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Sechs Wochen und drei Tage von US-Truppen besetzt

Geschichtlicher Rückblick von Prof. Dr. Jörg Becker auf das Kriegsende in  Remscheid und die Zeit unter US-amerikanischer Besatzung vom 15. April bis zum 23. Mai 1945

Teil 1: Die letzten Gefechte

Vorabdruck aus dem Buch "Remscheid 1945", das Ende des Jahres von Jörg Becker und Armin Breidenbach herausgegeben werden wird.

Am 5. März 1945 überquerten US-Truppen der 9. und der 1. US-Armee den Rhein bei Worringen und stießen damit auf das Bergische Land vor. Remscheid wurde von Gummersbach  her über Lindlar, Wipperfürth, Wermelskirchen und Burg an der Wupper von der 78. Division der US-Truppen am 15. April 1945 eingenommen.

Bis zu diesem Tag gab es noch kleinere Gefechte. So wurde noch am 14. April 1945 der Lenneper Bürger Friedrich Kleinholz von US-amerikanischen G.I.s bei seiner Flucht auf dem Fahrrad von hinten erschossen.[1] An diesem 14. April wurde der Südostteil von Remscheid zur Hauptkampflinie. Die letzten deutschen Truppenteile gaben auf und sprengten ihre Stellungen und ihre eigenen Geschütze. Ein deutscher Leutnant fiel beim Kugelwechsel mit US-Truppen.[2] In diesen letzten Gefechten hatte auch die Remscheider Schutzpolizei versucht, den einrückenden US-Soldaten Widerstand zu leisten.[3] An diesem 14. April 1945 standen US-amerikanische Vorhuten ganz in der Nähe der Druckerei des „Lenneper Kreisblattes“, als diese gerade die letzte Ausgabe druckte.[4]

Höchst verwirrend war in diesen Tagen die Einnahme von Lüttringhausen. Eine Spezialeinheit der US-Truppen hatte die Aufgabe, die Akten des Zuchthauses Lüttringhausen sicherzustellen und abzutransportieren, um sie bei der Aufklärung von NS-Gewaltverbrechen auswerten zu können. „Bevor die Einheit ihren Auftrag, die Akten abzutransportieren, ausführen kann, wird sie in der Umgebung von Lüttringhausen in schwere Kampfhandlungen verwickelt. Bei diesen Kampfhandlungen wird die Einheit bis auf vier Soldaten aufgerieben. Die vier überlebenden Soldaten führen den Auftrag ihrer Einheit zum Abtransport der Akten nicht mehr aus, andere US-amerikanische haben keinen entsprechenden Auftrag.“[5]

Noch am 15. April 1945 gab es in Lüttringhausen Gefechte zwischen deutschen und US-amerikanischen Soldaten. Bei diesen Gefechten im Wald an der Masurenstraße starb auf deutscher Seite Georg Wilhelm Doerges, ein Oberleutnant der Wehrmacht.[6] Ein Augenzeuge: „15.4., Sonntag, 9.50 Uhr, rollen die ersten Panzer durch die Elberfelder Straße. Es lässt sich schwer schildern, unter welchem seelischen Druck die Remscheider Bevölkerung die letzten 24 Stunden gestanden hat. Indessen schreitet die Auflösung der Front fort. Soldaten in Trupps und einzelnen ziehen durch: abgerissen, müde – Bilder des Jammers. In den Hauptverteilerstraßen sollen sie ihre Ausrüstung, Proviant, Pferde und so weiter an Zivilisten verteilen und einfach auseinanderlaufen. Die meisten Führer scheinen Entlassungspapiere auszuhändigen. Alle versuchen in Zivilsachen zu entkommen.“[7]

Was Augenzeugen aus dem Bergischen Land über das Kriegsende in ihrer Heimat berichteten, klang kaum anders in den Berichten des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW). Auffallend ist hier mit den Wörtern „erbittertes Ringen“ und „tapfere Gegenwehr“ allerdings eine höchst verlogene Pathetik. Unter dem Datum des 14. April 1945 heißt es: „Das erbitterte Ringen an Ruhr und Rhein sowie im Bergischen Land dauert mit zunehmender Heftigkeit an. Grenadiere, Fallschirmjäger und Panzer schlugen in dem verengten Kampfraum zahlreiche Angriffe überlegener Kräfte unter beiderseits hohen Verlusten ab und wahrten den Zusammenhang der Front. Um mehrere Einbruchslücken wurde in den Abendstunden noch heftig gekämpft.“ Und einen Tag später gibt es den folgenden Eintrag: „An der Ruhr und im Bergischen Land setzte der Feind seine Durchbruchsversuche auch gestern unter stärkstem Materialeinsatz fort. Trotz tapferer Gegenwehr unserer Truppen konnten die Amerikaner ihren Einbruchsraum nordwestlich Lüdenscheid erweitern.“[8]

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Bergwerksprojekt scheiterte auch an unerfahrenem Steiger

Stolleneingang Wolfskuhle. Foto: Hans Georg MüllerIn Remscheid sind bis etwa 1850 mehr 70 Schürfstellen bekannt, wovon die Erzgruben in Reinshagen die am längsten betriebenen und ergiebigsten waren. „Dass die Erinnerung an den uralten Remscheider Bergbau und die damit verbundenen Hüttenbetriebe vor 200 Jahren in Remscheid noch recht lebendig war“, hat Rektor Wilhelm Engels als Remscheider Heimatforscher herausgefunden. „Es geht aus den Verhandlungen über die Neueröffnung zweier Reinshagener Bergwerke um die Mitte des 18. Jahrhunderts hervor. Sie gewähren uns außerdem wertvolle Einblicke in den Betrieb des früheren Bergbaues, namentlich bezüglich der Schwierigkeiten, mit denen man damals bei den unzulänglichen Hilfsmitteln zu kämpfen hatte.

