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Neues Berufskolleg kommt zum Hauptbahnhof

Das Gerücht erhärtete sich in den vergangenen Tagen. Richtig offiziell ist die Nachricht aber erst seit einer dreiviertel Stunde. Da ging im Rathaus eine Pressekonferenz zu Ende, auf der Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz es verkündete: Das neue Berufskolleg Wirtschaft & Verwaltung, derzeit an der Stuttgarter Straße in vieler Hinsicht unzureichend untergebracht, soll am Hauptbahnhof Remscheid einen ca. 20 Millionen Euro teuren Neubau bekommen, einzugsfertig voraussichtlich Anfang 2020. Das hat die Verwaltung der Politik in einer mehr als 60 Seiten umfassenden Vorlage vorgeschlagen, die seit heute im digitalen Ratsinformationssystem der Stadt nachzulesen ist. Das neue Berufskolleg wird damit die größte städtische Investition seit 25 Jahren (Sophie-Scholl-Gesamtschule) sein.

Lange Zeit hatten der OB, Schuldezernent Thomas Neuhaus, Stadtplaner Robin Denstorff, Teile der Politik und auch die Schulleitung den Neubau auf dem Grundstück von vorm. SinnLeffers an der Alleestraße präferiert. Aus städtebaulichen Gründen! Doch das hätte zusätzliche Baukosten von vier Millionen Euro mit sich gebracht, wie ein Gutachter errechnete. Dieser hatte die drei möglichen Standorte (dazu gehörte auch der Schulkomplex an der Neuenkamper Straße) auf Wirtschaftlichkeit, Multifunktionalität, Erreichbarkeit und Städtebau (Belebung der Innenstadt“ hin überprüft und sich klar für das brachliegende städtische Grundstück am Bahnhof („Baufeld 6“) ausgesprochen.

„Unter städtebaulichen Aspekten wäre der Schulstandort an der Alleestraße der beste gewesen“, betonte in der Pressekonferenz der OB. Doch dieser Vorschlag habe sich nicht halten lassen. Sein Dank galt „allen, die den bisherigen Planungsprozess begleitet haben“. Gestern habe er die Vorsitzenden der Fraktionen und Gruppen, die schulpolitischen Sprecher und den Vorsitzenden des Schulausschusses von der neuen Entwicklung unterrichtet. Einen Beschlussentwurf des Rates zu Gunsten des Baufeldes 6 erhofft sich der OB in der Sitzung am 24. November.

Zustimmung hat bereits die SPD-Fraktion signalisiert. In einer Pressemitteilung heißt es: „Die vorlegten Zahlen sind plausibel und nachvollziehbar. Daher war für uns klar, dass wir das von uns eingeforderte Gutachten auch respektieren werden.“ Mit den städtischen Geldern müsse sparsam umgegangen werden. Durch einen zu teuren Neubau des Berufskollegs hätten andere Schulen das Nachsehen gehabt.  

Auf Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses am 17. Dezember 2015 war es zu dem Vergleich der drei potenziellen Schulstandorte durch die DKC Kommunikationsberatung GmbH in Düsseldorf gekommen, die die Stadt Remscheid zuvor schon wegen des geplanten Rathausneubau unter Vertrag genommen hatte. Burkhard Mast-Weisz heute: „Die Idee, durch einen Schulneubau die Alleestraße zu beleben, war bestechend. Aber es war klar, dass das Ergebnis der Untersuchung den Ausschlag geben musste!“ Und damit kann auch Schuldezernent Thomas Neuhaus leben. Hauptsache, die Schule zieht weg von der Stuttgarter Straße. Die Schulleitung habe die drei Standorte – unabhängig von der DKC – mit ihren pädagogischen Raumprogramm abgeglichen und sich ebenfalls für das Baufeld 6“ ausgesprochen, berichtete Jörg Biermann, Fachdienstleiter Schule + Bildung. Stadtplaner Robin Denstorff zum neuen Standort: „Auch der Neubau am Hauptbahnhof ist ein Beitrag zur städtebaulichen Entwicklung, zumal die Qualifizierungsmaßnahme ‚Nordsteg‘ im beschlossenen Programm zur Revitalisierung der Innenstadt enthalten ist!“

Stadtkämmerer Sven Wiertz hat das Projekt in den Entwurf des Investitionsplans für 2017 eingebracht, der vom Rat ebenfalls noch beschlossen werden muss. „17,5 Millionen Euro für 2017 sind die Anstoßfinanzierung!“ Sobald der Rat der Stadt im November grünes Licht gegeben hat – und damit ist zu rechnen –, wird es Aufgabe von Thomas Judt, Chef des städtischen Gebäudemanagements, und seiner Mitarbeiter/innen sein, eine europaweite Ausschreibung vorzubereiten. Sie soll in einem stufenartigen Verfahren erfolgen, in dem die beteiligten Anbieter mit einer Vergütung ihrer Entwürfe werden rechnen können. Mit einer Ausnahme: Der Architekt/Generalunternehmer, der schließlich den Auftrag bekommt. Mit diesem rechnet Judt frühestens Ende nächsten Jahres. Für den Architekten dürfte das Grundstück eine Herausfordferung sein; es gilt als "schmales Hansdtuch".

