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Wohlfahrtseinrichtungen in der „Kammgarn“ einst Vorbild

von Wilhelm R. Schmidt

Bei der Durchsicht der Eintragungen für neu in die Bibliothek gekommene Bücher stieß ich dieser Tage in Frankfurt auf ein Buch, dass bereits ca.110 Jahre alt ist. Der Titel lautet: Die Wohlfahrtseinrichtungen für Arbeiter und Beamte der Firma Johann Wülfing & Sohn, hrsg. von der Betriebsabteilung der Kammgarn-Spinnerei zu Lennep“. Zwar kannte ich dieses Werk „theoretisch“, aber ich hatte es niemals im Original selbst in der Hand gehabt. Es ist im deutschen Bibliothekswesen sonst nur im Bestand des Deutschen Museums in München nachgewiesen.

Auf 100 Seiten werden drain die Wohlfahrtsanlagen der damaligen Lenneper Spinnerei beschrieben: von den Arbeiterwohnungen über die hauseigene Krankenkasse, die Bibliothek und Kleinkinderschule bis hin zum Männerheim, dem Mädchenheim und zur freiwilligen Feuerwehr. Es handelt sich um eine rein sachliche Beschreibung in 20 Kapiteln und sechs Übersichtstafeln zur Lage des Gesamtareals und der Architektur einzelner Gebäude, z.B. der Arbeiterwohnhäuser, die ja auch nach dem Niedergang der Firma heute noch bestehen, wenn auch z.T. in sehr verwandelter Form. Es enthält auch Hinweise zur „Beköstigung“ im Mädchenheim. Morgens gab es „ein halbes Loth Kaffee“ und vier Butterbrote, zum Mittagessen Fleisch, Gemüse und Kartoffeln, zur „Vesper“ wieder Kaffee und Brote und abends „Suppe, Kartoffeln usw.“ Das „usw.“ wird dabei nicht weiter erklärt.

Man muss aus heutiger Sicht insgesamt sagen, dass die Fabrik- und Wohnanlagen der Hardt-Firmen in Lennep und an der Wupper technisch seinerzeit auf dem neuesten Stand waren. Ebenso die Sozialmaßnahmen. Das betrifft nicht nur die einzelnen sanitären Anlagen, die Kinderheime und Sparkassen für die Arbeitnehmer, sondern die Gesamtanlagen. Z.B. wurde Ende der 1880iger Jahre durch den Hausbaumeister der Hardts, den Lenneper Architekten Albert Schmidt, nicht nur die eigentliche „Kammgarn“, wie die Lenneper sagen, gestaltet, sondern auch die gesamte Umgebung. Beispielsweise wurden Wasserreservoire und ein Wald angelegt, der den Nordwind abhalten und Sauerstoff spenden sollte. Arnold Hardt hat dann am Westerholt die Waldanlagen immer größer und schöner ausgebaut und sie der Lenneper Bevölkerung zur Verfügung gestellt. Er selbst baute sich dort ein Landhaus mit zwanzig Schweizer Kühen, die in einem feinen Stall untergebracht waren. Wenn man ihn in seinem Waldhaus besuchte, so sagte er, was wollen Sie trinken: „Champagner, Cognac oder Milch, mich kostet es alles gleichviel?“ Die neuen Häuser für die sog. Beamten, dies waren in heutiger Sprechweise die leitenden Angestellten, waren auf dem Gelände der Kammgarnspinnerei so zeitgemäß bequem ausgestaltet, dass dem Hörensagen nach der Seniorchef der Firma, Albert Hardt, empört rief: „Die haben ja schönere Häuser als wir selbst“. Das war wohl übertrieben, angesichts der großartigen Fabrikantenvillen in Lennep, es wirft aber doch ein Licht auf die Qualität der damaligen Neubauten in der Kammgarn.

