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Mai 2006: Der Waterbölles blättert zurück

Am 28. Mai 2006 feierte das Remscheider Rathaus Jubiläum; es wurde 100 Jahre alt. Gefeiert wurde mit einem „Tag der offenen Tür“, Führungen, Ausstellungen und einer Festschrift. Auch der 48 Meter hohe Turm, Wahrzeichen der Stadt, konnte besichtigt werden. Während der Bismarckturm damals schon für viel Geld saniert wurde, hatte der Rathausturm das im Jubiläumsjahr noch vor sich. Auch dort hatten raue Winde und Regen die feinen Risse im Buntsandstein mit den Jahren größer werden lassen. Im März 2006 hatte es ein Gutachter festgestellt: Die Fugen an der Außenwand des Rathausturmes (ca. 950 Quadratmeter Fläche) mussten vom Dachansatz bis zur Turmspitze komplett erneuert werden, zum Teil mehrere Zentimeter tief. Dafür stellte der Rat der Stadt am 11. Dezember 2006 470.000 Euro bereitgestellt; die Sanierung begann dann im Juli 2007.

VIP-Werbung für mehr als 60.000 Euro gab vor zehn Jahren  der damalige Baudezernent Helmut Kennepohl aus. „Die Akzeptanz der Unternehmer für das Schaufenster der Wirtschaft stärken und weitere Aussteller werben“ umschrieb er im Mai 2006 im städtischen Hauptausschuss seine Einladung an die Remscheider Unternehmer zu einem „VIP-Abend“ im August in einer leer stehenden Werkshalle in Hasten. Die insgesamt 60.144,50 Euro aus dem Topf der Regionale 2006 waren für 199 Gäste bestimmt (316,55 Euro pro Person), mehr ließ der Brandschutz nicht zu.  Geholfen hat die Werbung bekanntlich nichts.

In Werbefilme und Animationen investierte die Stadt Remscheid zu Zeiten von Oberbürgermeister Fred Schulz (CDU) rund 330.000 Euro. Das seien „sehr fragwürdige freiwillige Ausgaben“, urteilte das  städtische Rechnungsprüfungsamt im Mai 2006. Ausgaben für Gutachter und Architekten in Höhe von fast einer Million Euro eingefordert. Aus dem Stadtsäckel wurden  etwa die folgende Projekte bezahlt: Film zur „Blume“ aus dem Jahre 2002 mit Multimediapräsentation, Begleitheft sowie Überarbeitungen in den folgenden beiden Jahren (82.626,45 Euro), Film zum Friedrich-Ebert-Platz aus dem Jahre 2003 (17038,74 Euro), Text, DVD und „Mediensupport“ zur „Expo Real 2004 (6862,12 Euro), Standort-/Imagefilm aus dem Jahre 2004 (50.979,74 Euro).

Im Mai 2006 plädierte der Kulturausschuss als erstes politisches Gremium des Rates für einen Umzug des Stadtarchivs vom Honsberg zum Hasten (die Entscheidung fiel dann im Juni). Wie der damalige Leiter des Historischen Zentrums, Dr. Urs Diederichs, hatte in der Sitzung auch Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann für einen Umzug zum Hasten plädiert „ Das marode Gebäude Honsberger Straße 4 (im Besitz der ewr GmbH) ist wie ein Trabbi ohne Motor, das ehemalige Aldi-Gebäude an der Hastener Straße dagegen wäre ein optimaler Mercedes!“ In diesem Jahr steht für das Stadtarchiv eine Verlängerung des damaligen Pachtvertrages an.

Am 16. Mai 2006 gab die Stadt Remscheid eine Pressemitteilung heraus, wonach die  Essener RAG Gewerbeimmobilien GmbH die Vermarktung des neuen Hauptbahnhofs Remscheid übernehmen werde. Bis dahin hatte Hanseatischen Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH aus Lübeck (HBB) werden sollen. Der reagierte auf die Absage prompt mit einer Klage vor dem Landgericht Wuppertal, um von der Stadt Ausgaben für Gutachter und Architekten in Höhe von fast einer Million Euro zu bekommen.  Doch der Prozess in erster Instanz ging verloren. Letztlich wurde HBB dann doch der Investor. Die RAG-Tochter hatte das Handtuch geworfen.

Die „blühenden Landschaften“, die Bundeskanzler Helmut Kohl kurz nach der Wende heraufbeschworen hatte, sind bekanntlich Fiktion geblieben. Daran konnten auch die Solidaritätszuschläge zur Lohn- und Einkommensteuer und die eingeforderten Zuschüsse von Städte und Gemeinden in den alten Bundesländern nichts ändern. Wie viel der finanzschwachen Stadt Remscheid von 1991 bis 2006 abverlangt wurde, berichtete der damalige Stadtkämmerer Jürgen im Mai 2006im städtischen Finanzausschuss: „Die Stadt hat in den Solidaritätsfonds 22 Millionen Euro eingezahlt!“ Und die W.I.R. fragte: "Ist es hinnehmbar, dass wir uns das Geld für den Aufbau Ost leihen müssen und die Bezirksregierung uns gleichzeitig vorwirft, dass wir nur unzulänglich sparen?"

