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Wiesenkotten: Karl und Hulda Kemper, die ersten Wirte

Wiesenkotten um 1900. Sammlung: BaadeAuf der ältesten existierenden Karte der Industriestandorte, die der Geograph Plönnies 1715 anlegte, ist der Wiesenkotten zwischen Müngsten und Burg nicht eingezeichnet. Auf meiner Suche nach seiner Entstehung fand ich eine Versteigerungsanzeige von 1772, wonach der Hammer damals veräußert werden sollte. Somit sortiere ich den Wiesenkotten in seiner Entstehung etwa nach 1715/20 ein. Erstmalig taucht der Wiesenkotten auf einer Karte von Wiebeking um 1790 auf; auch auf dem Urmesstischblatt von Solingen ist er erstmals Jahr 1824 erwähnt. 1829 ist der Kotten als gemeinsamer Kotten von Abraham Meis, Abraham Lauterjung, Daniel Clauberg und Abraham Kaimer zu Lauterjung ausgewiesen.

Wiesenkotten zur Zeit der Fähre. Postkarte aus der Sammlung: Renelt1839 ist als Besitzer Gustav Lauterjung nachzulesen. Ursprünglich wurden im Wiesenkotten ausschließlich Tisch- und große Messer geschliffen, und zwar liefen im Vorderkotten vier und im Hinterkotten sechs große Schleifsteine. 1842 Erwarb der Schleifermeister Kemper das ganze Anwesen; überwiegend wurden Sägen geschliffen. 1845 ist in den amtlichen Bekanntmachungen zu lesen: "Die Besitzer des … Wiesenkottens beabsichtigen, die sehr alte und baufällige Schlagt oder Wehre … abzubrechen und etwa 35 Ruthen unterhalb … eine neue anzulegen, ohne in ihrer bisherigen berechtigten Stauhöhe etwas zu verändern.“

In einer Aufzeichnung aller Wassertriebwerke an der Wupper von 1853 erscheinen für den hinteren Wiesenkotten die Eigentümer Leopold Theegarten, Geschwister Kirschbaum, C.W. Clauberg, Hermann Kaimer und Nathan Witte. In der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober 1847 brannte der Kotten vollständig ab, wurde aber von dem damaligen Besitzer Karl Kemper und seiner Ehefrau Hulda geb. Schumacher wieder aufgebaut. Zimmermann Schreiber setzte am Innenkotten Ende der 1870er Jahre ein neues Wasserrad. Somit war der Außenkotten mit sechs und der Innenkotten mit vier Schleifsteinen eingerichtet.

Kempers waren es auch, die früh erkannten, dass an dem beliebten Wanderweg zwischen Müngsten und Burg neben der Schleiferei mit einer kleinen Restauration Geld zu verdienen war. Anfang der 1880er Jahre wurde bereits der Innenkotten im oberen Stockwerk zur Restauration umgebaut. Schließlich war es die Zeit, als die legendäre Müngstener Brücke gebaut wurde und Heerscharen wissbegieriger Anwohner sich das Spektakel an freien Tagen nicht entgehen lassen wollten.

Wiesenkotten zur Zeit der Fähre. Sammlung: ReneltAls Otto Jörgens (Firma Forstmann) am 11.6.1898 den Wiesenkotten kaufte, ließ er als Pächter die Eheleute Kemper weiter wirtschaften. 1917 ging das Anwesen auf die Fabrik "Elektrischer Zünder" und 1928 auf die Stadtgemeinde Solingen über, die kurz vor dem Krieg den Außenkotten abgerissen hatte. In den 1950er Jahren wurde das Wehr der Kottenanlage im Zuge der Wupperregulierung als letztes abgebaut. [Der Innenkotten ist als Gastwirtschaft noch heute ein sehr beliebtes Ausflugsziel zwischen Burg und Müngsten.] (Waterbölles: Dieser Satz gilt  icht mehr, siehe Anhang) (nach: Hämmer und Kottenforschung – Lobachtal (Hammertal), Bergbau in Remscheid, 2007 herausgegeben von Günther Schmidt)

