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Rahmenplan für "Kuckuck" soll Landesmittel bringen

Wie sich die Technischen Betriebe Remscheid (TBR) eine städtebauliche Rahmenplanung für den Grünzug „Kuckuck“ im Südbezirk vorstellen – samt eines Radschnellwegs von der Innenstadt bis zur Mebusmühle – werden in nächster Zeit der Jugendhilfeausschuss, die Bezirksvertretung Süd und der Hauptausschuss erfahren, bevor  der Rat der Stadt am 10. Dezember über die vorgelegten Planvarianten entscheidet. Die Aufwertung der Freizeit- und Grünanlage (parallel zur Intzestraße) ist schon seit längerer Zeit der Wunsch der Bezirksvertretung Süd. Im Haushaltsplan 2019/2020 wurden für die Planung einer Neugestaltung 25.000 Euro bereitgestellt. Die vorliegenden Pläne der TBR bauen auf Vorschläge aus der Bürgerschaft innen und Bürger auf. Zugleich wird versucht, “die grundsätzlichen strukturellen Mängel der Grünanlage auszugleichen“, wie es in der Beschlussvorlage heißt. Realisierbar erscheint der Verwaltung eine Finanzierung des Projektes nur mit Hilfe von Landesmitteln. Gespräche mit der Bezirksregierung ergaben, dass Städtebaufördermittel des Landes einen Integrierten Städtebaulichen Rahmenplan voraussetzen. Dafür sieht die Verwaltung nun folgende Eckpunkte:

  • Reaktivierung der ehemaligen Straßenbahntrasse (Bereich Intzestraße) für Fußgänger und Radfahrer gleichermaßen bis zur Mebusmühle und zur Eschbachtalsperre
  • Weiterer Durchstich und Anbindung der ehemaligen Straßenbahntrasse Richtung „Werkzeugtrasse“ zur Erreichung eines Netzsystems der Fahrradtrassen innerhalb Remscheids
  • Aufwertung der Grünanlage „Kuckuck“ durch einen Wasserspielplatz
  • Attraktive Neugestaltung der Zugänge zur Grünanlage
  • Anbindung der Grünanlage an benachteiligte Wohnquartiere jenseits der Bahnstrecke incl. weiterer Grünmaßnahmen dort
  • Bau einer E-Bike-Ladestation im Bereich der Grünanlage
  • Einbindung der Firma Vaillant in die Gestaltung der Grünanlage Kuckuck, unter Umständen Zusammenarbeit mit Vaillant bei Maßnahmen „Grün statt Grau“ für die gewerblichen Bereiche im Südbezirk
  • Sichtbarmachung des tiefliegenden Baches im Bereich der Grünanlage
  • Abstimmung der Rahmenplanung mit dem Fahrradkonzept der Stadt
  • Untersuchung einer Inwertsetzung des Wasserturms an der Intzestraße
  • Umbau des Intze-Platzes zu einem städtischen Quartiersplatz

In der Abteilung Stadtentwicklung soll sich ein interdisziplinäres Team im kommenden Jahr mit der Erarbeitung des Integrierten Städtebaulichen Rahmenplans beginnen. Ziel ist ein konkreter Maßnahmenplan zum Jahresende nebst  mittelfristiger Finanzplanung. Wenn alles so klappt, wie man es sich im Rathaus vorstellte, könnten die Pläne frühestens Anfang / Mitte 2024 umgesetzt werden.

Photovoltaikanlage auf Schuldach hat ihren Preis

Doppelhaus     Schule     Mehrkosten
            in % gegenüb.
KWp Kosten Je kWp KWp Kosten Je kWp Doppelhaus
11 19.248,85 € 1.749,90 € 61 197.000,00 € 3.229,51 € 90,23%

Neues Berufskollegs wird seinen eigenen Strom erzeugen“, titelte der Waterbölles am 24. August. Denn auf dem Dach des neuen Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung am Hauptbahnhof will die Stadt Remscheid für 197.000 Euro eine Photovoltaikanlage installieren lassen. Dem hat der Haupt- und Finanzausschusses am Freitag zugestimmt.

