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Integrationskonzept des Kreises Wesel "nachlesenswert"

Pädagogisch seien die Remscheider Schulen auf die Kinder von Flüchtlingen und EU-Zuwanderern gut vorbereitet, sagte vor wenigen Tagen im Schulausschuss Schulrätin Susanne Cortinovis-Piel; nur wenige Integrationsstellen seien (noch) nicht besetzt. Und weil „alle Schulformen mittlerweile mit im Boot seien", müsse die Hauptschule die Belastung nicht mehr alleine tragen. Dort sei die Zahl der Flüchtlingskinder inzwischen auf 104 Kinder zurückgegangen. Die übrigen 212, die seit 1. September in Remscheid eine weiterführende Schule besuchen, verteilen sich auf Realschule (42), Gymnasium (40), Gesamtschule (38), Berufskollegs (56) und Weiterbildungskolleg (36). Welche dieser Jungen und Mädchen die speziellen Vorbereitungsklassen verlassen und in eine Regelklasse wechseln können bzw. schon gewechselt sind, will die Schulrätin in den weiterführenden Schulen zum 15. September abfragen.

Eine intensive Sprachförderung benötigen auch die zugewanderten Kinder, die eine der Remscheider Grundschulen besuchen (alle Grundschulen seien beteiligt, ergänzte Schulrätin Brigitte Dörpinghaus). 214 Kinder erhalten nach ihren Angaben gegenwärtig täglich eine zweistündige Sprachförderung. An der Hauptschule Wilhelmstraße besteht eine spezielle Alphabetisierungsgruppe. Diese bietet zur Berufsorientierung hinaus auch ein Langzeitbetriebspraktikum an.

24 Flüchtlingskinder besuchen in der Sophie-Scholl-Gesamtschule eine Vorbereitungsklasse. Die dürfe man sich allerdings nicht als homogene Einheit vorstellen, erläuterte im Schulausschuss Schulleiter Carlos Sanchez-Martinez die von den Pädagogen durchaus als sehr schwierig empfundene Situation. Schließlich erwarte das nordrhein-westfälische Schulgesetz von den Lehrer/innen eine individuelle Förderung ihrer Schüler/innen. Der Rektor: „24 sind da einfach zu viel. Wünschenswert wären 15, maximal 18 Schüler!“ Zumal nicht nur „Integrationskinder“ eine individuelle Förderung erhalten sollten, sondern auch „die Regel- und die Inklusionskinder“. Sie alle sollen einem Erlass des Landes zufolge nach Möglichkeit in die „normalen" Klassenverbände integriert werden. Doch wie sollen die Lehrer die Voraussetzungen dafür in einer Fördergruppe schaffen, die von weit mehr als 18 Kindern besucht wird?

Für dringend geboten hält es Carlos Sanchez-Martinez deshalb, dass die Leiter der weiterführenden Schulen in Remscheid gemeinsam mit den Mitarbeitern des Kommunalen Integrationszentrums ein Konzept entwickeln, das die vom Land geforderte individuelle Förderung sicherstellt. Schuldezernent Thomas Neuhaus verwies in diesem Zusammenhang auf ein Konzept des Kreises Wesel zur Integration zugewanderter Kinder. Es lohne sich, sich das näher anzuschauen. Eine individuelle Problemlösung dürfte Neuhaus damit allerdings nicht gemeint haben. Sie kann nur institutioneller Art sein, gemeinsam getragen von der Schulverwaltung und Lehrerschaft.

Das Integrationskonzept des Kreises Wesel wurde schon frühzeitig angegangen: In der Zeit von Dezember 2014 bis April 2015 wurde es unter Beteiligung der kreisangehörigen Kommunen, Migrationsfachdienste, Integrationsräte, sowie bürgerschaftlichen Initiativen in der Integrationsarbeit erarbeitet. Es bildet seitdem kreisweit die Grundlage für die Arbeit des Kommunalen Integrationszentrums.

Dr. Ansgar Müller, Landrat des Kreises Wesel: „Es gilt, die Potenziale von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte hervor zu heben und die Vielfalt von Menschen als Chance zu begreifen. Integration zieht sich durch alle Lebensbereiche und muss daher von allen Menschen als Querschnittsthema verstanden und gelebt werden. Integrationsarbeit kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden wird.“
(Anmerkung in eigener Sache: Ob der Waterbölles die von Susanne Cortinovis-Piel im Schulausschuss mündlich vorgetragenen Zahlen alle richtig wiedergegeben hat, kann sich erst herausstellen, wenn die Stadtverwaltung das Protokoll dieser öffentlichen Ausschusssitzung ins digitale Ratsinformationssystem eingestellt hat. Denn die Schulrätin hat der Protokollführerin Birgit Mendryscha zugesagt, den schriftlichen Bericht nachzureichen. Warum einfach, wenn’s auch umständlich geht!?)

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Chronist am :

Eine Zahl stimmte nicht; sie wurde korrigiert. Wie sich der schriftlichen Statistik ergibt, hatten die weiterführenden Schulen in Remscheid am 31. März 253 zugezogene Kinder, am 1. Juni 2016 waren es 293 (plus 40). Zum 1. September ergab sich ein weiteres Plus von 24.

Chronist am :

217 Jungen und Mädchen bedürften derzeit in Remscheider Grundschulen einer sprachlichen Erstförderung (Flüchtlingskinder und andere zugewanderte), berichtete Schulrätin Brigitte Dörpinghaus heute im Schulausschuss. Den Lehrerkollegien der Schule attestierte sie bei dieser Aufgabe großes Engagement und eine hohe Willkommenskultur. Bei der Zuweisung der Kinder an die einzelnen Schulen gebe es keine langen Wartezeiten. Der Ausschuss spendete Beifall. Allerdings: Diese Zuweisung durch die Schulbehörde zu korrigieren, weil der Schüler / die Schülerin nach Erkenntnissen der Lehrer in einer anderen Schulform womöglich besser aufgehoben sei / bessere Lernerfolge erzielen könne, sei äußerst schwierig. Das sei für die Lehrer, denen es um das Wohl des Kindes gehe, äußerst unbefriedigend, hieß es aus dem Kreis der Pädagogen.

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