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Arbeits- und Ausbildungsmarkt vor Herausforderungen

Pressemitteilung der Agentur für Arbeit

Angesichts der gravierenden Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus ist zu erwarten, dass der Arbeits- und Ausbildungsmarkt massiv unter Druck geraten wird. Für die weitere Entwicklung werden die Dauer der Eindämmungsmaßnahmen und der Erfolg der unterstützenden Maßnahmen ausschlaggebend sein. Vor diesem Hintergrund ist ein Rückblick auf die Arbeits- und Ausbildungsmarktentwicklung im März von nachrangigem Interesse. (Der statistische Stichtag für die März-Ergebnisse war der 12. März 2020 – mithin vor den ersten Einschränkungen und Entwicklungen auf Grund der Covid-19 Pandemie. Entsprechend unserem Auftrag stellen wir das Datenmaterial wie jeden Monat zur Verfügung. Aus den genannten Gründen wird aber auf eine Kommentierung und Bewertung verzichtet.)

Von ungleich wichtigerer Bedeutung ist die Entwicklung der Daten zur Kurzarbeit (Kug). Bis zum 27. März 2020 haben im Bergischen Städtedreieck rund 5.700 Betriebe Kurzarbeit angezeigt. Dabei handelt es sich um eine grobe Schätzung, da noch nicht alle Kug-Anzeigen elektronisch verarbeitet worden sind und Unternehmen ihre Anzeigen zum Teil mehrfach eingereicht haben. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann auch noch keine Aussage zur Anzahl der betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer getroffen werden; diese Daten liegen immer erst mit mehreren Monaten Verzögerung vor.

Gegenüber der Krise 2009 ist die Zahl der Kurzarbeit anzeigenden Betriebe deutlich höher. Seinerzeit hatten 1.500 Betriebe Kurzarbeit angezeigt, wobei damals der Schwerpunkt auf der Industrie lag. „Ursächlich für unsere aktuelle Entwicklung ist die Betroffenheit vieler Branchen und die sehr von kleinen und mittleren Unternehmen geprägte Struktur im Bergischen Städtedreieck“ erläutert Martin Klebe, Chef der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal.

„Was jetzt wichtig ist: Absolute Priorität hat die Auszahlung von Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld sowie die telefonischen Erreichbarkeit. Die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal hat Organisation und Arbeitsweise deshalb vollständig umgestellt. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich von ihren vorherigen Aufgaben verabschiedet und andere übernommen. So unterstützen die Kolleginnen und Kollegen der Berufsberatung den Arbeitgeberservice; viele Betriebe fragen dort nach Kurzarbeit und diesbezüglichen Informationen und Anträgen.
Die Kolleginnen und Kollegen der Arbeitsvermittlung halten einerseits den Kontakt zu ihren Kundinnen und Kunden, verstärken auf der anderen Seite aber auch die Telefonie. Einen großen Teil der Arbeit nimmt die Entgegennahme der Arbeitsuchend- und Arbeitslosmeldungen ein. Die Zahl der Arbeitslosen wird in den kommenden Monaten steigen.
Andere Kollegen sind für die Unterstützung der Leistungsbereiche bereits qualifiziert worden, weitere Beschäftigte werden folgen. Ganz aktuell werden sie in die Bearbeitung der Anträge auf Auszahlung des Kurzarbeitergeldes eingewiesen. Nach jetzigem Stand benötigen wir zur Bewältigung der Kurzarbeit mindestens das Fünffache an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Auch die Qualifizierungen zur Bearbeitung der Arbeitslosengeldanträge laufen zeitnah an.“

Die Bearbeitung von Leistungsangelegenheiten habe absoluten Vorrang, betont Martin Klebe – und bittet zugleich auf Grund der extrem hohen Zahl von Anträgen auf Kurzarbeitergeld „um Verständnis und Geduld, dass die Bearbeitung und Zahlbarmachung der Gelder etwas Zeit beanspruchen wird. Die Anzeigen und Anträge zur Kurzarbeit würden nach Eingangsdatum abgearbeitet. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an und für die Kurzarbeit werde laufend weiter erhöht. „Wir mobilisieren alle verfügbaren Kapazitäten, um möglichst rasch die benötigten Leistungen zu überweisen!“