Die Photovoltaikanlage hat eine Leistung von ca. 61kWp. Ein kWp kostet die Stadt folglich 3.229,51 €.  Zum Vergleich: Ein kWp einer Ende vergangenen Jahres auf einem Doppelhaus auf dem Hohenhagen installierten Photovoltaikanlage mit insgesamt elf kWp kostete pro kWp deutlich weniger: 1.749,90 € (siehe die nebenstehende Tabelle). Die Anlage auf der Schule wird folglich fast doppelt so teuer wie die auf dem privaten Doppelhaus. Kann das denn sein? Der Waterbölles fragte bei Stadtkämmerer Sven Wiertz und Thomas Judt vom Gebäudemanagement nach. Hier die Antwort:

Die Größe der Anlage erfordert eine gewisse Anzahl an Komponenten. Im Vergleich zu einer privat errichteten Photovoltaikanlage sind höhere Anforderung der Sicherheitskomponenten erforderlich. Die Errichtung der Anlage durch den Totalunternehmer führt zu einem vertraglich vereinbarten Zuschlag auf die angebotene Summe (GU-Zuschlag in Höhe von 15 Prozent auf Nettokosten). Der Auftrag wird als Erweiterung im Rahmen der Totalunternehmerausführung an die Firma Imetaal vergeben, da hier der Vorteil der Gewährleistung und Garantie im Zusammenhang des gesamten Gebäudekomplexes betrachtet wird und das Zusammenspiel der ganzen technischen Komponenten (Elektro; Heizung; Ladeinfrastruktur) auf einander abgestimmt wird. Dies würde bei Errichtung der Anlage durch einen Dritten ggfs. zu Konfliktpotenzial führen. Betrachtet man alle Faktoren und vergleicht diese, ist die Anlage wirtschaftlich und in der Anschaffung entspricht dieses den aktuellen Durchschnittspreisen.“

Das neue Dach des Berufskollegs soll begrünt werden. Das werde den Leistungsgrad der Photovoltaikanlage erhöhen, betont die Verwaltung. Zitat:

  • Gründächer erfüllen vielerlei Funktionen, bspw. schützende Wirkung für die Dachabdichtung, Wärmedämmung, Regenwasserrückhalt, sommerlicher Kühleffekt und ökologische Ausgleichsfunktion. Ein weiterer Vorteil ergibt sich bei der Nutzung in der Kombination mit einer Photovoltaikanlage. Die Kombination von Dachbegrünung und Photovoltaik ermöglicht mehrere Synergieeffekte, deren Vorteile die höheren Anschaffungskosten rechtfertigen, zumal wiederkehrende Instandhaltungskosten reduziert werden können:
  • Das Gewicht der Begrünung dient als statische Auflast zur Verankerung der Solarmodule. Diese Bauweise ermöglicht eine flächige Lastverteilung und vermeidet Punktlasten, wie sie bei Betonteilen zur Verankerung entstehen würden.
  • Leistungssteigerung durch Kühleffekt der Begrünung. Gründächer sorgen für eine niedrigere Umgebungstemperatur im Vergleich zum nackten oder bekiesten Dach. Da der Wirkungsgrad der meisten Solar-Module von ihrer Betriebstemperatur abhängig ist, erzielen Solar-Module in Verbindung mit einer Begrünung einen höheren Leistungsgrad.

