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Beratung in den Schulen gegen Extremismus

Seit dem 1. August 2020 unterstützt Andreas Puzicha die Schulberatung der Psychologischen Beratungsstelle Remscheid. Der Lehrer für Sozialwissenschaften, Geschichte und Mathematik wurde vom Weizsäcker Gymnasium in Ratingen als ausgebildeter Systemischer Berater mit langjähriger Erfahrung in der Beratung von Schülerinnen und Schülern und in der Berufsorientierung zur Stadt Remscheid abgeordnet zur "Stärkung der Präventionsarbeit von Schulen bei gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Antisemitismus, Islamismus und Salafismus sowie Rechts- und Linksextremismus", wie es in der Mitteilungsvorlage der Verwaltung zur Sitzung von Integrationsrat (14.1.), Schulausschuss (20.1.), Jugendrat (26.1.) Jugendhilfeausschuss (10.-2.) und Gleichstellungsausschuss (17.2.) heißt.

Das Ministerium für Schule und Bildung NRW hatte im Mai 2019 den für diese Präventionsarbeit Aktionsplan „Demokratie und Respekt – Entschieden gegen Diskriminierung und Gewalt“ aufgelegt. Er sieht für  jeden Schulpsychologischen Dienst in NRW eine entsprechend qualifizierte Lehrkraft oder eine sozialpädagogische Fachkraft vor. So kam Andreas Puzicha im August als Lehrer mit voller Stelle von Ratingen nach Remscheid. In der Psychologische Beratungsstelle ist er in das multiprofessionelle Team der Schulberatung integriert. Im Rahmen der Systemberatung ist es seine Aufgabe, alle Remscheider Schulen im Umgang mit und in der Prävention von Extremismus zu unterstützen.

„Hierbei ist jede Form von Extremismus gemeint, unabhängig von ihrer Ausrichtung. Sowohl politisch begründete Formen des Extremismus, also Rechts- und Linksextremismus, als auch religiös begründete Formen – wie zum Beispiel gewaltbereiter Salafismus – sind damit angesprochen, ebenso Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wie Antisemitismus, Rassismus und Homophobie“, beschreibt die Verwaltung den Aufgabenbereich. Ziel sei eine nachhaltige Entwicklung der Schulen in Demokratieförderung und Extremismus-Prävention. Dabei stünden Angebote im Vordergrund, die sich an die Schule als System, Lehrkräfte und Multiplikatoren in Schulen richten. Die direkte Arbeit mit einzelnen Schülern und Schülerinnen oder Schülergruppen finde nur in Ausnahmefällen statt und nur unter der Bedingung, dass diese Arbeit in ein gesamtschulisches Konzept eingebettet sei.

Die Angebote für die Remscheider Schulen im Einzelnen:

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Dank für schwierigen Dienst in Corona-Zeiten

Pressemitteilung des evengalischen Kirchenkreises Lennep

Die leitende Pfarrerin im Kirchenkreis Lennep, Antje Menn, hat an Heiligabend unter Einhaltung der Hygienevorgaben dem medizinischen Personal der COVID-Station in der psychiatrischen Klinik „Evangelische Stiftung Tannenhof“ Weihnachtsgrüße überbracht – stellvertretend für alle Menschen, die an den Feiertagen und während der Corona-Pandemie ihren Dienst tun. „Seit Ausbruch der Corona-Pandemie arbeiten Sie unter erschwerten Bedingungen und begleiten Menschen in schwerster Zeit. Ich möchte mit meinem Besuch zeigen, wie dankbar wir Ihnen für Ihre tägliche Arbeit sind“, sagte die Superintendentin.