BV 1910 e.V. Remscheid braucht Zukunftsperspektive

Zur Sitzung des Ausschuss für Sport am 15. Mai haben die Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und die Gruppen von FDP und W.i.R. den Antrag gestellt, die Verwaltung möge Gespräche mit dem Verein BV 10 Remscheid aufzunehmen mit dem Ziel, auch bei einem Verzicht auf den Sportplatz Neuenkamp einvernehmliche und zukunftsfähige Perspektiven für den Fortbestand und die positive Entwicklung des Vereins zu entwickeln. Dabei seien insbesondere die Fragen der künftigen sportlichen Heimat (Sportanlage/n) und einer wirtschaftlichen Perspektive für das heutige Vereinsheim des BV 10 zu erörtern. An den Gesprächen soll der Sportbund Remscheid beteiligt werden.

„Die Frage einer Umwandlung des Sportplatzes Neuenkamp von einem Tennen- in einen Kunstrasenplatz wird seit vielen Jahren diskutiert. Insbesondere aufgrund der mangelnden Wirtschaftlichkeit wurde diese Maßnahme im Ergebnis immer wieder zurückgestellt. Hauptgrund für diese mangelnde Wirtschaftlichkeit war stets die kostenintensive Entsorgung des unter der Laufbahn des Platzes eingekofferten Kieselrots“, heißt es in der Begründung des Antrags. „Gleichzeitig haben sich die Anforderungen und Rahmenbedingungen des Vereinssports insgesamt und des Fußballsports im Besonderen in den vergangenen Jahren stark verändert. So hat sich insbesondere die Mitgliedschaft von Kindern in unseren Sportvereinen aufgrund des demografischen Wandels, des flächendeckenden Ausbaus von Ganztagsschulen und eines veränderten Freizeitverhaltens zurückentwickelt. Parallel sind die Ansprüche an zeitgemäße Sportanlagen stetig gewachsen. Für unsere Fußballvereine bedeutet dies, dass die Gewinnung neuer Mitglieder zunehmend davon abhängt, ob ein moderner Fußballplatz zur Verfügung steht. Tennenplätze sind so längst zu einem massiven Wettbewerbsnachteil für Fußballvereine geworden.“

Diesem Wandel habe auch der BV 10 Remscheid in den vergangenen Jahren Tribut zollen müssen, so die Antragsteller: „Heute starten nur noch vier Jugendmannschaften für den traditionsreichen Remscheider Fußballverein.“ Umso dringender stelle sich heute die Frage nach einer zukunftsfähigen Lösung für den Verein. „Dabei haben sich die Hoffnungen, mit Hilfe von Fördergeldern zu einer wirtschaftlichen Lösung für den Sportplatz Neuenkamp zu gelangen, mit den in der Mitteilungsvorlage 15/5910 dargestellten Kostenschätzungen für eine Platzumwandlung und insbesondere der gestellten Kaufpreisforderung von 3,635 Mio. Euro für einen Ankauf des Platzes durch die Stadt Remscheid, aus unserer Sicht auf absehbare Zeit zerschlagen. Denn Kosten und Nutzen stehen vor diesem wirtschaftlichen Hintergrund und angesichts der beschriebenen veränderten Bedarfslage in keinem vertretbaren Verhältnis. Mit der zwischenzeitlichen Kündigung des auslaufenden Pachtvertrages durch den Verpächter wurden zusätzlich Fakten geschaffen, die eine wirtschaftliche Lösung am heutigen Standort bis auf weiteres unrealistisch erscheinen lassen.“

In Anbetracht der großen Tradition des Vereins, seiner Verdienste für die Stadt Remscheid und insbesondere der vor dem historischen Hintergrund seiner einstmaligen Verpflanzung zum Wohle der Gesamtstadt, stünden Politik und Verwaltung nun mehr denn je in der Pflicht, gemeinsam mit dem Verein tragbare Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Dabei sei die Frage zu beantworten, wo dem BV 10 eine zukunftsfeste und den modernen Ansprüchen angemessene sportliche Heimat geboten werden könne. Darüber hinaus sei auch für die Zukunft des vereinseigenen Vereinsheims an der Neuenkamper Straße eine einvernehmliche Lösung mit dem Verein zu suchen. Neben dem Weiterbetrieb durch den Verein seien auch die Chancen und Voraussetzungen für eine Vermarktung durch den Verein oder einen Ankauf durch die Stadt Remscheid zu erörtern und zu prüfen.

