Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Muslima, oder eine Ausstellung, die zum Gespräch ermutigt

Eröffnung der Islam-Ausstellung im Rathaus

Im Vorfeld einer „Heiligen Nacht“ der Muslime (Himmelfahrt Mohammeds) wurde heute im Remscheider Rathaus bei Çay (türkischem Tee) und zum Klang einer KEMENÇE, einer Art Leier von der türkischen Schwarzmeerküste, eine Ausstellung eröffnet, die dem Verständnis zwischen Christen und Muslimen dienen soll. „Christen und Muslime begegnen sich tagtäglich: Im Kindergarten und in der Schule, bei der Arbeit, in der Nachbarschaft, beim Einkaufen und in der Freizeit. An vielen Stellen hat sich unter Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen trotz unterschiedlicher Lebensentwürfe, Kulturen und Religionen ein freundschaftliches Miteinander entwickelt“, heißt es in Arbeitsmaterialien zu der Ausstellung der „Arbeitsstelle Islam und Migration“ der Evangelisch-luth. Landeskirche Hannovers, die den Titel trägt „Gesichter des Islam - Begegnung mit muslimischen Frauen und Männern“. Es scheint so, als sei dieser Text auf Remscheid mit seinem überdurchschnittlich hohen Anteil an muslimischen Mitbürgern zugeschnitten. Tatsächlich datiert dieses interreligiöse Projekt unter der Schirmherrschaft von Bundestagspräsidentin a.D. Prof. Dr. Rita Süßmuth vom August 2004, damals erarbeitet von Studentinnen der Technischen Hochschule Aachen.

Eigentlich zählt die Wanderausstellung, die schon in vielen deutschen Städten zu sehen war, neunzig großformatige Bildtafeln. In Remscheid sind lediglich ein Drittel davon zu sehen. Die Aussagekraft der Ausstellung leidet darunter allerdings nicht. Im Mittelpunkt stehen in Remscheid ausschließlich Muslima (Frauen); die Bildtafeln von muslemischen Männer fehlen - sie waren dafür heute bei der Ausstellungseröffnung umso präsenter.

Mit ihren Porträts und Interviews erzählen die muslemischen Frauen von schönen und kantigen Seiten ihres Alltags in der deutschen, nicht-islamischen Gesellschaft. Sie sagen nicht nur, welche Bedeutung ihr Glauben für ihren Alltag hat, sondern auch, wie sie die christliche Kirche und Christen/innen erleben. Ergänzend stellen sich stellen sich in der Ausstellung Remscheider Moschee-Vereine vor.

"Die Ausstellung ermutigt zu einem fruchtbaren Miteinander", schrieb Prof. Dr. Rita Süßmuth. Sozialdezernent Burkhard Mast-Weisz, der die Ausstellung heute in Vertretung von Oberbürgermeisterin Beate Wilding (in Urlaub) eröffnete, wählte den aktuellen Bezug zu Schreckensmeldungen über Selbstmord-Attentäter: „Religion ist das eine, was die Menschen daraus machen, ist das andere!“ Noch im 18. Jahrhundert habe es in Deutschland Hexenverbrennungen gegeben; auch das habe mit der biblischen Botschaft nichts zu tun gehabt. Mit Pfarrer Jochen Robra, dem Synodalbeauftragten für Islamfragen, der die Ausstellung nach Remscheid geholt hatte, war sich Mast-Weisz einig darin, dass der Islam, wie er in den Porträts und Interviewtexten dargestellt wird, „vielfältig, bunt, schön und friedlich“ ist. Und dass diese Ausstellung Raum biete für Begegnung und Dialog zwischen Christen und Muslimen – wichtig in einer Stadt wie Remscheid, „in der der Islam für immer mehr Menschen Glaubensmittelpunkt ist“ (Mast-Weisz). Schließlich gelte es, „gemeinsam Schranken einzureißen, Brücken zu bauen und Vertrauen zu fassen“ (Robra).

Das Ziel des Projektes „Gesichter des Islam - Begegnung mit muslimischen Frauen und Männern“ ist es, den christlich-islamischen Dialog zu fördern und zur kritischen Reflexion über die andere und die eigene Religion anzuregen. Was glaubst denn du? Was feierst du? Wie äußert sich dein Glaube in deinem Leben, in deinen Wertevorstellungen, in deinem Handeln? Wie werden Kinder erzogen? Wie begründen muslimische Frauen, warum sie ein Kopftuch tragen und warum nicht? Wie erleben sie Christinnen und Christen? Das Projekt will ermutigen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Es gehe nicht darum, „über die anderen" zu reden. Vielmehr gehe es darum, die muslimischen Frauen als Expertinnen ihres Glaubens, ihres Lebens und Handelns wirklich wahrzunehmen.

Die Ausstellung, an deren Vorbereitung auch das städtische Migrationsbüro (Heike Hildebrand und Saime Koc) sowie der Kulturservice (Franz Lebfromm) beteiligt waren (ihnen und Pfarrer Robra galt heute der Dank von Sozialdezernent Burkhard Mast-Weisz),  bleibt in Remscheid bis zum 30. August, zu sehen -  in der ersten Etage des Rathausesmontags bis donnerstags von 8 bis 19:30 und freitags von 8 bis 17 Uhr.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Ingo Klein am :

Eine Ausstellung kann Ihre BesucherInnen bereichern, aber dass BesucherInnen eine Ausstellung bereichern ist sicher ungewöhlich. Sevilay Temiz und Hafiz (Ehrentitel für einen Menschen, der den gesamten Koran auswendig kann) Ibrahim Al, beide Informationstechnische Assistenten im dritten Ausbildungsjahr am Berufskolleg Technik Remscheid, sind solche ungewöhnlichen Ausstellungsbesucher. Für die erfolgreiche Ausstellung "Gesichter des Islam", die vom 20.07. bis zum 30.08. im Remscheider Rathaus zu sehen war, entwickelten sie in Ihrem Religionsunterricht Texte und schossen in ihrer Moschee Fotos für ihre Remscheider Ausstellungstafeln. Nun wandert die in Remscheid viel besuchte Ausstellung um drei Tafeln reicher weiter. Ab dem 04.09.2007 ist die Ausstellung in Düren zu sehen, die weiteren Ausstellungsorte sind Solingen, Mülheim und Duisburg. Ein Beitrag aus Remscheid ist nun immer dabei. (Ingo Klein, Referent für Öffentlichkeitsarbeit des Evangelischen Kirchenkreises Lennep)

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!