Das durchaus seltene Buch gelangte in Frankfurt aus einem heute nicht mehr existierenden „sozialen Museum“ über das „Institut für Wirtschaftswissenschaft“ in die heutige Universitätsbibliothek, und es enthält von den Vorbesitzern auch einige handschriftliche Zusatzbemerkungen. Danach wurde die betriebseigene Haushaltungsschule der „Kammgarn“ wieder aufgelöst, weil sie bei den Arbeiterfrauen „zu wenig Interesse fand, während die in der Stadt bestehende Abendschule gut besucht“ gewesen sei. Die Originale der Bildtafeln des Buches befinden sich übrigens zum Teil im Lenneper Tuchmuseum, hinten links im letzten Zimmer. An der Wand präsentiert kann man auch die aufwendige Ausführung der damaligen Pläne bewundern. Sie wirken heute fast wie Kunstwerke. Vielleicht gehen Sie mal wieder hin ins Tuchmuseum, oder auch ins Wülfingmuseum in Dahlerau, es lohnt sich in jedem Fall, selbst wenn Sie schon mal da waren.

214. Lenneper Schützenfest vom 17. bis 18. August

Der tradfitionelle Forellenzug der Schützen durch die Lenneper Altstadt.

Pressemitteilung des
Lenneper Schützenverein 1805 e.V.

Der Lenneper Schützenverein 1805 e.V. beginnt auch in diesem Jahr sein Schützenfest am Samstagvormittag, 17. August, um 9.30 Uhr auf dem Alter Markt wieder mit dem Forellenzug, zu dem Gäste und die Bevölkerung herzlich eingeladen sind. Seit 1816 besteht diese Tradition, die einst im ganzen Bergischen Land verbreitet war. Nun hält nur noch der Lenneper Schützenverein 1805 hierfür das Fähnlein bzw. die Forelle hoch. Allerdings mit viel Freude, denn der Zug geht - angeführt von „schmissigen Weisen“ unserer Kapelle - quer durch die Lenneper Altstadt von Station zu Station, wo alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenlos mit Speisen und Getränken verwöhnt werden.

Im Anschluss hieran findet ab 15.30 Uhr im Schützenhaus in Endringhausen  der Fassanstich statt und ab 16 Uhr das Königs-, Prinzen- und Ehrenscheibenschießen. Auch hierzu sind Gäste herzlich willkommen. Oberbürgermeister Mast-Weisz hat uns bereits eine Zusage für den Forellenzug sowie für das Königsschießen gegeben. Unsere neue Mayton-Anlage – eine hochmoderne elektronische Schießanlage – wird beim Schützenfest sicherlich eine Attraktion sein. Die Proklamation  der neuen Majestäten erfolgt gegen 18 Uhr, deren Krönung am Sonntag um die gleiche Zeit. Ein gemütlicher Abend beginnt um 19 Uhr.

Besondere Verkehrsregelungen zum Winzerfest

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Am Donnerstag, 1. August, beginnen die Aufbauarbeiten für das diesjährige Sommer- und Winzerfest der Lenneper Karnevalsgesellschaft e.V., das vom 2. bis 4. August (Freitag bis Sonntag) auf dem Alter Markt gefeiert wird. Wegen der zu erwartenden hohen Besucherfrequenz gelten an diesen Tagen besondere Verkehrsregelungen. Und auch für die Auf- und Abbauzeiten – bis Montagmittag ist der Alte Markt wieder freigeräumt – sind verkehrliche Änderungen vorgesehen.

Die Umfahrungsmöglichkeit Neugasse –Munsterplatz – Wetterauer Straße wird Freitag und Samstag von 15 bis 24 Uhr und Sonntag von 13 bis 22 Uhr komplett gesperrt. Gleiches gilt für die Zufahrt über die Berliner Straße.

Die Altstadt bleibt weiter über die Kölner Straße befahrbar. Die ortsfeste Einbahnstraße in der Schwelmer Straße wird hierfür aufgehoben. 