Die telefonische Erreichbarkeit der Agenturen hat sich nach den Problemen der vergangenen Woche stabilisiert; trotzdem kann es immer noch zu vereinzelten Engpässen kommen. Wir empfehlen, offene Fragen an die Agentur zunächst unter Nutzung der Onlineangebote zu klären und dann auf die Servicerufnummern zurückzugreifen. Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber wurden jeweils eigenständige Internetangebote und Rufnummern eingerichtet:

Wie die Online-Kommunikation mit der Agentur für Arbeit funktioniert, erklären Videos der Bundesagentur für Arbeit auf YouTube. Hinweise zu den Filmen und viele weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/solingen-wuppertal/startseite. Sollte das Onlineangebot keine Klärung ermöglichen, steht Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die kostenlose Servicerufnummer 0800 4 5555 00 zur Verfügung. Als zusätzliche, allerdings kostenpflichtige Nummer hat die Agentur Solingen – Wuppertal für die arbeitssuchenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Remscheid, Solingen und Wuppertal einen weiteren Anschluss eingerichtet: 0202 2828 – 111.

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber haben die Möglichkeit, sich online unter https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/solingen-wuppertal/kug zu informieren. Dort steht ein immer wieder aktualisiertes Informationsangebot zur Verfügung, dass alle erforderlichen Antragsunterlagen speziell für die Unternehmen im bergischen Städtedreieck enthält. Kurzarbeit kann online beantragt werden. Telefonisch erreichen Arbeitgeber die Agentur für Arbeit unter der kostenlosen Service–Rufnummer des Arbeitgeberservice (AGS) 0800 4 5555 20. Wegen der erwartet starken Inanspruchnahme wurde die Arbeitgeberhotline ebenfalls personell verstärkt. Alle genannten Telefonnummern erreichen Sie von Montag bis Freitag in der Service-Zeit von 8 bis 18 Uhr.Eckdaten zum Arbeitsmarkt im Bergischen Städtedreieck:  

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Gesundheit ist keine Ware

Pressemitteilung der Fraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Remscheid

"Unser Gesundheitssystem ist in den vergangenen Jahrzehnten kaputtgespart worden. Die Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung, insbesondere im Gesundheitsbereich, stoßen derzeit an ihre Grenzen. Das hängt ganz entscheidend mit dem Personalabbau im öffentlichen Dienst zusammen, der auch vor dem Gesundheitsbereich nicht Halt machte," erklärt Fritz Beinersdorf, der Fraktionsvorsitzende der Remscheider LINKEN.

Eine Umfrage des WDR zur Personalsituation in den Gesundheitsämtern in NRW vom März dieses Jahres hat ergeben, dass in zwei Dritteln der abgefragten Gesundheitsämter Ärzt*innenmangel herrscht, was ganz offensichtlich auf die schlechtere Bezahlung im öffentlichen Dienst zurückzuführen ist. Zudem sind in den letzten 20 Jahren bundesweit rund 30 Prozent der ärztlichen Stellen bei den Gesundheitsämtern gestrichen worden. "Das Gift des Neoliberalismus mit seiner Ideologie vom "schlanken Staat" hat überall gewirkt und wir müssen nun die Folgen tragen", so Beinersdorf.

Brigitte Neff- Wetzel, gesundheitspolitische Sprecherin der Remscheider LINKEN, fordert Reformen im Gesundheitswesen. "Insbesondere die Krankenhäuser müssten wieder in öffentliche Trägerschaft überführt und die Gehälter des Pflegepersonals deutlich erhöht werden. Auch die Versorgungssicherheit bei Arzneimitteln darf nicht länger dem Markt überlassen werden. Es zeigt sich zudem, wie wichtig es ist, dass die Materialbeschaffung und -verteilung von lebenswichtigen medizinischen Gütern, wie z.B. Masken, Schutzanzüge, Beatmungsgeräte, staatlich koordiniert und kontrolliert wird. Wir können nicht akzeptieren, dass einige Hersteller Wucherpreise verlangen und Material zurückhalten, um später noch höhere Preise verlangen zu können."