Auch ein Foto vom Kaiserdenkmal kam ins Familienalbum

Denkmal von Kaiiser Wilhelm I. in Lennep. Repro: Lenneparchiv Schmidt. von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Liebe Freunde der Bergischen Landes, liebe Lenneper,
heute greifen wir wieder einmal in die historische Kiste, wo die alten Fotos aus vergangener Zeit liegen. Sie sind ja nicht nur im Remscheider Stadtarchiv anzutreffen, sondern auch in zahllosen privaten Alben, in Remscheid, Lennep und anderswo. Unser heutiges Foto stammt aus dem Familienalbum der Familie Schmidt vom Lenneper Mollplatz: Der Inhalt wurde dort direkt nach dem Zweiten Weltkrieg angelegt, das Album selber stammte aus Bamberg, wo sich ein Teil der Familie vorher kriegsbedingt bei einer Verwandten einquartiert hatte. Klebstoff für das Album gab es damals nicht. Deshalbwurde der Klebstoff selbst hergestellt mithilfe von Kartoffelstärke, und der selbst gezogene Tabak hing dabei im Hause Poststraße 1, später Mollplatz 7, frisch fermentiert quer durchs Zimmer zum Trocknen aus. Heute befindet sich dort das Anwesen Lüttringhauser Straße 2 mit „Jouhris Grill“.

Ein Familienalbum sollte es damals werden, und das musste natürlich in der Vergangenheit beginnen. Da kam man natürlich an dem schräg gegenüber liegenden Kaiserdenkmal nicht vorbei. Das war am 2. September 1889 mit offiziellen Vertretern von Staat und Gesellschaft, mit „Ehrenjungfrauen“, uniformierten Studenten und der Lenneper Jugend eingeweiht worden und begleitete die Geschichte des heimischen Anwesens schon mehr als ein halbes Jahrhundert, als das Album entstand.

Im Bild sehen wir das Lenneper Kaiserdenkmal in seiner ursprünglichen Pracht. Und mit Girlanden und Fahnen geschmückt. Wurde hier gerade der so genannte Sedantag gefeiert? Leider ist das Foto nicht datiert. Von der Enthüllung des Kaiser- und Kriegerdenkmals sind ja zahlreiche Fotografien überliefert, die ebenfalls auf der Mauer an der Alleestraße, dem heutigen Thüringsberg, zum ehemaligen Landratsamt hin (heute Lebenshilfe) den Festschmuck zeigen. Anders als auf vielen zeitgenössischen Fotografien sind die Personen auf unserem Foto nicht nachträglich als Staffage eingefügt, es gab sie damals also wirklich. Und  das Denkmal von einem Halbuniformierten bewacht, vielleicht ein Reservist, der dem Treiben des Volkes Einhalt gebieten musste. Vieles war ja damals "bei Strafe" verboten wie z.B. das Betreten der öffentlichen Grünanlagen.

Das Gebäude links verbinden die Älteren von uns noch mit dem Namen „Senf Thomas“; es beherbergte jedoch eine "Restauration zur Post". Die Kaiserliche Postanstalt lag direkt gegenüber am Beginn der Elberfelder, heute Lüttringhauser Straße. Rechts des Denkmals erblickt man noch den vorderen Teil der ehemals Hermann Mühlinghaus´schen Textilfabrik, die heute der Lebenshilfe dient. Kaiser Wilhelm I., der oftmals mit seinem Enkel Wilhelm II. verwechselt wird, ist auf dem Foto sehr gut zu erkennen. Von den beiden Adlerstelen links und rechts der Treppe sieht man auf unserem Foto nur eine, gut erkennbar ist das eiserne Gitter, welches das Denkmal umgrenzt. Bekanntlich sind die aus Muschelkalk gefertigten Schrifttafeln mit den Namen der Lenneper Gefallenen der Kriege von 1866 und 1870/71 heute am Ehrenmal an der Lenneper Albert-Schmidt-Allee angebracht. Mancher noch lebender Lenneper sah sie nach dem Zweiten Weltkrieg noch an der Mollplatzanlage, die damals allerdings schon ihren früheren Glanz hatte. Immerhin saßen wir Kinder dort noch oft auf den Bänken oberhalb der Stufen am Aufgang zur Denkmalfläche. Bei der gänzlichen Umgestaltung des Mollplatzes Anfang der 1960er Jahre fiel dann der Rest des Denkmalareals der Spitzhacke zum Opfer.