Im städtischen Hauptausschuss berichtete vor zehn Jahren Karin Schellenberg, damals noch gut bezahlte Mitarbeiterin der Remscheider Wirtschaftsförderung, von dem Plan, die Lüttringhauser Altstadt mit Hilfe einer „Immobilien- und Standortgemeinschaft“ (ISG) attraktiv er zu machen, wie sie jetzt für die Alleestraße in die Gänge kommt. Der Lütterkuser Verein befände sich „in Gründung und werde Anfang 2007 die Arbeit aufnehmen. Warum ist daraus eigentlich nichts geworden??

Dass „das neue Röntgen-Museum ein richtiges Highlight werden und auch viele Besucher von auswärts anlocken soll“, war im Mai 2006 einhellige Meinung der Mitglieder des Bauausschusses. Die Fassade des neuen Museumsanbaus war davon ausgenommen. An der vorgesehenen Metallverkleidung schieden sich die Geister. Und auch Planer und Untere Denkmalschutzbehörde waren lange uneins sind, ob diese hochglänzend oder matt werden sollte. W.I.R.-Ratsmitglied Alexander Ernst wollte weder das eine noch das andere und sprach von einer: „verbeulten Blechbüchse“. Auch er dürfte sich inzwischen daran gewöhnt haben.

Für fünf Jahre als Schiedsmann im Schiedsmannbezirk 3, Süd, wurde vor zehn Jahren Peter Brand, wiedergewählt.  In der BV Süd berichtete er, das Klima zwischen den „Parteien“ sei seit 1996 rauer, aggressiver geworden. Als Grund dafür vermutet er eine zunehmende Aggressivität  und allgemeine Sprachlosigkeit. „Früher kannte man noch seine Nachbarn, heute geht man grußlos aneinander vorbei, kennt noch nicht einmal die anderen Mieter in dem Haus, in dem man wohnt!“

Wenn Sie mit kleinen Kindern wenig zu tun haben, dürften Ihnen U1, U2, U3, U4, U5, U6, U7, U8 und U9 kein Begriff sein. Den Müttern und Vätern dafür ganz bestimmt. Jedes in Deutschland geborene Kind bekommt automatisch ein Vorsorgeheft, in dem insgesamt neun Untersuchungen in den ersten sechs Lebensjahren den Entwicklungsstand des Kindes dokumentieren und damit die Früherkennung von Störungen und Verzögerungen ermöglichen. Das Angebot der Vorsorgeuntersuchungen bildet ein engmaschiges Netz zur Prävention und Früherkennung von Krankheiten bei Kindern, das von den Familien freiwillig und kostenlos wahrgenommen werden kann und soll. Bei Migrantenfamilien sahen Ärzte und Gesundheitsbehörde allerdings im Mai 2006 einen verstärkten Aufklärungsbedarf, da nur drei von vier Migrantenkindern von ihren Eltern zu diesen Vorsorgeuntersuchungen gebracht werden. Bei Angehörigen benachteiligter Schichten stände die Häufigkeit gesundheitsrelevanter Belastungen in engem Zusammenhang mit den Alltagsbelastungen. Auch stellten die "Komm-Strukturen" vieler Angebote für die Zielgruppe eine Zugangsbarriere dar. Da wäre es doch interessant zu erfahren, ob sich daran seitdem etwas geändert hat. Vielleicht mit Hilfe der Kitas als Familienzentren. Deren Aufbau begann damals in Remscheid gerade.

Dass die „Arbeit RS“ in der Innenstadt ein „Sozialkaufhaus“ mit mehreren Abteilungen eröffnen wolle, machte im Mai 2006 Superintendent Harmut Demski bekannt. Der Standort blieb allerdings sein Geheimnis, und auch Michael Hagemann, damals Geschäftsführer von „Arbeit RS“, blieb verschwiegen. Erst müsse die Finanzierung der Investitionskosten gesichert, der Mietvertrag unterschrieben und das Personal eingestellt sein.

Im Mai 2006 wurde immer wahrscheinlicher, dass die Stadt Remscheid den Eigenbetrieb ihrer Altenheime in eine städtische Tochtergesellschaft mit anderer Rechtsform (z.B. GmbH) umwandeln und einen Mitgesellschafter aufnehmen muss. Weil sich sonst der Neubau der Stockder-Stiftung (6,2 Millionen Euro) nicht realisieren ließe.

Am 2. Mai 2006 fand im Ratssaal die konstituierende Sitzung des 2. Remscheider Jugendrates statt. Zum Vorsitzenden wurde Mathias Heidtmann gewählt. Er ist heute stellvertretender Fraktions- und Parteivorsitzende der CDU Remscheid und Vorsitzender des CDU-Stadtbezirksverbandes Süd.

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