Guter Rat zu Förderantrag für Kulturprojekte

Pressemitteilung des Büros für Regionale Kulturpolitik

Die Landesregierung vergibt für Kulturprojekte, die sich über die eigene Stadt- bzw. Gemeindegrenze hinaus vernetzen, Fördergelder. Aber worauf ist bei der Beantragung von Fördermitteln zu achten? Welche Vorhaben sind von der Regionalen Kulturpolitik förderbar? Ralph Zinnikus, Dezernent für Weiterbildung und Kultur der Bezirksregierung Düsseldorf und Meike Utke, Geschäftsführerin der Regionalen Kulturpolitik Bergisches Land, erläutern die wichtigsten Eckpfeiler einer Antragstellung am Dienstag, 7. Mai, von14 bis 17 Uhr im Bürgerbahnhof Vohwinkel, Bahnstr. 16, in Wuppertal. Alle Künstler/innen und Kulturschaffende aus dem Bergischen Land sind eingeladen. Diejenigen, die ein Projekt planen, können dies in einer Grobskizze vorzustellen, um Tipps für die Antragstellung zu erhalten und um weitere Projektpartner zu finden. Wer kein Projekt plant, kann sich hier informieren, an welchen Ideen in der Region gearbeitet wird, und Kontakte knüpfen, um selbst Projektpartner zu werden oder das Projekt später in seine Stadt bzw. seine Institution einzuladen. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten unter: info@kultur-bergischesland.de oder Tel. 02104 992071.

Jürgen Hardt auf „Europa-Tour“ zu Schulen

Pressemitteilung des CDU-Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt

„Nachdem ich bereits im März in acht Schulen im Bergischen anlässlich des EU-Projekttages zu Gast war, freue ich mich außerordentlich, dass ich auch im Europamonat Mai noch einmal die Gelegenheit haben werde, mit Schülerrinnen und Schülern über die Europäische Integration zu diskutieren. Während im März Themen wie das Urheberrecht und die Diskussion um die sogenannten Uploadfilter dominierten, erwarte ich, dass es nun kurz vor der Europawahl viel um das Erstarken populistischer Tendenzen gehen wird. Das große Interesse der jungen Generation im Vorfeld der Europawahlen begeistert mich, zeigt es doch, dass diese Generation Politik längst nicht mehr nur national, sondern bereits europäisch denkt.“

Den Auftakt bildet eine gemeinsame Diskussionsrunde mit u. a. den Abgeordneten Helge Lindh (SPD) und Manfred Todtenhausen (FDP) am Berufskolleg Barmen, die vom Leiter der Lokalredaktion Wuppertal der WZ, Lothar Leuschen, moderiert wird.“

(Im Vorfeld der Europawahlen am 26. Mai 2019 trifft sich Jürgen Hardt mit Schülerinnen und Schülern folgender Schulen: 3.5. 2019, 8:30 Uhr: Berufskolleg Barmen, Wuppertal 21.5. 2019, 10 Uhr: Röntgengymnasium, Remscheid 22.5.2019, 10 Uhr: Mildred-Scheel-Berufskolleg, Solingen.)

Buchsbaumzünsler auch in Remscheid unterwegs

Der Buchsbaumzünsler hat Remscheid erreicht, wie die Natur-Schule Grund aufgrund eigener Betroffenheit mitteilt. Waren im vergangenen Jahr einzelne Falter (Foto rechts) tagsüber und auch beim Lichtfang zu sehen, so sind jetzt zahlreiche Buchsbäume in den Gärten von den Zünslerraupen befallen. Die dabei typischerweise zunächst an den zusammen gesponnenen Triebspitzen erkannt werden können. In den so erstellten Netzen halten sich die Raupen versteckt (links). Die Falter können in guten Jahren in unserem Raum bis zu drei Generationen erzeugen, d.h., der Buchsbaum muss während des Sommers immer wieder beobachtet werden, ob ein neuer Befall droht. Für die Falter gibt es Pheromon-Fallen, doch sind diese nur zum Nachweis geeignet, nicht aber zur Bekämpfung.