Im Jahre 1765 richteten die Remscheider Bergwerksinteressenten Jakob Grothaus (Sohn von Kaufmann Peter Grothaus und seiner Gattin Katharina Dahm, verw. Busch, Eisenkaufmann zu Remscheid) und Consorten eine Eingabe an den Kurfürsten Karl Theodor, in der sie um die Erlaubnis zur Anlage einer Hütte baten. Außer Grothaus war noch ein Remscheider Kaufmann namens Busch beteiligt, der aber vor 1765 schon gestorben war; denn es ist in den Eingaben nur von der Wittib Busch und später von den Söhnen Buschs die Rede. Welcher Kaufmann Busch hier in Betracht kommt, ist nicht mit Sicherheit nachzuweisen, da es 1750 im oberen Dorfe Remscheid drei Bewohner dieses Namens: Johann, Dietrich und Peter Busch und im unteren Dorfe noch einen Johannes Busch gab. Wir dürfen aber annehmen, dass es sich um Peter Busch handelt. Denn die Reinshagener Stollen verfügten über einen St. Jakobs-Stollen und einen St. Peters-Stollen, die von den Unternehmern ihren apostolischen Namensvettern zu Ehren benannt worden waren. Jakob Grothaus wohnte nach dem Remscheider Schatzbuch von 1750 auf dem Siepen. Er stammte aber aus dem Dorf Remscheid, wohin er später durch die Übernahme des väterlichen Erbes zurückkehrte. Nach den Angaben des Bergischen Geschlechterbuches von Koerner und Strutz lebte er von 1702 bis 1783 und war verheiratet mit Anna Margaretha Bertram (*1716 -1765), Tochter von Kaufmann Arnold Bertram und seiner Gattin Anna Maria Bröcking.

Blick auf den Stolleneingang  ca. 30 Meter entfernt. Foto: Hans Georg MüllerSchon im Jahre 1758 hatten die Kaufleute mit den bergbaulichen Arbeiten begonnen und dafür zwei alte Lagerstätten in Reinshagen ausersehen, die „Wolfskaul“ (Wolfskuhle) und den „Eichenhof“. Die erstere befindet sich auf dem Höhenrücken, der von Unterreinshagen nach dem Hüttenhammer streicht, zwischen dem Engtal der Adruht oder Adraut (entstellt aus Aquädukt=Wasserleitung, hier die Stollenentwässerung) zur Linken und dem trockenen Siepen (Dreugsiepen 1675) zur Rechten. Das zweite Bergwerk lag in dem zwischen Ober- und Unterreinshagen beginnenden Tal, und zwar in dem Wäldchen, das die Wiesengebiete des Ober- und Unterlaufes voneinander scheidet. An beiden Stellen sind noch heute zahlreiche Spuren früherer Bergbauarbeiten zu erkennen".

Doch folgen wir zunächst einmal den Berichten über die Verhandlungen zwischen Jakob Grothaus & Konsorten und der kurfürstlichen Bergverwaltung. Das Schreiben der Remscheider "Bergwerksinteressenten" ist bezeichnend für die damaligen Verhältnisse und die Ausdrucksweisen: „Durchlauchtigster Kurfürst, gnädiger Herr! Wir haben die beiden im Kirspel Remscheid gelegenen uralten Bergwerke im Eichenhof resp. Wolfskaule nicht allein genützet, sondern auch darauf alle Stollen und Schächten wieder ausgebauet und die von den Uralten verlassenen Eisensteinsgänge nicht allein wieder entblößet, sondern auch ohngefähr soviel Eisenstein ausgewonnen, dass eine Hüttenkampagne damit blasen können. Die betrübte Kriegszeit (Siebenjähriger Krieg 1756 - 1763), die fast zweijährige Krankheit und daraus erfolgtes Hinscheiden meiner, Grothausens Eheliebsten, und andere widrige Zufälle haben besonders mich, Grothausen, behindert, des Bergbaues und damit connexen Sachen mich zu unterziehen, wodurch die Forttreibung der Arbeit einstweilen ins Stocken geraten. Dahe aber ich, Grothaus, als Haubt-Interessant der Meinung bin, dass wohe wir allbereits viell Eisensteine ausgenommen und in der Tiefe unter dem Horizont deren alten Stollen die Eisensteinsgänge sich noch vorfinden, mithin aller bergmännischen Regeln nach, wenn neue tiefe Erbstollen angelegt werden, welche viel mehr Teufe als die alten einbringen, diese beiden Eisensteinsbergwerke in einem Errareo (Aerar=Staatskasse)- Publico (der Allgemeinheit) und denen Interessenten nützlichen Standt zu bringen, eine sehr gute und ganz wahrscheinliche Hoffnung verwaltet, so bin ich, Grothaus, gar nicht intentionieret (geneigt), solche Bergwerke, woran allbereits so viele Kösten verwendet haben, liegen zu lassen, sondern vielmehr Wissens, den Bergbau mit meinen Mitconsorten darauf fortzusetzen und, um solche Bergwerke emporzubringen, noch vieles daran zu verwenden."

