann" eingeführt. Sie ermöglicht, nach der Ausbildung in allen Versorgungsbereichen zu arbeiten, in der Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege.

Infos zu Bus-Umleitungen an Karneval

Pressemitteilung der Stadtwerke Remscheid

  • Rosenmontag, 4. März, und Veilchendienstag, 5.März: An diesen beiden Tagen fahren wir nach Ferienfahrplan. Ausnahme: Am Dienstag, fahren die E-Wagen von Hasteraue (morgens) und nach Hasteraue (mittags).
  • Rosenmontagsumzug am 4.März in Remscheid-Lennep: In der Zeit von 12 bis 18 Uhr ist die Lenneper Innenstadt gesperrt. Es kommt zu folgenden Umleitungen.
  • Linie 654 und 655: Die Busse dieser Linien fahren nach der Haltestelle Alte Kölner Straße zur Ersatzhaltestelle Kreishaus in der Kölner Straße. Von dort aus über die Hermannstraße – Ringstraße zur Haltestelle Blume bzw. Max von Laue Straße. Die Rückfahrten werden umgekehrt ebenso angefahren. Die auf der Ringstraße befindlichen Haltestellen (Fontanestraße und Christhauser Straße) werden angefahren. Zusätzlich wird in Höhe des Autohauses Scheider eine Ersatzhaltestelle „Rader Straße“ eingerichtet. Auf dem Rückweg wird die Nachtexpresshaltestelle Rader Straße angefahren.
  • Linien 240, 336, 664, 669 und 671: Diese Linien fahren aus Richtung Trecknase oder Rader Straße kommend über die Ringstraße in die Hermannstraße. Dort wird zwischen Sauerbronnstraße und Leverkuser Straße eine Ausstiegshaltestelle „Kreishaus“ eingerichtet. Die Rückfahrten erfolgen ab der verlegten Haltestelle Kreishaus in der Kölner Straße zur Haltestelle Alte Kölner Straße von dort weiter über die Kreuzung Trecknase in Richtung Bergisch Born, bzw. Rader Straße. Die auf der Ringstraße befindlichen Haltestellen (Fontanestraße und Christhauser Straße) werden angefahren. Zusätzlich wird in Höhe des Autohauses Scheider eine Ersatzhaltestelle „Rader Straße“ eingerichtet. Auf dem Rückweg wird die Nachtexpresshaltestelle Rader Straße angefahren.
  • Ausnahme: Die Linie 669 von Grenzwall kommend fährt den normalen Linienweg bis zur Ersatzhaltestelle Kreishaus und dann weiter über die Herrmannstraße - Ringstraße in Richtung Badeparadies H2O.
  • Des Weiteren werden vor Beginn und nach dem Ende des Zuges E-Wagen von Remscheid und Lüttringhausen eingesetzt. Die E-Wagen, aus Remscheid kommend, fahren den Linienweg der Linien 654 oder 655. Die E-Wagen, aus Lüttringhausen kommend, fahren ab der Haltstelle Diepmannsbacher Str. über die Gartenstraße zum Lenneper Bhf. Der Ausstieg am Lenneper Bahnhof erfolgt am Bahnsteig B.  Der Zustieg für die Rückfahrten ist Bussteig A.
  • Karnevalsumzug in Radevormwald am Samstag, 2. März: An diesem Tag ist der Innenstadtbereich in der Zeit von 14 bis 16.30 Uhr für den Verkehr gesperrt. Hierdurch wird folgende Umleitung für die Linie 671 erforderlich: Aus Richtung Lennep über B 229 zum Busbahnhof, in Richtung Lennep über die Poststraße, rechts auf die Kaiserstraße in östliche Richtung und über die neue Anbindung auf die B 229. Die Haltestellen Rathaus, Lindenbaumschule und Hermannstraße entfallen. Zwei Ersatzhaltestellen werden am „Südkreuz“ auf den Abbiegespuren der B 229 von der Kaiserstraße bzw. zur Dietrich-Bonhoeffer-Straße eingerichtet. (Nicole Druschke)