Die leitende Krankenpflegerin Kerstin Heip, Stationsleiter Marek Turzynski und Auszubildende Junice Guarino berichteten Antje Menn darüber, wie sich die Arbeit unter den Bedingungen der Covid-19-Gefahren verändert hat. Die Aufgaben in Schutzkleidung zu erledigen sei anstrengend, sagte Junice Guarino. Dennoch sei es ein schöner Beruf, so die Auszubildende, die auch ihre theoretische Ausbildung in der Krankenpflegeschule der Stiftung Tannenhof absolviert. Kerstin Heip, seit 33 Jahren passionierte Krankenschwester, ist froh, dass der Blick der Öffentlichkeit durch die Corona-Pandemie jetzt intensiv auf die Arbeit der Gesundheits- und Krankenpfleger in den Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen gerichtet ist. „Ich wünsche mir sehr, dass nach dem Pandemie-Ende nicht wieder vergessen wird, was wir täglich leisten“, betontesie.

Superintendentin Menn bedankte sich für den informativen Austausch und wünschte allen Mitarbeitenden und ihren Familien ein dennoch frohes und gesegnetes Weihnachtsfest. Zum Abschied übergab sie einen „süßen Korb Nervennahrung“ mit fair gehandelte Süßigkeiten aus dem F(l)air-Laden Remscheid. Mit dabei waren auch der Vorstand der Evangelischen Stiftung: Prof. Dr. Eugen Davids, Ärztlicher Direktor, Pfarrer Uwe Leicht, Geistlicher Vorsteher und Dietmar Volk, Kaufmännischer Direktor.

Wochenrückblick vom 21. bis 27. Dezember 2020

 

Gestern sieben weitere Corona-Tote

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Tragischer Weise sind am 1. Weihnachtstag sieben weitere Todesfälle in Zusammenhang mit Corona zu vermelden. Drei Remscheiderinnen im Alter von 88, 83 und 93, zwei 84-jährige Remscheiderinnen sowie ein 78-jähiger und ein 82-jähriger Remscheider sind mit einer Corona-Infektion verstorben. Laut Gesundheitsamt gibt es aktuell 299 Remscheiderinnen und Remscheider, die an Covid-19 erkrankt sind und sich in angeordneter Quarantäne befinden. Damit gibt es insgesamt 2.799 positiv getestete Remscheiderinnen und Remscheider. 2.414 Remscheiderinnen und Remscheider gelten als genesen, 86 Menschen sind leider verstorben. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 159,68 unter Berücksichtigung der Remscheider Einwohnerzahl von 113.350. Zusätzlich gibt es mit heutigem Datum 783 Personen, die als Verdachtsfälle unter häuslicher Quarantäne stehen. Das RKI meldet heute die nicht aktualisierte Inzidenzzahl von 115,9 für Remscheid.

Emigrantenschicksal im Kampf gegen Hitler und Stalin

Heinz und  Synnöve Epe. (Quelle: Privatarchiv Armin Breidenbach) von Johannes Kessler

Aus heutiger Sicht erscheint es als eine traurige Ironie der Geschichte, dass in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts zahlreiche Menschen, die ihr Leben im Kampf gegen den Faschismus einsetzten, dem stalinistischen Terror zum Opfer fielen. Dieses tragische Schicksal traf auch den Remscheider Heinz Epe.[1] Auf der Flucht aus seinem norwegischen Exil, verfolgt von den Nationalsozialisten nach der Besetzung des Landes durch deutsche Truppen im Jahre 1940, wählte er eine Route durch die Sowjetunion. Sie sollte ihn nach einem Zwischenaufenthalt in Schweden über Odessa, das Schwarze Meer und den Freihafen Istanbul in die USA in Sicherheit bringen, für die ihm die New York Times eine Visum beschafft hatte.