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Fassadensanierung wird bis Mitte 2021 dauern

Nach erfolgreicher öffentlicher Ausschreibung der Arbeiten, für die nach Angaben der Architektin Anja Klein vom städtischen Gebäudemanagement versierte Handwerksfirmen gefunden worden seien, hat gestern die Restaurierung der Fassade des historischen Patrizierhauses „Haus Cleff“ neben dem Deutschen Werkzeugmuseum begonnen. Sie wird voraussichtlich bis Mitte des nächsten Jahres dauern. Die Stadt Remscheid hat hierfür Baukosten in Hohe von 3,2 Millionen Euro veranschlagt. Wann die Sanierung des Gebäudeinneren folgen wird, steht wegen fehlender öffentlicher Zuschüsse noch nicht fest. (Wie es künftig im Inneren von Haus Cleff aussehen  will, will die Stadt in Workshops erarbeiten lassen)

Begonnen wurde gestern von  einer Abbruchfirma mit dem Abdecken des Schieferdaches. Sobald die Schalung erneuert, durchhängende Balken ersetzt und eine Dachbahn aufgelegt ist, kann neuer Naturschiefer aufgebracht werden, auf dem Dach eben so wie an der Fassade. Die Denkmalschützer hatten Wert darauf gelegt, dass die neuen Schieferplatten aus einem deutschen Steinbruch stammen. Denn die ( dunklere) Farbe von deutschen Schiefer ist unverwechselbar. Deshalb ist schon jetzt ein ausreichend großes Schieferkontingent für das Haus bestellt worden. Bei früheren Sanierungen war daraus leider nicht geachtet worden.

Apropos Farbe. In gleicher Weise soll auch an anderen Stellen der Fassade darauf beachtet werden, dass der ursprüngliche Farbton zum Zuge kommt, zum Beispiel bei den  Fensterrahmen. Diese waren zuletzt in Weiß gestrichen worden. Aber war das auch die Farbe des Erstanstrichs? Anja Klein: „Da forschen wir derzeit noch nach. Es könnte auch ein vornehmes Grau gewesen sein!“

Auf die Abbruchfirma werden in den nächsten Tagen  die Altbauspezialisten von Kramp & Kramp aus Lemgo), Dachdecker ( Schmitte GmbH aus Schmallenberg) und Zimmerer (Faust aus Rabenau) folgen. Sie sind angehalten, Hand in Hand von oben nach unten zu arbeiten, damit die Vorgaben des Denkmalschutzes eingehalten werden können. Das bedeutet für alle Beteiligten Liebe zum Detail, wie Anja Klein betonte: „Jedes Fenster, jede rostige Stelle, jeden Nagel müssen wir uns gemeinsam ansehen!“  Und alle verabredeten Maßnahmen mit dem Denkmalamt kurzschließen. Der Einbau eines kleinen Auifzugs an der Rückseite dürfte knfflig werden...

Wo bleiben da die Abstands- und Hygieneregeln, um einer Corona-Infektion vorzubeugen? Gewiss, es gebe im Inneren des Gebäudes eine Waschgelegenheit für die Handwerker ( Waschbecken mit Seife und Handtüchern) , berichtete Anja Klein. Aber die Sanierung der Fassade mit umgebundenen Corona-Masken, das sei denn doch nicht möglich…

Schreiben der CDU an den OB und dessen Antwort

Aus dem Schreiben des CDU-Fraktionsvorsitzenden Jens Peter Nettekoven an Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz vom 22. April:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, lieber Herr Mast-Weisz,

am 21.4. hat unsere Ratsfrau Alexa Bell die Einberufung einer Kommission vorgeschlagen, die die Folgen möglicher Corona-Lockerungen koordinieren soll. Die CDU-Fraktion Remscheid bittet Sie, in der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschusses am 7. Mai 2020 zu berichten, wie die Verwaltungsspitze zu diesem Anliegen steht. Damit alle Ratsmitglieder erreicht werden können, bitten wir im Vorfeld der Sitzung um die elektronische Zusendung einer entsprechenden Mitteilungsvorlage. ...) Die CDU-Fraktion Remscheid ist der Ansicht, dass wir noch mehr als bisher tun müssen, um dieser vielleicht größten Herausforderung für unsere Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg angemessen zu begegnen. Die Kolleginnen und Kollegen der CDU-Fraktion Wermelskirchen haben ein … Positionspapier entwickelt, welches auch für unsere Heimatstadt Remscheid sinnvoll und richtig erscheint. Im Namen der CDU-Fraktion möchte ich Sie daher ebenfalls bitten, wie Sie zu folgenden vier Forderungen stehen: Verabschiedung eines lokalen Rettungsschirms, Gutscheine für Helfer und Angehörige systemrelevanter Berufe, Abfrage zur Einleitung von Maßnahmen zur Verbesserung unseres Schulbetriebs, Reduzierung von Kontakten im Rathaus und Ausbau der digitalen Dienstleistungen.