Wer seinen Buchsbaum retten möchte, sollte auf Gift verzichten und die Raupen von Hand absuchen. In der Natur-Schule Grund werden die abgesammelten Raupen an die Hühner verfüttert, ansonsten sollten sie sinnvollerweise in einem Eimer gesammelt und mit kochendem Wasser übergossen, also schnell abgetötet werden. Oder man überlässt ihnen den Buchsbaum, der dann allerdings in den Bergischen Gärten aussterben dürfte. Wer kann, schneidet seine Buchsbäume jetzt auch schon zuirück (das sollte bis spätestens im August geschehen). Weitere Bekämpfungsmethoden:

  • Sprühen der befallenen Pflanzen mit einem "biologischen" Schädlingsbekämpfungsmittel auf der Basis von Bazillus thuringiensis, das allerdings negativ auf alle Schmetterlingsraupen wirkt. Deshalb bitte gezielt den Buchs besprühen, dort sind andere Falterraupen eher nicht zu erwarten.
  • Die TechnikfreundInnen können Buchsbäume auch mit dem Hochdruckreiniger vom Befall "befreien", ohne dass der Strauch dabei zuviele Blätter verlieren darf.
  • Kleinere Einzelpflanzen können an einem sonnigen Tag mit einer schwarzen Kunststoff-Tüte umhüllt werden. Dann erwärmt sich die in der Tüte befindliche Luft in der Sonne und tötet die Raupen ab. Abends die Tüte wieder entfernen.

Lebensqualität in Remscheid für Generationen sichern

Offener Brief der Bürgerinitiative Lennep e.V. an den Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion Remscheid, Sven Wolf

Sehr geehrter Herr Wolf,

die Bürgerinitiative Lennep e.V. begrüßt Ihren Vorschlag, das Engagement der Bewegung „Fridays for Future“ aufzugreifen und unter Einbeziehung vieler lokaler Akteure an einem „Runden Tisch“ Ideen zu entwickeln und Hilfestellung bei der Umsetzung zu geben. Mit ihrem Vereinszweck „Umweltschutz“ verfolgt die BI-Lennep e.V. Ziele, die dem Klimaschutz und einer nachhaltigen Klimapolitik in Remscheid dienen. Dazu zählt natürlich die Verhinderung des DOC und damit eines der größten Umweltfrevel in der jüngeren Geschichte unserer Stadt. Denn wenn die Remscheider Politik weiterhin an der fatalen DOC-Planung festhält, konterkariert sie sämtliche Bemühungen, die örtlichen CO2-Emissionen von 2011 bis 2022 um 14 Prozent und bis 2030 um 20 Prozent senken, und den Strombedarf um fünf bzw. zehn Prozent zu reduzieren, wie im Bericht zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel in Remscheid von 2018 postuliert.   Nicht nur wir als erklärte Gegner des geplanten DOC, sondern auch die Jugendlichen von Fridays for Future wissen, was eine Verkehrslawine von weit über einer Million unnötigen Autofahrten, verursacht durch 2,5 Millionen Shopping-Besucher pro Jahr, die nahezu ausschließlich mit Kraftfahrzeugen anreisen sollen, für die Klimabilanz in Remscheid bedeuten würde. Das DOC Zweibrücken hat bei vergleichbarer Größe sogar 3,8 Millionen Besucher pro Jahr mit entsprechend mehr Autofahrten. Auch fragen wir uns, wie ein Großteil der Remscheider Politiker die unnötige Fällung von mehr als 200 großen Bäumen, die für das DOC-Projekt vernichtet werden sollen, mit ihrem plötzlichen Engagement für den Klimaschutz vereinbaren können.

Leider haben Sie es versäumt, am 11. April 2019 zumindest ein Zeichen gegen die Verkehrslawine zu setzen, die mit dem geplanten DOC über Remscheid hereinbrechen wird. Bei dieser Ratssitzung bestand immerhin die Möglichkeit, durch Ablehnung der aktualisierten Gutachten den neuesten Erkenntnissen und Entwicklungen im Klimaschutz Rechnung zu tragen.