Damit aus Vereinen ein Netzwerk wird

Ohne Ehrenamt geht es nicht. Das wissen Rat und Verwaltung in Remscheid auch ohne Blick in den Stadtsäckel, und das weiß auch die Stadtsparkasse Remscheid. Ihr ist das Engagement der Bürgerinnen und Bürger Monat für Monat 50.000 Euro wert. Ohne dieses Geld könnten viele örtliche Vereine und Institutionen mache Projekte nicht realisieren. Um den Spendenempfänger aus dem vergangenen Jahr für ihr Engagement zu danken, aber auch, um ihnen die Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und zum Netzwerken zu geben, hatten Frank Dehnke, Michael Wellershaus und Herbert Thelen, der Vorstand der Stadtsparkasse vorgestern Abend rund 130 Ehrenamtler in die kleine und große Kundenhalle an der Alleestraße eingeladen. Das war verbunden mit einer Ausstellung zu den geförderten Projekte und mit der Verlosung von drei Mal 500 Euro unter den anwesenden Spendenempfängern. Ein kleines Dankeschön, über die sich die Gewinner sehr freuten, kommt das Geld doch ihrer gemeinnützigen Arbeit zugute.

Den ersten Scheck nahm für den Betriebssport-Kreisverband Remscheid e.V. Rainer Sondern in Empfang – und nutzte die Gelegenheit, um für eine neue Sportart zu werden (siehe Video). Der Kinderschutzbund Remscheid wird die 500 Euro für seine Frühen Hilfen verwenden, wie der Vorsitzende Karl-Richard Ponsar verriet, und die dritten 500 Euro können Christiane Karthaus und Volker Beckmann vom Heimatbund Lüttringhausen gut gebrauchen; sie haben sich ein besonders ehrgeiziges Ziel gesetzt: Der alte Bahnhof Lüttringhausen soll zu einem Bürgertreff werden.

Die Haft als eine einzige eine lange, dunkle Nacht

In der Zeit vom 12. bis 17.11.1934 fand vor dem II. Strafsenat des Oberlandesgerichts Hamm in Wuppertal der Prozess „Andreas Pflüger“ statt. Von den 62 Angeklagten waren zwölf Frauen. Die Gestapo hatte zunächst gegen 91 Angeklagte, darunter 22 Frauen, ermittelt. Emmi Leyendecker geborene Kubatz:
„Die Haft war für mich eine lange, dunkle Nacht!“ Mit 77 Jahren schrieb sie, die als junge Frau durch ihre Heirat nach Düsseldorf verzogen war, ihre Lebenserinnerungen auf. Sehr liebevoll beginnt sie über die Jahre ihrer Kindheit in Remscheid:

„Wenn ich die Augen schließe, sehe ich einen Hof – so nannte man ein Zusammenhocken von einigen Ein- und Zweifamilienhäusern mit Stall für eine Ziege und einige Hühner. Eine kleine Gastwirtschaft hielt den Hof zusammen. Die Lehmhäuschen waren weiß getüncht und mit schwarzgeteerten Längs- und Querbalken wie verziert. Kleine, grüne Schlagläden rahmten die Fenster ein, dann die übliche Regenwassertonne. Manchmal lag auch ein ausgedienter Schleifstein in einer Ecke - ein Spielzeug für viele Zwecke für uns Kinder. ‘Holz’ hieß die kleine Ansiedlung am äußersten Stadtrand von Remscheid-Hasten gelegen...."

