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Zum Duschen und Wäschewaschen in den "Tagestreff"

Der Tagestreff für Wohnungslose hat eine bewegte Geschichte“, überschrieb der Waterbölles am 23. Februar 2015 den Jahresbericht 2008 des Caritas-Fachdienstes „Wohnungsnotfall- und Eingliederungshilfen“, den tags zuvor dessen Leiterin Ute Schlichting abgegeben hatte. Sie ist in den Räumlichkeiten Schüttendelle 40 / Grunerstraße 7 auch für den „Tagestreff“ zuständig. Beides betreibt der Caritas-Kreisverband Remscheid mit zehn Mitarbeiter/innen auf fünf Planstellen. Den Klienten, wohnungslosen  oder von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten, werden Hilfen in vielfältiger Form angeboten: Dreimal in der Woche in der Beratungsstelle eine „Offene Sprechstunde“, einmal eine Sprechstunde für Wohnungssuchende. Im vergangenen Jahr nahmen 365 Menschen (2014: 368; 2013: 363) die Hilfen der Fachberatungsstelle in Anspruch. Der „Tagestreff“ steht Wohnungslosen und Menschen mit keinen oder wenigen sozialen Kontakten an sieben Tagen in der Woche offen - montags bis freitags zwischen 8 und 15 Uhr sowie samstags und sonntags zwischen 8 und 12 Uhr. Das von der „Remscheider Tafel“ dorthin gelieferte Frühstück ist für manche Besucher die einzige echte Mahlzeit des Tages. T

Überhaupt ist die Teilhabe am „normalen“ gesellschaftlichen Leben für viele Menschen unter uns kaum mehr möglich, weil ihnen das Geld dafür fehlt. Ute Schlichting: „Immer mehr Menschen leben in Armut -  auch in Remscheid. -leben in Armut. Sie leiden an Sucht- oder psychische Erkrankungen, leben in Wohnungen ohne Strom und Heizung, weil sie beides nicht hatten bezahlen können, leben bei Freunden/Bekannten oder sind wohnungslos. Und sie empfinden die Zugänge zum Hilfesystem  - durch Personalabbau in der Stadtverwaltung ("Hilfeplan-Gespräche" gestrichen), komplizierte Anträge in Jobcenter/Arbeitsagentur und lange Wartezeiten bei Hilfeanbietern und Fachärzten als große Hürde!“ War Armut früher ein Rand(gruppen)phänomen, sei es nun auch für Teile der unteren Mittelschicht zum Problem geworden.

Statistische Angaben der Beratungsstelle nach § 67 SGB XII  
  2014 2015
Klientel 368 365
davon Frauen 62 73
davon Manner 324 292
Altersstruktur  
18-21 Jahre 40 33
22 - 27 Jahre 65 79
28 - 65 Jahre 197 204
über 65 Jahre 10 7
Alter nicht bekannt 74 42
Nationalität  
Deutsche/r 294 270
- davon mit Migrationshintergrund 34 42
Ausländer/in 78 87
Nicht bekannt 14 8
wirtschaftliche Situation beim Erstkontakt (Mehrfachnennnung)    
Mittellosigkeit 116 128
Transferleistungen 170 141
Erwerbseinkommen 20 20
Rente 31 22
Wohnungsnotfälle bei Erstkontakt (Mehrfachnennnung) 283 298
davon wohnungslos (bei Freunden, Straße, Notunterkunft) 214 230
von Wohnungslosigkeit bedroht 18 14
Pension 12 9
aktuell wohnungslos trotz mietvertrag#statio 2 0
Postadresse im Tagestreff 174 227
Treuhandkonto 41 39

Zunehmend wichtiger werden für viele Menschen gesellschaftliche Subsysteme. Ute Schlichting zählt dazu in Remscheid die „Tafel", die Angebote des Jobcenters auf dem „leider zu kleinen zweiten Arbeitsmarkt“, die ärztliche Versorgung durch „Medimobil" und „Praxis ohne Grenzen" (für Menschen ohne Krankenversicherung), das Möbellager und das „Kaufhaus Remscheid" der Arbeit Remscheid gGmbH und natürlich auch das „“Tagescafé und die Treuhandkonten „ihrer“ Fachberatungsstelle, letzteres für Menschen ohne eigenes Konto, die sonst keine Leistungen von Sozialamt, Arbeitsamt, Jobcenter etc. beziehen könnten. Schlichting: „Gut, das der Gesetzgeber die Geldinstitute jetzt zu den so genannten jedermann-Konten verpflichtet hat. Diese sind pfändungsgeschützt!“ Dies hat dazu geführt, dass Klientinnen ein Girokonto auch bei Verschuldung erhalten bleibt.

Auch die Stadt müsse „alle Anstrengungen zur Sicherung der sozialen Hilfesysteme unternehmen“, fordert die Leiterin der Beratungsstelle. Nur so könne eine weitergehende Ausgrenzung und die Verwaltung von Armut verhindert werden. „Darüber hinaus nimmt die Zahl derer stetig zu, die keinerlei Perspektive auf ein ‚eigenständiges‘ Leben mehr haben. Dies sind chronisch mehrfach geschädigte Menschen, die nie mehr in der Lage sein werden, selbstständig in einer eigenen Wohnung zu leben und die auf Grund ihrer Lebensbiographie in den vorhandenen Einrichtungen im Stadtgebiet nicht adäquat versorgt werden können. Sie brauchen ein  ‚Dauerwohnheim‘!“

Bis dahin ist für viele das „Tagescafé“ der tägliche Treffpunkt für Gespräche, zum Spielen, zum Zeitung lesen, zum Frühstück. Hier werden soziale Kontakte geknüpft und gepflegt. Schlichting: „Für viele Menschen stellt das die einzige verbindliche Tagesstruktur in ihrem Lebensalltag dar. Oftmals verfügen sie außerhalb dieses Treffs über keinerlei stabile soziale Kontakte. „ Manche nutzen dort auch die Waschmaschinen/Trockner sowie die Sanitäranlagen (Duschen), da sie in der Wohnung wegen ihrer Verschuldung über keine Wärmequelle mehr verfügen.

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SPD Remscheid am :

Im Februar hat der Vorstand der AG Migration & Vielfalt der Remscheider SPD die Arbeit der Wohnungsnotfallhilfe und des Tagescafé der Caritas an der Schüttendelle besucht und sich über die Arbeit der Einrichtung informiert. Hieraus ist die Idee entstanden, mit den Besucherinnen und Besuchern des Tagescafés der Caritas einmal zu kochen. Treffpunkt ist am Mittwoch, 11. Mai, um 11 Uhr dasTagescafé. „Menschen in Not gehören nicht an den Rand der Gesellschaft. Wir waren von der Arbeit der Caritas im Bereich der Wohnungsnotfallhilfe sehr beeindruckt und möchten mit einer kleinen Aktion die Arbeit der Einrichtung unterstützen.“ so die Vorsitzende der AG Migration & Vielfalt der Remscheider SPD, Yurdakul Kaya. Sie betont, dass es keine Hilfsaktion sei, sondern eine Kommunikations-Aktion: „Wir wollen gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern des Cafés kochen und mit ihnen ins Gespräch kommen.“ Wer mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen. Wer zeitlich verhindert ist aber etwas spenden möchte, kann sich unter der Rufnummer (01 74) 97 50 830 an Yurdakul Kaya wenden.

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