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Von einer Leserzuschrift und der Phantasie, die sie weckte

Waterbölles-Kommentar

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Im Zusammenhang mit der Umplanung des „Nordstegs“ am Bahnhof Remscheid hieß es am Montag dieser Woche im Waterbölles: Abgespeckt“ bedeutet nichts anderes als "kostengünstiger", um nicht zu sagen "billiger". Ich vermute mal, dies dürfte eher der Grund für die Umplanung sein als die Proteste einiger Hochhausbewohner, man könne ihnen künftig vom Steg aus ins Schlafzimmer blicken. (Als sei die Jalousie noch nicht erfunden…).

Das hat einen regelmäßigen Leser des Internetforums auf die Palme gebracht (Namen sind Schall und Rauch). In einer Zuschrift an den Herausgeber persönlich wertet er die wenigen Sätze als, Zitat, „ ein Beispiel dafür, dass die Rechte der Belästiger vor die Rechte der Belästigten geht. Von den Bewohnern wird erwartet, dass sie Ihre Zimmer licht- und blickdicht verschließen. Es gibt viele Leute, die mögen das nicht, sondern wollen offene Fenster. Warum werden in die Häuser Fenster eingebaut? Von der Mehrheit der Nichtraucher wird erwartet, dass sie sich tolerant vollstinken lassen von der Minderheit der Raucher. (Bei einem Auto mit einem Dreckspritzer würde sofort eine Anzeige wegen Sachbeschädigung gestellt.) Von Fußgängern wird Toleranz bei zugeparkten Gehwegen erwartet. Bei Kritik wird die Polizei gerufen. Allerdings fehlt absolut die Toleranz, wenn Fußgänger auf der Fahrbahn gehen. Geht Toleranz immer nur in eine Richtung?“ Und dann folgt der Nachsatz „Die Freiheit (Rechte) des Anderen ist auch immer die Freiheit (Rechte) des Einzelnen (Rosa Luxemburg)“.

Den Satz kenne ich. Und der hat mir kurz zu denken gegeben. Kurz, nur kurz! Denn hier wird schweres Geschütz für eine Nichtigkeit aufgefahren. Würde Stadtplanung davon abhängig gemacht, dass niemandem ins Fenster (welches auch immer) geschaut werden könnte, die deutschen Städte müssten neu gebaut werden. Vielleicht waren manche Kommunalpolitiker, die mit Anwohnern der GEWAG-Hochhäuser am Bahnhof gesprochen haben, nicht deutlich genug (oder zu scharf auf künftige Wählerstimmen), sonst wäre die Erwartungshaltung dieser Bürger nicht derart hoch, es ginge bei der Planung einer Fußgängerbrücke tatsächlich entscheidend darum, potenzielle Spanner erst gar nicht anzulocken.

Man muss sich das mal vorstellen: Da schleicht sich in der Abenddämmerung – brave Bürger gehen früh schlafen -  ein Mann im grauen Regenmantel (hochgeklapper Kragen, versteht sich), ein Fernglas umgehängt (Nachtsichtgerät, versteht sich), von der Bismarckstraße auf die neue Brücke (Zukunftmusik), und bleibt mitten drauf stehen, das Arbeitsamt im Rücken und ein Hochhaus vor sich. Jetzt, jetzt greift er gar zum Fernglas… Gleich wird er den Mantel öffnen, igitt!! Und all das wie auf dem Präsentierteller, in luftiger Höhe, noch aus 150 Meter erkennbar. Die echte Spanner-Position sozusagen, einem Denkmal gleich.

Es braucht keinerlei Phantasie, um zu behaupten, da gebe es in Remscheid bessere Stellen für die heimliche Beobachtung von Mitmenschen (bei welchen Tätigkeiten auch immer). Viele höher gelegenen Stellen, von denen aus man in tiefer gelegene Fenster blicken kann, oder solche auf gleicher Höhe, bieten sich dafür an. Bahndämme kommen mir da in den Sinn, Straßenbrücken, und überhaupt die Topografie im Bergischen Land. Was ist bloß gegen all die Heerscharen von Neugierigen zu machen, die sich an diesen Stellen zwischen Tag und Nacht gierig tummeln? Am besten, die Strecke des „Müngsteners“ wird gleich morgen eingestellt. Wer hat überhaupt Brücken erfunden?! Und dann all die bergischen Hügel. Am besten plattmachen, nivellieren! Es geht eben nichts über die Rheinische Tiefebene!

Plötzlich ahne ich Furchtbares: Der Bevölkerungsschwund Remscheids! Endlich ist die Ursache dafür gefunden: Die Bürger sind alle weggezogen, weil sie Angst vor Spannern hatten!! Und: Wenn alle wegziehen, bleiben dann nur die Spanner übrig? Nein, dann wär’s für sie in Remscheid ja  viel zu langweilig. Wahrscheinlich suchen sie dann ebenfalls das Weite. Und dann könnte Remscheid, menschenleer, problemlos nach Wuppertal eingemeindet werden.

Absurd, das Ganze? Stimmt. Was eine einzelne Zuschrift nicht alles auslösen kann … (;-))

Trackbacks

waterboelles.de am : Noch genug Geld für einen niedrigeren und schmaleren Steg?

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„Mit dem Steg Nord wird die … Verbindung von Innenstadt, Hauptbahnhof und Südbezirk hergestellt. Der Steg Nord ist Bestandteil der Städtebauförderung“, beginnt „wenig spannend“ eine Miteilungsvorlage der Verwaltung, die der Bauausschuss gestern zur Kenntn

Kommentare

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Chronist am :

Kann das wirklich sein? Ein Dreivierteljahr, nachdem das "Spanner-Problem" auftauchte, ist es immer noch nicht gelöst? Im Hauptausschuss antwortete jedenfalls heute Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein auf die Frage von Beatrice Schlieper nach dem Stand der Planung des Nordsteges, hierüber würden noch Gespräche mit den Anwohnern geführt - "ob der Steg breiter oder schmaler, länger oder kürzer wird".

Michael Dickel am :

An alle Bewohner von Erdgeschosswohnungen. Diese Entwicklung dürfte interessant sein. Sollte also in ca. 8-10 Metern ein Bürgersteig am Haus vorbeiführen, sollten Sie mal besser Einspruch bei der Stadt einlegen. Es könnte ja jemand ins Fenster schauen und Sie beim Lesen der Waterboelles-Seiten beobachten. Denken Sie aber daran, bitte auch die Gardinen zurückzuziehen und im Raum möglichst Licht anzuschalten, damit sich die Passanten nicht unnötig Mühe machen müssen. Was sagen eigentlich die Bewohner in den betroffenen Häusern, die jetzt im Erdgeschoß wohnen? Ich kenne Anwohner der Häuser, die nur den Kopf schütteln über diese Einwände. Aber das ist doch alles typisch für Remscheid. Ich kann mich dem Waterboelles-Kommentar zu 100 % anschliessen.

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