Wer die Bewegung der Jugendlichen nicht nur als Vehikel zur nächsten Wahl benutzen will, der muss Taten folgen lassen, will er sich nicht den Vorwurf der Doppelzüngigkeit einhandeln. Dabei hebt die Bewegung aber nicht nur auf den Verkehr ab, sondern denkt globaler. Die Remscheider Schülerinnen und Schüler fordern auch zu weniger Verpackungsmüll und zu weniger Fleischkonsum auf. Auch die Fashion Revolution Week setzt mit ihrem Motto „Who made my clothes?“ in diesen Tagen Zeichen. Wir sind auch der Meinung, dass alle über den Tellerrand hinausschauen sollten, und jetzt, da die Umsetzung der DOC Planung weiterhin in den Sternen steht, über eine klimafreundliche und nachhaltige Planung für die Gestaltung der zur Verfügung stehenden Grundstücksflächen nachdenken sollten. Nachhaltige Planung bedeutet dabei für die BI-Lennep e.V. eben nicht, dass die Flächen im Falle des Scheiterns der DOC-Planung wieder für das Profitstreben Einzelner oder für kurzfristige Konsumbedürfnisse auf Kosten der Umwelt geopfert werden dürfen, sondern dass eine völlig neue Konzeption erarbeitet werden muss.

Wir fordern und unterstützen daher eine Planung, die den Bedürfnissen der Bürger und Bürgerinnen unserer Stadt dient und eine hohe Lebensqualität in Remscheid für die Generation sichert, die jetzt engagiert und überzeugend für den Klimaschutz auf die Straße geht. Mögen viele Akteure an einem Runden Tisch Ideen entwickeln und realisieren. Die Bürgerinitiative Lennep e.V. ist gerne dabei. Dazu, sehr geehrter Herr Wolf, erwarten wir ihre Stellungnahme. Mit freundlichen Grüßen
Ursula Wilms

April 2009: Der Waterbölles blättert zurück

Droht eine zweite "leere Hülle" an der Alleestraße?“, fragte der Waterbölles am 14. April 2009. Weiß verklebte Schaufensterscheiben prägen damals das Bild des einstigen Textilkaufhauses Sinn/Leffers an der Alleestraße, am 25. Februar 2009  im Rahmen eines Insolvenzverfahrens geschlossen wurde. „Ein Bild, an das man sich gewöhnen muss“, hieß es im April 2009. Für den Leerstand gilt das heute, auch wenn die Scheiben inzwischen nicht mehr komplett verklebt sind.

Projekt für "modernes Remscheid" bleibt in der Schublade“, titelte der Waterbölles am  28. April 2009. Eine Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung des ZOB Friedrich-Ebert-Platz, die der Bauausschuss im September 2006 (für 25.868,00 €) in Auftrag gegeben hatte, hatte ergeben, dass Planung, Grunderwerb und Erschließung 2,2 Millionen Euro kosten würden, der spätere Grundstücksverkauf aber nur 1.668.420 Euro einbringen würde. Ein Verlustgeschäft von 531.265 Euro. Fazit der Verwaltung damals: „Eine Realisierung der Planung wäre grundsätzlich wünschenswert. Derzeit werden jedoch keine Umsetzungsmöglichkeiten gesehen, da die Finanzierung nicht gesichert ist. (…) Der Fehlbetrag kann von der Stadt Remscheid nicht übernommen werden.“ Im September 2006 hatte Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein dem Projekt noch „oberste Priorität“ eingeräumt. Und Rosemarie Stippekohl (CDU) sprach vom „teuersten Parkplatz, den man sich denken kann“. Ein Jahr zuvor, 2005, hatten fünf Teams aus Stadtplanern, Architekten, Verkehrsplanern und Landschafts-/ Freiraumplanern im Rahmen eines Wettbewerbs, den das Land NRW finanziell unterstützte, „Visionen und Perspektiven“ für die Innenstadt entwickelt. Motto: „Für ein modernes Remscheid - Strategien gegen die Stadtflucht“. 2009 teilte die Verwaltung mit: „Die Planung soll wieder aufgenommen oder fortgeführt werden, wenn absehbar ist, dass Fördermittel eingeworben werden können.“ Die Sinnhaftigkeit des Vorhabens, die Bushaltestellen neu zu ordnen und mehr „Aufenthaltsfläche“ zu schaffen, darf allerdings auch heute noch bezweifelt werden angesichts der weiterhin dahinsiechenden Fußgängerzone der Alleestraße.

