Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Ausbildungsmarkt hat seine Höhen und Tiefen

Pressemitteilung der Agentur für Arbeit

In den vergangenen zwölf Monaten meldeten Wirtschaft und Verwaltung der Agentur für Arbeit Remscheid 579 Ausbildungsstellen für Remscheid. Dies sind 58 Stellen oder 9,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang der gemeldeten Stellen im Vorjahresvergleich ist in Remscheid stärker als in Solingen. In Wuppertal wurden sogar deutlich mehr Stellen gemeldet. Ende September waren in Remscheid noch 51 Ausbildungsstellen frei und damit vier mehr als im letzten Jahr. Eine Ausbildungsstelle suchten Ende September noch 56 Jugendliche.

„Bei der Jahresbilanz auf dem Ausbildungsmarkt gibt es in diesem Jahr Höhen und Tiefen. Positiv entwickelten sich die gemeldeten Stellen in Wuppertal. Die Unternehmen haben mehr Ausbildungsstellen gemeldet und sichern sich so ihren Fachkräftebedarf von morgen. Positiv ist auch, dass die Zahl der bei der Berufsberatung gemeldeten Bewerber nahezu konstant blieb. Trotz der sinkenden Schülerzahlen sind wir also nahe an den jungen Menschen. So hat sich das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage leicht verbessert. Auf der anderen Seite wird die Bilanz getrübt, weil sich zeigt, dass Angebot und Nachfrage weniger gut zueinander fanden. Mehr junge Menschen suchten vergeblich nach ihrem Wunsch-Ausbildungsberuf und gleich-zeitig blieben mehr Lehrstellen unbesetzt, die Passungsprobleme nehmen also zu“, erläutert Martin Klebe, Chef der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal.Den meisten der 4.934 Jugendlichen, die sich bei der Berufsberatung meldeten, konnte diese helfen. Trotzdem waren Ende September noch 332 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Auf der anderen Seite konnten 252 Ausbildungsplätze in den drei Städten bis Ende September nicht besetzt werden, das sind 26 mehr als im Jahr zuvor. „Die Besetzungsprobleme für die Unternehmen nehmen, insbesondere bei vermeintlich nicht so attraktiven Berufen, wie beispielsweise in der Lebensmittelindustrie, zu. Auch stimmen die schulischen Leistungen der Jugendlichen mit den Anforderungen der Unternehmen nicht immer überein. Die Arbeitgeber sollten aber auch auf den ersten Blick schwächeren Jugendlichen eine Chance geben“, appelliert Martin Klebe. „Wir bieten den Unternehmen mit der assistierten Ausbildung eine echte Unterstützung und Hilfe an. Eine Ausbildungsstelle unbesetzt zu lassen ist, mit Blick auf den künftigen Fachkräftebedarf, keine gute Lösung.“

Die Kritik der Betriebe ist nicht neu: Der personelle Aufwand für die Ausbildung werde zunehmend größer, gleichzeitig gehe die Zahl der ausbildungsfähigen Bewerber stetig zurück. „Auf der anderen Seite gibt es viele Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz brauchen und diesen auch händeringend suchen. Sie finden ihn nur nicht – trotz aller Bemühungen“, sagt Martin Klebe. Die Zahlen vergegenwärtigen das: In diesem Ausbildungsjahr fanden von insgesamt 4.934 Bewerbern auf einen Ausbildungsplatz 1.013 junge Menschen ihre Wunsch-Ausbildungsstelle nicht- rund 20 Prozent! Von ihnen entschieden sich 681 für eine Alternative aber 332 gingen zunächst leer aus. Auf der anderen Seite blieben in diesem Jahr im Bergischen Städtedreieck 252 bei der Arbeitsagentur gemeldete Lehrstellen, davon 51 in Remscheid, 49 in Solingen und 152 in Wuppertal unbesetzt – auch, weil Betriebe den Aufwand und die Risiken eines Abbruchs als zu hoch bewerteten und trotz zunehmender Fachkräfteknappheit auf die Einstellung eines Auszubildenden verzichteten. Eine kritische Entwicklung, auf die im letzten Herbst die Bundesagentur für Arbeit mit einem neuen arbeitsmarktpolitischen Instrument reagiert hat:  „Es ist wichtig, möglichst vielen Jugendlichen eine Chance auf eine betriebliche Ausbildung zu ermöglichen. Dies bedarf bei einigen Jugendlichen einer gezielten Unterstützung. Wir lassen Arbeitgeber mit ihrer Verantwortung nicht alleine und bieten mit der Assistierten Ausbildung eine echte Unterstützung im Betriebsalltag an, das bestätigen uns die Unternehmen, die dieses Instrument in Anspruch nehmen. So kommen Jugendliche zum Zuge, die sonst leer ausgehen würden“, erläutert Martin Klebe.