Schon im Zug irgendwo zwischen Moskau und Odessa wurde er im Mai 1941 vom sowjetischen Geheimdienst festgenommen, in Haftanstalten verschleppt und scharfen Verhören unterzogen. Als früherer Mitarbeiter von Stalins Gegenspieler Trotzki galt er in Moskau offenbar als hochrangiger Gefangener, so dass sich nach Augenzeugenberichten selbst der berüchtigte NKWD-Leiter Berija persönlich an den Verhören beteiligt haben soll. Wegen „konterrevolutionärer trotzkistischer Tätigkeit“ wurde er von einem sowjetischen Gericht zum Tode verurteilt und am 28. Oktober 1942 erschossen. Sein Schicksal blieb lange Zeit ungewiss. Der Verbleib seiner mit Ihm reisenden norwegischen Ehefrau Sinnöve und seines zweijährigen Sohnes Ivar ist bis heute nicht eindeutig geklärt; vermutlich sind sie in den sowjetischen Lagern umgekommen.[2]

Jugendzeit und erste politische Aktivitäten

Heinz Epes Lebensweg vom Studenten der Rechts- und Staatswissenschaften mit bürgerlich-konservativem Hintergrund zum führenden Jugendfunktionär der trotzkistischen Bewegung im Europa der 1930er Jahre vollzog sich mit rasanter Geschwindigkeit. Als Sohn des Malermeisters Richard Epe und seiner Ehefrau Adele, geb. Held, am 25.  Dezember 1910 in Remscheid geboren, wuchs er in geordneten familiären Verhältnissen auf. Von 1920 bis Ostern 1928 besuchte er die Städt. Oberrealschule (jetzt Leibniz-Gymnasium), dann bis zum Abitur das Städt. Realgymnasium (jetzt Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium). Seinem Berufswunsch entsprechend studierte er zunächst einige Semester an den Universitäten Wien, Köln und zuletzt Berlin, wo er sich als Assistent für den renommierten kommunistischen Juristen Prof. Felix Halle betätigte.[3] Zeitweise arbeitete er an einer Doktorarbeit, führte sie aber wohl aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu Ende.[4]

Schon in seinen letzten Schuljahren in Remscheid hatte sich Epe unter dem Einfluss seines Bekannten und Mitschülers Fritz Besser marxistischen Ideen angenähert. Trotz seines eher Boheme-mäßigen Lebensstils suchte er Anschluss an eine kommunistische Jugendgruppe, die sich als klassenbewusster Teil der Arbeiterbewegung verstand und auch vor der physischen Auseinandersetzung mit den Nationalsozialisten in den Straßen Remscheids in der Endphase der Weimarer Republik nicht zurückschreckte.[5] In seiner Studienzeit betätigte sich Epe in kommunistischen Studentenkreisen und trat schließlich der KPD (Kommunistischen Partei Deutschlands) bei, die ihn aber schon im Oktober 1932 als trotzkistischen Abweichler offiziell ausschloss.Bereits 1931 war er Mitglied der sog. LO (Linke Opposition KPD, Bolschewiki-Leninisten) geworden, wo er schnell zum Mitherausgeber des LO-Presseorgans Permanente Revolution und schließlich zum Mitglied der Reichsleitung aufrückte. Als deutsche Sektion der sog. Internationalen Linken Opposition vertrat die LO die Positionen des ehemals führenden bolschewistischen Revolutionärs Leo Trotzki sowohl in dessen weltpolitischer Auseinandersetzung mit dem Stalinismus als auch im Kampf gegen den scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg des Faschismus in Europa. Anfang der 1930er Jahre forderte sie vehement die Einheitsfront von Kommunisten, Sozialisten und Gewerkschaftlern, um die Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland zu verhindern.

 
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Wenn es kalt wird: Winterdienst-Regeln beachten