Jetzt sollten die Weichen dafür gestellt werden, dass wir zukünftig in einer solidarischen Gesellschaft leben können, die eine umfassende Gesundheitsversorgung für jeden einzelnen garantiert. (Axel Behrend)

Fieberzentrum unter RS 133212 erreichbar

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Das am gestrigen Montag  an den Start gegangene Ambulante Fieberzentrum (Burger Straße 211) ist ab sofort  Montag, Dienstag und Donnerstag von 10 bis 16 Uhr sowie Mittwoch und Freitag von 10 bis 15 Uhr unter Tel. RS 133212 erreichbar.

Zwischenzeitlich gibt es nach Angaben des Gesundheitsamtes 61 positiv getesteten Remscheiderinnen und Remscheider. Fünf von ihnen befinden sich in stationärer Behandlung. 28 der positiv getesteten Remscheiderinnen und Remscheidern gelten als genesen. Die Zahl der bekannten Verdachtsfälle (= angeordnete häusliche Quarantänen) unter den Remscheiderinnen und Remscheidern liegt bei 405 Personen. Die Krankenhäuser melden acht stationäre – teilweise intensivpflichtige – Verdachtsfälle (Testergebnisse liegen noch nicht vor),außerdem elf positiv getestete Personen in stationärer Behandlung, darunter eine sich auf der Intensivstation (nicht beatmet).  

Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent aufstocken

Pressemitteilung des DGB-Stadtverbandes Remscheid

Bei der Bewältigung der Corona-Pandemie müssen soziale Schieflagen verhindert werden! Daher muss das Kurzarbeitergeld dringend aufgestockt werden. Bei der in dieser Krise typischen Komplettschließung von Werken und Büros, Verkehrsbetrieben, Einzelhandel, Gastronomiebetrieben und Hotels sowie tausenden Dienstleistern und Kleinbetrieben bedeutet dies für die Beschäftigten einen plötzlichen Einkommensverlust von 40 Prozent im Haushaltseinkommen. Dies führt Millionen von Arbeitnehmerhaushalten bei laufenden Mieten und Verpflichtungen in existentielle Nöte. Besonders Niedrigverdienerinnen und Niedrigverdiener treffen massive Einkommensverluste hart. Die Gewerkschaften fordern in dieser Krisensituation soziale Verantwortung ein. Viele Branchen und Unternehmen zeigen diese Verantwortung, indem sie Tarifverträge zur Aufstockung bei Kurzarbeit abgeschlossen haben. Dort wo dies noch nicht geschehen ist, fordern wir die Arbeitgeber auf, schnellstens auf unser Angebot zu Tarifverhandlungen einzugehen. Die Bundesregierung fordern wir auf, auch den Beschäftigten in Branchen und Unternehmen ohne Tarifbindung eine Mindestsicherung von mindestens 80 Prozent zu ermöglichen.

„Der DGB fordert eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf mindestens 80 %. Das Kurzarbeitergeld in Höhe von 60 bzw. 67 Prozent bedeutet einen Lohnverlust von bis zu 40 Prozent für die Betroffenen. In vielen Fällen lässt sich davon keine Miete mehr zahlen und keine Familie ernähren. Es kann nicht sein, dass Unternehmen gerettet werden, Beschäftigte aber auf Hartz IV angewiesen sind. Das ist nicht hinnehmbar und birgt großen sozialen Sprengstoff – auch über die aktuelle Krise hinaus, “ erklärte der Remscheider DGB-Vorsitzende Peter Lange.