(…) Der Kämmerer sollte also bis zur Hauptausschusssitzung am 7. Mai eruieren, ob die Stadt Remscheid trotz Haushaltssicherung einen solchen Rettungsschirm verabschieden lassen kann. (…) Die von Alexa Bell ins Spiel gebrachte Kommission, die einberufen werden sollte, könnte sich über Ausgestaltung, Verteilung und Durchführung eines solchen Dankeschöns an unsere Alltagshelden Gedanken machen und Vorschläge unterbreiten. (…) Zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Kundinnen und Kunden sollten Kontakte im Rathaus auf ein Minimum reduziert werden. Daher sollte die Stadt bemüht sein, möglichst viele weitere Dienstleistungen komplett digital anzubieten. (…) Wir leiten dieses Schreiben auch den Mitgliedern des Verwaltungsvorstandes, den Geschäftsstellen von politischen Gruppen und Fraktionen sowie der Presse zu und freuen uns sowohl auf eine inhaltsstarke Vorlage als auch eine gute Diskussion in der Sitzung am 7. Mai. Vielleicht finden wir ja gemeinsam noch weitere gute Ideen, um Zusammenhalt in der Krise zu zeigen und zusammen in eine gute Zukunft zu starten.“

Aus dem Antwortschreiben von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz von gestern:

Sehr geehrter Herr Nettekoven, lieber Jens,

gerne antworte ich auf deinen Brief vom 22.April, mit dem wir uns auch im Verwaltungsvor­stand befasst haben. Vorab ein Hinweis: Du hast in einem Zeitungsartikel gesagt bzw. wirst so wiedergegeben, dass du nur aus der Presse von der Absicht einer Maskenpflicht erfahren hast. Sicherlich ist Dir nur versehentlich entgangen, dass dies bereits in der täglichen Informations-Mail, die du direkt nach der Sitzung des Krisenstabs erhältst, enthalten war. Kurz nach deinem Brief hat die CDU-Fraktion mehrere Anfragen gestellt, die Teile der Inhalte deines Briefes zum Inhalt haben. Daher beschränke ich mich hier auf die Aspekte, die nicht von den Anfragen tangiert sind. Für die Beantwortung der weiteren (An-) Fragen ist eine Mitteilungsvorlage in Arbeit.

Idee zur Gründung einer Kommission. Wir befassen uns im Haus nicht nur mit der Arbeit im Krisenstab. Parallel stehen wir im engen Auslausch zu mehreren Themenschwerpunkten. Beschäftigte mehrerer Dezernate unterstützten Herrn Clalüna tatkräftig bei einer schnellen Umset­zung und unkomplizierten Genehmigung des Autokinos.

Der Stadtdirektor und die Mitarbeiter/innen seines Dezernates kümmern sich insbesondere um die in dieser Zeit immer wichtiger werdende technische Ausstattung der Fachdienste, stellen über Auftragsvergaben im Bereich Bauen sicher, dass zumindest die Bauwirtschaft nicht auch noch runterfahren muss, und kümmert sich um die Frage der Perspektiven des Haushalts. Darüber hinaus stellt man dort die für die örtliche Aufgabenwahrnehmung erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung.

Beigeordneter Neuhaus und die Mitarbeiterinnen seines Dezernates stehen im regelmäßigen Austausch mit den Mitgliedern der Jugendhilfe und der Wohlfahrtsverbände, um die Sicherung der sozialen Infrastruktur zu gewährleisten.

Das Dezernat von Frau Reul-Nocke mit dem Ordnungsamt muss nicht nur die Coronaschutzverordnung kontrollieren, sondern begleitet engagiert die örtliche Umsetzung der Landesverordnungen, die ihrerseits manches mal „kurz vor knapp" eintreffen. Der Service des Bürgeramtes und des Amtes für Zuwanderung und Integration werden so weit wie möglich gesichert. An der vom Rat beschlossenen Nachhaltigkeitsstrategie wird intensiv gearbeitet.

Beigeordneter Heinze und sein Team führen regelmäßige Videokonferenzen mit den Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft durch. Beteiligt sind: IHK, Arbeitgeber, DEHOGA, Kreishandwerkskammer, Einzelhandelsverband, Sparkasse, Volksbank, Bundesagentur, Jobcenter, IG Metall. Ich nehme an allen Konferenzen teil. Zum einen geht es um die gegenseitige Information, zum anderen aber auch um die Frage, wie es perspektivisch weitergeht.

Vorliegende Bauanträge werden abgearbeitet, wichtige Projekte wie z.B. der Baubeginn der Glasfaseranschlüsse als eine wesentliche Voraussetzung für den digitalen Unterrichtweiter vorangetrieben. Auch das Thema der Planung von Veranstaltungen liegt in der Verantwortung des Geschäftsbereiches von Herrn Heinze. Noch ist völlig unklar, ab wann Veranstaltungen wieder stattfinden können. Sämtliche Veranstalter sind derzeit sehr „zurückhaltend". Grund dafür ist der Planungsvorlauf und die dabei entstehenden Kosten, die bei Ausfall nicht durch Einnahmen gedeckt sind.

Es wäre wünschenswert, dass sich Bund und Länder frühzeitig zu der Frage äußern würden, was denn Großveranstaltungen sind. Gilt die Versammlungsstättenverordnung (mehr als 199 Personen) oder gilt die Praxis Schleswig-Holstein (ab 5.000)?

Im Übrigen folge ich der berechtigten Mahnung der Kanzlerin, mit weiteren Lockerungen Zurückhaltung zu üben. Ich kann nicht jeden Schnellschuss des Landes nachvollziehen.