Der Winter meldet sich zur Zeit auch in Remscheid und den Bergischen Großstädten immer mal wieder, so vermutlich auch rund um die Feiertage.
Wenn Schnee und Eis auftreten, dann müssen Gehwege z.B. in Remscheid auf einer Breite von 1 Meter geräumt werden, bei Bedarf auch mehrmals am Tag. Und der Gehweg muss gestreut werden. Dann werfen leider sehr viele Mitmenschen Salz auf den Gehweg und verstoßen so - i.d.R. ohne es zu wollen - gegen die Regeln umweltfreundlichen Winterdienstes. Und gegen Gesetze.Wieso, das erklärt Jörg Liesendahl, Biologe und Pädagogischer Leiter in der Natur-Schule Grund: "Salz in der Umwelt verunreinigt v.a. in den Außenbereichen die Gewässer, den Boden, Kleidung und Füße von Lebewesen. Das ist so ziemlich Allen bekannt, doch was folgert daraus?"
Zum Streuen dürfen zum Schutz der Umwelt grundsätzlich nur abstumpfende Stoffe wie Sand oder Splitt verwendet werden. Diese können meist in Baumärkten oder Baustoffhandlungen gekauft werden. Nur wenn aufgrund der besonderen Gegebenheiten (z. B. bei oder nach Eisregen), in besonders steilen Gehwegabschnitten oder auf Treppen hiermit keine sichere Begehbarkeit hergestellt werden kann, ist die sparsame Anwendung von Streusalz ausnahmsweise gestattet. Sämtliche anderen Auftaumittel sind komplett verboten! Baumscheiben und begrünte Flächen dürfen nicht mit Salz bestreut, salzhaltiger Schnee darf auf ihnen nicht abgelagert werden. Wichtig aber auch: Der vom Gehweg geräumte Schnee darf nicht auf die Straße geworfen werden, sondern soll am Gehwegrand oder im eigenen Vorgarten abgelagert werden. Hierbei sind Hydranten und Regeneinläufe von Eis und Schnee freizuhalten. Beim Ablagern von Schnee im eigenen Vorgarten wäre es natürlich ratsam, darin so wenig Salz wie möglich zu haben, um z.B. die eigene Rasenfläche / Wildblumenwiese dort nicht zu vergiften.

Weihnachtsgruß von Oberbürgermeister Mast-Weisz

Das bevorstehende Weihnachtsfest und den Jahreswechsel nimmt Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zum Anlass, sich mit einer persönlichen Videobotschaft an die Remscheiderinnen und Remscheider zu wenden. Diese ist auch auf dem städtischen YouTube- Kanal und über Facebook und Instagram (www.facebook.com/StadtRemscheid oder www.instagram.com/stadt_remscheid) abrufbar.

Enn besongeren Chreßdag in 2020

Ne wat send dat füör Tieden. Kian Chreßdag Stress. De Läden send öwersechtlich bess nu. Alles angere es tuo. Li‘ed duärt ett miar för die Einzelhängkler, dennen es dat Chreßdags Geschäft ordentlech versaut. Kiane Chreßdags Fiaren in gruoter Runde, nur noch digitall odder mem Kalldüasken. Alles ess in Rouh un Freden und nu hör ech grad, datt ett opp earschten Chressdag noch schnieen sual, su wie früöher.

Ewer datt hangk wiar uss jo och verdient, no all demm Pandemie Gedüans. Nech su öwerdriawen wie süss, moll ganz beschaulech. Lott ett uss geniessen, datt besennleche Chreßdag. Dann hätt och desse Joar datt Chreßkengken wiar Plasier daran zu uss doronger te kuamen. 

Denn Kaal hätt ett jo och erwischt mett demm Corona. Hä hätt sech an sianem Arbettskollegen anjesteckt, demm gongk ett beläppert. Twei Weeken hätt he gelegen un gejaumert. He ess nuoh noch emmer nitt hongertprozenteg fitt.

Ech han mech nit angesteckt. Dat Corona makt enn gruoten Bogen um datt Klärchen. Driemoll opp Huolt gekloppt. Hoffentlech blievt datt su.  

Dös Joar dont wiar jo och nitt knallen an Silvester. Dann muat ech ne Eazenzoppe kooken, dann knallen wiar ennerlech, un enn besken benüöseln kann man sech joo molls. Ett muss jo nitt kanonnenvoll senn. För miane Müters ess datt jo fian. Dann müaten se sech nitt wie jedes Joar henger demm Kannepi verstoppen unn mitt gruoten Dötzen kieken.  