In der „Assistierten Ausbildung (AsA)“ gewährt ein durch die Arbeitsagentur beauftragter Bildungsträger dem Auszubildenden und seinem Ausbildungsbetrieb individuell zugeschnittene Hilfen. Die Angebote stehen ab Ausbildungsbeginn zur Verfügung und unterstützen zwischen vier bis neun Stunden in der Woche. Die Teilnahme kann auch bei bereits bestehenden Ausbildungsverhältnissen erfolgen, wenn der erfolgreiche Abschluss gefährdet ist. Zu den Dienstleistungen für die Jugendlichen gehören bewährte Elemente wie Nachhilfe, Beratung, Hilfen zur Lebensbewältigung und Existenzsicherung in der Ausbildung, Krisenintervention und Elternarbeit. Durch den ganzheitlichen Ansatz profitieren auch die Betriebe, zum Beispiel von der Begleitung im Betriebsalltag, der Unterstützung bei der Kooperation mit der Berufsschule, der Prüfungsvorbereitung oder dem Coaching der Ausbilder. Ausbildungsabbrüchen soll so frühzeitig begegnet werden.

Unternehmen aus Remscheid, Solingen und Wuppertal meldeten in diesem Ausbildungsjahr, das von Oktober 2015 bis Ende September 2016 verläuft, insgesamt 3.070 Ausbildungsstellen beim Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. Das waren 60 betriebliche Ausbildungsstellen (+2,0 Prozent) mehr als im Ausbildungsjahr zuvor, wobei 34 Stellen alleine durch eine statistische Änderung hinzukamen, weil bestimmte Ausbildungen (wie der Handelsfachwirt) seit diesem Jahr einbezogen werden. In den Bereichen Landverkehr/Transport in Rohrfernleitungen, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Metallerzeugung und Bearbeitung, Gastronomie, Unternehmensberatung sowie Handel mit Kfz wurden beispiels-weise mehr Stellen gemeldet. Weniger Stellen als im vergangenen Jahr standen hingegen in den Bereichen der Erstellung von Papier und Pappe, Herstellung von chemischen Erzeugnissen, Arbeitnehmerüberlassung, Erziehung und Unterricht so-wie Erbringung von sonstigen Dienstleistungen zur Verfügung. Dem standen 4.934 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber aus Remscheid, Solingen und Wuppertal gegenüber und damit etwa genauso viele (-5 Personen) wie im Jahr zuvor. Die Zahl der ausbildungssuchend gemeldeten Abiturienten ist mit insgesamt 858 im Vergleich zum Vorjahr (+41) leicht gestiegen, während die Zahl der Bewerber mit Hauptschulabschluss am stärksten gesunken ist. Diese ist von 1.047 im letzten Jahr auf aktuell 969 um 78 Jugendliche oder 7,5 Prozent zurückgegangen. Bewerber aus den Vorjahren machen einen Anteil von 46,6 Prozent aus und damit etwas weniger als vor einem Jahr.

„Weiter die Schule besuchen und einen höheren Abschluss erwerben oder doch lieber eine Ausbildung beginnen? – Diese Frage stellt sich für viele Jugendliche und Eltern. Um die richtige Entscheidung treffen zu können, sollten alle Möglichkeiten ausgelotet werden. Unverzichtbar sind hierfür gute und umfassende Informationen. Daher kann ich allen Jugendlichen und Eltern nur dringend raten, das Angebot der Berufsberatung zu nutzen“, so Martin Klebe. „Häufig ist der Weg zum Wunschberuf über die weiterführende Schule gar nicht erforderlich und stellt sich später sogar als Umweg heraus.“ Rein rechnerisch standen im Bergischen Städtedreieck 100 Bewerbern 62 Ausbildungsplätze gegenüber, im Jahr zuvor waren es noch 61 Ausbildungsstellen je 100 Bewerber.

1.991 oder 40,3 Prozent der insgesamt 4.934 gemeldeten Bewerber in den drei Städten begannen ein Ausbildungsverhältnis. Gegenüber dem Vorjahr sind das 73 weniger. Eine betriebliche Ausbildung begannen 1.789 Jugendliche, 202 mündeten in eine geförderte außerbetriebliche Ausbildung ein. 176 Jugendliche begannen eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme oder Einstiegsqualifizierung, 22 Jugendliche weniger als im Jahr zuvor. 2.767 Mädchen und Jungen (56,0 Prozent) der Bewerber insgesamt haben sich aus dem Vermittlungs-prozess abgemeldet, weil sie eine anderweitige Lösung gefunden haben (weiterer Schulbesuch, Praktikum, Studium, soziale Dienste, Auslandsaufenthalt, Arbeitsstelle). Das waren 90 Jugendliche mehr als im letzten Jahr. 252 Stellen waren Ende September am Ende des Beratungsjahres noch unbesetzt, das sind 26 mehr als im Jahr zuvor. Auf der anderen Seite suchten 332 junge Menschen vergeblich nach einer Ausbildungsstelle und blieben zunächst ohne Alternative. Dazu Martin Klebe: „Die Passungsprobleme entstehen, indem gute Schülerinnen und Schüler vergeblich nach anspruchsvollen Ausbildungsberufen suchen. Dann suchen sich diese eher eine Alternative, beginnen beispiels-weise ein Studium, gehen ins Ausland oder beginnen einen Freiwilligendienst, als auf einen weniger attraktiven Beruf zurückzugreifen. So entschieden sich auch in diesem Ausbildungsjahr insgesamt 681 junge Menschen für einen Plan B weil sie ihren Wunsch-Ausbildungsberuf nicht verwirklichen konnten“, so Martin Klebe.  Von den 332 Jugendlichen, die Ende September noch eine Ausbildungsstelle suchten, hatten die meisten (128) einen Realschulabschluss, 93 Fachhochschulreife, 55 einen Hauptschulabschluss und 46 sogar Abitur. Nur drei verließen die Schule ohne Abschluss und sieben machten keine Angaben zu ihrem Abschluss.  Wer sich jetzt auf einen Ausbildungsplatz bewerben möchte, dem kann die Berufsberatung der Agentur für Arbeit in allen drei Städten des bergischen Landes helfen. Einige dieser Stellen sind schon für nächstes Jahr, viele können aber auch früher besetzt werden. Im Einzelnen werden aktuell in Remscheid Zerspanungsmechaniker, Bankkaufleute, Kaufleute Einzelhandel, Hörakustiker, Industriemechaniker, Kaufleute Büromanagement, Gebäudereiniger Kfz-Mechatroniker PKW-Technik, sowie Restaurantfachleute gesucht.