In einer Pressemitteilung begrüßte der Heimatbundes Lüttringhausen e.V. vor zehn Jahren den Vorschlag der städtischen Bauverwaltung, für den Bereich des sogenannten Gleisdreiecks Bergisch Born (Am Borner Feld) ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten zwecks Ergänzung des Gewerbeflächenangebots. Das habe man schon zehn Jahre früher gefordert. Zitat: „Der Grunderwerb an der ... ist gescheitert. Wichtige Eigentümer weigern sich seit Jahren, ihren Grundbesitz für das Gewerbegebiet zu verkaufen. Die Entwicklung von Alternativen ist daher zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Remscheid überfällig.“ Und sie ist schwierig und schwerfällig, kann heute, zehn Jahre später, hinzugefügt werden.

Ausbildungsmarkt im Sog der Krise“, hieß es vor zehn Jahren von Seiten der bergischen Agentur für Arbeit. Sie sprach im Zu7sammenhzang mit der damaligen Wirtschafts- und Finanzkrise von einem erschreckenden Rückgang an Ausbildungsstellen. Ute Ackerschott, damals Leiterin der Arbeitsagentur: „Ich sehe natürlich die Schwierigkeiten, mit denen unsere Unternehmen kämpfen, aber dass die “Ausbildung von Fachkräften“ gleich um ein Viertel gedrosselt wird, macht mich doch sehr betroffen.“

Remscheids Freiwilligenzentrale „Die Brücke“ e.V., offiziell vorgestellt schon vier Wochen zuvor, eröffnete am 2. April 2009 ihr kleines Büro an der Alten Bismarckstraße gegenüber dem Diakonischen Werk. Und schon am ersten Bürotag hatte Melanie Clemens (links im Bild) gut zu tun. 15 Stunden in der Woche werde sie in den nächsten zwei Jahren die Ansprechpartnerin sein für alle Remscheider Bürgerinnen und Bürger, die gerne ein Ehrenamt übernehmen möchten, und für die gemeinnützigen Vereine und Institutionen, die unentgeltliche Hilfe suchen, war die Vereinbarung zwischen Diakonischem Werk und Freiwilligenzentrale. Ihre übrige Arbeitszeit gelte weiterhin der Drogenberatung auf der anderen Straßenseite.

„Großer Bahnhof“ am Remscheider Hauptbahnhof im April 2009: Geöffnet wurde das P+R Parkhaus  an der neuen Presover Straße, nachdem diese dem Verkehr übergeben worden war, fast zeitgleich mit dem  neuen "Brücken-Center" und seinem größten Mieter „Kaufland“ (Foto rechts). Der Waterbölles lieferte dazu Zahlen, Daten, Fakten.

Auf moderne, kostensparende LED-Technik umgestellt wurde vor zehn Jahren die Ampelanlage an der  Kreuzung Trecknase (Foto links). Vorteil der neuen Technik: Die Ampeln werden vollautomatisch verkehrsabhängig geschaltet. Staus sollten damit künftig an der Trecknase die Ausnahme bleiben, jedenfalls außerhalb der Hauptverkehrszeiten, hieß es damals. Ob das in der Folgezeit gelang? Die einen sagen so, die anderen so. Richtig gut läuft der Verkehr auf der Kreuzung erst seit ihrem kompletten Ausbau, finde ich.

Remscheids neue Stadtkämmerin ist seit heute im Amt“, titelte der Waterbölles am 1. April 2009, und das war keineswegs ein Aprilscherz. Einstimmig hatte der Rat der Stadt Bärbel Schütte am 12. Februar für acht Jahre zur Beigeordneten für Finanzen, Ordnung und Umwelt der Stadt Remscheid gewählt. „Wir können nicht nur bei den Indianern sparen, sondern müssen auch bei den Häuptlingen sparen!“, sagte sie damals bei Kaffee und Kuchen, dem Einstand aus eigener Geldbörse, „ihren“ zwölf Fachdienstleitern. Und drei Jahre später sparte sie sich selbst ein und ging in den (bezahlten) Ruhestand – aus gesundheitlichen Gründen, wie der damals 49-Jährigen ein Amtsarzt bescheinigte.