Am Nieujoahrsdag machen wiar en Tur dur de Strooten opp demm Kriemeln. Datt ess dann och fian, wenn man nit alle nöfflangk öwer dett Raketengedüans stolpert.

Dann wualen wiar ens hoopen, datt datt alles nechst Joar mett demm Impfstoff kloar giat un datt de Spahn och ordentlech watt bestauld hätt, datt wiar alle geimpft werden küanen.

Ech gonn hin unn lott mech impfen, datt ess su kloar wie Kloosbrüahe.

Bös strackes
önker Klärchen

Dezember 2010: Der Waterbölles blättert zurück

Foto links: Dieter Janke. Foto rechts: Lothar KaiserDer Hohenhagen im Schnee fast versunken“, berichtete der Waterbölles am 22. Dezember 2010 und zeigte Futterhäuschen für Vögel mit hohen weißen Schneehüten. Und diese Wetterlage änderte sich damals über die Feiertage nicht. Bei schnee- und eisbedeckten Fahrbahnen ließ, wer es eben konnte, seinen Wagen in der Garage oder als großen Schneehaufen am Straßenrand stehen.

Foto: Andreas Roeschies Auch beim Einkaufen. „Warum den Wagen nehmen, wenn's auch mit dem Schlitten geht?“, fragte sich eine Familie in Lennep – und zog mit dem Schlitten los (ein Handy-Schnappschuss von Andreas Roeschies). Weit weniger gemütlich ging es bei den Männern der städtischen Feuerwehr Remscheid und des Technischen Hilfswerks (THW) zu, die das 17.000 Quadratmeter große Dach einer Betriebshalle in Bergisch Born von Schnee und Eis befreien mussten, damit es unter der Schneelast nicht einstürzte. Die Schneeschicht auf dem Dach war bis zu achtzig Zentimeter groß. Und die Eisschicht unter dem Schnee erschwerte die Räumarbeiten zusätzlich. Das war Knochenarbeit, gut 20 Stunden lang.

Wegen Eisesglätte auf der Stahlkonstruktion musste die Deutsche Bahn die Sanierungsarbeiten an der Müngstener Brücke aus Arbeitsschutzgründen vorübergehend einstellen. Ingsesamt verzögerte sich der Abschluss der Arbeiten um eine Woche.

Ein aufmerksamer Taxifahrer beobachtete in der ersten Schneenacht (30.11. 2010), wie eine 20-jährige Frau und ihr 24-jähriger Begleiter - beide alkoholisiert -  die ca. 150 Zentimeter große Dekofigur eines Weihnachtsmanns vom Theodor-Heuss-Platz entführten. Nach kurzer Verfolgung konnte das Duo durch eine sofort alarmierte Streifenwagenbesatzung  in Tatortnähe gestellt werden. Nach Auskunft der Beamten „ist das Weihnachtsfest gerettet, und der Weihnachtsmann kann wie gewohnt am Heiligabend seine Geschenke zu den Kindern bringen“.

Zu einem Night-Club in der Remscheider Innenstadt wurde vor zehn Jahren die Polizei nachts gegen 1.18 Uhr gerufen. Dort hatte sich ein 24-jähriger Freier mit einer 41-jährigen Angestellten in ein Zimmer zurückgezogen. Als es zwischen ihnen wenig später zu einem Streit und Handgreiflichkeiten kam, schnappte sich der Mann die Tasche der Frau, in der sie zuvor ihren "Liebeslohn" verstaut hatte, und flüchtete aus dem Etablissement. Der Betreiber des Clubs nahm zu Fuß die Verfolgung des Diebes auf und informierte über Handy die Polizei, die den alkoholisierten Remscheider in seiner Wohnung festnehmen konnte. Die Beute wurde sichergestellt.