Du siehst, wir arbeiten nicht nur im Rahmen der Krise, sondern auch daran, die Frage zu beantworten, wie es „danach" weitergeht. Zuständig für die politische Begleitung dieser vielfältigen Handlungsschwerpunkte ist keine Kommission, sondern sind die Fachausschüsse und der Rat. Dafür sind sie gewählt worden, dafür sind sie verantwortlich, auf deren Arbeit setze ich.

Lokaler Rettungsschirm und Dankeschön-Gutscheine. Die Stadt Remscheid ist - trotz der Konsolidierungserfolge der zurückliegenden Jahre - weiterhin überschuldet und fällt damit in den Kreis jener Kommunen, die pflichtig am Stärkungspakt Stadtfinanzen teilnehmen müssen. Neben den einschlägigen Regelungen der Gemeindeordnung, der Kommunalhaushaltsverordnung sind damit auch die gesetzlichen Bestimmungen des Stärkungspaktgesetzes zwingend einzuhalten. Die Landesregierung hat im Zuge der Befassung des Landtags mit dem sog. Pandemiegesetz (Gesetz zur konsequenten und solidarischen Bewältigung der COVID-19-Pandemie in Nordrhein-Westfalen und zur Anpassung des Landesrechts im Hinblick auf die Auswirkungen einer Pandemie) angekündigt, auch auf dem Erlasswege für die Kommunen haushaltsrechtliche Regelungen zu treffen, u.a. in Form einer sog. „Bilanzierungshilfe", bei der vorab pandemiebedingte Mehraufwendungen und Mindererträge erfasst und isoliert werden, um sie sodann in der Bilanz zu aktivieren, um sie - beginnend mit dem Haushaltsjahr 2025 - über ei­nen Zeitraum von 50 Jahren jährlich linear abzuschreiben. Dieser Vorschlag ist bisher nicht weiter erläutert worden, insbesondere fehlen bisher verlässliche Aussagen zur Ermittlung der pandemie-bedingten Mindererträge - wie beispielsweise bei der Gewerbesteuer. Das gilt auch für die in Rede stehende Überlegung, kommunale Haushaltsmittel für eine Anerkennung ehrenamtlicher und beruflicher besonderer Anstrengungen während der Krise zu verwenden. Die Verwaltung wird u.a. auch diese Fragestellung mit der Kommunalaufsicht der Bezirksregierung Düsseldorf erörtern. Sobald das Ergebnis vorliegt, erfolgt eine Information der Fraktionen und Gruppen.

Lieber Jens, ich bin zutiefst davon überzeugt, dass der Zusammenhalt von Rat und Verwaltung unabdingbar ist, um die Corona-Krise gemeinsam mit den Menschen in unserer Stadt zu stemmen. !n diesem Sinne freue mich die kommenden Sitzungen des Rates und der weiteren Gremien. Ich erlaube mir, diesen Brief ebenfalls dem Verwaltungsvorstand, den Fraktionen und Gruppen im Rat und den Medien zur Verfügung zu stellen.

Wer war denn hier der Baumeister?

Steinturm im Eschbachtal. Foto: Hans Georg MüllerZu einem erholsamen Waldspaziergang ist es nicht immer leicht, in Corona-Zeiten eine Kinderschar zu motivieren. Umso überraschender, dass am Südhang des Eschbachtals wohl große oder kleine "Künstler" am Werk waren. Viele abgesägte Baumstümpfe bieten dort eine Bühne für kreative Werke. Natürliches Material gibt es genug. Wenn man etwa einen Stein näher betrachtet, lassen sich darauf sogar manchmal fossile Einschlüsse entdecken, die einige Jahrmillionen als sind.

"Wie es nun weitergeht, werden wir sehen!"

von Dr. Andreas Wallbrecht

Tja, in diesem Jahr ist alles anders! Kaum hatten wir unseren Veranstaltungsflyer 2020  für das Deutsche Werkzeugmuseumvorgestellt und verteilt, da schlug auch schon die Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen zu. Seit dem 14. März ist auch unser Haus geschlossen. In unserem letzten Newsletter hatten wir noch diverse Veranstaltungen angekündigt, die wir dann alle haben absagen müssen. Im nächsten Schritt hatten wir noch gehofft, dass wir wenigstens Mitte Mai unsere wichtige und hervorragend angenommene Veranstaltung zum Internationalen Museumstag durchführen können. Doch auch diese Hoffnung zerschlug sich Anfang April, als eine richtige und eindeutige Entscheidung getroffen wurde, die Museen bis zum 17. Mai geschlossen zu lassen. Dies gab uns Planungssicherheit.

Wie es nun weitergeht, werden wir sehen. Vielleicht gibt es ja bald erste Möglichkeiten. Corona kann auch eine Chance sein! Als klar war, dass es doch einige Wochen dauern würde, haben wir uns sofort entschieden, diese Zeit sinnvoll zu nutzen. Wir haben angefangen, Reparaturarbeiten durchzuführen, liegengebliebene Inventarisationen nachzuholen, eine Verdunkelung für unsere Halle vorzubereiten, die Bibliothek zu aktualisieren etc.