Beim Pilawa-Quiz in der ARD waren vor zehn Jahren der in Remscheid geborene Jurist Michael Balke, damals Richter im 7. Senat des Niedersächsischen Finanzgerichts, und sein in Solingen geborener Bruder Dirk, Grafiker und Maler, die letzten Kandidaten in der 1.500 Ausgabe der Quiz-Sendung mit Jörg Pilawa und gingen mit 15.000 Euro nach Hause, nachdem sie an der 50.000-Euro-Frage gescheitert waren. Aber besser als gar nicht, oder?!

Vor zehn Jahren starb CDU-Ratsmitglied Fritz Heuser. . Er gehörte dem Rat der Stadt seit 1989 an (anfangs noch als Mitglied der SPD), der Bezirksvertretung Alt-Remscheid seit 1994. In politischen Diskussionen scheute Fritz Heuser die Konfrontation nicht; da liebte der kantige Remscheider auch schon mal das derbe Wort. Im November 2004 wurde Heuser das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. „Mit Fritz Heuser verliert die Remscheider Politik ein „Urgestein“, sagte damals Oberbürgermeisterin Beate Wilding.

Remscheider zu Gast in türkischer Partnerstadt

Noch bis zum 3. Mai  besucht eine Gruppe junger Remscheider die türkische Partnerstadt Kirşehir. Die Reise ist Teil des städtepartnerschaftlichen Austauschprogramms zwischen Remscheid und der zentralanatolischen Steppenstadt, die rund 160 Kilometer von der Hauptstadt Ankara entfernt ist. Begleitet werden die sechs Schülerinnen und Schüler des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums von einer Lehrerin und drei Mitgliedern des Freundschaftsvereins Remscheid-Vereins, darunter der Vorsitzende, Superintendent Hartmut Demski. Zwei Schülerinnen (16 und 17 Jahre alt) auf die Frage, warum sie die Gruppe begleiten: „Wir haben in Remscheid Freundinnen aus der Türkei und würden gerne die Kultur und die Menschen des Landes besser kennenlernen.“ Für Hartmut Demski ist die Partnerschaftsarbeit eine wichtige Hilfe für das Zusammenlebens auch in Remscheid: „In Kırşehir lerne ich manches besser zu verstehen und einzuordnen, was mir in Remscheid bei unseren türkischstämmigen Mitbürgern fremd erscheint.“

Gerade einmal 20 Tage war der neugewählte Bürgermeister von Kırşehir, Selahattin Ekiçioğlu (CHP), im Amt, als er die Remscheider Gruppe zu Beginn ihres Besuches willkommen hieß. Interessiert hörte er den Erklärungen der jungen Leute zu, warum sie sich auf die Reise nach Kırşehir gemacht haben. Auch der Vali des Distrikts Kırşehir (zu vergleichen mit dem Amt eines Landrates), Ibrahim Akin, nahm sich Zeit für ein Gespräch mit den Gästen. Die Remscheider Jugendlichen leben in Gastfamilien in Kırşehir und besuchen ausgewählte Unterrichtsstunden etwa in Deutsch und Englisch einer befreundeten Schule. Ausflüge nach Ankara, und in die Weltkulturerbe-Region Kappadokien und nach Kayseri stehen auf dem Programm. Die Begegnung wird durch mehrere Remscheider Stiftungen gefördert.

Hintergrund-Infos: Seit 2008 gibt es den Freundschaftsverein Remscheid- Kirşehir. Viele Remscheider Familien mit türkischer Herkunft kommen aus dieser Region. Seit Gründung des Vereins ist Superintendent Hartmut Demski Vorsitzender des Vereins. Der Verein war aus dem „Runden Tisch Migration“ hervorgegangen. Seit Februar 2015 besteht die Städtepartnerschaft zwischen den beiden Metropolen, wesentlich befördert durch den Verein. (Katrin Volk)

Auf der Remscheider Talsperre wird gebrütet

Der Höckerschwan hat unter einigen ins Wasser der Eschbachtalsperre gestürtzten Fichten sein Nest gebaut. Der Haubentaucher nistet in Ufernähe. Mehrere Brutstätten von Bleßrallen (auch Bleßhuhn genannt)  - aus knorrigen Zweigen zusammengesteckt - findet man nahe am Ufer des Talsperrenwegs. Auf dem Foto sieht man eine Ralle, die einer Bisamratte beim Umrunden ihres Nestes zusieht. Tatsächlich ist es keine Ratte, sondern die größte Wühlmausart, die sich vegetarisch ernährt und so für das Huhn keine Gefahr darstellt. 