Wenige Tage später fahndete die Polizei (leider vergeblich) nach einem etwa 1,76 Meter großen, schlanken Mann Mitte 50 mit einem dunkelhaarigen Hund mit hellfarbenen „Strähnen“ (Welpe verletzt, Rentnerin am Boden, Mann geht weiter). Der Hund hatte an der Burger Straße eine 73-jährige Frau umgerissen und deren drei Monate alten Welpen „Bonny“  fast totgebissen. Doch der Mann war in Richtung Sonnenhof weitergegangen, als sei nichts geschehen. Da lag die Rentnerin noch am Boden – sie erlitt bei dem Fall Prellungen. An ihrem „Bonny“, einem Appenzeller Sennhund, stellte der Tierarzt später ein gebrochenes Bein und einen Kreuzbandriss fest. Zeitgenossen gibt‘s!!

Das neue Dankmal im Eingangsbereich des Gymnasiums wenige Sekunden, nachdem Siegmund Freund es enthüllt hatte. Foto: Lothar Kaiser 2005 hatte Hans Heinz Schumacher, der damalige Leiter des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums (E.M.A.) davon erfahren, dass Siegmund Freund, ein ehemaliger jüdischer Schüler des früheren Staatlichen Realgymnasiums, aus Frankfurt angereist war, um vor dem Haus seiner von den Nazis ermordeten Eltern an der Blumenstraße 13 Stolpersteine niederzulegen. Schumacher nahm daran gemeinsam mit Geschichtslehrer Klaus Blumberg und einigen Schülern teil. Am nächsten Tag kam Siegmund Freund in seine „alte Penne“, die er 1936 nach dem „Einjährigen“ verlassen hatte. Das war ihm nahegelegt worden, weil er Jude ist. Er, der die Konzentrationslager Oranienburg und Auschwitz überlebt hatte, kam zu einer Geschichtsstunde, die alle Teilnehmer wohl nie vergessen werden. „Es war die bewegendste, die ich je erlebt habe“, sagte Schumacher im Dezember 2010  zur Eröffnung einer Feierstunde, die dem tags zuvor im Eingangsbereich der Schule fertiggestellten Denkmal für die ehemaligen jüdischen Schüler der E.M.A. gewidmet war: ein silberfarbener Baumstamm mit sieben Ästen. An der Wand daneben die Tafel mit den Namen der 35 jüdischen Schüler, die zwischen 1900 und 1938 das damalige Realgymnasium besuchten. Von einer tiefsinnigen Symbolik, die ihn beeindrucke, sprach Siegmund Freund, nachdem er das Mahnmal enthüllt hatte. Er erkannte darin den „Baum des Lebens“, der an ausgelöschte Generationen erinnere, aber auch Knospen und neue Blüten habe.

Ostereier oder die Begeisterung für eine gute Sache“ überschrieb der Waterbölles am 10. Dezember 2010 einen Kommentar, der sich mit der treuhänderischen „Lerose-Stiftung“  bzw. auffälliger Promotion-Berichterstattung in der Lokalpresse beschäftigte.

Auf Spenden sind auch die Lenneper Büchereifreunde angewiesen. Vor zehn Jahren bescheinigte ihnen das Finanzamt Remscheid die Gemeinnützigkeit. Die mit dem Waterbölles verbundene Lothar und Ulrike Kaiser-Stiftung überwies dem Verein daraufhin, wie bei der Vereinsgründung am 26. Oktober (Foto rechts) zugesagt, als Starthilfe eine Spende in Höhe von 2.000 Euro.

Eine neue Internetseite über alte Remscheider Bahnhöfe stellte der Waterbölles am 14. Dezember 2010 vor. „Die Bedeutung der Remscheider Bahnhöfe muss vor dem Hintergrund der Entwicklung des Eisenbahnnetzes im neunzehnten Jahrhundert und auch im Bewusstsein der seinerzeitigen kommunalen Grenzen gesehen werden. Denn erst mit der großen Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes im Jahre 1929 ist jene Großstadt entstanden, die wir heute kennen. (…) Bahnmäßig erschlossen wurde der Bereich von Osten her mit der Linie von Barmen-Rittershausen über Lennep nach Remscheid anno 1868. Erst 1897 konnte die aufwendige Verlängerung nach Solingen über die Müngstener Brücke hergestellt werden. Des Weiteren baute man zwei Stichlinien im Remscheider Raum, zum einen nach Hasten (1883) und zum anderen gen Bliedinghausen (1896)", heißt es auf der Seite über die Bahnhöfe in Remscheid (www.bahnen-wuppertal.de/html/bahnhoefe-remscheid.html), die der „Arbeitskreis Bahnen Wuppertal“ zusammengestellt hat.