Das Denkmal überstand den Ersten Weltkrieg, weil es aber sehr in den Kaiserplatz, den heutigen Mollplatz, hineinragte, gab es schon Anfang der 1930er Jahre Ideen, es zu verkleinern. Mitte der 1930er Jahre dann wurde die Idee umgesetzt, und Kaiser Wilhelm I. wurde es schließlich auf einen eigens für ihn geschaffenen Hohenzollernplatz an der Ringstraße in der Nähe der Trecknase versetzt. Um das Jahr 1940 dann meinte der nationalsozialistische Staat, das Metall der großen Statue für Kriegszwecke nutzen zu müssen. Der Kaiser wurde deshalb wie so manche Kirchenglocke, “eingeschmolten”, wie die Lenneper sagen.

Hoffentlich kommt diesmal ein regenreicher Winter

Fotos: Hans Georeg Müller.Die Wuppertalsperre dürstet nach Regen. Ungewohnte Ein- und Ausblicke präsentieren sich gegenwärtig dem Wanderer an der Sperre nahe dem Dörpezufluss. Alte Straßenzüge im Gebiet des damaligen Krebsöge sind frei zugänglich und gestatten einen sonst nicht begehbaren Uferzutritt. Vorsicht Steinschlag, denn senkrecht stehendes Sedimentgestein säumt den "Weg". Auch Relikte aus alter Zeit und mancher Unrat kommen zum Vorschein. Ein verotteter Anglerstuhl, gebrochene Tongefäße aus alter Zeit und Flaschenmüll. Noch kann die Sperre den Wupperwasserstand regulieren, so dass Wuppertal sein Fliesgewässer behält. Früher trocknete der Fluß in Wuppertal bei längerer Dürre zu einem stinkenden Rinnsal aus. Heute verhindern das Bever- und Wuppertalsperre und weiter flußabwärts auch die Dhünntalsperre.

Wochenrückblick vom 24. bis 30. August 2020

Neues Graffiti ziert jetzt das Altstadt-Parkhaus Lennep

Auf Initiative des Vereins Kulturzentrum Klosterkirche e.V. hat der Remscheider Graffiti-Künstler Rene Schneider die Zufahrt zur Tiefgarage in Lennep, Hardtstr. 17, neu gestaltet. Anstelle des wenig ansehnlichen Schriftzugs über der Zufahrt wird dort nunmehr per Graffiti auf die beiden Aushängeschilder Lenneps, das Deutsche Röntgen-Museum und die Klosterkirche, aufmerksam gemacht. Dass seine einwöchige Arbeit gelungen und ansprechend sei, bestätigten Rene Schneider bei einem Ortstermin gestern Alexander Holthaus und Sonja Tewinkel (Klosterkirche), Armin Freund, Prokurist der P&R, und Museumsdirektor Dr. Uwe Busch vom Röntgen-Museum. Holthaus: „Die hässliche Zufahrt hatte uns schon lange gestört. Glücklicherweise konnten wir jetzt die GEWAG und die P&R der Stadtwerke als Sponsoren gewinnen!“ Das Entrée zur Altstadt zieren nun ein Auszug aus Wilhelm Conrad Röntgens Geburtsurkunde, ein Portrait von ihm, sowie die Silhouette der Klosterkirche samt ihrem Logo. Rene Schneider: „Für das Porträts Röntgens habe ich eine gute Vorlage gefunden, eine alte Lithografie“. Eingebunden in die Graffiti-Aktion war auch Dr. Angela Koch von der Denkmalbehörde der Stadt Remscheid.

Online ging‘s in den Ruhestand

Im Rahmen des Videostreams übergab der scheidende Chefarzt Dr. Thomas Schliermann (links) den Staffelstab an seinen Nachfolger Dr. Christoph Damaschke.Pressemitteilung des Sana-Klinikums Remscheid

