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Lenkungskreis, Kern-, Strategie- und Arbeitsgruppe! - Ergebnis?

Regionales Bildungsnetzwerk soll Schulen unterstützen“, titelte der Waterbölles, nachdem am 8. Juni 2009 (Foto rechts) im Forum des Schulzentrums Klausen Staatssekretär Günter Wienands vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Oberbürgermeisterin Beate Wilding und Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz einen Kooperationsvertrag zur Gründung eines Regionalen Bildungsnetzwerk unterzeichnet hatten. Zitat: „Regionale Bildungsnetzwerke schaffen den Schulen, Kommunen und der Schulaufsicht bisher nicht bekannte Informations- und Kommunikationsplattformen. Die Schulen können sich hier schulformübergreifend vernetzen, mit dem Schulträger und der Schulaufsicht eng zusammenarbeiten und unbürokratisch den Fortbildungsbedarf und Ressourceneinsatz abstimmen.“

‚Kinderschutz in Schulen‘ hat noch ein paar weiße Flecke“, hieß es im Waterbölles am 4. Oktober 2011. Erinnert wurde damals an das am 1. Oktober 2005 in Kraft getretene "Gesetz zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe (KICK)", das die Normen zum Schutz bei Kindeswohlgefährdungen präzisierte. Die dazu gehörenden Leitlinien verpflichteten alle Träger der Jugendhilfe, das Jugendamt zu informieren, wenn die Gefährdung des Kindeswohls aus eigener Kraft nicht abgewendet werden konnte. Die darauf basierenden Leitlinien hatte eine Arbeitsgruppe der Arbeitsgemeinschaft "Hilfen zur Erziehung" erarbeitet und der Jugendhilfeausschuss am 25. Mai 2007 verabschiedet hatte.

Beide Systeme sollte das 2009 vereinbarte Bildungsnetzwerk zusammenführen. Aber nach Angaben der Verwaltung hatten im Oktober 2011 Haupt- und Realschulen die Kooperationsvereinbarung noch gar nicht abgeschlossen. Die sollte nach § 42 Abs. 6 SchulG NRW zwischen damals 30 (von 40) Remscheider Grund-, Förder- und Gesamtschulen sowie Gymnasien und dem Fachdienst  Jugend, Soziales und Wohnen ebenfalls dem Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung dienen.

Daran erinnerte in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses die  umfangreiche Verwaltungsvorlage 15/2392 („Strukturelle Veränderungen im Remscheider Bildungsnetzwerk“). Zitat: „Mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zur Entwicklung/Weiterentwicklung eines Bildungsnetzwerkes in der Bildungsregion Remscheid haben sich sowohl das Land Nordrhein-Westfalen als auch die Stadt Remscheid bereit erklärt, ihre Bemühungen für das Schul- und Bildungswesen mit allen relevanten Partnern weiter auszubauen und zu vertiefen. Im Mittelpunkt aller Bemühungen steht dabei die Verbesserung der Lern- und Lebenschancen insbesondere aller Kinder und Jugendlichen der Bildungsregion. Damit die bestmögliche Förderung insbesondere für Kinder und Jugendliche in der Bildungsregion Remscheid gelingen kann, bedarf es vielfältiger gemeinsam aufeinander abgestimmter Anstrengungen auf den unterschiedlichsten Ebenen. Ebenso wichtig wie das Engagement der Schülerinnen und Schüler, der Lehrkräfte und der Schulleitungen in den Schulen ist die Zusammenarbeit aller Bildungsakteure vor Ort. Dies setzt ein hohes Maß an Kooperation sowohl von Schulen untereinander als auch mit anderen gesellschaftlichen und staatlichen Stellen und Einrichtungen der Wirtschaft, Arbeitsverwaltung, Jugendhilfe, Kultureinrichtungen usw. voraus, um eine breite, differenzierte und transparente Infrastruktur sicherzustellen, die die Bildung und die Menschen in den Mittelpunkt stellt.“

An Bedeutung von
Bildung erinnert

„Bildung ist ein für die kommunale Entwicklung unter verschiedenen Aspekten wichtiger Faktor. Legt man den Lebensweg einer Einwohnerin oder eines Einwohners zugrunde, beginnt Bildung mit der frühkindlichen Förderung in der Familie und in Einrichtungen. Der Begriff umfasst zentral die Schule als staatliches Bildungssystem, findet aber schon im Schulalter Ergänzungen durch Angebote der (freien) Jugendhilfe, der kulturellen und der non-formalen Bildung. Im Übergang zum Arbeitsleben gewinnen die Berufsausbildung und die Weiterbildung an Bedeutung, die den Lebensweg mit beruflich nutzbarer Bildung und mit Angeboten für die Freizeit bis in den Ruhestand begleiten. Spätestens im Erwachsenenalter gewinnt der ökonomische Aspekt an Bedeutung. Eine solide Bildung ist die Grundlage für eine qualifizierte Tätigkeit, auch zum Nutzen der hiesigen Unternehmen. Und eine gute Vernetzung der vielen Bildungsakteure zu verschiedenen Themenbereichen kann mithelfen,  Remscheid als Bildungsstadt zu etablieren.“ (aus der aktuellen Verwaltungsvorlage)