Außerhalb der beschrieben Zeiten kann die Altstadt nur über die Neugasse angefahren werden. Die Zufahrt über Berliner Straße ist außerhalb der Zeiten nur für Lieferverkehr bis Alter Markt frei.

Anwohner und Anlieger werden um Verständnis für diese Einschränkung gebeten.

Haben wir ein Mäusejahr?

Fast jeden Morgen stellt meine Nachbarin eine Plastiktasche an meine Haustür. Darin raschelt es geheimnisvoll. Heute wieder. Der Tasche entnehme ich zwei Lebendfallen für Nagetiere. In jeder Falle sitzt eine Gelbhalsmaus. Die ungebetenen Gäste fängt die Nachbarin auf der Terrasse ihres Einfamilienhauses. Die Terrasse befindet sich im ersten Stock, aber die Tierchen können gut klettern, sogar an einer senkrechten Rauhputzwand. In den Fallen wartete alter Baumkuchen auf sie, angereichert mit Nutella. Diesem Angebot konnten die Mäuse nicht widerstehen. Auf meinem morgendlichen Spaziergang nehme ich die kleinen Käfige mit und lasse die Tiere dann später im Wald, weit entfernt vom nächsten Haus, wieder frei.

Stadtsparkasse als innovativ ausgezeichnet

Pressemitteilung der Stadtsparkasse Remscheid

Die FCH Gruppe AG hat in Kooperation mit der Allensbach-Hochschule die „Innovation Awards“ an die innovativsten Banken Deutschlands verliehen. Die Stadtsparkasse Remscheid landete in der Gesamtwertung auf dem zweiten Platz des bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerbs. In den Kategorien „Innovative Operations“ und „Business Model“ wurde sie Gruppenerster.

Den massiven Umbrüchen in der Finanzbranche können etablierte Geldinstitute nur mit innovativen Lösungen begegnen. Diesen Herausforderungen stellt sich die Stadtsparkasse Remscheid erfolgreich, wie der zweite Platz in der Gesamtwertung bei den Innovation Days der FCH (Finanz Colloquium Heidelberg) Gruppe belegt. Sowohl beim Innovationsgrad ihres Geschäftsmodells als auch bei der Untersuchung der Innovationskraft der Arbeitsabläufe, bei der die internen Prozesse sowie die Nutzung innovativer Technologien eine Rolle spielen, belegte die Stadtsparkasse Remscheid den ersten Platz. Sehr gute Ergebnisse wurden ebenso bei der Organisation und Führung sowie bei dem für die Kunden wahrnehmbaren Innovationsgrad erzielt.

„Die Digitalisierung sorgt in allen gesellschaftlichen Bereichen für riesige Veränderungen. So müssen auch wir unsere Kunden mit neuen Geschäftsmodellen und Produkten sowie mit innovativen Vertriebs- und Kommunikationsmöglichkeiten erreichen. Diesen Weg haben wir erfolgreich eingeschlagen. Den zweiten Platz bei den Innovation Awards sehen wir als Bestätigung und Ansporn unserer Arbeit“, sagt Frank Dehnke, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Remscheid. Nicht von der Hand zu weisen sei dabei, dass ohne das Engagement der Sparkassen-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den neuen Zeiten nicht zu begegnen sei. „Ihre Bereitschaft, neue Wege zu beschreiten und den Wandel positiv zu sehen und konstruktiv umzusetzen, ist der wichtigste Baustein, um unsere Stadtsparkasse fit für Gegenwart und Zukunft zu machen“, führt der Sparkassen-Chef weiter aus.