Anreize für Unternehmen, das Kurzarbeitergeld aufzustocken, seien notwendig. Der NRW-Rettungsschirm sei ein wichtiges Signal: es sei gut, dass das Land die Bemühungen des Bundes mit eigenen Mitteln unterstütze und seinen Teil dazu beitrage, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise zu bekämpfen. Das Geld dürfe aber nicht nur Unternehmen zu Gute kommen – „auch die Beschäftigten dürfen nicht im Regen stehen gelassen werden und müssen jetzt unter dem Rettungsschirm Platz finden. Nur so verhindern wir eine soziale Unausgewogenheit“, so Lange. „Ebenso benötigen die Beschäftigten dringend Schutz vor rechtsbeugendem und rechtsbrechen-dem Verhalten. In einigen Branchen werden geringfügig Beschäftigte zu Kündigungen oder Aufhebungsverträgen genötigt. Das ist ein Skandal. Dieses unfaire Handeln darf nicht durch Landeshilfen unterstützt werden“.

Für den DGB steht fest: Nur Unternehmen, die durch die Corona-Pandemie in die Krise geraten seien, sollen Gelder erhalten. Es dürfe keinen „Vapiano“-Effekt geben, wo sich Arbeitgeber durch Steuergelder gesund mogeln, die schon vor Corona in der Krise steckten. Lange „Besondere Beschäftigtengruppen brauchen darüber hinaus spezielle Regelungen, um die Krise erfolgreich zu meistern: Auszubildende, die Beschäftigten zahlreicher Bildungsträger, Minijobber und Solo-Selbstständige.“

Peter Hardebeck neu im Vorstand der Stadtsparkasse

Pressemitteilung der Stadtsparkasse Remscheid

Zum 1. April nimmt Peter Hardebeck nach Bestellung durch die entsprechenden Gremien seine Tätigkeit im Vorstand der Stadtsparkasse Remscheid auf. „Mit Peter Hardebeck gewinnen wir eine profilierte Persönlichkeit für die vakante Position. Seine Erfahrung und Kompetenz werden für die weitere Entwicklung unserer Stadtsparkasse von großem Wert sein“, ist Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz als Vorsitzender des Verwaltungsrats der Remscheider Sparkasse überzeugt. „Wir freuen uns sehr, dass sich unser Remscheider Kollege im Auswahlverfahren durchgesetzt hat“, ergänzt Michael Wellershaus, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Remscheid. „Peter Hardebeck arbeitet seit vielen Jahren in unserer Sparkasse, er kennt unsere Stadt und unsere Kundinnen und Kunden“, ergänzt Wellershaus. Die persönliche Vorstellung von Peter Hardebeck wird aufgrund der aktuellen Situation zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Der 2. Tipp dreht sich um den Bärlauch

Frühling kann man essen! Und riechen... Die leckeren Bärlauchblätter mit dem intensiven Knoblauchgeschmack können jetzt, von März bis April, geerntet und verarbeitet werden. Sie schmecken gut in Quark, Gemüse, Saucen oder einfach so aufs Butterbrot. Auch die Samen kann man, grün oder getrocknet, wie Pfeffer verwenden. Die Pflanze enthält viel Vitamin C und Kalium, wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und schleimlösend.

Nicht mit dem giftigen Maiglöckchen verwechseln, das auch lanzettlich geformte Blätter besitzt, die aber nicht gestielt sind. Einfachster Test: riechen! Nur Bärlauchblätter riechen nach Knoblauch.

Von Lenneper Litfaßsäulen Mitte des 19. Jahrhunderts

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Liebe Freunde des Bergischen Landes, liebe Lenneper, Mitte März gab es in der heimischen Presse Nachrichten über den Abbau früherer Litfaßsäulen, dabei war auch eine am Lenneper Kreishaus, wo das umgebende Areal nunmehr schöner gestaltet werden soll. Stimmt, das Zeitalter der Litfaßsäulen ist vorbei. Im heutigen Zeitalter der digitalisierten Nachrichtenübermittlung und einer Werbung, die sich ja sowieso immer der neuesten technischen Mittel bedient und dies auch muss. Als die Litfaßsäulen Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden, da gab es unsere heutige digitalisierte Welt noch nicht, und man wandte die damals zeitgenössisch möglichen Werbemittel an. Im Internet bei Wikipedia lesen wir u.a.: Eine Litfaßsäule ist eine auf dem Gehweg von Straßen aufgestellte Anschlagsäule, an die Plakate geklebt werden. Sie wurde vom Berliner Drucker Ernst Litfaß erfunden und im Jahr 1854 erstmals verwirklicht. Die runde Säule zählt zum Bereich der Außenwerbung. Die Idee, Plakatsäulen aufzustellen, entstand u.a. auch, um der damals um sich greifenden Wildplakatierung entgegenzuwirken.“

