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Mensaköche spüren die "Abstimmung mit den Füßen"

„In der Primarstufe wird im Rahmen der Offenen Ganztagsschule (OGS) an allen Schulen ein warmes Mittagessen angeboten. (...) Stellt die Verpflegung in der Grundschule noch einen festen Bestandteil für alle Kinder dar ... und ist ... auch Bestandteil der pädagogischen Arbeit der OGS, so nimmt diese Bedeutung beim Wechsel in die Sekundarstufe I ab. Zwar bieten auch alle Schulen an Tagen mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht eine gemeinsame Mittagsverpflegung an, die Teilnahmequote ist jedoch bei weitem nicht mehr so hoch wie in der Grundschule“, erfuhren gestern die Mitglieder des Sportausschusses in der Mensa des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums aus einem schriftlichen Bericht der Verwaltung. Erfahrungsgemäß gehe mit zunehmendem Alter der Anteil jener Kinder und Jugendlichen deutlich zurück, die die Schulverpflegung in Anspruch nähmen. Und Dirk Schönwetter, Leiter der Hauptschule Hackenberg, wusste auch einen Grund: „Die älteren Schüler/innen finden es uncool, in der Schule zu essen!“ Der Rektor signalisierte, dass er dafür in gewisser Weise auch Verständnis habe: „Das Essen ist nicht immer gerade attraktiv!“

An anderen Schulstandorten wartet die Konkurrenz in direkter Nachbarschaft zur Schule. Waltraud Bodenstedt, Mitglied des Mensa-Vereins des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums: „Die Hindenburgstraße bietet den Oberschülern viele Verpflegungsmöglichkeiten!“ Hinzu kämen mittags zahlreiche „Mama-Taxis“ mit belegten Brötchen und warmen Essen in „Henkelmännern“. Fakt ist jedenfalls: Der Caterer, der bislang in der Schule für ein warmes Mittagessen sorgte, hat gekündigt. Schulleiter Stefan Döring: „Eine Abstimmung mit den Füßen“, aus welchem Grunde auch immer. Das könne auch an der Akustik in der Mensa gelegen haben, schließt Döring nicht aus. „Die Mensa ist hallig, kein Raum, in dem man entspannen kann!“ Das wisse auch das städtische Gebäudemanagement. Dort lägen seit drei Jahren Pläne vor, wie man das ändern könne. Aber geschehen sei nichts. Aus finanziellen Gründen, wie zu vermuten ist. Aber diesen Nachsatz ersparte sich Döring. Stattdessen dankte er der Stadt „für ansonsten für Arbeits- und Lernbedingungen in unserem Gymnasium“.

Dass an der „Abstimmung  mit den Füßen“ auch die Bürokratie schuld sein könne, hatte zuvor Dirk Schönwetter vermutet und auf die komplizierten Antragsverfahren nach dem Bildungs- und Teilhabegesetz verwiesen. Das schrecke finanzschwache Eltern an, Essenzuschüsse für ihre Kinder zu beantragen. Denn auch ein Mittagessen für 2,50 oder 3,80 Euro sei für manche Eltern noch zu teuer.

Ein weiterer Grund: der Geschmack. Über den lasse sich bekanntlich nicht streiten, waren sich die Mitglieder des Schulausschusses einig. Aber wenn einem Kind das Gemüse im Schulessen nicht schmecke, könne das auch daran liegen, dass es dieses Gemüse zuhause noch nie kennengelernt habe. Hier liege auch eine gewisse Verantwortung bei den Eltern.  Und, so Waltraud Bodenstedt: „Eine Mensa ist kein Hotel mit Menükarte. Wir bieten einen Imbiss an!“ Vielleicht wäre eine Großküche für alle Remscheider Schulen eine gute Alternative zum kleinteiligen Kochen, meinte sie.

Dass das Schulessen durchaus schmackhaft sein könne, betonte Diana Kern (Grüne). Das beweise tagtäglich die Küche der Sophie-Scholl-Gesamtschule auf dem Hohenhagen.  Kern regte an, Vertreter des Mensa-Vereins einmal in den Schulausschuss einzuladen und nach ihrem Erfolgsrezept zu befragen. Eine Anregung, der der Ausschuss folgen will. Wenngleich Schulleiter Carlos Sánchez Martínez ein wenig Wasser in den Wein schüttete: „Unsere Küche bietet mittags neben einem Salatbüffet drei Gerichte an. Sie könnte bis zu 700 Essen ausgeben. Tatsächlich sind es derzeit aber nur 400.“ Weil auch für die Sophie-Scholl-Schule gilt: Die kleineren Schüler essen mittags fast alle in der Schule, aber „mit zunehmendem Alter wächst sich das aus!“

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