Bewerbertag: Abellio sucht Triebfahrzeugführer

Pressemitteilung der Abellio Rail NRW

Mit einer spannenden und zukunftssicheren Stelle im Eisenbahnbetriebsdienst bei Abellio Rail NRW in die berufliche Zukunft starten. NRWs Branchen-Qualitätsführer sucht Triebfahrzeugführer (m/w/d). Dafür findet am 6. August ein offener Bewerbertag im InterCity Hotel in Wuppertal für alle Interessenten statt. Mit einem Lebenslauf im Gepäck kann man sich unkompliziert und in lockerer Atmosphäre direkt vor Ort vorstellen: Wann? Wo? 10 bis 17 Uhr, Intercity-Hotel Wuppertal, Döppersberg 50, 42103 Wuppertal. Um Anmeldung wird bis zum 5. August  gebeten unter E-Mail jobs-nrw@abellio.de. Abellio bildet die Berufsgruppe selber aus, auch ohne Bildungsgutschein. Gerne klären wir in einem persönlichen Gespräch Ihre individuellen Fördermöglichkeiten.

In der Nacht zum 31. Juli 1943 war der Bombenangriff

Zu den Fotos oben:Die wegen Einsturzgefahr der Ruinen abgesperrte Alleestraße. - Die Rückfront der zerstörten Rathauses - Ruinen an der Hochstraße; im Hintergrund der Waterbölles.
Darunter: In der Baracke vor dem Hauptbahnhof wurden die Fahrkarten verkauft. - Beim Bombenangriff auf Remscheid in der Nacht zum 31. Juli 1943 wurde auch der Hauptbahn­hof zerstört.
Pioniere des 3. Eisenbahnpionier-Regiments bauten die Gleisanlagen wieder auf. - So sah der Bahnhofsvorplatz aus (mit Blick auf die ebenfalls zerstörte St. Suitbertus-Kirche).

Vor 76 Jahren, in der Nacht vom 30. auf den 31. Juli 1943, fiel Remscheid einem Bombenangriff zum Opfer. Große Teile Remscheids wurden innerhalb einer Stunde zerstört, die Innenstadt versank in Schutt und Asche. 1.063 Menschen verloren ihr Leben, und viele Remscheider standen nach diesem Bombenangriff vor dem Nichts; sie hatten Hab und Gut verloren und waren obdachlos.

„Sommer 1943! Die deutsche Wehrmacht ist in Russ­land, Nordafrika und Italien in die Defensive ge­drängt. Engländer, Truppen des Commonwealth, Amerikaner, Polen und Franzosen fassen Fuß auf dem Kontinent und erobern in Italien nach langem Kampf die ehrwürdige Mutterabtei der Benediktiner, Monte Cassino. Unter diesen Schlägen bricht das faschistische Italien zusammen, und die Armee zer­fällt. Mussolini wird gestürzt und verhaftet, und der König von Italien verhandelt mit den Gegnern, um den aussichtslosen Krieg zu beenden. Juli 1943! Eine neue Phase des Luftkrieges ist aus­gelöst! Unter Einbeziehung der amerikanischen 8. Luftflotte steigern sich die Angriffe auf deutsche Industriestädte und Verkehrsknotenpunkte. Zum ersten Mal werden ab diesem Zeitpunkt sogenannte „round the clock-bombings", d. h. sich abwech­selnde Nacht- und Tagesangriffe innerhalb von 24 Stunden, auf ein und dasselbe Objekt geflogen. Unter den täglich schwerer werdenden Bombardie­rungen durch die englisch-amerikanische Luftwaffe werden die Städte Berlin, München, Köln oder Ham­burg genau so schwer getroffen wie Objekte in den noch besetzten Ländern.