Ich selbst kann mich noch gut daran erinnern, dass in Lennep die Litfaßsäulen eine durchaus große Rolle spielten. Am Mollplatz aufgewachsen, stand für mich die nächste Litfaßsäule direkt um die Ecke am Beginn der Lüttringhauser Straße vor dem ehemaligen preußischen Postgebäude, das nunmehr als Polizeistation genutzt wurde. Dort gab es auch eine Bushaltestelle. Und natürlich wurden die Litfaßsäulen vor allem dort aufgestellt, wo sich viele Menschen aufhielten bzw. vorbeikamen. In Lennep war dies der Fall auch am Bismarckplatz, am Kreishaus, an Kreuzungen etwa in der Friedrichstraße oder in der Nähe des Jahnplatzes und der Friedhöfe an der Ecke von Hardt- und Mühlenstraße und selbstverständlich auch am Stadion und am Lenneper Bahnhof.

Da kommt man auf die Idee, auch einmal in den historischen Lenneper Ansichtskarten nachzusehen, ob es bildliche Zeugnisse der Lenneper Litfaßsäulen gibt. Und siehe da, es gibt–– sogar so viele, dass wir sie hier gar nicht alle wiedergeben können. Um 1900 bis 1910, in einer prosperierenden Zeit, in der sehr viele interessante Ansichtskarten gedruckt wurden, entdeckt man u.a. auch solche, die den späteren baulichen Entwicklungen und den Straßenveränderungen durch die beiden Weltkriege weichen mussten, aber auch solche, die noch lange nach dem zweiten Weltkrieg Bestand hatten und genutzt wurden.

Zu den zeitgenössischen Werbemitteln gehörten natürlich auch die Menschen, die sie bearbeiteten und auf dem neuesten Stand hielten. Schließlich gab es ja immer neue Nachrichten und Plakate, früher durchaus auch in kleineren Formaten, und alle mussten natürlich genehmigt und die Präsentation auch bezahlt werden. Schon in der preußischen Zeit ging das natürlich seinen ordnungsgemäßen Gang. Mancher von uns erinnert sich vielleicht noch, wie zwischendurch nach und nach die Papierschichtdicke an den Säulen immer mehr zunahm, und dass nach anhaltenderen Regengüssen dicke Plakatschichten durchweichten und teilweise oder ganz von den Säulen abfielen. Die jüngeren unter uns kennen wohl nur noch die Plakatkleber, die bereits im Auto vor die Plakatsäule fuhren und große Flächen beklebten, aber vor hundert Jahren sahen die "Zettelankleber" noch anders aus. In einem bereits mit Kleister beschmierten Kittel fuhren sie auch in unserem Städtchen Lennep meist auf einem Fahrrad von Säule zu Säule, mit einer umgehängten Tasche, die die gefalteten Zettel und Plakate enthielt, sowie einem Kleistertopf und einem großen Kleisterpinsel. Oft wurden die Arbeitsmittel auch auf einem Fahrradkarren transportiert, es gab um die vorletzte Jahrhundertwende dafür auch Hundegespanne. Ob es wie bei den sprichwörtlichen Berufstodesfällen der Bibliothekare auch Todesstürze von der mitgeführten Leiter gegeben hat, dies ist mir nicht bekannt, gemessen an der Höhe der preußisch genormten Normalsäule war eine besondere Höhe nicht notwendig.

In so manchem Lenneper Histörchen wird natürlich auch davon berichtet, dass Litfaßsäulen schon früh auch unbefugt genutzt wurden, von Verliebten und solchen, die anderen eher "etwas Böses anhängen" wollten, hier also an der Litfaßsäule, aber dies ist eine andere Geschichte und war natürlich bei Strafe verboten.

