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"Deutsches Werkzeugmuseum ist in die Jahre gekommen!"

"Das Deutsche Werkzeugmuseum (DWM) wurde 1967 gegründet und ist aus dem Heimatmuseum im Haus Cleff, das seit 1928 besteht, hervorgegangen. 1995 wurde der Neubau fertiggestellt und 1998 das neu gestaltete Werkzeugmuseum eröffnet. Es ist ein hervorragendes und in Fachkreisen anerkanntes Spezialmuseum. Der Neubau ist zwischen zwei historischen Gebäuden errichtet worden:

  • Dem Kontorgebäude von 1873; es steht in unmittelbarem Bezug zum Haus Cleff, ist parallel dazu und giebelständig zur Cleffstraße ausgerichtet, und die Eingangstür zeigt zum Hauptgebäude.
  • Der Shedhalle (Halle Berger) von 1897: Maschinenhalle für die Produktion durch bis zu 40 Arbeiter an maximal 30 Maschinen. Diese wurden über Seile (Transmission) aus der direkt benachbarten Halle des Hauses Berger angetrieben.

Das Museum zeichnet sich durch eine zeitlose Gestaltung aus. Zudem steht die Interaktion des Besuchers an verschiedenen Stationen im Mittelpunkt. Allerdings fällt bei genauerer Betrachtung auf, dass die Ausstellungseinheiten in die Jahre gekommen sind und an ein modernes und dazu Technikmuseum nach rund 20 Jahren doch andere Ansprüche gestellt werden. Weiterhin haben sich die Sehgewohnheiten der Besucher stark verändert. Darüber hinaus ist eine ständige Anpassung der Ausstellung an den Fortschritt der modernen Produktionsweisen in der Industrie zwingend notwendig, besonders weil wichtige Innovationen in diesem Bereich aus Remscheid stammen. Als ein Beispiel sei hier nur die Nutzung eines 3D-Druckers in der Serienfertigung erwähnt.

Um dauerhaft dem Ruf des Deutschen Werkzeugmuseums gerecht zu werden, bedarf es einer vollständigen Neugestaltung. Die Inhalte werden gleich bleiben: Werkzeuggeschichte von der Steinzeit bis heute. Hierzu gehören auch die Forschung und die daraus resultierenden Innovationen. Aus diesem Grund wird man die eine oder andere Ausstellungseinheit aktualisiert übernehmen können. Auch die Dampfmaschine bleibt als elementarer Bestandteil der Ausstellung erhalten. Wichtig ist bei einer Neukonzeption und –gestaltung, den Bereich interaktiver Elemente und Mitmachstationen auszubauen. Auch der vermehrte Einsatz von Bildschirmen und Computern wird unumgänglich sein.

Das Alleinstellungsmerkmal des Deutschen Werkzeugmuseums muss noch erheblich mehr herausgearbeitet werden. Hierzu muss das Museum das Gedächtnis der Werkzeuggeschichte werden. Es gibt bereits einen guten Magazinbestand, und es werden regelmäßig Werkzeuge und Maschinen angeboten, die auch aufgrund eines Magazinkonzeptes als Schenkungen angenommen werden müssen, um die letzten existierenden Geräte für die Nachwelt zu erhalten. Aber auch die Neuentwicklungen der Weltmarktfirmen müssten heute und müssen künftig dort gesammelt werden, damit es keine Brüche in der Überlieferung der Geschichte gibt. Hierfür bedarf es erheblich größerer Magazinkapazitäten für Regallager sowie für Großgeräte wie Fallhämmer, Drehbänke oder Feilenhaumaschinen. Geplant ist, die Magazinbestände der Öffentlichkeit virtuell in Form von 3-D-Scans, Fotos oder Detailzeichnungen mit fachlich fundierten Beschreibungen zur Verfügung zu stellen, um diesen Datenbestand unter anderem auch für Forschungen zugänglich zu machen. Weiterhin könnte das Museum dann seiner Auskunftspflicht nacvhkommen, ohne personelle Ressourcen zu binden. (...)

In diesem Zusammenhang soll auch die Verbindung zwischen der Shedhalle Berger und dem Haus Berger (Foto) herausgearbeitet und wieder erlebbar gemacht werden. Bei der Ausstellungseinheit im Haus Berger würde die Bedeutung der Energiegewinnung für eine groß angelegte industrielle Produktion und die damit verbundenen sozialen Veränderungen für die Arbeiter aufgezeigt. Hierbei würde der Rundweg für die Besucher direkt durch das bisher verschlossene Magazin sowie über die vorgelagerte Rampe führen. Das Magazin würde als Schaumagazin ausgelegt, an dem einige elementare Aufgaben eines Museums – Sammeln, Bewahren und Forschen – erläutert würden. Zusätzlich bekäme der Besucher einen Einblick in die Systematik eines Magazins mit den unterschiedlichsten Werkzeugen sowie ein Gefühl dafür, dass nur ein Bruchteil ausgestellt wird und dass das adäquate Aufbewahren der Exponate für die Nachwelt und für die Öffentlichkeit von entscheidender Bedeutung ist." (aus dem neuen Gesamtkonzept für das Historische Zentrum der Stadt Remscheid)

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