In der Zeit vom 27. Juli bis zum 3. August 1943 wird von den Alliierten eine Serie von Großangriffen auf Hamburg gestar­tet. Die bisher größten Schäden in einer Stadt mit den höchsten Verlusten unter der Zivilbevölkerung - ca. 40.000 Tote in Hamburg, davon etwa 5.600 Frauen und Kinder - waren die traurige Bilanz. Bei diesen Angriffen wurde die deutsche Abwehr, vor allem die Ortung durch Funkmessgeräte (Radar) durch den überraschenden Einsatz von Störmitteln (Stanniolfolien, die abgeregnet wurden) fast völlig ausgeschaltet. Unter der deutschen Bevölkerung ging die Mär, dass es sich bei den Stanniolfolien um vergiftete Streifen handele, die das Vieh auf den Weiden vernichten sollten. Es war die Zeit, als tagtäglich die Kondensstreifen am Himmel verrieten, dass riesige Bombenpulks landeinwärts flogen, um ihre tödliche Last abzuwerfen, man hatte sich an das ewige Heulen der Alarmsirenen schon gewöhnt, rannte in den nächsten Bunker oder in den Keller und wartete mit bangem Herzen auf die Entwar­nung.

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Onschöülege Menschen muossten sterwen

Zur Bombennacht in Remscheid (30./31. Juli 1943) schrieb damals Karl Zimmermann (geb. am 24.9. 1867 auf dem Büchel), auf Remscheider Platt das folgende Gedicht. Der Waterbölles veröffentlicht es als ein Dokument aus jener Zeit und ihrer Menschen.
 

O li’ev Remsched

O li’ev Remsched, du ming Hi’emetstadt,
wie li‘eschte müöd, wie bößte matt.
Vam Hankwieser bis üöwer denn Bergesröcken,
li’et alles tot on kleng en dusend Stöcken.
Vam Haumpe (hinter der Unterführung) bis tum aulen Matt
Li‘e t alles, alles pleisterplatt.
Wenkeswar, Schenken on Speck,
 lie’et üöwerall em di’epem Dreck.
Antiker Uhren on anger Gri’eden (Möbel)
Sind en Brocken unteri’en geri’eten.
Von dr Quaatschen ( Ecke Nord- und Freiheitsstraße, Wirtschaft  Angermund) bis no dr Schöttendelle
wor dr Satan am Chreßbüöm opstellen.
Von Stakekelsen bis  no dr decken J’et
Nohm he en ienem Stri’ek.
Em Stiänberg, Roth on Siepen
Huot mr uoch denn Döüwell pipen.
Em Salem on  dr Strohte vam Pitter
Tuog drüöwer hehjr dat forschbar Ongewitter.
En den Bezerken Medde, Süd on Nordren
Woren die Bi’ester dre’ivi’el Stoind am morden.
Üöwerall schmi’et dr englische Philister
sing Bomben on och noch Brangkanister.
All die Hüser woren am brennen,
jonk on ault soh dr duor de Strohten rennen.
Met rasender Wuot
Störmden dr Ostwenk uonch noch en de Gluot.
Manch i’ener, der alles on alles het verloren,
stong nack on barbes äs wör he gestern iäsch geboren.
Onschöülege Menschen muossten sterwen,
üöwer Dusend an der Tal,
he schmi’et Phosphor tum verderwen,
on mnach i’ener storv en gruoter Qual.
He li’et ki’enen Duoden am Kernhof schlopen,
he wor wie en Veröckden do am toben.
Alles schmi’et he krüz on quer duri’en,
Denkmöler, Büöm on och noch Gebi’en.
Met Geduold wellen vier us Schecksal dragen,
on och netr üöwer et Ilenk klagen,
We’il dat Lewen mot emmer widder gohn,
dförwen vier nit stell bliewen stohn,
On et de Tiet och jez nit guot,
dann ruopen vier doch met frechem Muot,
sulang et Hatte schli’et tröü ongerm Kamasohl,
haulen vier en Remscheid pohl,
bis uß nette Hiematstadt
wi’er erschingt in auler Pracht.