Im Remscheider Rathaus wurde vor zehn Jahren eine „gute Nachricht zu Weihnachten“ sehr begrüßt. Endlich war die Finanzierung des Altenheims Hohenhagen in trockenen Tüchern. 2010 war der Bebauungsplan für das Millionen-Projekt der Ev. Alten- und Krankenhilfe e.V. am Otto-Lilienthal-Weg bereits dreieinhalb Jahre alt. Ende August 2007 hatte der Bauausschuss dafür grünes Licht gegeben. Danach begann ein juristisches Hick-Hack, man könnte auch sagen: eine Zitterpartie, deren Ausgang lange Zeit unklar blieb. Im Dezember 2010 stand endlich steht: Das Altenheim wird gebaut. Weil sich trotz längerer Suche kein Investor gefunden hatte, entschied sich die Ev. Alten- und Krankenhilfe – nach langen und zum Teil hitzigen internen Diskussionen – dafür, das neue Altenheim nicht nur wie geplant selbst zu betreiben, sondern auch selbst als Investor aufzutreten. Die Finanzierung des Heimes war ein schwieriges Unterfangen. Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz damals: „Das Altenheim birgt für die Stadt wichtiges Investitionspotenzial!“

Am 31. Dezember 2010 um 13.14 Uhr, also  pünktlich zum Jahresende, erblickte in der Frauenklinik des Sana-Klinikums Remscheid das 1.000. Baby dieses Jahres das Licht der Welt. Der Junge mit Namen Efe war 3.850 Gramm schwer, 50 Zentimeter groß und genauso wohlauf wie seine Mutter Meyrem Berber. „Allein über die Weihnachtstage kamen bei uns zehn Kinder zur Welt“, berichtete damals Dr. Dirk Michael Forner Chefarzt der Frauenklinik. Wie viele neue Erdenbürger es in diesem Jahr sein werden, bleibt abzuwarten.

Augen und Ohren auf: So geht digitaler Unterricht

Was war das denn für eine Unterrichtswoche am  Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung (bwv) in Corona-Zeiten? Keine Masken, kein Frieren, keine Klausuren, aber Unterricht nach Plan! Eine Wohltat!

Wer hätte das gedacht, dass wir uns alle nochmal in 2020 live und in Farbe im Unterricht „sehen“ dürfen? Der Lockdown machte es diese Woche möglich. Sehr schnell hatte die Schulleitung am letzten Wochenende nach der Schulmail des Ministeriums beschlossen, dass wir keine Schülerinnen und Schüler, aber auch keine Lehrerinnen und Lehrer mehr in die Schule kommen lassen, um alle gesundheitlich zu schützen. Das bedeutete zwar, dass etliche Klausuren ausfallen mussten, dafür wurden aber Kapazitäten frei, die einen Unterricht nach Stundenplan ermöglichten. Somit konnten alle davon profitieren. „Wenn wir damit das Ansteckungsrisiko stark senken können, verzichten wir gerne auf eine zweite Klausur in dem ein der anderen Fach! Das einzelne Menschenleben ist wertvoller als eine Einzelnote!“, bekräftigte Cornelia Berghaus-Biermann, Schulleiterin am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung, diese Entscheidung.

