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Fleißarbeit des Sohnes würdigt Lebenswerk des Vaters

Ausstellung gilt dem Architekten Walter Arns“, titelte der Waterbölles am 12. März und kündigte die Eröffnung der Ausstellung, deren Konzept von der Stadt Remscheid gemeinsam mit dem Kulturförderverein Pro Arte Remscheid e.V. entwickelt wurde, für den morgigen Sonntag um 16 Uhr im kleinen Foyer des Teo Otto Theaters an. Großformatige Fotografien und Reproduktionen nebst Erläuterungen werden dann den Betrachtern jene 19 Bauprojekte in Erinnerung rufen, mit denen Walters Arns das Stadtbild Remscheids in der Nachkriegszeit maßgeblich und nachhaltig mit geprägt hat. Weit darüber hinaus geht der 130 Seiten umfassende Katalog zu dieser Ausstellung, der gestern auf einer Pressekonferenz im Theater von Stadtdirektor Dr. Christian Henkelmann, Reinhard Jammers von Pro Arte Remscheid und Thomas Arns vorgestellt wurde. Der Sohn des Architekten Walter Arns begann seinen Berufsweg 1978 in Stuttgart, wo er noch heute als Innenarchitekt arbeitet. Er schrieb die Texte zum Ausstellungskatalog und stellt darin den historischen Fotos von den Gebäuden seines Vaters aktuelle eigene Bilder von diesen gegenüber, um die Stadtentwicklung deutlich zu machen. Sein Vater kenne gegenwärtig weder den Inhalt der Ausstellung noch den des Kataloges, verriet Thomas Arns gestern schmunzelnd. „Es gab von  ihm bohrende Fragen, aber ich habe dichtgehalten. Das gehörte zum Spielchen dazu!“ Wie viele Stunden er an dem Katalog, besser: Buch „Walter Arns. Bauen für Remscheid. Projekte aus sechs Jahrzehnten“ gearbeitet habe, wollte Thomas Arns nicht verraten. Aber schon auf den ersten Blick wird klar: Hier liegt eine Fleißarbeit vor. Das Buch würdigt ein Lebenswerk.

Remscheider Bauten
von Walters Arns

Stadtsparkassenfiliale Hasten
Woolworth
RGA-Pressehaus
Hauptsitz der Stadtsparkasse
Verwaltungsgebäude Fa. Vaillant
Verwaltungsgebäude Klingelnberg
Allee-Center
Tiefgarage & Mehrzweckschutzbau Rathausplatz
Mehrzweckschutzbau Bökerspark
Parkpalette Lennep
Feuerwache
Justizvollzugsanstalt Lüttringhs.
Friedhofskapelle Lennep
Gemeindezentrum Hasten
Gemeindezentrum Siepen
Gemeindezentrum Burger Straße
Gemeindezentrum Kremenholl
Volksschule Lennep
Grundschule Palmstraße
Gewerbliche Berufsschulen
Sporthalle Neuenkamp
Sonderschule Hackenberg

Nach seiner Rückkehr aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft 1946 studierte Walter Arns Architektur an der Technischen Hochschule in Karlsruhe. Seine Geburtsstadt Remscheid erlebte er zu 80 Prozent durch Kriegsbomben zerstört. „Es mussten Wohnungen für die Menschen geschaffen werden, die ein würdiges Leben zu tragbaren Bedingungen ermöglichten. Und das in einer Zahl und Schnelligkeit, die höchste Anforderungen an Architekten und ihre Auftraggeber stellten. Hinzu kam die Erwartung, die jeder engagierte Architekt an sich und seine Arbei­ten stellt, nämlich Räume zu schaffen, in denen der Mensch sich wohlfühlt und seine Persönlichkeit gestalten und ausleben kann“, schreiben Dr. Christian Henkelmann und Reinhard Jammers auf den ersten Seiten des Katalogs. Und Walter Arns stürzte sich in den Nachkriegsjahren in die Arbeit, plante und baute mit seinem damaligen Partner Hubert Lüttinger Geschäftshäuser, Kindergärten, Schulen, Altenheime, Verwaltungsgebäuden und Kirchen. „Im heutigen Architektur- und Baubetrieb ist es fast unvorstellbar, dass ein einzelnes junges Architekturbüro eine solche Vielzahl anspruchsvoller Projekte in kürzester Zeit bewältigt.“ In einer Zeit, in der man sich um ökologische Belange noch nicht allzu viele Gedanken machte, habe Walter Arns vielen Gebäuden eine „hervorragenden Witterungs- und damit Wärmeschutz aus Schiefer“ gegeben. Thomas Arns: „Diese Verkleidungen gibt es heute noch!“ Und auch die Grundrisse der damals entstandenen Sozialwohnungen seien heute noch konkurrenzfähig, oft besser als die so mancher jüngerer Luxus-Wohnung.

Sohn Thomas kam gestern auch auf den Werkstoff „Durisol“ zu sprechen, einen Baustoff aus mineralisierten, zementgebundenen Holzfasern, dessen Hohlräume mit Beton ausgefüllt werden und der so ganze Wände bilden kann. Vater Arns sei auf die Idee gekommen, diese Wände preissparend, d.h. ohne Holzlatten, mit Schieferplatten zu verkleiden, und das sogar bei großen Wohneinheiten. Herausragendes Beispiel dafür ist das Allee-Center (Foto rechts). Nach einem Investor für „die neue Stadtmitte“ habe die Stadt Remscheid damals mehrere Jahre vergeblich gesucht, bis sich dann die Einkaufs-Center-Entwicklungsgesellschaft Hamburg (ECE) 1984 (erster Spatenstich) gefunden habe, erinnerte sich Thomas Arns.  

„Mit dieser Ausstellung ehrt die Stadt Remscheid einen großen Sohn und Architekten unserer Stadt“, schreibt Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz im Buch von Thomas Arns. Zitat aus dem Grußwort: „Es freut mich außerordentlich, dass es nach mehreren Anläufen nunmehr gelungen ist, einem gestalterisch und auch politisch prägenden Architekten unserer Stadt Remscheid eine Ausstellung in unserem schönen Teo Otto Theater auszurichten und damit eine bemerkenswerte Lebensleistung zu würdigen!“ Der OB beschreibt den Architekten, der am 13. Juni 93 Jahre werden wird, als ein in Auftritt, Scharfzüngigkeit und beruflicher Brillanz bergisches Urgestein, bekannt für seine gestalterische Kraft, für seine Rhetorik und Dynamik. Politisch habe er als Ratsmitglied für die FDP von 1969 bis 1984 und zuvor schon als sachkundiger Bürger von 1961 bis 1969 die Geschicke dieser Stadt mit verantwortet, zeitweise auch als Vorsitzender im Bauausschuss und im Ausschuss für Stadtentwicklung. Am 1. Februar 1982 war Walter Arns die Bürgermedaille der Stadt Remscheid verliehen worden.

Trackbacks

Waterbölles am : „Walter Arns. Bauen für Remscheid" gestern eröffnet

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Im Teo Otto-Theater eröffnete gestern Nachmittag Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weist die Ausstellung „Walter Arns. Bauen für Remscheid. Projekte aus sechs Jahrzehnten“, für die dessen Sohn Thomas einen 130 Seiten starken Katalog erstellt hatte. Dari

Kommentare

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Chronist am :

Walter Arns hat in Remscheid auch viele Einfamilienhäuser gebaut, meist Bungalows. Die Liste der im Ausstellungskatalog genannten Bauherren liest sich wie das WhoisWho der Remscheider Oberschicht.

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