„Ich war schon ein bisschen nervös“, gesteht Kinderarzt Dr. Thomas Schliermann, vor 20 Jahren Gründer und seitdem Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) im Sana-Klinikum Remscheid. Vorträge vor versammeltem Publikum sind dem Chefarzt nicht fremd, aber jetzt hatte ihm Corona die Möglichkeit der Interaktion mit seinen Zuhörern genommen. So wurde denn seine offizielle Verabschiedung in den wohlverdienten Ruhestand per Videostream an das zuvor explizit eingeladene Fachpublikum aus langjährigen Weggefährten übertragen. „Live zu sein ohne die Menschen direkt vor mir zu erleben, das war schon eine Herausforderung. Aber dank der professionellen Moderation durch meinen Kollegen Dr. Esser wich die Unruhe mit jeder fortschreitenden Minute, und schließlich war alles gefühlt ganz schnell vorbei.“

Vor Ort waren auch die Geschäftsführerin des Sana-Klinikums Remscheid, Svenja Ehlers, Remscheids Oberbürgermeister Burkhardt Mast-Weisz und Chefarzt-Nachfolger Dr. Christoph Damaschke. Auf die Grußworte der Geschäftsführerin Svenja Ehlers folgte ein kurzweiliger Talk zum gemeinsamen beruflichen Weg der beiden Kindermediziner und zu den Aufgaben des SPZ. Zuschauer konnten sich nach Voranmeldung zuschalten lassen, um sich selbst kurz an den scheidenden Chefarzt zu wenden.

Für das Sana-Klinikum war diese Videoveranstaltung eine Premiere, die zur Zufriedenheit aller bewältigt wurde. „Wir sind sehr froh, dass heute technisch alles geklappt hat und wir Herrn Dr. Schliermann so trotz coronabedingten Hürden einen würdigen Abschied aus dem Berufsleben bereiten konnten“, sagt Svenja Ehlers. „Dr. Schliermann hat mit seinem Team hervorragende Arbeit leistet; er hat die regionale gesundheitliche Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen maßgeblich geprägt.“

Burkhardt Mast-Weisz nannte Schliermann eine „Kämpfer für das Kindeswohl“. Er habe wesentlich dazu beigetragen, dass heute auf dem Gelände des Klinikums die Wege für eine umfassende beraterische und therapeutische Leistung rund um die Kinder- und Jugendgesundheit kurz sind.

Das SPZ war vor 20 Jahren unter der Leitung von Dr. Thomas Schliermann gegründet worden. Insgesamt drei Mitarbeiter waren zu Beginn am Aufbau des Zentrums beteiligt. „Ich brannte damals für den interdisziplinären Gedanken, der zu der Zeit alles andere als gängig war in der Medizin“, erinnert sich Dr. Schliermann. „Aber unsere Klientel – Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf – brauchte mehr als einfach nur einen Arzt. Erst das Zusammenspiel aus Kinder- und Jugendmedizinern und Therapeuten verschiedener Fachdisziplinen machte eine sinnvolle ganzheitliche Betrachtung der Erkrankungen und familiären Situationen möglich. Wir wollten das unter einem Dach vereinen.“

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Gegenwärtig beherbergt Remscheid 2.447 Flüchtlinge

Nach der coronabedingten Zuweisungspause vom 19. März bis 4. Mai wurden der Stadt Remscheid wieder mehr Flüchtlinge zugewiesen. Bis Ende Juli sind in diesem Jahr insgesamt 70 Flüchtlinge nach Remscheid gekommen. Die Herkunftsländer sind Iran, Syrien, Türkei, Pakistan, Afghanistan, Irak, Ghana, Nigeria, Sri Lanka, Mali, Marokko, teile die Verwaltung dem Integrationsrat zur Sitzung am 3. September mit. Damit liege die Erfüllungsquote  der Stadt aktuell bei 96,5 Prozent. In Remscheid leben gegenwärtig 2.447 Flüchtlinge,

  • 1557 mit Bleiberecht (humanitäre Aufenthalte)
  • 475 im laufenden Asylverfahren
  • 415 mit abgelehntem Asylverfahren (Duldung).

Freie Kulturszene braucht mehr Unterstützung

Pressemitteilung der Wählergemeinschaft W.i.R.