Dies ist die erste Wohnung der Eltern nach ihrer Übersiedlung aus Ostdeutschland nach Remscheid. Der Vater will schnell zu Geld kommen und arbeitet in Tag- und Nachtschicht als Schmelzer in einem Stahlwerk. Der Mutter hat er einen Tabakladen gemietet, den sie neben Haushalt und Kindern versorgt. Emmi schickt der Vater zur Oberschule, aber nur vier Jahre, dann muss sie der Mutter im Tabakladen helfen. Berufsausbildung gibt es nicht. Inzwischen ist das Haus an der Ecke Freiheitstraße/Südstraße, in dem sich der Laden befindet, von der Familie Kubatz gekauft worden, und die Familie zieht um.

Im Tabakwarenladen bekommt Emmi Kubatz die erste Berührung mit der Arbeiterbewegung. Auf dem Ladentisch liegt sichtbar die ‘Arbeiterstimme’. Emmi Kubatz fragt sich in ihren Erinnerungen:

Wann war das eigentlich - als mir die anderen Gedanken kamen, die über den Alltag hinweggingen, als mir bei allem Zweifel kamen, als alles Bisherige an Wert verlor, das Warum, das Woher und Wohin? Alles verlor seinen bisherigen Sinn. Ich versah meinen Ladendienst unverdrossen, jeden Tag fast dieselben Kunden. Morgens in der Frühe zogen sie an dem Laden vorbei - scharenweise - in die Fabrik. Trotteten, trabten eilig, eilig - eben schnell ein paar Zigaretten kaufen, eilig weiter, immer dieselben - Jahr für Jahr - hier und da flog auch mal ein Gruß, ein Witz von einer Straßenseite hinüber zur anderen. Manche trugen ihr Essen in einem zweiteiligen Emaille-Kessel - sie nannten ihn ‘Elberfeld und Barmen’ - in ein großes, buntgeblümtes Taschentuch gebunden, bei sich.

Ich hatte als Kunden viele ‘Prühmer’ 1. Es war Kautabak, ein in Rum und andere Zutaten getränkter, kurzer Tabakstrang. Meist waren es Schleifer, die bei ihrer Arbeit immer eine trockene Kehle hatten und deshalb priemten. Täglich kam ein alter Schleifer: ‘Mojen, diet Se mir en Keutabak, en decken.’ Er holte den Groschen mit seinen ‘abgeschliffenen’ restlichen schwarzen Fingernägeln aus einem zerfledderten Portemonnaie ohne Verschluss, was immer umständlich lange dauerte.

Im Winter, wenn die Arbeiter früh im Dunkeln zur Arbeit gingen und es war Glatteis, besonders gefährlich in dem bergigen Remscheid, lagen später vor dem Laden auf dem Bürgersteig Füßlinge von alten Männersocken, die sich Arbeiter über die Schuhe gezogen hatten, um etwas Halt auf den vereisten Steinen zu haben, sie aber leider oft verloren und im Dunkel nicht wiederfanden. So kamen sie Tag für Tag, Sommer und Winter, Jahr um Jahr, derselbe Trott, derselbe ‘Kostmüter’, wie sie ihr Esskesselchen auch nannten. Mit den Jahren wurde ihr eiliger Trott immer langsamer, der Rücken krümmte sich mehr und mehr - und eines Tages blieb einer von ihnen ganz weg, aus - vorbei - einer weniger im täglichen Trott. Ich machte mir Gedanken darüber, sie wirbelten durcheinander. Viele Möglichkeiten, welche von ihnen war anwendbar, um solchen Trott mit Leben zu füllen? (Ich zog Vergleiche - was ich dachte - entschied mein Herz - ich ließ mir Zeit.) Ich wusste nicht wohin mit meinen Erkenntnissen. Es war die Zeit, da entfernte ich mich innerlich von meinen Eltern. Sie wurden mir fremd.