Die Corona-Krise meistern mit Solidarität

Christine Krupp, die Vorsitzende des SPD-Unterbezirk (UB) Remscheid, ihre drei Stellvertreter Nico Falkenberg, Stefanie Bluth und Ralf Gassen sowie Geschäftsführer Antonio Scarpino sind die Unterzeichner eines Briefes, den gegenwärtig alle Remscheider Parteimitglieder erhalten. Ausführlich gehen sie darin auf die Corona-Krise / SARS-CoV-2-Pandemie ein, die dazu geführt hat, dass in Remscheid seit dem 13. März das öffentliche und private Leben weitgehend ruht. Zitat: „Bund und Länder haben in den vergangenen Wochen drastische Maßnahmen beschlossen mit dem Ziel, die Ausbreitung dieses hochgefährlichen Virus zu verlangsamen. Wir werden noch einige Zeit mit großen Einschränkungen leben müssen: Impfstoffe werden entwickelt, und allen Erkrankten soll schnell und umfassend geholfen werden, ohne dass unser Gesundheitssystem überfordert wird. Das erfordert große menschliche und finanzielle Anstrengungen - aber auch Zeit.“

Der Unterbezirksvorstand der Remscheider SPD war am Mittwoch erstmals via Telefonkonferenz zusammengekommen. Bei diesem Telefonat hatten Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Stadtdirektor/ Kämmerer Sven Wiertz, die beide zum Krisenstab der Stadt Remscheid gehören, über die aktuelle Lage vor Ort berichtet. Und Sven Wolf (MdL) hatte über Beschlüsse des Landtags NRW zur Abmilderung der ökonomischen Folgen der Krise für Kommunen, Beschäftigte und Familien informiert. Der UB-Vorstand: „Es ist beruhigend zu wissen, dass in Remscheid die Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Feuerwehr, Polizei und Gesundheitsbehörden bestens funktioniert. Ebenso erfreulich ist die enge Abstimmung mit Unternehmen und Gewerkschaften, um die Folgen für die Wirtschaft und die Beschäftigten möglichst einzudämmen!“

Überwältigend sei die große Hilfsbereitschaft der Remscheiderinnen und Remscheider untereinander und füreinander, heißt es in dem Schreiben an die Parteimitglieder weiter. Dies sei in zahlreichen Initiativen sichtbar geworden – „von Einkaufshilfen für Seniorinnen und Senioren sowie für chronisch Kranke bis hin zu Initiativen, die alleinlebenden Menschen über telefonische Seelsorge Wege aus der Vereinsamung aufzuzeigen. So wird eindrucksvoll deutlich: Remscheid hält zusammen! Wir als Unterbezirksvorstand der Remscheider SPD stehen solidarisch hinter unserer Stadtspitze. Alt-Kanzler Helmut Schmidt hat einmal gesagt, dass sich in einer Krise der Charakter eines Menschen beweise. Unsere Genossen Burkhard Mast - Weisz und Sven Wiertz haben, gemeinsam mit den anderen Mitgliedern in der Stadtspitze, Charakter bewiesen - Remscheid ist bei Ihnen in guten Händen! Auch in den kommenden Wochen gelten Sorge und Aufmerksamkeit erst einmal vollkommen der Gesundheit unserer Remscheider Mitbürgerinnen und Mitbürger. Wir bitten Euch auch weiterhin, so wie es das Robert-Koch-Institut empfiehlt, den direkten Kontakt zu Euren Mitmenschen auf das absolut Notwendige zu reduzieren.“

Solidarität sei in dieser Zeit das Gebot der Stunde, so der UB-Vorstand. „Gebt auf Euch und Eure Gesundheit acht, vergesst darüber aber bitte nicht, die zu unterstützen, die schwächer und gefährdeter sind. Indem Ihr auf „Hamsterkäufe" von Hygiene-Artikeln verzichtet, unterstützt Ihr die Arbeit der vielen Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegebereich, die unbedingt auf diese Artikel angewiesen sind. Die Beschäftigten in Kliniken, Alters- und Pflegeheimen sowie bei den Pflegediensten leisten in dieser herausfordernden Situation absolut außergewöhnliches - Sie verdienen unser aller Unterstützung und unseren Respekt!“