Die freie Kulturszene in Remscheid gehört mit zu den stärksten Opfern der Corona-Pandemie. Kann Remscheid auch nicht für die Einnahmeausfälle einspringen, so kann die Stadt doch beim Neustart unterstützen. Dabei begrüßt die WiR uneingeschränkt schon die aktuell gute Zusammenarbeit, wie sie sich in der Kooperation mit dem Stadttheater und mit den freien Bühnen in Corona-Zeiten ergeben hat.

 „Durch das hohe Engagement der Betroffenen sind in der Vergangenheit die Mittel, die Remscheid in die freie Kulturszene investiert hat, besonders effizient gewesen“, so Ratsmitglied Thomas Brützel. „Was wir hier investieren, führt zu einem verbesserten Kultur- und Freizeitangebot, das allen Remscheiderinnen und Remscheidern zu Gute kommt. Und zusätzlich hat es das Potenzial des Diskurs der Stadtgesellschaft.“

Es gehört zu den Prinzipien der WiR, besonders gemeinschaftliche Eigeninitiativen zu unterstützen. Bis 2008 hatte die Stadt Remscheid ein eigenes Kulturbüro zur Förderung der freien Kultur. Die WiR möchte eine ähnliche Institution, aber eher bei den Kulturschaffenden selber, ansiedeln. „Die Stadt muss ja nicht alles kontrollieren. Wenn sich die Akteure und Träger der Remscheider Kulturbörse zu einem eigenen Verein zusammenschließen würden, würde die WiR sich dafür einsetzen, diesen mit 10.000 bis 20.000 € zu fördern, damit dieser Verein Kapazitäten zur Koordination und Organisation wie für die Entwicklung einer eigenen Webpräsenz nutzen kann“ so Brützel. „Das wäre im Vergleich zur möglichen Wirkung wenig Geld, um viel für Remscheid und sein Kulturangebot zu erreichen.“

IHK trauert um Heinz-Helmut Kempkes

Heinz-Helmit Kempges.

Pressemitteilung der Bergischen Industrie- und Handelskammer

Die Bergische IHK trauert um ihren ehemaligen Vizepräsidenten Heinz-Helmut Kempkes. Er verstarb kürzlich im Alter von 72 Jahren. Kempkes war von 2005 bis 2013 Vizepräsident der IHK und wurde anschließend für seine herausragenden Verdienste für die wirtschaftliche Selbstverwaltung im Bergischen Städtedreieck zum Ehrenmitglied der Vollversammlung ernannt.

Kempkes leitete über mehrere Jahrzehnte als geschäftsführender Gesellschafter die Helmut Kempkes GmbH – Kuli-Hebezeuge in Remscheid. Er engagierte sich nicht nur beispielhaft in zahlreichen Fachverbänden, sondern bereits seit 1984 auch in den Gremien der Bergischen IHK. Sein besonderes Interesse galt dabei dem Außenwirtschaftsausschuss, in dem er mehr als 30 Jahre mitgewirkt hat. Seit 1993 war Kempkes Mitglied des Bezirksausschusses Remscheid, den er auch viele Jahre als Vorsitzender leitete.

Darüber hinaus war Heinz-Helmut Kempkes 20 Jahre Mitglied der IHK-Vollversammlung. Er hat in dieser Zeit die Arbeit der Bergischen IHK nachhaltig geprägt. Dabei lag ihm eine positive wirtschaftliche Entwicklung seiner Heimatstadt Remscheid ganz besonders am Herzen. Immer wieder hat er sich in zahlreichen Gesprächen mit der Stadtspitze, der Stadtverwaltung und den Politikern für Verbesserungen beispielsweise bei der Infrastruktur, der Gewerbeflächensituation und dem Einzelhandel stark gemacht. Kempkes verknüpfte in seiner Persönlichkeit auf besondere Weise die bergische Heimatverbundenheit mit der Weltoffenheit der Exportwirtschaft in der „Seestadt auf dem Berge“. Darüber hinaus hat Kempkes seine weitreichenden, im globalen Wirtschaftsleben gewonnenen Kenntnisse und Erfahrungen über viele Jahre hinweg als ehrenamtlicher Handelsrichter am Landgericht in Wuppertal und als ehrenamtlicher Finanzrichter am Finanzgericht Düsseldorf uneigennützig in den Dienst der Rechtspflege gestellt. Er hat damit einen großen Beitrag zur Rechtsprechung auf dem Gebiet des Handels- und Finanzrechts geleistet.