Es begann eine bewegte Zeit. Streiks - Revolution - Streiks. Neue Gedanken bewegten die Menschen. Man sprach vom ‘Alten’, was hinter uns lag, und noch unsicher vom ‘Neuen’. In der Luft lag ein Knistern, nur dem Suchenden hörbar. Die Volkshochschule machte von sich reden. Ich begann die ‘Arbeiterstimme’, die auf dem Ladentisch lag, aufmerksamer zu lesen als bisher und fand mit der Zeit immer mehr Parallelen zu meinem inneren Suchen. Ich begriff vieles noch nicht, war aber wachsam geworden. Die Inflation begann erst langsam - als man begriff, ging es sehr schnell. Was war gestern? Was im Augenblick? Was würde morgen sein? Was war mit dem Geld los? Mit einem großen Waschkorb voller Geldscheine rannten meine Schwester und ich kurz vor Schalterschluss zur Post, um noch den jeweiligen Tageskurs des Geldes auf dem Einzahlschein gestempelt zu bekommen. Täglich - bis eine Mark gleich einer Billion war.N

Artikel vollständig lesen

„Grün statt Grau“, oder: Neues aus Großhülsberg

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Bis 2022 präsentiert die KlimaExpo.NRW 1.000 Projekte, die man als „Motor für den Fortschritt“ bezeichnen kann und die Anregungen für zukunftsorientierten Klimaschutz und Klimaanpassung sind. Das Projekt „Grün statt Grau“ in Großhülsberg überzeugte die Landesregierung NRW, da es sich auf die Umgestaltung bestehender Gewerbegebiete konzentriert, langfristige und übertragbare Maßnahmen priorisiert und das gemeinsame Handeln von Kommunen, Unternehmen, und Anwohnenden fördert. Das Projekt bekommt das Logo „Wir sind dabei“ verliehen!

Konkret wird es in diesem Zusammenhang am Mittwoch, 27. Februar, um 14 Uhr: Die Stadt Remscheid pflanzt auf einem Parkplatz (Einfahrt Schlosserstraße) der Firma Orthopädie Kall GmbH sechs Laubbäume. Dazu wird der Asphalt auf rund vierzig Quadratmeter entfernt, und es werden große Baumscheiben angelegt. Unterpflanzt werden die Bäume mit einheimischen Sträuchern und Stauden, die ein geeignetes Nahrungsangebot für Insekten bieten. Ziel ist es, neben einer ästhetischen und ökologischen Aufwertung der Fläche, der Hitzeentwicklung im Sommer durch Verschattung entgegen zu wirken. Dies hat positive Auswirkungen auf das Grundstück sowie die Umgebung. Grün- und Freiflächen sind für das Lokalklima bei Hitzestress von großer Bedeutung. Deren Beitrag zur Abmilderung des Wärmeinseleffekts erhöht sich, wenn die Grünstrukturen vernetzt sind. Die Baumpflanzungen sind daher Teil eines Gesamt-Begrünungskonzepts der Firma Orthopädie Kall GmbH zu dem auch Dach- und Fassadenbegrünungen gehören.

Artikel vollständig lesen

Der OB: 'Melden Sie sich, wenn es knirscht!'

Pressemitteilung der SPD Remscheid

Beim ersten „Nachbarschaftsgespräch“ der Remscheider SPD und der SPD-Ratsfraktion ging es gesten achmittag um den Standort für eine neue Kita gegenüber der Grundschule Walther Hartmann an der Sedanstraße.

Es ist schon ungewöhnlich, wenn der Oberbürgermeister der Stadt Remscheid, Burkhard Mast-Weisz, am frühen Nachmittag unter der Woche in einer kleinen Stichstraße zum Gespräch bittet. Begleitet vom Bezirksbürgermeister des Südbezirks, Stefan Grote, und dem Hohenhagener Ratsmitglied Dr. Stefanie Bluth suchte Mast-Weisz das Gespräch mit den Anwohnerinnen und Anwohnern der Sedanstraße an der Fichtenhöhe. Diese Straße wird in ihrem letzten Abschnitt zu einer engen Sachkasse wird und endet vor der Grundschule Walther-Hartmann. Gegenüber der Grundschule soll die neue Kita entstehen auf einem Gelände, auf dem mittlerweile alle Bäume ab geholzt wurden.

