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AGOT: Mitbestimmung schon in jungem Alter

Waterbölles-Serie
25 Jahre AGOT
Teil IV

von Marie-Therese Frommenkord (Jugendhilfeplanung der Stadt Remscheid)

Kooperation und Zusammenarbeit hat es im Bergischen Städtedreieck schon immer gegeben, allerdings eher sporadisch. Seit den Bergischen Jugendkulturfestivals (ab 2004) ist im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit diese Zusammenarbeit verstetigt und institutionalisiert worden. So haben insgesamt sechs Bergische Jugendkulturfestivals und seit 2010 fünf Bergische Fachtage Offene Kinder- und Jugendarbeit stattgefunden. Nach einem Rheinischen Grundsatz gilt alles, was öfter als dreimal hintereinander in gleicher Weise und mit gleichem Ziel stattfindet, als Brauchtum. In diesem Sinne ist auch die Bergische Kooperation der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Brauchtum in seinem besten Verständnis: laut Definition ist es eine gute Gewohnheit und dient dem Zusammenhalt, der Identität, der Überlieferung und damit dem Erhalt.

Wir durften erfahren und erleben, dass die Bergische Kooperation nicht nur die Arbeit bereichert, sie ermöglicht bestimmte Aktionen erst, sie führt zu Synergien und vor allem lernt man sich über die Stadtgrenzen hinaus besser kennen. Und das lohnt sich! (2004: 1. Von insgesamt 6 Bergischen Jugendkulturfestivals, zeitgleich an den Bahnhöfen der drei Bergischen Großstädte; 2010: 1. Bergischer Fachtag Offene Kinder- und Jugendarbeit, insgesamt fünf.)

"Farbe bekennen. Braun ist Scheisse."

Zutreffend. Zeitlos. Nicht nur in Deutschland.

Jugend und Politik, Jugend macht Politik, Jugendpolitik

Zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland haben den Eindruck, dass es die Bundesregierung zu wenig interessiert, was junge Menschen denken. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes unter Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 17 Jahren. Noch schlechter ist es um das Ansehen der Kommunalpolitik bestellt. Hier haben nur 15 Prozent den Eindruck, dass sich die Lokalpolitiker für junge Menschen und deren Anliegen interessieren.

„Die Politik muss auf allen Ebenen alles daran setzen, das fehlende Vertrauen der Kinder und Jugendlichen herzustellen. Dieser Aufgabe müssen sich Parteien, Parlamente, Regierungen und Verwaltungen gleichermaßen stellen. Gleichzeitig müssen die Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland dringend ausgebaut und strukturell verankert werden. Damit stärken wir unsere Kinder und Jugendlichen, die durch Mitbestimmung schon in jungem Alter soziale Kompetenzen entwickeln, als auch langfristig unsere Demokratie" sagt Thomas Krüger, der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks.

Die offene Kinder- und Jugendarbeit bringt sich an dieser Stelle aktiv ein und erfüllt ihren Auftrag gemäß § 11 SGB VIII, der u.a. auch die politische Bildung als Schwerpunkt der Jugendarbeit benennt. Die AGOT positioniert sich in diesem Feld selbst politisch durch klare Statements z.B. im Rahmen der Spardiskussionen im Sozialbereich (was wäre aus den städtischen Jugendzentren 1995 geworden ohne die Einmischung und Unterstützung der AGOT?), der Volksinitiativen oder zu Themen wie Rassismus, Homophobie, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit. Als Beispiel einige Aktionen der vergangenen Jahre:

  • 1992 „Braun ist Scheiße“ für Toleranz, gegen Gewalt und Rassismus (Foto)
  • 2002 Musikprojekt „Sample“ für Toleranz, gegen Gewalt und Rassismus
  • 2015 Jugendfestival RS United im Stadtpark
  • 2016 Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie 17.05.2016 16:30 Allee-Straße

Gleichzeitig bieten die Einrichtungen der AGOT den jungen Menschen Ansprechpartner, Themen und Beteiligungsmöglichkeiten für ein eigenes politisches Engagement. Die AGOT unterstützt den Jugendrat der Stadt Remscheid, wirkt mit an der Erstellung der Kinder- und Jugendförderpläne und im Jugendhilfeausschuss.  Die AGOT begleitet insbesondere auch die Wahlen und bietet durch geeignete Formate, Aktionen und Veranstaltungen den Jugendlichen Orientierungshilfe, aber auch den Politikerinnen und Politikern Gelegenheiten und Veranstaltungen, um mit den jungen Menschen in Kontakt zu kommen und deren Fragen und Bedürfnisse kennen zu lernen. "Jugend und Politik" war, ist und bleibt ein zentrales Thema der AGOT und ebenso muss Jugend auch zentrales Thema der Politik sein! Aktionen der vergangenen Jahre:

  • 2001 "Was geht ab Hasenberg?" mit dem Planungsbüro Stadt-Kinder aus Dortmund (Befragung zur Freizeitsituation; Zukunftswerkstatt; Fotostreifzüge; Aktionen; Kooperationen, Gründung der Stadtteilkonferenz; seither jährliche Stadtteilfeste mit allen Akteuren auf dem Hasenberg)
  • 2004 Wahl des 1. Jugendrats
  • 2004 AGOT-Party „Ihr habt die Wahl“ (mit Infos zur Kommunalwahl)
  • 2014 Aktionen zur Kommunalwahl
  • 1995 Aktionswochenende gegen Sozialabbau
  • 1995 Überleitung der städtischen Jugendeinrichtungen in freie Trägerschaft
  • 2003 1. Volksinitiative „Jugend braucht Zukunft“ (Ziel: gesetzliche Absicherung der öffentlichen Förderung der Kinder- und Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit. Erfolg: Der Landtag beschloss 2004 das "Kinder- und Jugendförderungsgesetz" (KJFöG), das am 1.1.2005 in Kraft trat)
  • 2006 2. Volksinitiative "Jugend braucht Vertrauen" (gegen die finanziellen Kürzungen der neuen Landesregierung im Kinder- und Jugendbereich; trotzdem wurden die im Kinder- und Jugendfördergesetz vorgesehenen 96 Mio. €uro auf 75 Mio. €uro gekürzt)        
  • 2010: "Remscheider Endspiel schon am 8 Juli! – Durch Eigentor ins Abseits" (gegen das "Streichpaket" von Sozialleistungen im Haushalt und das "Kaputtsparen")
  • 2011 Schließung Jugend- und InternetCafé RIC
  • 2007 1. Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 der Stadt Remscheid
  • 2015 2. Kinder- und Jugendförderplan 2015-2020 der Stadt Remscheid.

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