Markus Buscher, derzeitiger Praxissemesterstudent am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung, zeigte sich angenehm überrascht: „Ich hätte nie gedacht, dass digitaler Unterricht so vielfältig sein kann!“ Obwohl alle Klassen über Microsoft Teams beschult werden, gestalten die Kolleginnen und Kollegen ihren Unterricht mit den unterschiedlichsten Methoden und Programmen, die digitales Unterrichten bieten kann. „Mit dem ersten Lockdown im März haben wir uns bereits auf den Weg gemacht, weil jeder von uns verstanden hat, dass wir diese ersten Schritte zum digitalen Unterricht alleine machen müssen, ohne Unterstützung unseres Dienstherren. Wo wir heute stehen, ist daher dem Engagement jedes einzelnen von uns zu verdanken. Auch im neuen Jahr werden wir uns weiter digital fortbilden. Wir wollen einfach noch besser werden!“, gibt Stephan Bonne, Leiter der Berufsfachschule, zu verstehen.

Mit dem Ergebnis dieser ersten Woche im reinen digitalen Unterricht können wir allerdings sehr zufrieden sein. Das zeigte sich auch in der hohen Präsenz der Schülerinnen und Schüler im Unterricht, die diese letzte Schulwoche sehr ernst genommen haben, und das gilt für alle Bildungsgänge – für die Vollzeitschule (Wirtschaftsgymnasium, Höhere Handelsschule und Berufsfachschule) als auch für die Berufsschule. Schade, dass es den Schulen der Sekundarstufe II in den letzten Wochen noch nicht erlaubt war, komplett in den digitalen Unterricht gehen. Viel Unterrichtsausfall durch pandemiebedingte Quarantäne auf Seiten der Schüler und Lehrer hätte verhindert werden können. Wir waren auch in den letzten Wochen schon bereit dafür. Nun konnten wir es endlich beweisen: so geht digitaler Unterricht am bwv. – sehr gut!

Meike Stallony, Lehrerin am bwv.

 

"Rockin around the X-mas tree" wieder abrufbar

Nicole Berendsen. Foto: Detlef Krentscher.Pressemitteilung des Teo Otto Theaters

Am 13. Dezember war für neun Stunden die Videoaufzeichnung des Konzerts „Rockin´ around the x mas tree“ auf youTube zu sehen, die am 12. Dezember extra für dieses Medium produziert worden war. Dieses Konzert hat Tradition in unserem Haus, und einige Traditionen lassen sich auch durch einen Lockdown nicht aufhalten, zumindest soweit wir es ermöglichen können. Insgesamt haben fast 8.300 Menschen live zugeschaut - auch über die Nacht verteilt. Das ist eine tolle Zahl, die uns und alle Beteiligten sehr freut. Unser Haus wäre zwölf Mal ausverkauft gewesen…toll! Schön ist auch, dass so Menschen dieses Konzert sehen konnten, die es auf Grund von Entfernung sonst nicht zu uns schaffen.

Und dennoch haben es auch zu diesem YouTube-Konzert nicht alle Interessierten geschafft. Deshalb haben wir uns entschlossen, die Show erneut online zu stellen. Vom 25. Dezember um 12 Uhr bis zum 27. Dezember um 24 Uhr wird „Rockin’ around the X-mas tree 2020“ erneut abrufbar sein, und zwar unter dem gleichen Link wie bei der Premiere: https://youtu.be/6X_EYB8hzh4. Freuen Sie sich auf die wunderbare Nicole Berendsen und ihren Special Guest David Michael Johnson, die fantastische X-mas-Band unter Leitung von Christoph Spengler, das kauzige Moderatoren-Paar Jochen Sahm und Friedhelm Krämer und das bewegende Video-Projekt mit mehr als 60 Kindern. Wir freuen uns, wenn dieses Video vielen Leuten Freude bereitet und dieses völlig andere Weihnachtsfest bereichern kann. Und wer dabei spontan wieder Lust auf Theater bekommt: In unserem Webshop kann man trotz des Lockdowns rund um die Uhr Gutscheine kaufen, drucken und sogar ganz kontaktlos per Mail versenden. (Constanze Mandt)