Die Verkehrssituation sei schon heute sehr angespannt, wenn Eltern ihre Kinder zur Grundschule bringen oder wieder abholen. Herr Kleuser, der sich selber als ältester Anwohner der Sedanstraße bezeichnete, nutzte die Gelegenheit, dem Oberbürgermeister einen Leserbrief zum Thema zu übergeben, der es aufgrund seiner Länge nicht in eine der beiden Remscheider Tageszeitungen geschafft habe. Mast-Weisz nahm den Brief gerne entgegen und notierte sich auf dessen Rückseite fleißig Anregungen und Fragen, die von Seiten der Anwesenden gestellt wurden.

Dass es Probleme geben werde, wenn die Kita eröffnet wird, wollte Mast-Weisz gar nicht in Abrede stellen. „Melden Sie sich bei mir, wenn es knirscht. Rufen Sie mich an, wenn es Probleme gibt!“ rief er den Anwesenden zu. „Täglich rufen bei mir im Rathaus fünf Eltern an, die für ihre Kinder einen Kita-Platz suchen,“ machte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz den Bedarf für neue Kita-Plätze deutlich. Die Suche nach geeigneten Grundstücken sei nicht immer eine Freude – umso mehr sei es wichtig, an dem neuen Standort an der Sedanstraße alle Beteiligten mit ins Boot zu holen. „Das funktioniert hier nur, wenn alle aufeinander Rücksicht nehmen!“ so Mast-Weisz. Insbesondere wendende Autos sorgten bei den Anwohnerinnen und Anwohnern für erhitzte Gemüter.

Stefan Grote nutzte als Bezirksbürgermeister des Südbezirks den Vor-Ort-Termin, um zu erläutern, warum man sich für diesen Standort entschieden habe. Auch lud er die Bürgerinnen und Bürger ein, im Juli zur Sitzung der Bezirksvertretung in die Heinrich-Neumann-Schule am Zentralpunkt zu kommen. „Wir werden am Anfang der Stichstraße Remscheids ersten „Eltern-Bring-Parkplatz“ einrichten. Damit diese Idee funktioniert, müssen alle Beteiligten hierfür werben, “ warb Grote für eine Idee, den Bring- und Holverkehr in der kleinen Stichstraße zu reduzieren.

Die Leiterin der Grundschule verwies auf ihre Gespräche mit den Eltern  und lud die anwesenden Politiker zum Elternabend am 10. Juli in ihre Schule ein. „Wir kommen gerne!“ nahm Mast-Weisz die Einladung stellvertretend für alle drei eingeladenen an.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs wurde auch über die Gestaltung des Areals gesprochen. So Cdass es Ersatzpflanzungen für die 28 auf dem Grundstück der künftigen Kita gefällten Bäume geben. (Mit ihrer neuen Reihe „Nachbarschaftsgespräche“wollen die Remscheider SPD und die SPD-Ratsfraktion in den kommenden Monaten auf Tour durch Remscheids Stadtteile gehen, um Probleme und Anregungen zu sammeln. Kontroverse Themen sollen bewusst nicht ausgespart werden. (Antonio Scarpino)