Drei Projekte stehen bei uns ganz oben auf unserem Arbeitsplan:
In unserer Halle optimieren wir weiter unseren Veranstaltungsbereich. Die Bühne wird abgeschliffen und anschließend schwarz gestrichen. Damit passt sie sich in das gesamte Erscheinungsbild perfekt ein.
Seit geraumer Zeit sind wir dabei, ein neues Projektionssystem in der Mannesmann-Abteilung zu installieren. Nun konnten wir ein Podest aufbauen, Rohre und Kabel verlegen, alles vorbereiten, um es in Betrieb zu nehmen. Allerdings gibt es noch ein kleines Problem - Lieferschwierigkeiten, wahrscheinlich aus China.
Das dritte Projekt ist etwas aufwändiger, umso schöner ist es, daran sehr intensiv arbeiten zu können. Hierbei handelt es sich um Infoterminals für die verschiedenen Ausstellungseinheiten bei uns im Museum. Hierin werden Objekterklärungen, weitergehende Texte, erläuternde Filme oder Audiodateien zusammengefasst. Diese sollen das Angebot für die Besucher deutlich erweitern und gleichzeitig andere Systeme (Audioguide, QR-Code, internes Netzwerk) ersetzen und zusammenfassen. Wir sind sicher, dass es eine wichtige Neuerung wird und viele Informationen für die Besucher auf sehr komfortable Art und Weise vorgehalten werden. Viel Arbeit, aber wir freuen uns schon jetzt auf das Ergebnis.

Für all diese Arbeiten ist die Schließung natürlich perfekt - wir haben mehr Zeit und wir können in  den Ausstellungen arbeiten, ohne die Besucher zu stören. Wir hoffen, Ihnen geht es gut und wir können Sie bald wieder bei uns begrüßen.

Ihr
Dr. Andreas Wallbrecht

MdL Sven Wolf bleibt stellv. Fraktionsvorsitzender

In Düsseldorf wählten die Abgeordneten der SPD-Landtagsfraktion Sven Wolf heute erneut zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden. „Meine Wiederwahl zu einem der Stellvertreter von Thomas Kutschaty im Führungsteam der SPD-Landtagsfraktion freut mich sehr und gibt mir die Möglichkeit, meine bisherige Arbeit mit dem bewährten Team fortzusetzen“, erklärte der Landtagsabgeordnete für Remscheid und Radevormwald in einer Pressemitteilung. „Mein Schwerpunkt bleibt die Koordination der Themen Innere Sicherheit, Verfassungsfragen und Justiz. Wie in den vergangenen zwei Jahren werde ich zudem die Arbeit der Untersuchungsausschüsse begleiten. Ein besonderes Anliegen ist mir weiterhin die Verteidigung unserer demokratischen Errungenschaften und der Grundsätze des Rechtstaats. Die erfolgreiche Arbeit der SPD-Fraktion in der Corona-Krise hat gezeigt: unsere Demokratie funktioniert auch in Zeiten eingeschränkter Kontaktmöglichkeiten sehr gut. Unsere Rolle als Opposition ist unverzichtbar. Wir werden weiterhin alle Maßnahmen der Regierung kritisch begutachten, uns für notwendige Korrekturen, Verfassungsfestigkeit und substanzielle Verbesserungen einsetzen und diese auch in zähen Verhandlungen zu erreichen suchen. Dabei geht es uns darum, Chancengleichheit und Solidarität auch zu verwirklichen.“

Gerade jetzt in der Krise habe sich gezeigt, dass die Kontakte zu den Bürgerinnen und Bürger in Remscheid und Radevormwald „eine wichtige Basis sind, um realitätsnahe Politik zu machen. Viele Impulse aus der Region habe ich mit in die Diskussion von Gesetzen und Anträgen in Düsseldorf genommen. Ich bin froh, dass es gut gelingt, mit den verschiedenen Medien auch in dieser schwierigen Zeit in engem Kontakt zu  blieben.“

Jetzt sind es 14 Corona-Tote in Remscheid

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

In Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie sind bedauerlicherweise zwei weitere Todesfälle zu vermelden. Es handelt sich hierbei um einen 80j-ährigen Remscheider und eine 88jährige Remscheiderin – beide mit unterschiedlichen Grunderkrankungen und einer Covid-19-Erkrankung. Damit erhöht sich die Zahl der in Remscheid verstorbenen Corona-Kranken auf 14. Laut Gesundheitsamt gibt es aktuell weiterhin 210 positiv getestete Remscheiderinnen und Remscheider, davon gelten 168 als genesen, vierzehn sind verstorben. Die bereinigte Zahl der bekannten Verdachtsfälle (derzeit angeordnete Quarantänen) liegt bei 310 Personen. Die Krankenhäuser melden vierzehn positiv getestete Personen in stationärer Behandlung, davon vier auf Intensivstation. Zusätzlich befinden sich weitere Verdachtsfälle in stationärer Behandlung.

Teilöffnung von Zentralbibliothek und Stadtarchiv zum 5. Mai: Nach Schließung der Öffentlichen Bibliothek und des Stadtarchivs im Zuge der Corona-Schutzmaßnahmen wird der Publikumsbetrieb in beiden städtischen Kultureinrichtungen ab Dienstag, 5. Mai, wieder aufgenommen. Neben den gängigen Abstands- und Hygieneregeln machen das besondere Schutzmaßnahmen und Nutzungseinschränkungen möglich.