Auf Kanaldeckel-Reparatur folgt neuer Asphalt

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

In den Sommerferien werden die Neuenkamper Straße und die Jan-Wellem-Straße eine neue Asphaltdecke erhalten. Die Arbeiten sind für die Zeit vom 12. bis 21. August geplant. Vorab werden durch den Kanalbetrieb der Technischen Betriebe Remscheid (TBR) ab Montagmorgen, 5. August, bis Freitag, 9. August, auf der Neuenkamper Straße diverse Reparaturarbeiten an Kanaldeckeln erfolgen. Hiervon ist nur die Straßenseite in Fahrtrichtung Lennep betroffen von der Neuenkamper Brücke bis Zufahrt Stadtwerke/Möbelhaus Knappstein. Für die Arbeiten wird der Verkehr auf eine Spur reduziert. Dabei kann zeitweise nicht von der Neuenkamper Straße links in die Metzer Straße abgebogen werden.

Die Neuenkamper Straße wird anschließend in zwei Bauabschnitten zwischen der Brücke Neuenkamp bis zur Ampelanlage am Abzweig Stadtwerke/Möbelhaus Knappstein in Fahrtrichtung Lennep saniert. Während der Baumaßnahme bleibt immer eine Fahrspur Richtung Lennep offen. Die Ampelanlage Metzer Straße wird für die Baumaßnahme abgeschaltet und es ist aus der Metzer Straße nur das Rechtsabbiegen möglich. Die Ampelanlage am Abzweig Stadtwerke/Möbelhaus Knappstein wird durch eine Baustellenanlage ersetzt. Die Zufahrten zu den Tankstellen und den Einzelhandelsbetrieben bleiben weitestgehend offen. Im 2. Bauabschnitt wird die rechte Fahrspur saniert. Hierzu ist es notwendig, die Zufahrt von der Haddenbacher Straße zur Neuenkamper Straße zu sperren. Die dort befindliche Bushaltestelle wird vor den Bahnhof verlegt. Auf Grund der gewerblichen Anlieger werden die Asphaltierungsarbeiten des rechten Fahrbahnteils am Samstagabend, 17. August, durchgeführt. Eine Zufahrt zu den Anliegern ist dann bis Sonntagmorgen (18.8.), 10 Uhr, nicht möglich. Während der gesamten Bauzeit ist die Zufahrt von der Neuenkamper Straße links in die Metzer Straße nicht möglich.

Die Jan-Wellem-Straße wird von „Am Grafenwald“ bis zur Berghauser Straße saniert. Für die Arbeiten in der Jan-Wellem-Straße wird diese als Einbahnstraße in Richtung Berghauser Straße eingerichtet. Für die Hauptarbeiten – Fräsen und Asphaltieren – ist es nach den neuen Arbeitsschutzregeln notwendig, die Straße für diesen Zeitpunkt voll zu sperren. Die Anlieger werden rechtzeitig vor den jeweiligen eintägigen Vollsperrungen von der ausführenden Firma informiert. Während der gesamten Bauzeit wird ein beidseitiges Halteverbot eingerichtet. Die Straßen Oswald-Greb-Straße, Engelbertstraße und Grünstraße werden für die Bauzeit als Sackgassen eingerichtet, so dass eine Zufahrt zur Jan-Wellem-Straße nicht möglich ist. Wir bitten für die Arbeiten um Verständnis und um besondere Aufmerksamkeit im Baustellenbereich.

Ein Insektenjäger im Rosenstrauch

Es war nicht sein lautes Zirpen, wodurch ich auf das große Insekt aufmerksam wurde. Flügelrauschend flog es an meinem Kopf vorbei in den Rosenbusch. Im Blättergrün war es dann kaum noch auszumachen. Aber die schnell herbeigeholte Macrokamera zeigte mir, dass dort ein Weibchen (erkennbar an der Legeröhre) des grünen Heupferdes gelandet war. Etwa sieben Zentimeter groß ist das Weibchen, das Männchen nur etwa 4,5 Zentimeter. Das "Pferdchen" ist trotz des Namens kein Vegetarier. Blattläuse, Fliegen und Käferlarven stehen auf seinem Speiseplan, wobei die Beute mit den Vorderbeinen gepackt wird. Flügelschnarrend flog es in den Nachbargarten. 80 Arten von Heuschrecken leben in Deutschland (Nabu).