Gut feiern lässt sich auch bei klarem Kopf

‚Buddys‘ gegen Alkohol, wo Gespräch noch möglich ist“. titelte der Waterbölles am 28. Januar 2016 und „Spaß ohne Alkohol ist besser als Zudröhnen“, am 17. Februar 2017. Der Anlass war beide Male der gleiche: Im Beratungszentrum des Diakonischen Werkes, Kirchhofstraße 2, stellten Bernd Liebetrau, Leiter der Fachstelle Sucht des Diakonischen Werks Remscheid, und Mitarbeiter/innen des  städtischen Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen die Jugendlichen ab 18 Jahre und jungen Erwachsene vor, die in den voraufgegangenen Wochen als so genannte Buddys geschult worden waren. Das Remscheider Projekt ist mittlerweile zehn Jahre alt. Und seitdem haben insgesamt siebzig bis 80 Buddys bei öffentlichen Festen die Veranstalter dabei unterstützen, dass es friedlich und fröhlich bleibt, auch wenn Alkohol ausgeschenkt wird. Und auch in diesem Jahr soll beim Rosenmontagszug in Lennep alles nach bewährtem Muster ablaufen. Diesmal werden mit dunklen Käppis und signalroten Westen neun Buddys unterwegs sein, zwei „alte Hasen“ ;-) aus dem Vorjahr und sechs neue, vier davon Studentinnen der Erziehungswissenschaften von der Universität Wuppertal, wo sich mit einen  Praktikum „Buddy“ ein wichtiger Semesterschein erwerben lässt. Bernd Liebetrau: „Ohne dies und allein auf freiwillige Interessenten gestützt, wäre es schwierig, das Projekt aufrecht zu erhalten. Denn der Einsatz der Buddys erstreckt sich – über den Rosenmontagszug hinaus - auf den Zeitraum von zwölf Monaten. Liebetrau: „Auf alle, die da zugesagt haben, konnte ich mich bisher voll verlassen!“

Ihren ersten Einsatz haben die frischgebackenen Buddys übrigens schon am kommenden Freitag im der Sporthalle West auf Bliedinghausen – bei der „Anti-Drogen-Disco“ für Jungen und Mädchen der 5. Bis 7. Klassen. Rund 500 bis 600 werden um 16.30 Uhr erwartet.

Das Buddy–Projekt firmiert auch unter dem Namen „MIDZ“ = „Mitdenkzentrale für klares Rauschen“. Buddys sind Mitdenker! Buddys sind die Freunde, die Kumpels. Dementsprechend treten sie bei ihrer besonderen Art der Alkoholprävention Jugendlichen auf Augenhöhe gegenüber. Nicht als Besserwisser, sondern als Ratgeber, das Gespräch suchend über die Lust am Rausch mit oder ohne Alkohol, den Kick im Leben, ohne das die eigene Welt aus der Kontrolle gerät. Wie kann man feiern und Spaß haben und dabei trotzdem klar im Kopf sein. Da kennen die Buddys sich aus. Eskaliert eine Situation, ziehen sie sich sofort zurück. Denn „Die gute Laune soll bleiben!“ (Liebetrau).

Die Devise ist: Konflikte vermeiden, die Jugendlichen über ihren Konsum zum Nachdenken anregen. Auch mit ein paar „Giveaways“. Spaß haben ohne Alkohol und Drogen sind besser als Zudröhnen! Dafür sind bei den Einsätzen die „erzieherische“ Rauschbrille und auch Alkohol-Tests (zum Beweis der falschen Selbsteinschätzung) mit dabei. Und wenn echte Hilfe gefordert ist, können sich die Buddys an Dr. Frank Neveling, den Leiter des Gesundheitsamtes, in der Einsatzzentrale vor Ort wenden oder an die Mitarbeiter des Ordnungsamtes, die den Rosenmontagszug begleiten werden, wie Ordnungsamtsleiter Jürgen Beckmann gestern bestätigte. Hinzu kommen fünf Mitarbeiter/innen des Allgemeinen Sozialdienstes der Stadt, ergänzte Tom Küchler. Der Hardtpark wird übrigens auch in diesem Jahr am Rosenmontag wieder ausgeleuchtet, „um Schabernack zu vermeiden“ (Beckmann).