Im ersten Schritt wird am 5. Mai zunächst die Zentralbibliothek, Scharffstraße 4-6, geöffnet. Hier wird es möglich sein, Medien zu entleihen und zurückzugeben. Das Schülerlernzentrum, der Zeitungs- und Zeitschriftenlesesaal sowie sonstige Sitz- und Aufenthaltsgelegenheiten werden aber nicht zur Verfügung stehen. Zum Schutz von Mitarbeitenden und Kundinnen und Kunden werden sich maximal sechszehn Nutzerinnen und Nutzer zeitgleich im Gebäude bewegen dürfen. Zu beachten ist, dass der Zugang zur Zentralbibliothek ausschließlich über den Seiteneingang möglich sein wird und der Zutritt zum Gebäude gemäß Corona-Schutzverordnung nur nach Vorzeigen des Nutzerausweises erfolgen kann. Übergangsweise gelten folgende Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 11 bis 17 Uhr sowie samstags von 10 bis 13 Uhr.

Im Historischen Zentrum Remscheid wird am 5. Mai das Archiv wieder öffnen. Dadurch ist die historische Forschung zumindest teilweise wieder möglich. Auch hier gibt es Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen für Kundinnen, Kunden und Mitarbeitende: Die Arbeitsplätze für Eigenrecherche und Sichtung von Archivalien werden auf zwei Plätze reduziert. Die übliche Beratung und der persönliche Kontakt vor Ort entfallen und damit auch die besonders beratungsintensive Familienforschung.

Erhöhte Alarmstufe wegen Waldbrandgefahr

Gestern Abend gegen 20 Uhr fiel einem Läufer im Wald bei "Küppelstein" ein unsachgemäß entzündetes Feuer unterhalb eines Masten der Überlandleitung auf, das auf Teile der trockenen Umgebung überzugreifen drohte. Für die Feuerwehr war die frühe Brandmeldung ein Glücksfall; sie konnte den  Brand in dem schwer zugängliche mit Kleinlöschgeräten löschen, so dass größerer Schaden vermieden wurde. Derzeit ist die Waldbrandgefahr aufgrund der lang anhaltenden Trockenperiode groß. Deshalb hat die Feuerwehr Remscheid Anzahl der Einsatzkräfte und Fahrzeuge der angespannten Lage angepasst und rückt vorsorglich mit erhöhter Alarmstufe aus. In diesem Fall waren  es die Löscheinheiten Morsbach und Hasten, die den Einsatz der Berufsfeuerwehr unterstützten. (aus dem Bericht der Feuerwehr)

Amtsgericht stellte Verfahren wegen Beleidigung ein

Ein Eklat in der Ratssitzung vom 26. September 2019 hatte jetzt ein kurzes juristisches Nachspiel: Das Verfahren gegen Fritz Beinersdorf, den Vorsitzender der Ratsfraktion der Linken, wurde vom Amtsgericht Remscheid mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft und des Angeschuldigten nach § 153 Abs. 2 der Strafprozessordnung eingestellt, „weil das Verschulden als gering anzusehen wäre und ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung nicht besteht“.

Was war in der damaligen Ratssitzung geschehen.? Während einer Diskussion über Anträge zum Klimaschutz habe Thorsten Pohl, Ratsmitglied der rechten Pro-Gruppierung, in Anspielung auf Greta Thunberg geäußert, die Fridays-for-Future Anhänger würden einer „geisteskranken Behinderten“ hinterherlaufen. Das berichtete damals Radio RSG, heute noch im Internet nachzulesen. Das habe Fritz Beinersdorf „mit einem kurzen, aber deutlich hörbaren ‚Arschloch‘-Ruf kommentiert“. Und das wiederum habe die Vertreter der rechtspopulistischen Pro-Gruppe veranlasst, die Polizei zu rufen, um Anzeige wegen Beleidigung zu erstatten. Nun also ist klar: Für eine Strafverfolgung des „Arschloch“-Rufes sieht das Amtsgericht kein öffentliches Interesse.

Bergwerksgrundbuch nennt Schürfrechte für 31 Parzellen

Sammlung. R. BaadeDie Sicherung einer ausreichenden Gewinnung von Eisenerzen … spielte schon vor Jahrhunderten für die damaligen deutschen Länder und Ländchen eine wichtige Rolle. Zur Zeit des Siebenjährigen Krieges (ab 1756) wurde für die Herzogtümer Jülich und Berg, die durch die Politik des Kurfürsten Karl Theodor in die Reihe der Feinde des großen Preußenkönigs gedrängt worden waren, die Lage besonders schwierig, weil die flinken preußischen Husaren die bergische Eisenstraße zeitweise vollständig beherrschten. Es war ihnen eine besondere Freude, die für die hiesige Industrie unentbehrlichen Eisen- und Stahlfuhren aus dem Siegerland wegzufangen und in die preußische Grafschaft Mark zu leiten, wo sie den Waffenschmieden Friedrichs des Großen zugute kamen. Die Folge davon war, dass zahlreiche Remscheider Hämmer mangels der erforderlichen Rohstoffe stillstanden und die hiesigen Kaufleute sich die Köpfe darüber zerbrachen, wie für das fehlende Siegerländer Material Ersatz zu schaffen sei.