Impfpflicht zum Schutz unserer Kinder

Pressemitteilung der SPD-Fraktion

„Ich kann dem Gesetzentwurf zur Impfpflicht gegen Masern nur zustimmen und halte es für absolut wichtig, dass alle Kinder beim Eintritt in den Kindergarten oder in die Schule eine Masern-Impfung vorweisen müssen“, betont Katharina Keil, Sprecherin der SPD-Fraktion im Jugendhilfeausschuss. „Schließlich geht es bei der Impflicht nicht nur um den persönlichen Schutz der Kinder, sondern auch um den Schutz der Gesamtbevölkerung durch eine weitgehende Immunisierung (sog. Herdenschutz). Eine Immunisierung macht eine Infektion mit Masern von besonders schutzbedürftigen Menschen unwahrscheinlich. Besonders schutzbedürftige Menschen sind diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht gegen Masern geimpft werden können, wie beispielsweise Säuglinge, Schwangere, Leukämie-Patienten oder Transplantationsempfänger. Eltern, die sich auf das Recht berufen, sich gegen eine Impfung der eigenen Kinder zu entscheiden, gefährden vor allem andere Kinder. Es geht hier folglich mitnichten nur um das Recht der Eltern selbst zu entscheiden, ob ihr eigenes Kind geimpft wird, sondern auch um eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung gegenüber besonders schutzbedürftigen Personen.“

Schaltkotten liefert Strom für den eigenen Betrieb und RWE

Innen- und Außenkotten. Sammlung: Schmidt.Kahnpartie am Schaltkotten. Stadtarchiv SolingenDer Schaltkotten unterhalb der Müngstener Bücke stammt aus dem Jahr 1574, wobei die ersten Genehmigungen zum Bau der Anlage bereits 1572 vorliegen. Der Name kommt aus dem "Mittelhochdeutschen", denn dort bedeutet "schalten" stoßen. Die Schleifer konnten mittels einer Stange ein Schleusenbrett (Flutschütt) vor dem Wasserrad auf- und zustoßen und so die Menge des erforderlichen Wassers zwecks zu tätigender Arbeit Genau regulieren (**. Als Doppelkotten genehmigt (am 16.12.1543 durch Herzog von Jülich, Cleve und Berg) wurde er zwischen 1572 und 1574 gebaut. Herzog Wilhelm der Reiche von Jülich und Berg gab die Genehmigung folgendermaßen wieder: "Hotten Johan zu Schaberg auf der Wopperen in der Schald eine Schleifmühle zu bauen, und Johan Ebertz und Rütger zu Schabers in der Schald auf das verlorene Wasser des Johan zu Schaberg eine Schleifmühle zu bauen..." Hierfür wurden je ein Goldgulden Pachtzins festgelegt.

Über nachfolgenden Besitzer des Kottens sind nicht alle Unterlagen komplett.1853 finden sich im Wassertriebwerksverzeichnis der Bürgermeisterei Dorp für den oberen Kotten der Name Carl K. Kirschbaum und für den unteren Kotten die Besitzer Nath. Lauterjung, Wilhelm Grah, C.R. Lauterjung, Js. August Lauterjung und Abraham Aschäuer. Carl.K. Kirschbaum war ein besonders tüchtiger Schleifermeister. Er schliff große Taschenmesserklingen (Kniepe), was besonderer Genauigkeit und Erfahrung bedurfte.