Merke: Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e. V. haben zwei Drittel der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen schon einmal Alkohol getrunken. Der erste Alkoholkonsum findet in dieser Altersgruppe im Durchschnitt mit 13,8 Jahren statt. Und bei den 16- bis 17-Jährigen sind es mehr als 90 Prozent, die schon einmal Alkohol getrunken haben. Früher musste der Ordnungsdienst am Rosenmontag zwischen 15 und 30 Jugendliche aus dem Verkehr ziehen, die zu viel Alkohol getrunken hatten. Im vergangenen Jahr waren es lediglich fünf – alle samt Mädchen. Auch einen Jungen mit 2,6 Promille Alkohol im Blut hat Beckmann schon einmal erlebt. „Der zeigte keinerlei Ausfallerscheinungen, muss also ziemlich ‚trainiert‘ gewesen sein!“ Und zwei Mal wurden bei jugendlichen Alkoholkonsumenten teurer Whisky gefunden, ihren Vätern stibitz. Die seien am nächsten Tag ins Amt gekommen, um den Stoff abzuholen.

Neuer Arbeitsmarkt durch Teilhabechancengesetz wie?

Mit dem Teilhabechancengesetz (10. SGB II-Änderungsgesetz) hat die Bundespolitik zum 1. Januar die rechtliche Grundlage geschaffen, um Langzeitarbeitslosen den Weg in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu ebnen. Denn dieses Gesetz ermöglicht erstmals einen dauerhaft öffentlich geförderten Arbeitsmarkt mit individuellen Unterstützungs- und Betreuungsangeboten. Im Bundeshalt werden dafür bis 2022 über vier Milliarden Euro eingestellt. Konkret stehen durch das Teilhabechancengesetz zwei Regelinstrumente der Arbeitsförderung zur Verfügung:

  • § 16i SGB II ("Teilhabe am Arbeitsmarkt") für sehr arbeitsmarktferne Menschen, die mindestens sechs Jahre in den letzten sieben Jahren Leistungen nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) bezogen haben und
  • § 16e SGB II neu ("Eingliederung von Langzeitarbeitslosen"): Die Eingliederung von Leistungsberechtigten in den allgemeinen Arbeitsmarkt, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind, wird damit wie folgt unterstützt

In diesem Zusammenhang möchte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen von der Verwaltung in der nächsten Sitzung des Sozialausschusses wissen:

  1. Wie hoch sind die zusätzlichen Mittel im Eingliederungstitel des Jobcenters?
  2. Wie viele Arbeitsplätze können hiermit geschaffen werden – bei gewerblichen Unternehmen bzw. bei gemeinnützigen Unternehmen?
  3. Ist gerade bei gemeinnützigen Unternehmen gewährleistet, dass die Interessen von besonderen Zielgruppen des Arbeitsmarktes, wie Alleinerziehende, Frauen, Menschen mit Behinderung Berücksichtigung finden?
  4. Wie ist gewährleistet, dass Arbeitsplätze, die im öffentlichen und kommunalen Interesse gefördert werden, ausreichend finanziert sind, da die Förderung  mit der Dauer der Beschäftigung abnimmt und gerade gemeinnützige Unternehmen die entstehende Förderlücke nicht finanzieren können?
  5. Wie verläuft die Akquise von Arbeitsplätzen, insbesondere in Hinblick auf zusätzliche Mittel aus dem Bundes-Passiv-Aktiv-Tausch?
  6. Wie wird die Zielgruppe angesprochen (durch Flyer, persönliche Ansprache)?
  7. Welche begleitenden Angebote werden Teilnehmenden gemacht?
  8. Wie und in welchem Umfang kann die neue Regelung für folgende, auf Beschluss politischer Gremien zur Prüfung beauftragte, Projekte/ Konzepte nutzbar gemacht werden: Radstation am Bahnhof Lennep (Ratsbeschluss 2016), Einsatz von Servicekräften in Bussen der Stadtwerke Remscheid (Ratsbeschluss zur Mobilitätsstrategie 2018), Übertragung von Schlüsselgewalten für Sportstätten an Vereine (HSK) und Sports4Kids / Remscheider Modell (Beschlüsse des Sportausschusses 2018 und 2019). (David Schichel)