Die schlimmen Rohstoffschwierigkeiten bewirkten, dass der bergische Landesherr Karl Theodor auf der Seite der Gegner Friedrichs des Großen die alten Stollen wieder aufmachte. So setzten die Kaufleute Jacob Grothaus und Peter Busch in den Jahren 1758 bis 1765 die Wiedereröffnung der alten Reinshagener Bergwerke „Wolfskuhle“ und „Eichenhof“ durch. Diese Bergwerke sind übrigens die beiden ältesten urkundlich erwähnten Stollen in Remscheid, denn die abgebauten Erze wurden noch um 1598 per Karren zum Altenhammer in die dortige Hütte des Peter vom Hagen (1591 gebaut) gebracht, um geschmolzen zu werden. Später wurden diese Erze auch in der Loosenhütte im Lobachtal verhüttet.

Abstützung im Berg. Sammlung: R. BaadeIn und bei Lüttringhausen versuchten um dieselbe Zeit Johann Peter Frohn vom Siepen im Verein mit den Gebrüdern Duncker und Wilhelm Morian aus Lüttringhausen ihr Glück, aber es blieb auch hier bei dem Versuch. Von Neuem lebten die Bemühungen, das im Boden ruhende Eisenerz zu verwerten, um die Mitte des 19. Jahrhunderts wieder auf. Es kam sogar zur Gründung eines Bergbauvereines, der verschiedene bergbauliche Unternehmen in Angriff nahm, u. a. in Kremenholl und im Gebiet der Fünfzehnhöfe bei Lennep. Die Hoffnungen, die man auf diese Unternehmungen gesetzt hatte, gingen aber nicht in Erfüllung, weil sich die Ausbeutung der Eisenerzvorkommen nicht lohnte. Trotzdem gesellten sich zu dem Bergbauverein noch zahlreiche andere Erzsucher, die an allen möglichen Stellen des Remscheider Gebietes Mutungen auf Eisenerz erwarben, um dort Eisenbergwerke anzulegen. Von einer erfolgreichen Ausbeutung ist aber nirgendwo etwas bekannt geworden. Erfolglose Versuche, im 18. Jahrhundert auch andere Erze sowie Blei und Silber auszubeuten, oder Steinkohle zu gewinnen, sind außerdem bekannt. So hatte zum Beispiel Peter Hasenclever (Lobach) zwischen 1633 und 1644 eine Beteiligung an der Blei- Kupfer- und Silbergrube "Zum göttlichen Segen", der angeblich zwischen Johanneshammer und Kellershammer betrieben wurde.

Einen Höhepunkt in der Förderung der bergischen Erze bildete das 16. Jahrhundert. Leider wird die rege Schürftätigkeit durch den Dreißigjährigen Krieg unterbrochen, und an den meisten Orten kommt der Bergbau zum völligen Erliegen. Erst um 1700 beginnt die Bevölkerung - zuerst in den vom Krieg weniger betroffenen Gebieten - sich allmählich wieder dem Bergbau zuzuwenden. Die Bergische Regierung, vor allen Dingen der Herzog Karl-Theodor, fördert den Bergbau, und um die Mitte des 18. Jahrhunderts darf man mit Recht wieder von einer Blütezeit des Bergwesens sprechen. Dabei ist es natürlich, dass zuerst die schon vorhandenen Gruben wieder in Betrieb genommen wurden.

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Arbeitskreis Zahngesundheit hat neues Logo

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

1994 bis 2019, das sind 25 Jahre Arbeitskreis „Zahngesundheit für Remscheid“. Im Jubiläumsjahr 2019 hat der Arbeitskreis neue Projekte auf den Weg gebracht. Dazu gehörte auch die Entwicklung eines neuen Logos: Das alte mit Krokodil und Zahnbürste war „in die Jahre gekommen“ und entspracht nicht mehr den pädagogischen und konzeptionellen Inhalten, die mit der Kariesprophylaxe heute vermittelt werden sollen.

Was verbinden Kinder mit dem Thema Zahngesundheit, und wie stellen sie sich den Arbeitskreis „Zahngesundheit für Remscheid“ vor? Mit dieser Fragestellung wandte sich der Arbeitskreis 2019 im Rahmen eines Malwettbewerbs an die Remscheider Grundschulen gewandt. Acht Grundschulen haben daran teilgenommen. Die Bilder zeigten sehr eindrucksvoll, dass die Themen Zähne, Zahngesundheit und Arbeitskreis Zahngesundheit positiv besetzt sind: Es waren vor allem freundliche, fröhliche, lachende, strahlende, „coole“ und gesunde Zähne, die die Kinder auf den Bildern gemalt hatten. Aus den eingesandten Bildern haben die Mitglieder des Arbeitskreises in Zusammenarbeit mit einem Graphik-Designer das neue Logo entwickelt. Als Erkennungszeichen für Remscheid durfte darauf der Bergische Löwe nicht fehlen. Stellvertretend für alle Remscheider Kinder trägt er eine Zahnbürste. Die Schülerschaft der Grundschule Mannesmann hatte dazu die Idee geliefert. Das Motto „Alle Kinder haben das Recht auf gesunde Zähne“ spiegelt sich in der Symbolik der Weltkugel wieder. Zugleich werden damit die Themen Chancengleichheit und Integration berücksichtigt, eine Idee der Schülerschaft der Grundschule Kremenholl. Auch sollten Zähne „cool“, „freundlich“ und „strahlend“ sein. Diesbezüglich hinterließen die Bilder der Kath. Grundschule Franziskus II besonderen Eindruck. Den drei Grundschulen winken nun Geldpreise in Höhe von je 250 Euro.