Wochenrückblick vom 22. bis 28. April 2019

 

Gebäude der Spedition Vöpel müssen weichen

Remscheider Firmen wollen auf Kipper-Brache ziehen“, berichtete der Waterbölles am 6. Juni 2018. Und „Ende der alten Kipper-Brache beginnt mit Grote“, hieß es am 10. Januar 2019 nach dem ersten Spatenstich, zu dem Stefan Grote („elektro-technik-grote“) auf das Grundstück Kipperstraße 5a eingeladen hatte. Auf dem früheren Kipper-Gelände wollen sich des Weiteren ein Garten-/Landschafts- und Straßenbaubetrieb und ein Handwerksbetrieb (Gesundheitswirtschaft) ansiedeln. Zu dem neu überplanten Gewerbegebiet zwischen Kipperstraße, Nordstraße, Dorfmühler Straße und Haddenbacher Straße gehört aber auch das alte Firmengrundstück der Spedition Vöpel zwischen Kipper- und Haddenbacher Straße. Die Ansiedlung eines weiteren Discounters an dieser Stelle haben Rat und Verwaltung planungsrechtlich verhindert. Sehr wohl in ihrem Interesse ist dort aber die Ansiedlung von Gewerbebetrieben.  Zu den Interessenten gehörte auch die Firma Kempkes - KULI Hebezeuge aus der ditrekten Nachbarschaft. Verkauft wurde das Grundstück allerdings schließlich an einen Großhandel für Kfz-Ersatzteile. Für den Neubau wird jetzt die Voraussetzung geschaffen durch den Abbruch der einstigen Speditionsimmobilien.

Klärchens Schängerei No. 2

Enn denn neksten Weeken gütt ett hier enn Utwaal von Schangwördern opp Remschedder Platt. Do kann sech jeder wat uutsöken wat he bruuken kann. Völl Plaisier.

Galgenvuogel = Galgenvogel
Pierlengk = einfältiger Mensch
Kallbacke = Schwätzer
scheel Hongk = schielender Hund
Dreckpull = dreckiger Mensch
Kaarenbenger = Scherze machen auf Kosten anderer
Gitzkragen = Geizkragen
Jomersack = Jammerer
Quättbalg = immer was zu jammern
Wiesnas = weiss alles besser
verdammder Keäl = verdammter Kerl
Strolch = datt kennt jeder
Schlappmensch = lässt sich hängen
Kroosaasch = haut einen in die Pfanne
Kräupull = kenn ech nech
Hoanohße = Hornochse
Hannes = kennt jeder
Drüöfleit = trübes Licht
Steänekieker = Träumer
Pippmieskel = immer was meckern
Brellenschlang = Brillenschlange
Wüterech = wütender Mensch
Schrappjee = schrappiger Mensch
Ullefaatsküken = lustige Frau
Wengkbüdel = jemand der jeden grüßt
Fennekieker = der immer zurück schaut
Iefaileg Blag = einfältiges Kind
Stockfesch = arroganter Mensch
Drietlepel = fieser Mensch
Demelack = dämlicher Mensch
Breimuul = jemand der ständig dummes Zeug redet
Apekopp = Affenkopf
Labberdan = der viel redet
Duckmüser = Angsthase
Schnodderkopp = frech daher reden
Lompenhongk = Lumpenhund
Brommbär = launiger Mensch
Bangboxe = ängstlicher Mensch
Döppen = er hat eine Witz gemacht
Siewerlappen = labert viel
Wäschwief = schwätzt viel
Dollmann = doller Mensch

Bös strackes önker Klärchen