Wie gesagt, zwischen dieser Vorlage und der Vertragsunterzeichnung liegen sieben (!!) Jahre. Man sollte meinen, das wäre ausreichend Zeit für einen Tätigkeitsbericht. Stattdessen folgen in der Vorlage Abhandlungen über die „Bildungsstadt Remscheid“ (siehe nebenstehender Kasten für alle, die nachlesen wollen, warum Bildung wichtig ist.). Danach wird es dann endlich etwas handfester: „2010 wurde im Fachdienst 2.40 ein Bildungsbüro eingerichtet, paritätisch besetzt mit einer Lehrerstelle des Landes NRW und der Geschäftsführung durch die Kommune.“  Da wäre es doch interessant zu erfahren, was dort zwischen 2010 und heute getan wurde. Zitat: „Es gab einen Lenkungskreis mit Vertretern des Landes, aller Schulformen, sowie kommunaler Vertretungen der Elementarbildung, der Jugendhilfeplanung, der Weiterbildung und der Schulverwaltung. Es wurden Bildungskonferenzen zur Erarbeitung eines Leitbildes und zur Sprachförderung durchgeführt. Weitere Aktivitäten hatten ihre Schwerpunkte im schulischen Bereich. 2013 wurde das Bildungsbüro mit der neu gegründeten kommunalen Koordinierungsstelle Übergang Schule – Beruf zusammengelegt. Dabei wurde die kommunale Stelle auf 20 Prozent der vormaligen Arbeitszeit reduziert. 2014 ergab die turnusmäßige Evaluation des Landes, dass Bildungsnetzwerk und Bildungsbüro in der Öffentlichkeit nicht ausreichend wahrgenommen wurden“ – Woran lag das denn? – „und dass das Lenkungsgremium in der Kommune nicht ausreichend verankert war. Als Konsequenz wurde die Notwendigkeit einer Neuverortung im Lenkungskreis formuliert.“

Da erschien es hilfreich, dass im Verwaltungsvorstand „etwa zeitgleich das Thema Bildung als ein Zukunftsthema für die Remscheider Entwicklung benannt (wurde)“. Und man scheint sich damals an das Motto erinnert zu haben, „wer nicht weiter weiß, bildet einen Arbeitskreis“. Denn: „Mit Unterstützung der Bertelsmann-Stiftung absolvierte der ehemalige Lenkungskreis im Spätsommer 2015 einen Workshop zur Neuausrichtung des Bildungsnetzwerks, um die Grundlagen für eine kommunal gut verankerte Bildungslandschaft  zu erarbeiten. Es wurde eine neue Struktur entwickelt, die das Bildungsnetzwerk neu justierte, ohne die im Vertrag mit dem Land vorgesehenen Gremien aufzugeben.“

Ergebnis war, eine neue Gremien- und Arbeitsstruktur vorzugeschlagen und die Methode der wirkungsorientierten Zielsystematik anzuwenden als Bindeglied zwischen Evaluation und Programmsteuerung. Denn: „Mit Hilfe dieser Methode lassen sich – getragen von einer allgemeinen Zukunftsvision – eine an Wirkungen orientierte Zielsystematik aufbauen und konkrete Maßnahmen ableiten. Dabei werden die einzelnen kommunalen Hierarchieebenen innerhalb dieser Systematik entsprechend berücksichtigt. So lässt sich der Prozess (Planung, Umsetzung und Evaluation der jeweiligen Maßnahme) leicht steuern; es ist jederzeit ein Überprüfen und Nachjustieren möglich. Die Methode erlaubt die Beteiligung vieler Menschen an der Zielformulierung, wodurch sich die Verantwortungsgemeinschaft innerhalb der kommunalen Bildungslandschaft vergrößert, was als zusätzliches Erfolgskriterium gewertet wird.“

Spätestens jetzt dürfte bei dem Leser/der Leserin der Vorlage auch der letzte Groschen der Erkenntnis gefallen sein: Alles hängt von Lenkungskreis ab! –  ?? -  Der setzt sich zusammen „aus den Verantwortungsträgern im Verwaltungsvorstand der Stadt Remscheid, aus den Regionalkoordinatoren der Bezirksregierung für die Schulen, aus einem Vertreter der Wohlfahrtverbände und aus einem Vertreter der Stiftungen. Hier werden wichtige Schwerpunkte für die kommunale Bildungsarbeit festgelegt (Entwicklungsbereiche),  die entsprechenden Leitziele formuliert und die notwendigen Ressourcen – in personeller und sächlicher Hinsicht – zur Verfügung gestellt. Es geht hier nicht um zusätzliches Personal, sondern um Stärkung der kommunalen Verantwortungsgemeinschaft und damit um die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten im Netzwerk.“