Leider sei noch nicht absehbar, wann wieder so etwas wie Normalität einkehren werde. Deshalb habe man die Ortsvereine und Arbeitsgemeinschaften zu Telefonkonferenzen ermuntert. Uns auch die Arbeit am Kommunalwahlprogramm der Remscheider SPD, die zu Beginn dieses Jahres begonnen hatten, würden fortgesetzt, ebenfalls in Telefonkonferenzen. Denn: „Wir wollen so viel Normalität wie möglich in diesen Zeiten erreichen - ohne die Augen vor den Folgen der Corona-Pandemie zu verschließen. (…) Diese Zeiten stellen uns vor bislang nicht erahnte Herausforderungen. Es gibt jedoch keinen Grund zu resignieren. Krisen sind lösbar, auch wenn der Weg zur Krisenlösung noch nicht sichtbar ist. Gut ist, dass wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten hierfür einen Kompass haben, der uns den Weg weist: Solidarität! Gerechtigkeit! Gleichheit!“

Der FC Remscheid sagt allen Helfern Dank

Pressemitteilung des FC Remscheid e.V.

Es sind schwere Zeiten für die Bürger- und Bürgerinnen unserer Heimatstadt. In Zeiten der Corona-Krise kommt das öffentliche Leben immer mehr zum Erliegen, die Menschen bleiben zu Hause, Familien rücken zusammen – und jeder versucht, sich irgendwie in der neuen Situation einzurichten. Auch wir mussten unseren kompletten Trainings- und Spielbetrieb im Junioren- und Seniorenbereich einstellen. Als ranghöchster Fußballverein in unserer Stadt ist es uns daher ein großes Bedürfnis, sich bei ALLEN Helfern in dieser schwierigen Zeit zu bedanken. Bei allen Ärzten, Arzthelfern- und Arzthelferinnen, beim Paketboten, Postboten, bei Lkw-Fahrern, bei allen Lebensmittelgeschäften, bei den Kassierern und Kassiererinnen, bei der Feuerwehr und bei allen Menschen, die in dieser schwierigen Lage die Versorgung von uns allen am Laufen halten. Hier möchte der FC Remscheid ein großes Dankeschön übermitteln. Alle diese Menschen leisten aktuell hervorragende Arbeit! Sie sind für uns aktuell die Helden des Alltags!  

Als Dankeschön stellt der FC Remscheid für das erste Meisterschaftsspiel nach der Corona- Krise, wann auch immer dieses Spiel stattfinden kann, 100 Freikarten zur Verfügung. Jeder Helfer kann sich unter der Email Adresse info@fcremscheid.de (unter der Angabe Name/Beruf ) eine „Dankeschön-Karte“ sichern. Am Spieltag selber wird der Verein mit großer Sicherheit im Stadion eine weitere Dankeschön-Aktion organisieren. Des Weiteren unterstützt der FC Remscheid e.V. die Aktion Remscheid.LOVE, eine überparteiliche und überkonfessionelle Plattform, die bei der Organisation von Nachbarschaftshilfen unterstützt. Bürger*innen, die Hilfe benötigen, um etwa Einkäufe zu erledigen, weil sie in Quarantäne sind, zu den Risikogruppen gehören oder aus anderen Gründen derzeit das Haus nicht verlassen können, finden telefonisch Hilfe. Die folgenden Rufnummern sind von Montag bis Samstag von 10-13 Uhr erreichbar: Alt-Remscheid 93 47 19 21, Lennep und Lüttringhausen 93 47 19 22, Remscheid-Süd 93 47 19 23.