Aufgrund seines großen ehrenamtlichen Engagements wurde Kempkes 2013 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Die regionale Wirtschaft verliert mit Heinz-Helmut Kempkes einen außergewöhnlich engagierten Unternehmer, der sich beispielhaft für die Interessen des Bergischen Städtedreiecks eingesetzt hat. Die Bergische IHK wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Testzentrum bleibt weiter vom 31. 8. bis 4. 9. geöffnet

Pressmitteilung der Stadt Remscheid

  • Die Anzahl der Remscheiderinnen und Remscheider, die an Covid-19 erkrankt sind und sich in angeordneter häuslicher Quarantäne von heute: 39 (+6 Vortag; 3 Personen wurden von gestern auf heute aus der häuslichen Quarantäne entlassen)
  • Nicht erkrankte Personen, die sich nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt in häuslicher Quarantäne befinden, weil sie in Verdacht stehen, sich angesteckt zu haben: 100
  • Anzahl der Reiserückkehrenden aus unterschiedlichen Risikogebieten in gesetzlicher Quarantäne, die im Regelfall einen Zeitraum von 14 Tagen nach Einreise umfasst: 7.
  • Von den insgesamt 353 positiv getestete Remscheiderinnen und Remscheidern sind 314 Personen aus dem Status der Quarantäne ausgeschieden: 296 Remscheiderinnen und Remscheider gelten als genesen, 18 sind verstorben.

Grundsätzlich gilt: Freiwillige Testungen für Beschäftigte an Schulen, Kindertageseinrichtungen und Reiserückkehrende finden primär bei den Hausärzten statt. Ergänzend dazu bietet das Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung auf dem Gelände Sana-Klinikum/Burger Straße (ehemals Fieberambulanz) auch in der kommenden Woche vom 31. August bis 4. September von 11 bis 15 Uhr Testmöglichkeiten an. Terminabsprachen sind nicht möglich, mit Wartezeiten muss gerechnet werden. Eine Liste der örtlichen Arztpraxen, die Covid 19-Abstriche durchführen, finden Interessierte hier: https://coronavirus.nrw/wp-content/uploads/2020/08/testpraxen_nordrhein.pdf. Die Liste wird täglich aktualisiert. Personen, die nicht Remscheiderinnen und Remscheider sind, werden gebeten, sich in ihrem Wohnort testen zu lassen.

Wirksamer Kinderschutz braucht verlässliche Partner

„Kinderschutz ist in den vergangenen Monaten unter verschiedenen Aspekten zunehmend ins öffentliche Interesse gerückt. Verstärkt aufgedeckte Fälle von Kindesmissbrauch und Kinderpornographie wie z.B. in Lügde und Bergisch Gladbach und Sorgen um isolierte Kinder in schwierigen Lebenslagen, die in der aktuellen Corona-Zeit nicht ihre gewohnten Ansprechpartner*innen beispielsweise in Kindertagesstätte und Schule haben, richten auch den Fokus auf die Frage, wie denn „das Jugendamt“ aufgestellt ist.“ – So beginnt eine Mitteilungsvorlage der Verwaltung für den Schul- sowie den Jugendhilfeausschuss, in der dieser zentrale, gesetzlich verankerte Aufgabenbereich des Jugendamtes ausführlich dargestellt wird. Eine Fleißarbeit für den zuständigen Fachbereich und zugleich ein kleines Nachschlagwerk für Eltern und Fachleute. Denn: Wirksamer Kinderschutz kann nicht auf das Jugendamt und die Kinder- und Jugendhilfe insgesamt beschränkt sein“, wie die Verwaltung betont. „Verlässliche Kooperationen mit Partnern aus dem Bildungs- und Gesundheitswesen, der Daseinsvorsorge, der Polizei und der Justiz sind unabdingbar.“