Die Basis dieser Verantwortungsgemeinschaft bildet die Bildungskonferenz. – ?? – „Sie besteht, je nach Thema variierend, aus ca. 70 Vertreterinnen und Vertretern aller Bildungsakteure. Sie entwickeln eine Vision davon, welche Erfolge die Bildungsarbeit in den einzelnen Entwicklungsbereichen mittel- und langfristig erzielen soll. Beispiel: Wie gestaltet sich die Integration der Neuzugewanderten durch die Bildungsarbeit in zehn Jahren?“

Die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Bildungskonferenz formulierten „visionär geprägten Ziele und Maßnahmen“ werden von einem weiteren Steuerungsgremium „sortiert und mittels einer speziellen Methode differenziert aufbereitet“, der vom Entwicklungsbereich abhängigen Strategiegruppe. – ?? – Diese erstellt einen ersten „Management- und Ressourcenplan, auf dessen Basis der Lenkungskreis entscheiden kann, welche Maßnahmen zukünftig in Remscheid weiter verfolgt und umgesetzt werden können / sollen. Dieser Maßnahmenkatalog wird anschließend wieder in die Bildungskonferenz zurückgespiegelt, wo einzelne Arbeitsgruppen beginnen, die Umsetzung der geplanten Maßnahmen voranzubringen. Die Arbeitsgruppen formulieren zu den entsprechenden Maßnahmen Detailziele und Erfolgsindikatoren und arbeiten auf der operativen Ebene zu klar umrissenen Handlungsfeldern.“

Gut, dass in diesem Zusammenhang konkrete Beispiele genannt werden: „Sprachlernangebote und Beratung; Beratung und Unterstützungsangebote zur schulischen Integration; (berufliche) Qualifikationen und Qualifizierungen von Neuzugewanderten …“

Eine Mittlerposition zwischen den Schlüsselpersonen in den Strategiegruppen und dem Lenkungskreis nimmt die so genannte Kerngruppe ein. – ?? – „Sie besteht aus fünf Personen, die die ‚Bildungskernbereiche‘ Schule, Jugendhilfe, Weiterbildung und Bildungsbüro vertreten. Sie legt Grundlagen für den Aufbau eines Bildungsmonitorings und eines Bildungsmanagementplanes und bereitet Entscheidungen des Lenkungskreises vor.“

Das Organigramm des Bildungsnetzwerks. (Stadt Remscheid) Bleibt noch das mit 1,15 Vollzeitstellen (drei Teilzeitkräften) ausgestattete Bildungsbüro.– ?? –  Das „koordiniert die verschiedenen Arbeitsgremien und begleitet den Auf- und Ausbau des Netzwerkes mit den anfallenden operativen Aufgaben. Dazu gehören das Bildungsmonitoring, die Bildungsmanagementplanung, die Strategieplanung und Projektbegleitung.“  Um das Ganze auf den Punkt zu bringen, enthält die Verwaltungsvorlage eine Grafik (links im Bild). Damit dürfte nach sieben Jahren auch die letzte Unklarheit beseitigt sein, oder? Die Mitglieder des Schulausschusses fühlten sich jedenfalls gut informiert. Es gab nur wenige Rückfragen: Wie die Politik in die Entscheidungen eingebunden ist (durch Einladung der Fraktionsvorsitzenden zu den Bildungskonferenzen) und warum die OGS nicht in der Kerngruppe berücksichtigt wurde (?).

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Chronist am :

Der Integrationsrat hatte den Rat der Stadt gebeten, die Richtlinie für die Bildungskonferenz anzupassen und den Beirat in angemessener Form zu berücksichtigen. Die im Integrationsrat vertretenen Listen (7) sollen mit jeweils einem/einer Vertreterin zu den Bildungskonferenzen eingeladen werden. Dieser Beschluss fiel im Integrationsrat einstimmig aus, wurde in der gestrigen Ratssitzung aber so nicht angenommen. Vielmehr sollen Integrationsrat und Verwaltung noch einmal über die Zahl der zu entsendenden Vertreter sprechen. Sieben erscheinen zu viel, da die Konferenz jetzt schon aus rund 70 Personen bestehe. Hintergrund nach Darstellung der Verwaltung: „Seit 2009 besteht zwischen dem Land NRW und der Stadt Remscheid eine Kooperationsvereinbarung über die Einrichtung eines kommunalen Bildungsnetzwerkes. Bis zum Jahr 2014 lag der Arbeitsschwerpunkt im Bereich Schule. Derzeit wird an neuen Ideen und Strategien gearbeitet, die im Rahmen der Bildungskonferenz im September diskutiert werden sollen. Das Ergebnis soll anschließend in den zuständigen Gremien vorgestellt werden“.

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