Die Aktion wird u.a. von unserer Aktion Muteinander, von der kath. Kirchengemeinde St. Bonaventura und Heilig Kreuz und von der Stadt Remscheid aktiv unterstützt. Unter Tel.  01575 7555558 können Sie sich ebenfalls in die-Datenbank der Helfenden eintragen lassen.  Zusammengefasst gibt es Wichtigeres als den Fußball. An dieser Stelle möchten wir aber nochmal deutlich darauf hinweisen, dass die Gesundheit der gesamten Gesellschaft im Vordergrund unseres Handels steht. In diesen schweren Zeiten geht es nur gemeinsam. Gemeinsam können wir den Corona-Virus besiegen und weiteren Schaden verhindern. (FC Remscheid e.V., Geschäftsstelle, Vorstand und Geschäftsführung)

Sonnenblumen für den Insekten-Sommer

Liebe Kinder, liebe Eltern,
damit Euch nicht langweilig wird, werden wir von der Natur-Schule Grund in den nächsten Wochen einige Tipps aus Natur und Umwelt veröffentlichen.
Vielleicht habt Ihr ja Lust, die Tipps mal auszuprobieren?
Hier der 1. Tipp:
Wer noch Vogelfutterreste zu Hause hat, kann Sonnenblumenkerne, die noch in der Schale stecken, heraussuchen und im Garten oder in einen Blumentopf pflanzen. Gießen nicht vergessen! Und dann beobachten, was geschieht: Ein Sonnenblumen-"baby" hat zunächst nur zwei Blätter. Diese Keimblätter sehen anders aus als die folgenden Laubblätter.
Wenn die Sonnenblume im Sommer blüht, bietet sie Bienen, Hummeln und anderen Insekten eine gute Futterquelle. Und im Winter freuen sich die Vögel dann wieder über die Sonnenblumenkerne. Und was herunterfällt, wird im Frühling eine neue Pflanze... Ein schöner Kreislauf!
Da sich der aus vielen Einzelblüten bestehende hübsche Kopf der Sonnenblume immer nach der Sonne dreht, hat sie in Frankreich den Namen „tournesol“.

Corona: Die aktuelle Gesundheitslage

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Insgesamt liegt die Anzahl der positiv getesteten Remscheiderinnen und Remscheider bei 58. 22 von ihnen gelten als genesen. Die Zahl der bekannten Verdachtsfälle (= angeordnete häusliche Quarantänen) ist auf 348 Personen gestiegen. Die Krankenhäuser melden sechs stationäre Verdachtsfälle (Testergebnisse liegen noch nicht vor) und sieben positiv getestete Personen in stationärer Behandlung (alle nicht intensivpflichtig). Hierbei muss es sich nicht zwangsläufig um Remscheiderinnen und Remscheider handeln.

Mit Fortschreiten des Infektionsgeschehens gibt es immer mehr Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind und unerkannt bleiben. Es ist davon auszugehen, dass sich deutlich mehr Remscheiderinnen und Remscheider als die offiziell bestätigten Personen mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 angesteckt haben. Auch die Dunkelziffer der sogenannten begründet verdächtigen Menschen nach den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI) dürfte bereits bedeutend höher sein. Das Infektionsgeschehen ist so weit fortgeschritten, dass die Nachverfolgung der Infektionsketten nicht mehr vollständig möglich ist. Alles zum Corona-Virus in Remscheid unter www.remscheid.de/corona!

"Die Rupfung" war voller weißer und blaugrauer Federn

Sperberweibchen und ihr Opfer, eine dicke Ringeltaube. Foto: Lothar Kaiser

Auf der städtischen Obstwiese auf dem Hohenhagen, nur zehn Meter von unserem Erkerfenster entfernt, fand gestern Nachmittag eine wohl genährte Ringeltaube einen jähen Tod. Von einem Sperberweibchen war sie beim Picken aufgescheucht und gegen ein Fenster des Nachbarhauses gescheucht worden. Genickbruch! Zum Glück blieb die Scheibe heil. Sofort machte sich der Raubvogel ans Werk, die Taube zu rupfen. Und eine halbe Stunde später war die Wiese im Umkreis von rund einem Meter um die Jägerin und ihr Opfer „eingeschneit“ (mit weißen und blaugrauen Federn). In der Jägersprache heißt dieser Ort „die Rupfung“.