Auch in diesem Ausbildungsjahr konzentrierten sich 44 Prozent der Jungen und so-gar 57 Prozent der Mädchen aus dem Bergischen Städtedreieck mit ihrem Berufswunsch auf einen der zehn beliebtesten Ausbildungsberufe. In den Top Ten der Wunschberufe steht bei den Jungen der KFZ-Mechatroniker an erster Stelle, gefolgt vom Maschinen- und Anlagenführer und Kaufmann im Einzelhandel. Mädchen im Bergischen Land möchten am liebsten eine Ausbildung zur Kauffrau Büromanagement beginnen, gefolgt von der Medizinischen Fachangestellten und Verkäuferin. Die Wünsche der Ausbildungsbewerber verändern sich seit Jahren wenig, lediglich die Rangfolgen variieren.  „Bei über 350 in Deutschland anerkannten Ausbildungsberufen ist es gar nicht leicht, die richtige Wahl zu treffen. Jugendliche entscheiden sich häufig für Berufe, die sie aus der Familie oder dem nähren Umfeld kennen“, weiß Martin Klebe. „Viele spannende und zukunftssichere Berufe sind weniger bekannt. Die Jugendlichen sollten sich über Alternativen Gedanken machen und sich bei uns beraten lassen, wenn es mit dem Wunschberuf nicht klappt. Wir erarbeiten das Profil aus Begabungen, Fähigkeiten und Eignungen in intensiven Gesprächen mit den Jugendlichen in unserer Berufsberatung sehr genau und zeigen den Jugendlichen ihre Möglichkeiten auf. Die Jugendlichen haben heute so viele Möglichkeiten wie selten zuvor“, so Klebe weiter. „Viele junge Leute nutzen die zahlreichen guten Möglichkeiten für den Einstieg ins Berufs-leben aber noch nicht. Ein weiterer Schulbesuch ist nicht in jedem Fall der Königsweg. Dennoch zeigen die Jugendlichen ein großes Interesse an den Bildungsgängen der Berufskollegs, die zu einem höheren Schulabschluss führen.“

Die Agentur für Arbeit bietet viele Hilfen zum Start und während einer Berufsausbildung an. So können zum Beispiel Kosten übernommen werden, die bei Vorstellungsgesprächen oder Aufnahme eines weiter entfernten Ausbildungsplatzes anfallen – sofern der Jugendliche die Mittel nicht selbst aufbringen kann. Auch während der Ausbildung kann die Arbeitsagentur mit ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) die Azubis unterstützen, wenn die Leistungen in der Berufsschule nicht ausreichen und Nachhilfe benötigt wird. Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, werden zum Beispiel durch eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) für den Berufseinstieg fit gemacht. Im letzten Jahr hat die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal die Integration von Jugendlichen in Ausbildung mit über sieben Millionen Euro insgesamt gefördert. Im Jahr 2016 steht dafür wieder der gleiche Betrag zur Verfügung.

„Jugendlichen, die jetzt noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz für 2016 sind“, rät Martin Klebe dringend, „Alternativen in Erwägung zu ziehen und sich beraten zu lassen.“ Die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal bietet Jugendlichen in allen drei Städten vor Ort ihre Berufsberatung an. Den Termin für Ihr Beratungsgespräch können Sie telefonisch über die kostenfreie Servicenummer 0800 4 5555 00 vereinbaren. Betriebe, die jetzt noch einen Azubi suchen, sollten ihre freie Ausbildungsstelle sofort der Agentur für Arbeit melden, um im Endspurt noch einen geeigneten Auszubildenden oder eine geeignete Auszubildende zu finden. Arbeitgeber erreichen die Ausbildungsvermittlung unter der Rufnummer ihres bekannten Ansprechpartners im Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit oder unter der gebührenfreien Hotline 0800 4 5555 20.  

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!