Anlässlich eines besonderen und sehr komplexen Falles von Kindeswohlgefährdung in 2017, der eine breite Öffentlichkeit erfuhr und die Arbeit des Jugendamtes zeitweise in den Fokus rückte, hatte die Verwaltung entschieden, sich für solche Fälle auf allen Ebenen besser zu rüsten und ein „Krisenteam Jugendhilfe“ zu bilden. Es etablierte sich offiziell 2019 und tritt zusammen, wenn „aufgrund eines sich anbahnenden oder bereits eingetretenen gravierenden Ereignisses ein über das gewöhnliche Maß hinaus gehender hoher Koordinations- und Entscheidungsbedarf besteht“.  Dieses „gravierende Ereignis“ sei mehrere dieser Indikatoren gekennzeichnet:

  • Es ist dazu geeignet, öffentliches Interesse auszulösen.
  • Es lässt eine strafbare Handlung zum Nachteil von Kindern vermuten. Einer strafbaren Handlung verdächtig werden dabei Personen innerhalb oder außerhalb der Stadtverwaltung Remscheid.
  • Es führt zu einem gesundheitlichen Schaden am Kind.
  • Es berührt ein sensibles öffentliches Thema.
  • Es löst eine diffuse oder konkrete Selbstbetroffenheit der Behörde aus.

Zum Krisenteam gehören u. a. der Beigeordnete des Dezernats II (Thomas Neuhaus) sowie Fachdienst- und Abteilungsleiter (Jugend, Soziale Dienste, Psychologische Beratungsstellen). Damit ist Remscheid eines der wenigen Jugendämter, das über ein solches Gremium verfügt. „Die Arbeit des Krisenteams hat sich bereits mehrfach bewährt und wird regelmäßig qualitativ weiterentwickelt“, heißt es in der Vorlage.

Ein wesentliches Element und Motor der Qualitätsentwicklung im Kinderschutz ist die Arbeit der Fachkräfte, die den 2007 eingerichteten Qualitätszirkels (QZ) bildet. Dieser tagt mindestens vierteljährlich. Die QZ-Treffen dienen auch der regelmäßigen kollegialen Beratung anonymisiert vorgestellter Beratungsfälle. Die Anzahl der Beratungen ist in den letzten Jahren beständig gestiegen. Die meisten Beratungsanfragen an die beteiligten Träger im Pool der (zum Teil externen) Fachkräfte gingen bisher an die Psychologische Beratungsstelle mit 65 %, die Kinderschutzambulanz Bergisch Land e.V. mit 27 % und den Caritasverband mit 16 %. Von 2016 (46) bis 2019 (63) gab es eine Steigerung der Abfragen um rund 37 %.

Wert gelegt wird auf einen regelmäßige Austausch in den Netzwerken, in denen die praktische Handhabung des Kinderschutzverfahrens in Remscheid weiterentwickelt wird. Im Käthe-Kollwitz-Berufskolleg gehört das Thema  „Kinderschutz“ zur Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern. Die Psychologische Beratungsstelle bietet Erzieher*innen in Kindertageseinrichtungen Fortbildungen zum Thema „Kinderschutzkonzepte“ an, ebenso Schulen; diese orientieren sich am sogenannten  „blauen“ Ordner „Schule gegen sexuelle Gewalt“, herausgegeben vom Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs.

„Um ein Kind aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf“, zitiert die Verwaltung ein nigerianisches Sprichwort. Ihr Fazit: Das Remscheider „Kinderschutz-Dorf“ sei ein gut funktionierendes Netzwerk, das Kindern und Jugendlichen an vielen Stellen wichtige Bezugspersonen auch außerhalb der Kleinfamilie und Eltern kompetente Ansprechpartner*innen in unterschiedlichen Bereichen anbieten könne. „Wirksamer Kinderschutz benötigt dauerhaft stabile (Netzwerk-)Strukturen, die mit ausreichenden Ressourcen ausgestattet sind!“