Den Eigentümer des Modehaus-Grundstücks an der Alleestraße habe er heute angerufen, berichtete Denstorff auf der Pressekonferenz, und ihm das Ergebnis des Gutachtens mitgeteilt. Für das leerstehende Gebäude gebe es weiterhin drei Alternativen: Eine komplette Einzelhandelsnutzung, eine Aufteilung in Einzelhandel in Parterre und Dienstleistung in den Obergeschossen und eine Aufteilung in Einzelhandel und Wohnungen. Denstorff: „Wir werden hier im Gespräch bleiben!“ In der Innenstadt habe die Stadt Remscheid bei jederlei Grundstücksgeschäften ein Vorkaufsrecht. Das sei aber nicht als Hindernis zu verstehen. Die Idee eines Vollsortimenters an dieser Stelle ist nach wie vor verfolgenswert!“

Nicht ausgeschlossen, dass die DKC Kommunikationsberatung GmbH mit einem weiteren Auftrag der Stadt Remscheid rechnen kann. Denn auch der Bau einer neuen Dreifachturnhalle in der Innenstadt steht an. Dazu Oberbürgermeister Mast-Weisz in der Pressekonferenz: „Hierüber gibt es aber noch keine Entscheidung!“ Wer auch immer sich dieser Planung annehmen werden wird, er wird den „Ersatz der entfallenden Sportnutzungsflächen am Altstandort Stuttgarter Straße 13“ (Vorlagentext) berücksichtigen müssen. Ob auch dieses städtische Grundstück für eine Dreifachturnhalle in Frage käme, wollte der Waterbölles von Thomas Judt wissen. Klarte Antwort: „Nein!“ Was aus dem Gelände dann wird, steht noch nicht fest.

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Kommentare

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Chronist am :

Zufrieden nimmt die Fraktion Die.LINKE im Rat der Stadt Remscheid zur Kenntnis, dass die Verwaltung nun das so genannte Baufeld 6 am Bahnhof als Neubaustandort für das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung vorschlägt. Die schulpolitische Sprecherin Brigitte Neff-Wetzel und die übrigen Ratsmitglieder hätten schon frühzeitig diesen Standort favorisiert und in mehreren Stellungnahmen die Gründe dafür benannt. Neben dem finanziellen Vorteil ging es vor allem auch um schulfachliche Aspekte. Dabei standen vor allem Fragen wie Größe des Raumangebots, Schulhofproblematik, Lärm und Lichtverhältnisse im Fokus der Diskussion.

Lothar Kaiser am :

Der Waterbölles hat den gestrigen Bericht um neuen Berufskolleg Wirtschaft & Verwaltung um eine Tabelle aus dem Gutachten der DKC Kommunikationsberatung GmbH ergänzt, die er gestern übersehen hatte. Der Kapitalbedarf beim Bau des neuen Berufskollegs ist demnach am Bahnhof mit 19.030.979 Euro nach Angaben der Gutachter um 4.755.280 Euro geringer als an der Neuenkamper Straße und sogar um 6.725.785 Euro als an der Alleestraße.

Chronist am :

Der Schulausschuss hat gestern dem neuen Standort für das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung einstimmig zugestimmt. Die Entscheidung des Hauptausschusses steht noch aus, dürfe aber ähnlich ausfallen.

Chronist am :

Als Ersatz für das alte Gebäude des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung, Stuttgarter Str. 13, hat der Rat der Stadt gestern einstimmig einen Neubau auf dem städt. Grundstück Baufeld 6, Schmalkalder Straße, beschlossen. Nutzfläche rund 5.100 qm, Gesamtbruttogeschossfläche rund 7.650 qm. „Die Realisierung des Projektes erfolgt im Rahmen eines formalen EU-Ausschreibungsverfahrens als erweitertes Totalunternehmer-Modell. (...) Die Gesamtkosten ... belaufen sich voraussichtlich für den Bau und die Ausstattung auf 20.140.400 €“, heißt es in der Beschlussvorlage.

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