Der Schaltkotten unterhalb der Müngstener Brücke in früheren Jahren. Foto: HIZ RemscheidIn dem Doppelkotten, gebaut im Fachwerkstil, brach am 1.August 1893 ein Feuer aus; der (dem Wasser am naheliegendste) Innenkotten wurde danach abgerissen. Der Außenkotten war irgendwann vorher als einstöckiger Ziegelbau entstanden. Er wurde mit einer Turbinenanlage ausgestattet, lieferte Strom für die Anlage sowie zur Einspeisung in das Netz der RWE und ist als Produktionsstätte von 1574 bis 1967 verzeichnet. Die ersten Besitzer hatten den mehr als 100 Meter langen Obergraben ausgehoben und mit einem Wehr versehen. Nach dem Brand und dem dazugekommenen Umbau (ein Unglück kommt selten allein, und so hatte ein Hochwasser kurz vorher das gesamte alte Wehr weggerissen) bekam der Obergraben eine Sperrschleuse, das Gewaltschütt, um je nach Wasserstand mehr oder weniger Wasser zuzuleiten. Ist es geschlossen, kann man im trockenen Obergraben Reparaturen vornehmen. Schlamm und Eis konnten ebenso abgeleitet werden, was vorher nicht möglich war. Jeder Kotten hatte seine eigene Schlacht und die Produktion ging über die Jahre quer durch die aktuellen Produkte, überwiegend aus Remscheid, die geschliffen werden sollten.

Der Schaltkotten im Frühstadium des Brückenbaus. Stadtarchiv Solingen1882 heißt es, dass die Gebrüder Pinell den Kotten erworben haben. Zwei unterschlägige Wasserräder mit 3, 65 Netern Durchmesserund 20 Umdrehungen pro Minute bei einer täglichen Arbeitszeit von zwölf Stunden hatte er an seinen beiden zwei Kotten zur Verfügung. Denn nach dem Brand mit Totalschaden des an der Wupper stehenden Fachwerkkottens konnte dennoch im Außenkotten weitergearbeitet werden. (Wann der vordere Kotten in Massivziegelbauweise entstand, ist nicht näher bekannt; so ist er jedenfalls nicht schon 1574 entstanden.) Die Gebrüder Pinell und deren Nachkommen richteten den Betrieb mit zwei Rutschen zum Schleifen von Gatter- und Bauchsägen ein, hatten drei Scheiben zum Pliesten von Kreissägen, zwei Rutschen zum Schleifen von Kreissägen, zwei Rutschen zum Pliesten (Feinbearbeitung), zwei lose Schleifsteine zum Schleifen der Häckselmesser, Kreismesser und Hauer, sowie zwei Plieststellen für Bügelsägen.

Belegschaft der Firma Pinell. Stadtarchiv Solingen.Die Produktion lief bei Pinells bis 1967. Als sie aus Altersgründen aufhörten, erwarb ein Klaus Triesch als Angehöriger der Familie Pinell den Schaltkotten. Er erkannte schnell, dass mit den bisherigen Produkten kein Geld mehr zu verdienen war, räumte alle Schleifstellen ab, stellte Spindeldrehautomaten auf und richtete im Kotten eine Schraubenfabrikation ein. Diese Produktion lief bis zu seinem Tod 1985. Danach erwarb Kurt Winkler aus Amberg 986 als Sägewerksbesitzer den Kotten, errichtete an alter Stelle ein neues Stauwehr aus Beton mit einem neuen Gewaltschütt und setzte mittels einer Turbine den von Klaus Triesch installierten Generator wieder in Betrieb. Der im Kotten erzeugte Strom wird bis heute in das Netz der RWE gespeist und versorgt den jetzigen Betrieb. Es folgte der Solinger Unternehmer Mähren, der Tankreinigungen vornahm und nebenbei Oldies reparierte. Sein Sohn Stefan Mähren führt das Unternehmen momentan weiter. Er verarbeitet Stahl in allen Variationen, macht nach wie vor Tankreinigungen und versteht sich auf Edelstahlverarbeitung. Im hinteren Bereich ist die Kunstschmiede von Michael Bauer Brandes eingezogen. Ich bin immer wieder begeistert bei Tagen der offenen Tür, wie diese Schmiede aus vorher "Nichts" eine kunstvolle Gestalt wie eine Schlange oder eine Blume herstellt.

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